Aktiensparplan oder ETF-Sparplan für Altersvorsorge?

  • Hallo an alle!


    Vielen Dank schon einmal für euer Feedback!


    Ich beginne gerade mich mit meiner Altersvorsorge auseinanderzusetzen. Ich habe noch circa 40+ Jahre um mir eine Altersvorsorge aufzubauen. Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr mir ein wenig Input zu folgendem Szenario geben könntet.


    Ich bin generell interessiert an einer langfristigen Geldanlage für meine Altersvorsorge. Gerne würde ich hier auch einen Aktiensparplan auf ein paar Einzelaktien beginnen, frage mich aber, wie sinnvoll dies ist, wenn man die zu zahlenden Steuern mit einberechnet. Im Vergleich zu einem ETF-Sparplan besteht bei einem Aktiensparplan meiner Ansicht nach ein höheres 'Risiko', dass man die Aktie nach ein paar Jahren verkauft, da der Bereich / die Firma möglicherweise nicht mehr allzu rentabel ist. ETF-Sparplänen wird man in der Regel um einiges länger halten und dementsprechend Steuern 'sparen'.


    Was meint ihr dazu?


    In welchem Fall / auf welche Weise würdet Ihr Aktiensparpläne für die Altersvorsorge empfehlen?


    Vielen Dank, Paula

  • Das kommt denke ich ganz auf den Ansatz deines Portfolioaufbaus an.

    Mit einem breiten Aktien ETF hast du natürlich gleich mal mehrere tausend Unternehmen in deinem Portfolio, wohingegen du bei einem Aktiensparplan nur Einzelwerte hast.

    Dadurch hast du erstmal eine bessere Diversifikation.

    Was für dich vielleicht auch eine Variante sein könnte einen Teil breite ETF(z.b MSCI World) und dann nach deinem Geschmack Einzelwerte beimischen über Aktiensparpläne.

    Es kommt denke ich darauf an, wie du dein Portfolio in der Zukunft gestalten willst.


    Zum Thema Steuern kann man so pauschal keine Aussage treffen.

  • Hallo Paula,

    wenn ich viel Zeit hätte, würde ich mich mit dem Einzelaktieninvestment auseinandersetzen. Habe ich als Angestellter und Familienvater aber nicht, deswegen bin ich "ETF-gesteuert". Überlege dir doch, wie viel Zeit du in das Thema investieren möchtest. ETF-Sparpläne ist "fire-and-forget".

  • Gerne würde ich hier auch einen Aktiensparplan auf ein paar Einzelaktien beginnen, frage mich aber, wie sinnvoll dies ist, wenn man die zu zahlenden Steuern mit einberechnet. Im Vergleich zu einem ETF-Sparplan besteht bei einem Aktiensparplan meiner Ansicht nach ein höheres 'Risiko', dass man die Aktie nach ein paar Jahren verkauft, da der Bereich / die Firma möglicherweise nicht mehr allzu rentabel ist. ETF-Sparplänen wird man in der Regel um einiges länger halten und dementsprechend Steuern 'sparen'.

    Moin Paula! Ein gutes 2021 wünsche ich!


    Zu den angeschnittenen Bereichen Aktien, Risiko und Steuern kann ich dir ein paar Erfahrungswerte beisteuern.

    Die Vergangenheit hat gezeigt, es gab/gibt Aktien, die man halten konnte, und solche, von denen man sich früher oder später trennen musste. Jeder Aktienkauf war/ist mit Überraschungen verbunden... das Risiko Geld zu verdienen besteht also immer.

    Grundsätzlich sollte man „Spielgeld“ investieren, Geld, das man auf absehbar nicht zwingend benötigt und dessen Teilverlust man in Kauf nehmen kann.

    Wenn du eine Aktie für 100 kaufst und einen stop bei 90 setzt, kann sie bei um die 100 verbleiben, deutlich in Richtung 90 fallen, die 90 erreichen ... und dann fliegt sie raus. Steigt sie hingegen auf 110, rutscht dein stop auf 99 nach. Erreicht sie 99, fliegt sie raus. Geht sie auf 120, rutscht dein stop auf 108 nach. Geht der Kurs auf 300, ziehst du deinen stop auf 270 oder niedriger, falls die allgemeine Kursschwankung größer 10% ist. Selbst wenn du bei einen Kursrutsch auf 240 verkaufst, hast du gegenüber den einst investierten 100 einen Gewinn.


    Mit diesem vereinfacht dargestellten Prinzip kannst du anfangs mal ~10% versenken, später nicht mehr.


    Ob du einen Bimbo bezahlst, der deine Aktie oder Aktien beobachtet und deinen Prinzipien entsprechend handelt, oder du dat Janze selbst in die Hand nimmst, hängt eigentlich nur von deiner freien Zeit ab, die du investieren willst und kannst. Den Rest kannst du lernen.


    Mit dem Vorgenannten kannst du mit einer einzigen Aktie anfangen 😏


    Zu den Steuern: Ein grobes Beispiel dazu ... NVDIA ... Kauf im Januar 15 für ca. 22 Öcken. Verkauf im Januar 21 für 520 Öcken. Wertzuwachs ca. 2190%. Wertzuwachs nach Kosten und Steuern ca. 1500%.


    Gleicher Titel. Kauf Jan 15, Kurs 22. Invest 1000 Öcken für 43 Aktien. Verkauf Jun 18 bei Kurs 250. Steuer auf WZ gezahlt und gefreut. Geld aufm Konto 7900 Öcken. Dafür im Juni 19 bei Kurs 165 48 Aktien gekauft. Verkauf im Jan 21 bei Kurs 520... Geld aufm Konto 19800! Nach Steuern. WZ 1880%


    Du wirst häufig von Erfahrungen mit Aktien hören: „Habe mal welche gehabt. Verluste gemacht. Nie wieder!“


    Solche Erfahrungsberichte darfst du nicht als Tipp verstehen, auch die Finger von Aktien zu lassen. Wenn du hinterfragst, wie diese „Verlierer“ ihr Geld verloren hatten und auf wessen Ratschläge sie „damals“ vertraut hatten, relativiert sich diese Angst vor Aktien ganz schnell!

  • Hallo Paula,

    1. Lass die Steuern erstmal außen vor! Du hast lt. Deiner Aussage noch 40+ Jahre Investitionszeitraum. Wer weiß schon, was sich in den nächsten 40 Jahren noch Alles an der Steuergesetzgebung ändert!?

    2. Du brauchst ein Depot

    https://www.finanztip.de/wertpapierdepot/

    3. Ich würde zunächst mal mit einem ETF auf einen weltweiten Aktienindex beginnen (MSCI ACWI oder FTSE All World). Am Besten per monatl. Sparplan. Langfristig liefert Dir so eine ETF eine Rendite von etwa 7% (vor Steuern).

    4. Du musst entscheiden, ob Du einen ausschüttenden oder einen thesaurierenden ETF bevorzugst. Einige bevorzugen ausschüttende ETF, da Sie dann regelmäßig die Dividenden auf dem Konto sehen (Motivationshilfe ;)). Außerdem hat man ja 801€ p.a. an Zinseinkünften steuerfrei.

    Ich persönlich bevorzuge thesaurierende ETF, da die Dividenden hier automatisch wieder angelegt werden (weniger Arbeit).

    Gemäß der aktuellen Steuergesetzgebung sind die Unterscheide in der Rendite zwischen einem ausschüttenden und einem thesaurierenden ETF zu vernachlässigen (sofern die Ausschüttungen auch wieder in den ETF fließen!!!). FT hat dazu ein Video gemacht.

    5. Laufen lassen und sich an das auf und ab der Börse gewöhnen!


    Wenn Du dann nach einigen Jahren Blut geleckt hast, kannst Du immer noch anfangen mit Einzelaktien zu spekulieren!


    Gruß

    Dirk

  • Ich halte jede Investition in Aktien für extrem riskant. Wie Roulette.


    Es wird zwar immer wieder und wieder behauptet, dass langfristig alles interessant und wertsteigernd ist. Wenn man Glück hat, mag das ja stimmen.


    Andererseits: als Altersvorsorge halte ich diese Form des Vermögensaufbaus für extrem ungeeignet.


    Man stelle sich vor, dass man 20 Jahre Aktien beschafft und dann kommt der Megacrash. Man verliert 80% des über 20 Jahre erworbenen Vermögens kann aber nicht 90 Jahre alt werden - werden die wenigsten!


    Aus genau diesem Grund spare ich lieber auf einem Tagesgeldkonto (natürlich nicht ausschliesslich) oder eben doch zumindest in eine normale bAV oder Lebensversicherung und halte mich bei allem was Aktien betrifft deutlich zurück (ein paar habe ich, aber große Summen bin ich nicht bereit in ein Roulettspiel für's Alter zu riskieren - 6000 Euro, mehr nicht).


    Es ist bitter mit den niedrigen Zinsen. Deutschland sollte den Euro verlassen oder auf einer deutlichen Zinssteigerung bestehen - machen sie aber nicht.


    Die Alterenative ist einfach in der Menge wie ein Verrückter dagegen anzusparen - in verschiedenen Versicherungen, Gold und Fremdwährungen.


    Mir ist unbegreiflich, wie man redlichen Menschen dazu raten soll, ihr sauer verdientes geld in Aktien zu investieren. In Minuten können da Billionen verbrennen...mit Ehrlichkeit und Redlichkeit, hat das nichts zutun.

  • Ich halte jede Investition in Aktien für extrem riskant. Wie Roulette.


    Andererseits: als Altersvorsorge halte ich diese Form des Vermögensaufbaus für extrem ungeeignet.

    Wie viele Jahre hast Du denn noch bis zur Rente?

    Du siehst hierbei sicher nur das Schwankungsrisiko von Einzelaktien.

    Eben daher gibt es die Index ETF mit tausenden von Einzelpositionen , gestreut über die ganze Welt.

    „Wer gut essen will, kauft Aktien; wer gut schlafen will, kauft Anleihen“ – André Kostolany

  • Aus genau diesem Grund spare ich lieber auf einem Tagesgeldkonto (natürlich nicht ausschliesslich) oder eben doch zumindest in eine normale bAV oder Lebensversicherung

    Alles drei bringt einen negativen Realzins. Die letzten beiden können bei wirtschaftlicher Schieflage nach BaFin-Anordnung ausgesetzt oder herabgesetzt werden. Im Nachlass meines Vaters habe ich die Herabsetzung seines Sparguthabens um 93,5% in der Währungsreform. Aktien wurden 1:1 umgestellt.

    Es ist bitter mit den niedrigen Zinsen. Deutschland sollte den Euro verlassen oder auf einer deutlichen Zinssteigerung bestehen - machen sie aber nicht.

    Die ausufernde Finanzierung des Sozialsystems kann nur mir Schulden und damit niedrigen Zinsen aufrecht erhalten werden. Daher wird es keine Steigerung des Realzinses geben. Konkret werden die Zinsen erst steigen wenn die Inflation schon gut vorangekommen ist. Da ich schon alt genug bin kenne ich noch die tlw. zweistelligen Zinsen der Siebziger und Achtziger Jahre. Aber auch dort war mit Zinsanlagen nichts zu holen, da die Inflation ebenfalls hoch war.

    Die Alterenative ist einfach in der Menge wie ein Verrückter dagegen anzusparen - in verschiedenen Versicherungen, Gold und Fremdwährungen.

    Gold gibt wie bekannt keine Zinsen und ist bei steigenden Marktzinsen unattraktiv (sieht man gerade aktuell). Es hilft als Rückversicherung bei einem Endzeitszenario.

    Die Anleger, die wie von Finanztip empfohlen im MSCI World anlegen, haben dadurch rund 90% in Fremdwährung angelegt.

    Hauptanlageregion ist die USA. Dort ist die Altersvorsorge stark auf Aktienvermögen ausgelegt. Daher wird man dort alles dafür tun, dass ein Absturz der Märkte abgefedert wird. An diesem "Fed-Put" partizipieren die FInanztip-Anleger mit rund zwei Drittel.

    und das holt man dann nie wieder auf. "Blackfriday"...

    Ich kenne keinen Totalverlust eines Index eines entwickelten Landes. Die empfohlene Anlagedauer bzw. Absicherungsdauer durch Tages-/Festgeld von 15 Jahren reflektiert die historisch längsten Erholungsphasen.


    Um jetzt eine vielleicht versöhnliche Kurve hinzubekommen:

    Finanztip empfiehlt kein reines Aktien-ETF-Portfolio.

    Die Empfehlung geht dahin, den Aktienanteil nach der persönlichen Risikoneigung zu wählen. Dabei kann es auch zu einem Aktienanteil von 0 kommen, speziell wenn der Mindestanlagezeitraum vom 15 Jahren nicht erreicht wird.

  • Um jetzt eine vielleicht versöhnliche Kurve hinzubekommen:

    Finanztip empfiehlt kein reines Aktien-ETF-Portfolio.

    Die Empfehlung geht dahin, den Aktienanteil nach der persönlichen Risikoneigung zu wählen. Dabei kann es auch zu einem Aktienanteil von 0 kommen, speziell wenn der Mindestanlagezeitraum vom 15 Jahren nicht erreicht wird.

    Das ist hier kein Wettbewerb von Argumenten auf Leben und Tod, keine Sorge.


    Ich habe nur meine sehr persönlichen Empfindungen. Aktien sind bekanntlich Unternehmensanteile. Da soll man also eine "Ehe" mit einem Unternehmen eingehen und nach % bestimmen können.


    Kleinaktionäre können quasi nix bestimmen und werden die Unternehmen in die sie investieren auch nicht begreifen. Besser sind Unternehmensbeteiligungen in Unternehmen, die man auch kennt - z.B. das, indem man angestellt ist wenn es gut läuft.


    Du hast in jedem Argument übrigens recht aus meiner Sicht. Aber darum geht es nicht. Ich will einfach die Illusion in Frage stellen dürfen, nach der Aktien auch langfristig eine sichere Anlage seien.


    Was, wenn 5 Jahre vor Ruhestand ein extremer Crash kommt und die Märkte um 90% nachgeben? Dann hat man auf einen Schlag, auf nur einen Schlag halt mal eben 90% seines Wertaufbaus von Jahrzehnten eingebüsst. So ein verlust ist noch härter als der einer Inflation meine ich. Ich spare halte gegen Inflation an - wenn es Inflation gibt und keine Zinsen, muss ich halt noch mehr verdienen und noch mehr Geld zurück legen als sonst. Statt x Euro dann halt xyz Euro.


    Ich verliere aber ich verliere nicht alles und lege mehr nach als abgezogen werden kann. Wenn dann noch ein Teil in Gold und Fremdwährungen investiert wird, etwas besser.



    Aktien sind eine Anlageform für Menschen, die es sich leisten können alles zu verlieren meine ich weil sie einen Plan B haben der auch sehr üppig ausfällt: satt Immobilienbesitz, ein gutes Erbe ect.


    Ich halte es für extrem bedenklich mit Aktiensparplänen für das Alter vorsorgen zu wollen - in höheren % Anteilen. Meine Bank riet mir 80% meines Vermögens in Aktien anzulegen - ich halte etwa 10% in Aktien.


    Einen Teufel werde ich tun. Der Dax zum steht bei 14 000 Punkten. Wenn ich sagen wir 50% meines Vernögens da drinn liegen habe und morgen der Crash kommt, sind halt mal 45% weg. Ich rechne damit, dass sehr bald eine massive Korrektur erfolgt. Ein echter Absturz...


    Zitat

    Wie viele Jahre hast Du denn noch bis zur Rente?


    10 - 12 Jahre. Ich habe ja auch einen kleinen Fond aber das meiste in Lebensversicherungen angelegt - auch eine steinalte mit guten Zinsen dabei. Auf meinem Festgeldkonto stapelt sich der Überschuss momentan... bei den hohen Aktienkursen steige ich niemals ein. Ich warte auf den Crash und werde dann vielleicht ein wenig investieren aber niemals einen großen Anteil - zu riskant

  • Ich war beim Neuen Markt 2000 dabei. Und habe auch Geld verloren.


    Aber 90-100 % haben seriöse Fonds und Aktien nicht verloren, sondern nur Zockeraktien vom Neuen Markt (+Telekom).

    Der DAX selbst stand 2008 schon wieder bei 8.000 Punkten. Da gab es natürlich den nächsten Crash. Aber wenig später war er wieder bei 8.000 und jetzt (noch) viel höher.


    Und wer monatlich spart, kauft über Jahre auch nicht bei 8.000 Punkten sondern bei einem Mittelwert.



    Aber:

    Man muss mit Aktien auch leben können. Wenn man das Auf- und Ab nicht verträgt sollte man tatsächlich besser nicht in Aktien investieren.



    Und wie oben schon geschrieben wurde kann ich nur zustimmen:

    Ich habe mehr Angst um meine Lebensversicherung als um meine Aktien!

  • Und wie oben schon geschrieben wurde kann ich nur zustimmen:

    Ich habe mehr Angst um meine Lebensversicherung als um meine Aktien!

    Weder das eine noch das andere machen wirklich Angst.


    Gesundheit ist wichtiger.


    Ich sehe und höre allerdings dauernd und wirklich eindringlich davon, dass der Supergau an der Börse kommen muss. Sehr bald. Wir liegen im Dax bei 14000 Punkten, das ist doch echt überzogen anlässlich der Coronakrise. Da wären Stände unter 10 000 Punkten deutlich realistischer.


    Hätte ich riesige Werte an der Börse, würde ich genau jetzt ALLES abstoßen und warten, um nach dem Crash wieder einzusteigen aber mit nur noch 20% des Geldes.



    Lebensversicherungen sind nicht gut. Bargeld auch nicht. Gold halte ich für nachweislich stabiler als Sicherheit. Alle drei sind allesamt sicherer als das, was nach einem Crash käme.



    Was geschieht, wenn die Börsen weltweit um 90% einbrechen binnen 1-2 Tagen? Weil die Amerikaner eine Zockermentalität haben und viel in Aktien anlegen, werden die Deutschen noch frühstücken aber die Amerikaner um Essen betteln, wenn sie alt sind.

  • Naja, das Problem mit dem "rechtzeitig abstoßen" ist ja, dass man den Zeitpunkt erst hinterher genau bestimmen kann.

    Mit dem Zeitpunkt für den Wiedereinstieg sieht es genauso aus. Wenn sich der Crash um ein halbes Jahr verzögert oder er drei Tage früher zuschlägt, dann ist auch viel an Porzellan zerschlagen.


    In den USA, wo ja traditionell deutlich mehr "Altersruhegeld" im Aktienmarkt steckt, wird ja auch angeraten, dass man neben dem Depot auch 1 bis 2 Jahresausgaben liquide verfügbar halten sollte, damit der Crash im Ruhestand nicht zum zu schnellen Verzehr der Substanz führt.

  • EiEiEi, =O

    ja, es kann passieren, dass die Aktienmärkte demnächst radikal einbrechen. Man sollte da durchaus 50% 'Verlust' einkalkulieren. Aber immer daran denken, ein realer 'Verlust' entsteht erst dann, wenn Du Deine Aktien verkaufst!

    Wer die Zeit hat eine Crash auszusitzen kann also einfach abwarten. ;)

    Das mit dem 'Ich warte auf den nächsten Crash und dann steige ich ein' funktioniert in den meißten Fällen eben nicht. Du steigts bestimmt nicht ein, wenn es nur schlecht Nachrichten gibt! Du bis ja auch nicht nach dem Corona-Crash im April 2020 eingestiegen, oder!?


    Braucht jeder Rentner sofort zu Rentenbeginn sein gesamtes Kapital!? :/ Also ich werde min Depot voraussichtlich zum Beginn meiner Rente gar nicht benötigen. Ich werde den Bedarf für 4-5 Jahre in Tagesgeld halten und dann je nach Marktlage mein Depot verkleinern.

    Aber Moment, bis zu meiner Rente sind es ja noch mind. 14 Jahre! Da kann noch so dermaßen viel passieren, dass ich mir über das konkrete was/wie lieber erst 3-5 Jahre vorher Gedanken mache! Man sollte den Bären erstmal erlegen, bevor man sein Fell verteilt! :)


    Zum Thema KLV nur soviel. Ich habe auch eine alte KLV. In den letzten 10 Jahren sind meine Beiträge um ca. 25% gestiegen (Dynamik). Rate mal, wie groß die Steigerung meiner garantierten Ablaufleistung in den letzten 10 Jahren war! Genau, da ist trotz der Beitragserhöhungen fast nix herum gekommen. <X Dafür wurde mein Anteil an den Bewertungsreserven/Überschussanteil jedes Jahr kleiner und kleiner. Ich habe die Dynamik meiner KLV inzwischen gekündigt.

    Aber hey, ich habe noch Glück. Meine KLV hat noch einen Garantiezins von 3,5% auf den Sparanteil, so dass ich real ~ 2,7% Rendite erziele.

    Ach ja, in den nächsten Jahren werden viele LV massive Probleme bekommen, da Sie Ihre Garantien nicht mehr am Kapitalmarkt erwirtschaften können. Diverse LV stehen jetzt schon unter Beobachtung der BaFin! Ich habe auch da Glück (bisher). Meine Versicherung steht z.Zt. noch sehr gut da...

    Wenn die Aktienmärkte tatsächlich um 80-90% einbrechen würden, meinst Du nicht auch, dass dann diverse Versicherungen massive Probleme bekommen würden? Schon mal daran gedacht, was passieren würde, wenn z.B. allein nur die Allianz als größter LV der Welt pleite gehen würde?


    Und nun das eigentliche Thema.

    Ja, erstmal so Alt werden, dass man es überhaupt bis zu Rente schafft! 16% der Deutschen sterben vor erreichen des 65 Lebensjahres. 22% sterben vor dem 70 Lebensjahr.

    Da sollten einem ein Aktiencrash ehrlicherweise am wenigsten Angst machen.:)

    Ich bin allein schon froh, dass ich überhaupt die Mittel habe privat etwas für meine Altersvorsorge zurück legen zu können!

    Das schöne ist doch, jeder kann Seine Altersvorsorge machen wie er will bzw. Sie es für richtig hält. Ob der große Plan des Lebens dann schlussendlich aufgeht, erfahren wir ohnehin erst am Ende! ;)

  • monstermania


    Du hast eine zu mir nahezu identische Ausgangslage. Kleine Abweichung: bin im Mai 2020 deutlich eingestiegen aber leider zu wenig dennoch... liegt zuviel auf dem Tagesgeldkonto...


    Warum? Weil ich dachte: wenn alles den Bach runter geht, was dann?


    Meine Versicherungen machen mir aber auch etwas Sorge... was dann geschieht wenn die pleite gehen, weiss ich auch nicht.


    Hauptsache ich werde 90 + Jahre alt und kann noch viel guten Wein trinken...



    Sehr sehr gute Analyse. Als wenn Du mich perfekt kennen würdest und in diesem Bereich eine Art Double seist...

  • monstermania : ich denke dennoch, dass Aktien eher etwas für ziemlich Wohlhabende sind bei denen es völlig egal ist, wenn es zum Totalverlust kommt (Vermögen so ab 1 Mio aufwärts).


    Aktien bergen massive Unsicherheiten. Im größeren Stil eine Anlegeform für Angelsachsen und nicht für solide Mitteleuropäer, sorry. Las Vegas läßt grüßen.


    Ich halte dennoch einen kleinen Teil von Aktien für die Altersvorsorge für sinnvoll (10-20% maximal), aber denke sichere Anlageformen sind zwar langweilig und frustrierend ob des Zinsverlustes aber am Ende werden die Zocker vielleicht komplett nackt da stehen wo hingegen die, die echte Werte anschafften die man anfassen kann noch überleben - auch im absoluten Krisenfall.


    Was ich sage widerspricht dem, was dauernd geraten wird. Ich spare mit der Masse meiner Kraft lieber aber gegen die Inflation an, anstatt zu zocken. Ich glaube auch, dass irgendwann die Zinsen wieder anziehen. Wann? Nach dem Megacrash der kommen wird.

  • Hier ein paar Infos zu dieser Diskussion:


    Es hat wohl nie lange gute Nettozinsen gegeben:

    Nullzinsen und Anlagenotstand – real oder nur konstruiert?


    Das unterschätzte Risiko von Bankguthaben

    https://www.gerd-kommer-invest.de/risiko-von-bankguthaben/


    Ich denke ein Safety-First Ansatz ist ein guter Weg: Grundbedürfnisse über lebenslange Renten absichern und zusätzlich ein ETF Portfolio und von mir aus auch ein bisschen Gold.


    Zu Safety-First vs. Probabilty-Based Strategien:

    The Yin and Yang of Retirement Income Philosophies


    Und hier ein interessanter Artikel zu investieren wenn man schon was älter ist und Kapital z.B. aus der Auszahlung einer bAV zum investieren hat:

    Aktien-ETF mit Entnahmestrategie oder gesetzliche Rente – was ist vorteilhafter?

  • ch denke dennoch, dass Aktien eher etwas für ziemlich Wohlhabende sind bei denen es völlig egal ist, wenn es zum Totalverlust kommt (Vermögen so ab 1 Mio aufwärts).


    Aktien bergen massive Unsicherheiten. Im größeren Stil eine Anlegeform für Angelsachsen und nicht für solide Mitteleuropäer, sorry. Las Vegas läßt grüßen.

    Ja... und die Erde ist eine Scheibe ;-)


    Vielleicht siehst du dir mal Infos an, die Buy-And-Hold und den Handel mit Aktien beleuchten.

  • Genau wegen solcher Einstellung geht es in D mit der Aktienquote nicht richtig voran! :/

    Warum sollten Aktien nicht für Europäer geeignet sein!? Und nur für Reiche!?

    Ich bin nur ein kleiner Angestellter, der in einem gemeinnützigen Unternehmen arbeitet und sicher Alles andere als ein Großverdiener.

    Ich habe mich auch lange gegen Aktien gesträubt, auch weil Freunde von mir in der Vergangenheit viel Geld verloren haben (Dotcom-Crash, T-Aktie).

    Aber, wenn man mal ehrlich analysiert hat es auch seinen Grund, warum das Geld verloren ging. Blanke Gier bestimmte das handeln!

    Ich habe einfach nur gelebt und halt etwas gespart. Hier der Bausparvertrag, da die KLV und halt das klassische Sparbuch. Aber irgendwann im Leben kommt halt der Zeitpunkt, dass man sich mal überlegt, wohin soll die Reise gehen.:)


    Je mehr man sich mit einer Sache beschäftigt, je mehr verliert man auch die Angst davor. Und man muss ehrlich zu sich selbst sein, und erkennen was für ein (Anleger)typ man ist. Einzelaktien sind definitiv nichts für mich. Auch die 'Dividenenstrategie' scheidet für mich damit aus.

    Erkenntnis: Ich bin einfach vom naturell her ein 'idealer' Buy-and-Hold-Anleger! :)

    Wenn man das erkannt hat und dann noch die 'Bibel' von Herrn Kommer durchgearbeitet hat, verliert auch die Aktieninvestition Ihren schrecken.

    Man sucht sich seine Strategie (1 ETF auf ACWI/All World oder Mix von World/EM/Europa, usw.) und zieht seine Strategie einfach stur per monatl. Sparplan durch. Wenn man dann 10-15% seines Nettos spart, wird einem die die Rentenlücke keine Sorgen mehr machen. Ja, wenn man dass nur lange genug macht (>30 Jahre), erreicht man damit einfach die durchschnittliche Marktrendite ohne ein großes Risiko einzugehen. Thats It!


    Leider habe ich das nicht schon vor 10 oder 15 Jahren erkannt und damit angefangen, sondern erst mit Ende 40 . Da blieben mir gerade noch 18 Jahre bis zur gesetzl. Rente.

    Ich kann also nicht mehr nur Zeit für mich arbeiten lassen. Sprich, ich habe meine Ersparnisse genommen und diese per großen Sparraten in meine ETF gepumpt. Dazu versuche ich meine Sparrate möglichst hoch zu halten, ohne auf die Freunden des Lebens zu verzichten. Hey, mein Endgegner ist nicht die Rentenlücke, oder ein Megacrash, sondern das vorzeitige Ableben/schwere Krankheit! ;)

    Was nutzt mir ein volles ETF-Depot, wenn ich bzw. wir das Ersparte im Alter nicht mehr genießen können!? Für wen macht man das Ganze denn? Doch für sich und seinen Partner. Die Kinder haben noch Ihr Ganzes Leben Zeit, sich Ihr eigenen 'Ruhegeld' zu erarbeiten und hier sorgen schon viele Eltern vor (Kinderdepot) um Ihnen einen goldenen Start in die Eigenständigkeit zu ermöglichen. Dann muss ich den Kindern nicht noch ein fettes Erbe hinterlassen.;)


    Ja, ich muss etwas Zocken. Zocken in der Hinsicht, dass ich hoffen muss, dass ich in meinen max. 18 Jahren als ETF-Ansparer die Marktrendite schaffe! Wenn es gut läuft kann ich sogar schon etwas früher in Rente gehen und den Ruhestand länger genießen.

    Wenn nicht, und ich gerade einen schlechten Zeitraum an der Börse erwischt habe, muss ich halt bis 67 durchziehen! Immer unter der Voraussetzung, dass es uns erfolgreich gelingt dem Endgegner aus dem Weg zu gehen. :D

    Aber ich sehe das nicht als Zocken an, sondern als Chance! Die Chance einige Jahre früher gemeinsam mit meinem Partner die verbleibenden Jahre gemeinsam genießen zu können!

    Das schlimmste was mir passieren kann, ist das ich Geld verliere. Aber das Risiko sehe ich letztlich als extrem gering an. Wenn Alles 'normal' läuft werde ich am Ende meiner Ansparzeit rund 150T€ in mein Depot investiert haben. Das Alles verlieren werde ich wohl kaum, oder!? Selbst wenn ich am Ende meiner max. Ansparzeit ohne jede Rendite bleiben sollte, wäre es fast das Gleiche als wenn ich die 150T€ einfach über all die Jahre auf dem Tagesgeld geparkt hätte!

    Totalverlust!? Wenn es soweit kommt, haben wir hier ganz andere Probleme.


    Fazit:

    Das Leben an sich ist schon ein Risiko. Ich bin begeisterter Motorradfahrer (Teuer+Risiko), fahre in der Großstadt fast jeden Tag mit dem Rad zu Arbeit (Risiko). Dann kann ich doch wohl auch das Risiko Börse aushalten. Es ist schließlich 'nur' Geld. Noch dazu Geld, dass ich ja jetzt gar nicht vermisse! ;)