Aktien neu denken

  • Fragen im Garten meines Lebens beharken will

    unbedingt! damits nicht nur quatsch ist: ich wollte damit veranschaulichen, dass man auch bei führenden, etablierten, diversifzierten, boomenden Einzelaktien herbe Verluste einfahren kann. Und selbst bei 40 Einzelaktien hat man gar nicht alle Branchen abgedeckt. Ich persönlich kenne überhaupt nicht alle Branchen mit denen sich so Geld verdienen lässt, und es entstehen ja permanent neue Geschäftsideen (Uber, Hello Fresh, was weis ich...)

  • Ich bin aktuell in einer Phase der Umorientierung. Mein MBA Studium geht zu Ende. Ich überlege, wie ich meine frei werdende Zeit strukturiere. Einzelaktien wären eine Möglichkeit. Neben verschiedenen Fähigkeiten bräuchte ich:

    • Sehr viel Wissen über Firmen
    • Sehr viel Wissen über makroökoniomische Zusammenhänge
    • Sehr viel Wissen über den Aktienmarkt
    • Sehr viel Zeit
    • Starke Nerven


    Ich habe vor >10 Jahren ein BWL Studium an der Uni Mannheim abgeschlossen. Aktuell sattle ich einen MBA Finance drauf. Ich arbeite im Controlling, bin also tendentiell zahlenaffin. Den schwächsten Punkt sehe ich im Faktor Zeit und Nerven. Ich habe einen Vollzeitjob und drei kleine Kinder. Ich kann/möchte nicht täglich eine Stunde in Marktanalyse und Nachrichtenchecks stecken. Meine Zeit am Aktienmarkt wäre 20h und später. Ich könnte nicht zu deutschen Börsenöffnungszeiten operieren.


    Wer glaubt er kann ein Portfolio mit 20+ Aktien zusammenstellen und 1 Jahr nicht drauf gucken, kann auch einfach Lotto spielen. Die Beispiele von Pablo sprechen für sich.


    Ich werde meinen Weg mit ETF auf den MSCI World fortsetzen. Für anderes mag es Optionen geben, für mich nicht.

  • Ich kann/möchte nicht täglich eine Stunde in Marktanalyse und Nachrichtenchecks stecken. Meine Zeit am Aktienmarkt wäre 20h und später. Ich könnte nicht zu deutschen Börsenöffnungszeiten operieren.

    Ein Stündchen dürfte nach meinen Erfahrungen nicht reichen; 15 bis 20 Stunden pro Wochen sind schon knapp. Heißt, du machst so etwas wie 60 bis 80 „Überstunden“ pro Monat, 12 Monate pro Jahr. Rechne dir aus ab welchen Summen der Aufwand sich lohnen würde.

    Wenn du auch handeln willst (und oftmals musst) und dies zu Börsenzeiten nach 20h unserer Zeit... kommt z.B. die NYSE infrage ... mit Broker und Verrechnungskonto in den USA. Ob hierzu die Online-Broker geeignet sind, habe ich nie geprüft.


    Das mit den Nerven kommt mit der Zeit 😉


    Und „buy and hold“ scheiden imho, wie du auch annimmst, grundsätzlich aus, egal ob du 12 bis 18 oder ~40+ Titel hältst.

  • Ich würde die Diskussion gerne mit einem rechtlichen Hinweis wieder anwerfen. Ich halte neben ETFs auch Einzelaktien, weil beides in dieser (rechtlichen) Hinsicht 2 völlig unterschiedliche Paar Schuhe sind:


    • Die Aktien in meinem Depot sind ein von der Bank treuhänderisch verwaltetes Sondervermögen. Geht die Bank pleite, bleibt das einfach mein Eigentum. Hier muss jede einzelne AG in meinem Depot pleite gehen, damit ich arm werde.
    • ETFs/Fonds sind meines Wissens eine Forderung gegen den ETF/Fonds-Aufleger. Eine nachrangige Forderung, die darüber hinaus z.B. bei synthetischen ETFs nicht gut besichert ist. Geht der Fondsaufleger pleite, habe ich nur noch eine Forderung in der Hand... Hier muss also nur der ETF-Aufleger pleitegehen, damit ich arm werde.
  • curryking


    Ich glaube du hast nicht Recht. ETF sind ebenfalls Sondervermögen. Bei synthetischen ETF werden jedoch nicht die Aktien des Index gehalten, sondern ein Trägerportfolio aus anderen Aktien. Dieses Trägerportfolio kann man auf der Homepage einsehen. Es sind kein Scheißaktien. Würde der Emittent pleite gehen, bekämst du diese Aktien. Sie hätten ungefähr den Wert deiner Anlage.


    Wer es sicher besser erklären kann, ist Kater.Ka

  • Die Aktien in meinem Depot sind ein von der Bank treuhänderisch verwaltetes Sondervermögen.

    Aktien sind kein Sondervermögen und sie werden auch nicht von der Bank verwaltet. Die Aktien sind i.d.R. bei einer Lagerstelle. Das ist häufig Clearstream. Hinsichtlich der Sicherheit dort hat Clearstream eine schöne Broschüre, die ich hier schon mehrfach verlinkt habe. https://www.clearstream.com/re…riefing-brochure-data.pdf

    ETFs/Fonds sind meines Wissens eine Forderung gegen den ETF/Fonds-Aufleger.

    Hinsichtlich des Sekundärmarkts ist die Situation bei Aktien und ETF gleich. Wenn sich kein Käufer findet kann ich mit einer Aktie nichts anfangen. Einen Fondsanteil darf ich in diesem Fall an die Gesellschaft zurückgeben, was mMn einen Vorteil darstellt. (Artikel 84 der OGAW-Richtlinie von 2009).


    Die Frage der Insolvenz der Fondsgesellschaft sehe ich als theoretisch an, da maximal 10% als Darlehen aufgenommen werden dürfen (Artikel 83).


    Bei der Frage zur Besicherung bitte ich um Erläuterung in wie fern diese schlecht ist. Wenn sie dies wären müsste börsentäglich nachgesteuert werden.


    Am fernen Ende muss der Anleger entscheiden, ob er die Vorteile eines Fonds z.B. hinsichtlich Diversifikation und einfachen Kapitalmarktzugang gegenüber theoretischen Risiken höher gewichtet. Ich halte in größerem Umfang auch Aktien, würde diese hinsichtlich Risiken nicht unbedingt sicherer sonder eher als anders ansehen.