Aktien neu denken

  • Hallo zusammen,


    möchte meine Gedaken mit euch teilen.


    Meiner Meinung nach gab es für den "kleinen Mann" bisher zu ETFs keine Alternative.


    Dies lag hauptsächlich auch daran, dass die Anlage in einzelne Aktien aufgrund der hohen Transaktionskosten für kleinere Beträge nicht sinnvoll war.


    Inzwischen haben wir eine andere Situation (z.B. Trade Prepublic). Aktien können praktisch fast kostenlos gekauft werden.


    Auch ohne großes Vermögen ist es jetzt möglich genug Aktien zu kaufen um verschiedene Branchen / Regionen zu berücksichtigen.


    Was meint ihr? Ist es nicht an der Zeit ein neues Finanztip-Konzept zur Anlage in einzel Aktien zu entwickeln für den "kleinen Mann"?

  • Finde ich OK, Ich habe nur einen ETF sowie aktive Fonds und investiere Zug um Zug in Einzelaktien. Die Lösung ist mMn aber heute nicht für die allgemeine Anlage geeignet. Je nach Aktie ist man mit mehreren Hundert bis mehrere Tausend Euro dabei z.B, Alphabet knapp 1.500 €, NVidia 450 €, Amazon 2.600 €


    Dem Vernehmen nach wird Scalable Broker Bruchteilsaktien bringen. Dann kann man sich überlegen z.B. ein Portfolio von 40 Aktien zu definieren, die man dann Bruchteil um Bruchteil kauft.

  • ... Fonds, insbesondere Aktienfonds und -ETF sind ja nicht nur für den „kleinen Mann“ gedacht, sondern für alle! Vor allem für alle Pantoffeldepot-Fans.


    Natürlich kannst du dir mit einzelnen Einzelaktien deinen kleinen Fonds basteln... aber da gehört mehr dazu, als ein paar Aktien bei geringen Transaktionskosten ins Depot zu legen.


    Wenn es dir darum geht, Branchen oder Regionen zu picken... kannst du dir auch Fonds dazu suchen. Es gibt fast nichts was es nicht gibt.


    Wollte Finanztip ernsthaft Aktien beleuchten, müssten erst mal locker 50 Leute mit entsprechendem Hintergrund eingestellt werden.

    Für wen?

    Wer soll das zebahlen?

  • Ganz von euren Argumenten abgesehen, ist es ja auch schwierig bis unmöglich eine mit einem weltweit gestreuten ETF vergleichbare Diversifikation mit Einzelaktien zu erreichen.

    Da sollte man sich an die Portfoliotheorie erinnern. Dort geht es um möglichst nicht korrelierte Anlagen. Die hochgehaltene Diversifikation über 1.600, 3.00 oder 7.000 Aktien bedeutet nicht unbedingt ein effektives Portfolio. Deswegen habe ich oben die Zahl 40 genannt, das wird in Untersuchungen so als die Grenze gesehen ab wann weitere Diversifikation keinen echten Nutzen mehr bringt.

  • Ich wünsche einen kalorienreichen Nikolaustag & 2. Advent!


    Hier diskutieren wir über Kosten, Kurse, Diversifikation, Branchen und Regionen und können dazu tagelang Ansichten und ggfs. auch Erfahrungen austauschen.


    Interessant wäre aber auch zu erfahren, EF1980 , was das erklärte Ziel deiner Aktion ist! Geht’s primär ums Selbermachen, oder um Rendite, um eine Ergänzung zu Fonds, oder um die Alternative zu Fonds?

    Ferner, willst du „buy and hold“ praktizieren, oder richtig aktiv handeln?


    Übrigens, mich haben Fonds noch nie wirklich gereizt, aber (vor 32 Jahren und danach sporadisch) tierisch inspiriert! Ich habe seinerzeit mit einer einzigen Aktie angefangen (also mit einem Titel, aber gleich 1000 Stück davon)... und nach und nach andere Titel hinzu gekauft, ohne zu wissen wie man Diversifizieren schreibt. Insgesamt bin ich bis auf 32 diverse Aktien gekommen; zwischen 60 bis 70% des bescheidenen Vermögens waren auf ca. 20 Titel verteilt, der Rest auf ca. 12 Titel zum „moderaten Zocken“ (zum Beispiel Burberry, Lusthansa, Anheuser-Bush, japanische Autobauer nach Fukushima, deutsche Autobauer). Aktien von Banken und Versicherern habe ich konsequent gemieden.

  • Ein wenig zum Provozieren: Hinsichtlich Kosten wird ja über die hohen Kosten aktiver Fonds (typisch 1,7%), Robos (typisch 1%) und ETF (TER typisch 0,2 -0,4%) geklagt. Dagegen hat die Aktie TER 0. Der Aktienkauf ist über die Neo-Broker inzwischen sehr günstig und muss sich mMn nicht vor dem ETF-Kauf verstecken. TradeRepublic hat ab 10€ Aktien-Sparpläne, so dass man z.B. bei 200 € Sparrate 20 Aktien besparen könnte. 999 Aktien sind im Angebot, auf den ersten Blick sind meine Langfrist-Kandidaten dabei.

  • Ich finde dieses Thema auch sehr interessant. Ich habe bis jetzt konsequent auf ETFs gesetzt, da die Strategie ETFs als Basis plus Einzelaktien sich mMn widerspricht. Nun kann ich mir aber auch gut vorstellen, mir meinen eigenen ETF zu bauen, da ich auch die Kosten von 0,2 im Blick habe, zum anderen kommen mir Einzelaktien gefühlt doch sicherer vor als Fonds, beispielsweise in Bezug auf mögliche staatl. Eingriffe oder Handelbarkeit in stürmischen Zeiten.


    Nun aber die Gretchenfrage: Wie sucht Ihr Euch Eure Aktien aus? Obwohl ich schon seit über 20 Jahren an der Börse aktiv bin, traue ich mir (noch) nicht zu, hier eine Auswahl zu treffen. Denn es reicht ja nicht, einfach 40 verschieden Aktien zu kaufen und sie laufen zu lassen. Wo könnte man sich in dieser Richtung weiter informieren?

  • Denn es reicht ja nicht, einfach 40 verschieden Aktien zu kaufen und sie laufen zu lassen. Wo könnte man sich in dieser Richtung weiter informieren?

    Jaaaa, wenn das so einfach wäre, wäre meine Oma Fondsmanagerin.

    Für Unentschlossene gibt’s die Affen-Methode; einfach mal googeln😉

  • Es gibt verschiedene Services, die eine Aktienauswahl nach verschiedenen Kriterien erlauben. Einen guten Einstieg bieten mMn die hinteren Seiten des Anlegermagazin des Anlegerclub der Börse Stuttgart. Kann man nach kostenloser Registrierung downloaden. Ich stell Dir oben unter "Konversationen" einen Quicklink rein.


    Ansonsten einige stabil positive gemanagte Fonds recherchieren und in die Berichte der Top-Holdings über Zeit schauen.

  • Die Quelle, die ich im Kopf habe, finde ich nicht. Hier gäbe es eine Argumentation in Richtung 12-18 Aktien, allerdings ist es eine Sekundärquelle und ich komme an die Primärquelle selbst in den dunklen Ecken gerade nicht dran. http://news.morningstar.com/cl…d=145385&page=4&CN=sample

    In das von Morningstar zitierte Buch Investment Analysis & Portfolio Management von Frank K. Reilly und Keith C. Brown gewährt Amazon einen  Blick ins Buch . Die betreffende Seite 213 ist enthalten mit einem schönen Diagramm dazu unten auf der Seite.

  • eine Argumentation in Richtung 12-18 Aktien

    Diversifizierung? Unnötiger Renditekiller, wer ein bisschen was im Köpfchen hat baut sich sein Portfolio selbst und braucht da niemand anderes für! Selbst ist der Mann! Ich habe mir vor 10-20 Jahren ein breit gestreutes Portfolio aufgebaut und dabei alle gängigen Branchen abgedeckt. Man muss einfach clever sein!

    • Mischkonzern, klar General Electrics, breit diversifiziert und weltweit führend, Rendite satt!
    • IBM, größter IT-Konzern (Zukunftsbranche!), später geadelt durch Star Investor Warren Buffet, absolut sicher und die ISIN ins Onlinebanking eingeben kann nun wirklich jeder!
    • Für die Strombranche setzte ich, na klar auf EON, defensiv und Dividendenstark. Aber nunja, breit diversifiziert wie ich nunmal bin mit 12-18 Aktien, hab ich Nordamerika nicht vergessen. Mit der Pacfik Gas and Electric company konnte man nichts falsch machen, Strom für die boomende Westküste der USA und nicht nur das. Sollte es mal vorrübergehend beim Strom nicht so gut laufen sind P G & E auch noch im Gasgeschäft dabei!
    • Boombranche Telekomunikation: klar Nokia und Blackberry dürfen nicht fehlen, beide führend. Zusätzlich noch als defensive Komponente den weltweiten Mobilfunkanbieter Vodafone (starke Marke, sicheres Infrastrukturgeschäft)
    • Finanzriesen, natürlich im Rahmen des Zahlungs-, Kredit und Kapitalverkehr unerlässlich, hier habe ich mich für die altehrenwürdige Lehmanbrothersbank (im Geschäft seit 1847!) entschieden. Um die Streuung noch weiter zu erhöhen nahm ich noch Europas führende Bank, die Deutsche Bank ins Portolio
    • Erdöl (Schmierstoff der Weltwirtschaft!) gehört in jedes Portfolio, hier war es eigentlich gleich ob man sich BP oder Shell ersteigert hat, totsicher Sache!
    • Etwas Konsum sollte nicht fehlen, klar Hennes und Mauritz, kontrolliert durch die reichste Familie Schwedens + Kleidung werden die Menschen immer brauchen!
    • Vor 5 Jahren wollte ich NOCH breiter streuen: mit dem Blue Chip „Bayer AG“ konnte ich gleich zwei zukunftsträchtige Bereich abdecken: Agrarchemie und Pharma, selbsverständlich konnte ich da nicht widerstehen
    • Und zu guter Letzt (etwas Renditeturbo muss sein, bin ja kein Feigling!): Wirecard, Megatrend Zahlungsdienstleister, optimale Verbindung zur Politik (bestens vernetzter Starpolitiker Gutttenberg, Merkel)