ETF zum Einstieg

  • Hallo Liebe Community,


    Ich bin 16 Jahre alt und habe nach sachlicher, gründlicher Recherche und nach Rücksprache mit meinen Eltern, beschlossen in Wertpapiere zu investieren, um langfristigen Vermögensaufbau zu betreiben.


    Deswegen habe ich einen ETF Sparplan angelegt. (IShares Core MSCI World, physisch, thesaurierend)

    Der Sparplan ist auf halbjährlich 1000€ angelegt.

    Nun meine Frage: Ist das eurer Meinung nach, für den Einstieg ideal oder sollte ich eher in mehrere ETFs investieren, also die Sparplanraten senken aber dafür mehr streuen?


    Danke vorab für eure Antworten.

    Lg

  • Hallo Jmaad,

    willkommen erstmal.


    Glückwunsch, dass du dich mit 16 schon mit dem Thema beschäftigst. Was besseres kann dir aus finanzieller Sicht nicht passieren.


    Zu deiner Frage: mit einem ETF auf den MSCI World liegst du schonmal sehr gut. Mehr Streuung kannst du immer noch machen, wenn dein Depotvolumen mal bei 10.000€ oder mehr liegt. Vorher ist das nicht unbedingt nötig. Du bist ja mit dem MSCI World schon sehr gut gestreut. Das Feintuning kann man machen, manche bleiben aber auch immer beim MSCI World. Den größten Hebel kannst du ansetzen, indem du deine Sparrate und Investitionsrate erhöhst und/oder dauerhaft lange halten kannst.

  • Hallo Jmaad , willkommen im Finanztip-Forum.


    Zunächst herzlichen Glückwunsch zur Entscheidung, zunächst mal alles richtig gemacht.


    Bei Finanztip wird empfohlen, auf einen ETF zu setzen, entweder den "normalen" MSCI World oder MSCI All World oder die nachhaltige Variante. Der ausgewählte gehört mit zu den Empfehlungen. Langtext findet sich hier https://www.finanztip.de/indexfonds-etf/fondssparplan/


    Aus reiner Neugier die Frage woher die halbjährliche Sparrate kommt. Üblich sind eher monatliche Zahlungen, da die meisten auch monatliche Geldeingänge haben und so die eigene Liquidität gleichmäßiger belastet wird.


    An den Freistellungsauftrag denken, da zum 02.01.2021 Dir sonst die Steuer auf die Vorabpauschale belastet wird.

  • Kater.Ka  AT1996

    Danke für eure Antworten.


    Um auf die Fragen einzugehen:

    1. Die halbjährliche Sparplanrate habe ich ausgewählt, da ich zwar Geld verdiene, allerdings noch nicht so regelmäßig. Allerdings habe ich dieser Entscheidung nicht so große Bedeutung beigemessen. Zusätzlich war ich mir anfangs nicht im Klaren, ob monatliche Einzahlung mehr Gebühren mit sich ziehen würden.

    2. Ich denke, da ich in Österreich steuerpflichtig bin, habe ich keine Möglichkeit auf einen Freistellungsauftrag.

  • Moin,


    Also nach meinem grundsätzlichen BWL-Verstädnis ist die Zahlung i.H.v. 1000 Euro pro Halbjahr weniger lohnend als eine Zahlung i.H.v. 166,67 Euro pro Monat.


    Durch die monatliche Zahlung profitierst du nämlich bereits im ersten Monat vom Zinseszinseffekt, der dir bei der Zahlung nach einem halben Jahr entgeht.


    Beispielsweise ist bei einer sicheren Finanzanlage (bspw. Festgeld/Tagesgeld) ein monatlicher Zins von 1% besser als ein jährlicher Zins zu 12%.


    lasse mich aber auch gerne eines besseren belehren

  • Wahnsinn, toll! In deinem Alter schon so vernünftig und dann auch noch gleich passiv, also ohne die Schmerzensgelder des aktiven Investierens zu bezahlen - gratuliere! Und Glück gehabt mit den Eltern, da braucht man die Unterstützung in deinem Alter, sonst findet man schlecht hinein.


    Nimm doch noch den iShares Core MSCI EM IMI dazu mit z. B. 30 %, dann ahste die Schwellenländer mit dabei.


    Na, und wenn du ganz viel Bock hast, packste noch 20 % iShares MSCI World Small Cap drauf, dann haste wirklich den vernünftig investierbaren Weltaktienmarkt im Portfolio.


    Wenn du nur mit einem ETF starten willst (was ich verstehen könnte), dann schau dir mal den thesaurierenden Vanguard FTSE All-World an. Meines Erachtens ein kleiner Traum.


    Wichtig: Im Crash durchhalten. Dann biste wohlhabend, wenn du in rente gehst ;)

  • Hallo Alex,


    der Mensch mit Pantoffeldepot lässt es in der berechtigten Hoffnung laufen; irgendwann werden sich die Kurse wieder erholen.


    Wer sich intensiver mit seinem Depot beschäftigt, könnte durchaus geneigt sein, möglichst rechtzeitig vor Krisen und Crashes ETF-Anteile und/oder Aktien zu verkaufen... und erst dann, wenn sich die Kurse zu erholen beginnen, wieder einzusteigen. Allerdings klappt das mit dem Timing mangels hellseherischer Fähigkeiten nicht immer „auf den Punkt“... aber nach meinen Erfahrungen so halbwegs.


    Schau dir einfach einmal die Kursbewegungen von diesem Jahr an und rechne dir durch, wie sich „Halten“ und „Traden“ auf die Rendite ausgewirkt hätten... nur um mal das Prinzip zu verstehen.

    Die „Krise“ war rechtzeitig „angekündigt“; auch die „Erholung“ im Sommer war erkennbar, wenn auch der „irre“ Verlauf nicht im Ansatz zu erahnen war.


    Übrigens waren bisher alle „Crashes“ absehbar. Einzig Fukushima kam plötzlich und zwang die Mehrheit der Investoren zum Durchhalten.

  • Ja, Alex!


    Ich widerspreche der Auffassung und Empfehlung von FT ja nicht. Wer buy-and-hold vorzieht, darf das ja auch gerne tun. Bei deinem Anlagehorizont von üüüüüber 50 Jahren dürfte das schon passen.


    Viele aktive Investoren gehen aber anders vor...


    Mir ging es nicht darum, dich zu irritieren! Ich habe mich nur an der imperativen Aussage des Bloggers gestört.

  • Was ist daran falsch, den Crash durchzuhalten und nicht nervös werden und nicht alles verkaufen.

    Nichts ist daran falsch.

    Die Antwort von euch hat mich halt bisschen gewundert, weil es der Strategie von Finanztip widerspricht.

    Sowohl JDS als auch Katha Ka werben zumindest in Teilen für aktives Investieren. Seis selber handeln und fleissig Ordergebühren bezahlen (Hin und Her macht Taschen leer) oder Gebühren für aktive gemanagte Fonds zubezahlen. Da muss gar keine böse Absicht dahinter stecken (Stichwort Social Media Marketing, wenn man das Finanztipforum zu so etwas trendigem wie Social media zählen möchte;)). Es kann auch einfach sein das die beiden Glück gehabt haben und in der Vergangenheit durch Zufall + Vermeidung der vermeidbaren Anlagefehler eine überrendite zum passiven MSCI World erreicht haben und entsprechend begeistert sind. Grundsätzlich kann Glücksspiel süchtig machen, es gibt also auch durchaus Leute die in ihrer Sucht gefangen sind und sich das schönreden müssen. Sie zocken nicht, sie gewinnen! Durch kluge Strategien und intensive Recherche!

  • Sowohl JDS als auch Katha Ka werben zumindest in Teilen für aktives Investieren. Seis selber handeln und fleissig Ordergebühren bezahlen (Hin und Her macht Taschen leer) oder Gebühren für aktive gemanagte Fonds zubezahlen. D

    Pablo,

    ich kann jetzt nicht für Katha Ka (🤓) sprechen, also nur für mich. Ich werbe nicht fürs Traden!

    Hier ging es lediglich darum, eine kategorische, imperative Empfehlung (Durchhalten...) infrage zu stellen und den TE auch auf die „andere Seite“ der Medaille hinzuweisen. Nicht mehr und auch nicht weniger.


    Zum „hin und her macht Tasche leer“...

    Diese alte Börsenweisheit stammt noch aus Zeiten, in denen Trading teuer war und Gewinnmitnahmen bei längerer Haltedauer nicht automatisch den Fiskus erfreuten. Heute sind die Kosten sehr überschaubar und transparent, allerdings wollen die gierigen Regierungen an eventuellen Erfolgen beteiligt werden. Somit ist vor jedem Trade abzuwägen, welche Variante wahrscheinlich „günstiger“ laufen könnte, hold oder sell...

    Das Ergebnis kennt man leider immer erst im Nachhinein... bei beiden Varianten 😉

  • Ach, irgendwie isset doch immer wieder ein schönes Thema, gerade wenn man in vorweihnachtlicher Laune auf den Lockdown zusteuert und nichts besseres zu tun hat, als hier mitzudiskutieren.... 🤩


    Ich glaube aktives handeln kann funktioneren.

    Man braucht

    • Wissen über Firmen
    • Wissen über Makroökonomie
    • Wissen über Politik
    • Zeit (1-2 Std an 5 Tagen pro Woche 52 Wochen im Jahr, bitte nicht 2 Wochen im Urlaub abschalten!)
    • Ein "Gefühl" für Märkte
    • Eine Prise Glück
    • Weitere Faktoren, die ich vergessen habe


    Mit einem Teil dieser Faktoren haben viele Leute viel Geld verdient. Ich bezweifle, dass ICH das auch schaffe. Täglich Börsenzeit? Nicht für mich. Ein Gefühl für Märkte? Hab ich wohl nicht. Glück? Ein Blick auf meine Lottoquote genügt.


    Das ist alles eine Aussage über MICH (und vermutlich werden Millionen Menschen da draussen ähnlich empfinden). Das ist keine Aussage über DICH, denn du bist nicht ich. Vielleicht findest du ja eine Aktie, die so performt wie Amazon in den ersten 20 Jahren. Mir traue ich das nicht zu.


    Was nicht geht.

    • Aktive Aktienauswahl mit buy and hold verknüpfen.
    • Aktien heute kaufen und nur einmal im Jahr ins Depot gucken.
    • Ein Youtube Video gucken und basierend auf den Empfehlungen 10.000 Euro investieren.
    • In der FAZ nur die Seite 1 lesen.
    • Glauben, dass man ohne Risiko und Einsatz viel Geld verdienen kann
  • Ja, "man kann", aber nach welchen Kriterien, nach welchem System? Danach was http://www.ichweißalles.de sagt? Youtube? Bauchgefühl?


    Und die Frage ist für mich, was gewinne ich "garantiert" gegenüber einem Sparplan auf den MSCI World? Garantiert wahrscheinlich nichts.... wie groß ist die Wahrscheinlichkeit besser als MSCI World zu sein? 20%? Wäre mir zu wenig.


    Wenn ich an den Corona Einbruch Anfang 2020 denke, wäre ich zu spät ausgestiegen und zu spät eingestiegen. Vermutlich hätte ich Verluste durch timing gemacht. Andere sind da vielleicht schlauer. Ich bezweifle aber, dass über 30 Jahre die Mehrheit der Anleger schlauer wäre. Der Minderheit traue ich aktives Handeln zu. Der Mehrheit inkl mir nicht.