ecoligo investments

  • Hallo Klaus,


    das Ding hat mit Crowdfunding nichts zu tun. Die Onkels und Tanten reden von Crowdinvesting, welches stärker reglementiert ist, jedoch nicht vor Totalverlust des Investments bewahrt.

    Oek und Nachhaltigkeit hört dich zwar gut an, hier wird imho nur von Zitronenschüttlern und Ölaugen auf dieser modernen Welle gesurft... es finden sich ja jeden Morgen ein paar „Kaputte“, die da mitmachen.

    Wenn du gesehen hast wo investiert wird, schüttelt es mir automatisch den Kopf. Eventuelle politische Risiken verbessern nicht unbedingt die Qualität des Investments.

    Ferner sind 5,5 bis 6% Rendite kein ausreichendes „Schmerzensgeld“ bei einer derartigen Geschichte.


    Wenn du etwas nachhaltiges tun willst, dann verhalte dich einfach „nachhaltig“!

    Die Investition deines schwer verdienten Geldes sollte schon etwas „solider“ erfolgen. Fondsangebote dazu lassen sich unschwer finden.


    Imho gehört das genannte Investment-Angebot ungeprüft in die Tonne!

  • danke für deine Rückmeldung. Ich finde die Idee, PV und Thermische Solar-Anlagen in Ländern zu finanzieren, in denen der "Kunde" ansonsten sowas nicht tun kann, an sich ganz gut. Dass dabei ein Risiko besteht, dass der Kunde seine Raten nicht mehr bezahlt, ist klar. Die Anlage gehört ja weiterhin dem Finanzierer, zum Totalverlust sollte das nicht führen ..... aber ich geb dir recht, das ganze ist kompliziert.

  • Hast Du mal die Risikohinweise und die Projektstruktur angeschaut? Aus meiner Sicht sind da einige Glieder in der Kette, die zum Totalverlust führen können, und umgekehrt wenig Absicherung für den Anleger. Dies spricht nicht gegen den Initiator oder die Idee an sich, das kann alles OK sein, das Risiko per se besteht jedoch.


    Es gibt börsennotierte Unternehmen, die grüne Projekte machen, also z.B. Solarparks betreiben, und sogar Dividende zahlen. Das ist zwar nicht so ehrenhaft wie in fernen Ländern zur Energiewende beizutragen, ich würde das aber zumindest mal als nachhaltig wirkenden Kapitalismus bezeichnen, da die Eigenkapitalgabe der Anleger diese Aktivität erst ermöglicht. Zur Streuung gäbe es da auch Themen-ETF und -Fonds.

  • Hallo theurich, ich würde es deutlich freundlicher formulieren als JDS, komme aber am Ende zum gleichen Ergebnis:


    Ganz generell ist man als Mensch geneigt, eine Zahl die einem vorgehalten wird, erstens als gegeben hinzunehmen und zweitens sofort zwischen anderen Zahlen einzuordnen und zu vergleichen. Das führt dazu, dass wir 5 % sehen und a) durch das Prozentzeichen denken, dass es um eine sichere Verzinsung geht sowie b) sofort erkennen, dass das viel besser ist als alle anderen Angebote auf dem Markt. Im Ergebnis wollen wir das denn haben.


    Die Seite macht einen seriösen Eindruck. Viele und konsistente Informationen, sehr viel Historie unter News, deutsches Impressum, Eintragung ins Vermittlerregister mit dem passenden Erlaubnisumfang, alles tippitoppi. Die Projekte erscheinen plausibel und damit auch für den Darlehensnehmer die Möglichkeit, den Zins auch zu zahlen. Die Risiken sind klar und deutlich genannt. (Natürlich ist das nur der allererste Eindruck. Es hat sich hier keiner die Verträge angesehen oder war in Thailand und hat an der angegebenen Adresse aufs Dach geschaut.)


    Allerdings stimmt aus meiner Sicht das Chance/Risiko-Verhältnis hier einfach nicht. Du trägst mit dem Nachrangdarlehen letztendlich das volle unternehmerische Risiko (ohne das Du eingreifen könntest oder es auch nur überblicken) und bekommst im glücklichen Erfolgsfall eine Verzinsung unterhalb der erwarteten Rendite eines wesentlich weniger riskanteren weltweit gestreuten ETF.


    Das mögen sinnvolle Projekte sein und es macht auch insgesamt einen sehr seriösen ersten Eindruck. Aber empfehlenswerte Geldanlagen sind es aus meiner Perspektive nicht.


    Viele Grüße, Guido

  • Das ist zwar nicht so ehrenhaft wie in fernen Ländern zur Energiewende beizutragen...

    Ich unterstelle auch mal, dass die beiden GF ehrenhafte Motive haben, frage mich aber, weshalb so etwas nicht vor Ort, sprich in Schland, betrieben wird. Würden sich solche Anlagen hier nicht rentieren?


    Darüber hinaus skizziere ich mal ein „Strickmuster“ zum Reichwerden, ohne den GF auch nur im Ansatz zu unterstellen, etwa so vorzugehen!


    Man sucht sich einen Trend oder mehrere (Öko, Solar, Nachhaltigkeit, Magerzinsen) und konstruiert daraus ein Geschäftsmodell, das Frau und Herr Otto-Normalverbraucher leicht nachvollziehen und wohlwollend unterstützen möchten.

    Dann gründet man eine Firma, natürlich mit beschränkter Haftung, und beginnt Gelder von wohlwollenden Anlegern einzusammeln. Und jetzt kommt‘s... bevor Anlagen gebaut werden, wird mit den Geschäftspartnern (Lieferanten, Handwerkern...) vereinbart, die Kalkulation so zu gestalten, dass den natürlichen Personen (gleichzeitig GF der Auftraggeberin = GmbH) eine fette Provision gezahlt wird.

    So kommt mit wachsendem Geldeinsammel-Erfolg der Investmentfirma ein Milliönchen nach dem anderen ins private Sparschwein der Initiatoren... egal ob die Investmentfirma prosperiert, oder über-übermorgen die Bücher zumacht, egal wie die versprochenen Renditen „finanziert“ werden (Pyramidensysteme???), egal ob die Kleinanleger ihre Öcken zurück bekommen.


    Beispiele dafür lassen sich schnell finden...

  • Es macht schon Sinn, weltweit zu denken. Das tust Du ja auch. Also sich weltweit die besten Investments herauszusuchen oder weltweit zu streuen.


    Oder wenn man Entwicklungsziele verfolgt, die Überlegung anzustellen, wo das Geld in einer weltweiten Perspektive den größten Nutzen bringt. Für das Geld der Ausstattung für zwei Laptopklassen in Deutschland kann ich in Uganda ein Schulgebäude errichten. Was bringt die Menschheit weiter?


    Die Amigo-Probleme des grauen Kapitalmarkts hast Du treffend beschrieben und auch den Marketing-Ansatz mit den vielen Buzzwörtern.


    Es sieht hier zwar besser aus als bei vielen anderen Angeboten, aber letztendlich ist es auch hier für den Anleger eine Wundertüte. Wie gesagt, nach meiner Meinung keine attraktive Rendite-Risiko-Kombination.

  • Oder wenn man Entwicklungsziele verfolgt, die Überlegung anzustellen, wo das Geld in einer weltweiten Perspektive den größten Nutzen bringt. Für das Geld der Ausstattung für zwei Laptopklassen in Deutschland kann ich in Uganda ein Schulgebäude errichten. Was bringt die Menschheit weiter?

    Schon klar, auch deine Aussage zum „weltweiten“ Horizont.


    Für die Schule in Uganda, wie auch für die Laptop-Klasse, würde ich durchaus Geld spenden... ohne einen materiellen Return zu erwarten.

    Nur für solch eine Öko-Kiste hüpft kein einziger Cent aus meiner Geldbörse. Aber in diesem Punkt sind wir uns (alle) ja einig.

  • ... ääähhhh... ich habe mal aus Spaß und Interesse recherchiert...


    Der Emittent, irgendeine von mehreren UGs (😂) rechnet mit ca. 340€ pro Solar Panel. Der chinesische Hersteller würde mir max. USD 90 (ca. 75€ ex works) pro Panel berechnen! Dazu kommen Transportkosten, Steuern, evtl. Zölle, Montagekosten und die Regelelektronik. Über den dicken Daumen kostet die Klamotte rund 200€ pro Panel; da bleibt dann doch noch etwas „Luft“ um das „private Sparschwein“ zu mästen. Holy Shyth!