Puffer von 3 Monatsgehältern auf Tagesgeldkonto oder Rahmenkredit. Was lohnt sich mehr?

  • Es macht total Sinn einen Puffer von um die 3 Monatsgehälter auf ein Tagesgeldkonto zu legen, für überraschende Ausgaben und um beruflich etwas freier agieren zu können, z.B. kündigen und dann nicht das erstbeste Jobangebot annehmen zu müssen, weil man das Geld zum Überleben braucht.

    Jetzt frage ich mich, ob es nicht besser ist, statt das Geld auf dem Tagesgeldkonto herumliegen zu lassen, dieses Geld für das Ansparen/Abzahlen eines Hauses zu verwenden bzw. in ETFs für die Altersvorsorge zu stecken, und einen Rahmenkredit abzuschließen um im Notfall flüssig zu sein.

    Lohnt sich das, denn ein Rahmenkredit kostet ja bei Nutzung Gebühren, im Gegensatz zum "Verlust" durch Inflation, wenn das Geld auf dem Tagesgeldkonto herumliegt? Was denkt ihr?

  • Lohnt sich das, denn ein Rahmenkredit kostet ja bei Nutzung Gebühren, im Gegensatz zum "Verlust" durch Inflation, wenn das Geld auf dem Tagesgeldkonto herumliegt? Was denkt ihr?

    Ein Rahmenkredit (Dispo o.ä.) lohnt sich auf jeden Fall... aus Sicht der Bank 😉 und, im Fall der Inanspruchnahme, auch für die Bank.

  • Ich habe mir das auch schon überlegt und folgenden Kompromiss eingeschlagen:


    Die Reserve sind nicht 3, sondern nur 1 Monatsgehalt = in meinem Haushalt fehlen die Potenziale für "große Katastrophen", die eine schnell erreichbare Rücklage in großer Höhe rechtfertigen. Bei dem Betrag sind dann auch die Schmerzen durch Geldentwertung nicht zu groß...


    Gegen die Reserve als Rahmenvertrag spricht m.M.n. die Verlässlichkeit: Guthaben auf einem Konto kann ich immer bekommen, selbst in echten Krisenfällen:

    • das Konto ist online, damit es vom Haushalt getrennt ist: bei Einbruch/Überschwemmung/Brand ist mein TAN-Generator weg, aber ich kann per eingeschriebenem Brief das Geld anweisen. Ein Sparbuch wäre weg gewesen + müsste erst aufwändig "für kraftlos" erklärt werden usw.
    • beim Ausfall meiner Bank ist es eine gesicherte Forderung (Sparguthaben), die in ca. 14 Tagen durch den Ausfallfonds gezahlt werden sollte usw.
    • Früher hatte ich es auch bei einer anderen Bank als meine eigentliche Bankverbindung, damit es unabhängig z.B. vom Lohnkonto bleibt (z.B. bei Pleite der Bank).
    • Ich habe sogar noch die Freiheit und kann mit der Bank verhandeln: das Sparguthaben kann als Sicherheit für einen im Notfall notwendigen Kredit dienen, der dann wiederum (durch die restliche Zahlungsfähigkeit) höher ausfallen dürfte als das Sparguthaben.


    Bedingungen für Rahmenverträge können geändert werden, die Banken können plötzlich Einwände haben usw. - das ist mir für einen Notgroschen nicht sicher genug.

  • Jetzt frage ich mich, ob es nicht besser ist, statt das Geld auf dem Tagesgeldkonto herumliegen zu lassen, dieses Geld für das Ansparen/Abzahlen eines Hauses zu verwenden bzw. in ETFs für die Altersvorsorge zu stecken...

    ... bevor solche Fragen näher beleuchtet werden sollen, sollte man die Dimensionen klären.

    1) In welchem Verhältnis steht denn der Notgroschen zum Nettovermögen?

    2) Was läuft bereits in Richtung Altersvorsorge und wie würde der „Notgroschen“ deren Entwicklung beeinflussen?


    Bezüglich Ansparen/Abzahlen von einer Immo... hmmm... wir reden von einer Haustür mit Klingel oder ein paar Rollläden.

    Hier aus dem Bauch heraus zu argumentieren ist doof; Rechnen ist angesagt! Welche Auswirkungen auf die Finanzierung hätte der Notgroschen?

  • Welche Fälle deckt ihr mit dem sogenannten Notgroschen?


    Ist ein Auto-Inspektion-Service ein Fall für Notgroschen? Denn ist vorhersehbar und muss dafür gespart werden?


    Ist eine kaputt gegangene Waschmaschine Fall für Notgroschen? Denn ist auch vorhersehbar, dass irgendwann kaputt geht? Und deswegen man Geld sparen muss.


    Ist kaputte Winschutzscheibe im Auto Fall für Notgroschen? Denn ist auch vorhersehbar und somit kann man dafür sparen?


    Ist die Reise für den nächsten Sommer Fall für Notgroschen? Denn ist vorhersehbar und auch dafür muss man sparen?


    Ich will damit sagen, dass alle Beispiele, die ich bis jetzt für Notgroschen gehört habe, sind für mich vorhersehbar und dafür muss man eh sparen und beiseite Geld legen.


    Viele Grüße

    Vasya Pupkin

  • Ja, Geräte verschleißen und müssen irgendwann ersetzt werden. Da kann man 12 verschiedene Töpfe bereitstellen und Rückstellungen bilden, sei es nach Betriebsstundenzähler oder nach linearer "Abschreibung". Macht das tatsächlich jemand?


    Und wenn die Waschmaschine 2 Jahre vor ihrer Zeit den Geist aufgibt und mir vor Wut das Smartphone ins Klo fällt, dann habe ich Probleme, wenn ich mich zu dem Zeitpunkt schon 3 Monate im Krankengeldbezug befinde.


    Ein Puffer ist notwendig. Keinen Notgroschen zu haben, ist ein Notfall.


    Ich habe gesprochen. 8)