GRV ungleich Investment

  • Gott sei dank, das wäre bitter, die ganze Schlepperei mit den (sauberen) Bargeldkoffern und dann erst die Goldbarren... und dann schon wieder umziehen :/

    Man könnte fast glauben: Wer es ein bißchen zu was gebracht hat, scheint gerade hierzulande in manchen Kreisen schnell in den Dunstkreis von Illegalität und Kriminalität zu kommen. Man kann sich meines Wissens (noch jedenfalls) seinen Standort und/oder Wohnort frei wählen. Jedenfalls wenn der gewünschte Zielort mitspielt. Oder ? Vielleicht dient diese Vorstellung (Bargeldkoffer) nur zur Beruhigung und/oder Entschuldigung, weil man Vergleichbares selbst nicht geschafft hat ... Würde übrigens bestens zur deutschen Neidgesellschaft passen. Wer weiß. Und wie auch immer ...


    Gut, daß Du das sauber in Klammern noch hinzugefügt hast. Sonst wäre ich noch versucht gewesen, so eine Aussage mal an einen der Protagonisten weiterzuleiten. Ein meines Wissens absolut korrekter Steuerzahler - der zudem Jurist ist und solche "Andeutungen" oder "Unterstellungen" eher nicht schätzt. Ob er Goldbarren hat, weiß ich nicht - Unternehmensbeteiligungen hat er jedenfalls.

  • Sovereign

    Nun, es liegt in der Natur der Sache, dass es immer wieder Leute sind, die 'es zu etwas gebracht' haben, die bevorzugt durch 'Steuervermeidung' auffallen. ;)

    Mir fallen da Adhoc diverse Namen durchaus prominenter Persönlichkeiten ein, die in der Vergangenheit entsprechend aufgefallen sind.

    Und ohne Jemandem etwas unterstellen zu wollen, scheinen ganz offenbar die Möglichkeiten für Menschen 'die es zu etwas gebracht' haben, das 'erbrachte' auch an den deutschen Finanzbehörden vorbei zu schleusen, doch anders zu sein als für Lohnsklaven.

    Oder hast Du schon mal von einem angestellten Facharbeiter gehört, der z.B. in Cum-Ex-Geschäfte gemacht hat?:/

  • Nun, es liegt in der Natur der Sache, dass es immer wieder Leute sind, die 'es zu etwas gebracht' haben, die bevorzugt durch 'Steuervermeidung' auffallen.

    Es liegt aber auch in der "Natur der Sache", daß denknotwendig nur der Steuervermeidung betreiben kann, der überhaupt Steuern (in relevantem Umfang) zahlt. Habe irgendwo mal eine Zahl gelesen, nach der in Deutschland nur noch um die 16 oder 17% der Menschen überhaupt "Nettosteuerzahler" sind, also - salopp gesagt - dem Staat mehr einbringen, als sie dem Staat Kosten verursachen - wenn man Zuwendungen/Zahlungen des Staates an die Menschen gegenrechnet.

    Und ohne Jemandem etwas unterstellen zu wollen, scheinen ganz offenbar die Möglichkeiten für Menschen 'die es zu etwas gebracht' haben, das 'erbrachte' auch an den deutschen Finanzbehörden vorbei zu schleusen, doch anders zu sein als für Lohnsklaven.

    Das wäre auch zu ändern, wenn man die Steuersätze deutlich runterschraubt, dafür aber alle unzähligen Ausnahmen, Umgehungsmöglichkeiten, Gestaltungsmöglichkeiten usw. komplett oder zumindest weitestgehend abschafft. Umso komplizierter ein Steuerecht ist (das deutsche gehört zu den komplexesten - ein Großteil der weltweiten Steuerliteratur bezieht sich auf das deutsche Steuerrecht), desto eher profitiert derjenige, der kompetente professionelle Hilfe und Beratung in Anspruch nehmen kann. Wenn nicht mal ein Professor seine Ekst-Erklärung alleine erstellen kann, ist an dem System einiges um nicht zu sagen Wesentliches aus dem Ruder gelaufen..

    Oder hast Du schon mal von einem angestellten Facharbeiter gehört, der z.B. in Cum-Ex-Geschäfte gemacht hat?

    Eher nein. Kenne aber hier vor Ort Dutzende Fälle von Klein- und Kleinstanlegern, denen eine ganz große Sparkasse (auch vor Ort) damals Lehmann-Zertifikate angedreht hat ... Das wäre aber wieder eine andere Baustelle.

  • Mein Motto hat sich inzwischen dahingehend konkretisiert, daß ich nicht mehr frage, wie kann man den Euro noch retten, sondern eher frage, wie kann ich mich vor dem Euro (und den Auswirkungen seiner Dauerrettung) weiterhin bestmöglich schützen. Das ist anspruchsvoll genug. Der Konstruktion dieser Einheitswährung samt den Konstruktionsfehlern auf den Grund zu gehen, kann aber dabei helfen Entwicklungen zu antizipieren und bessere Finanz-Entscheidungen zu treffen. Das ist jedenfalls meine Erfahrung und auch immer noch meine Sichtweise.

    Die Aussage mag ich gerne unterstreichen!

  • Beiträge erstatten lassen (Voraussetzungen beachten)

    Ich dachte, das hätte es nur früher gegeben (vielfach die Frauen nach der Heirat und davon denn die Schrankwand gekauft). Ist das eine Möglichkeit für Beamte, die davor schon angestellt waren und in die DRV eingezahlt haben? Die Rente würde sonst wohl auf die Pension angerechnet werden und damit verpuffen.

  • Nun, es liegt in der Natur der Sache, dass es immer wieder Leute sind, die 'es zu etwas gebracht' haben, die bevorzugt durch 'Steuervermeidung' auffallen.

    Also bitte... Steuervermeidung und Steuerbetrug/-hinterziehung sind zwei Paar Schuhe, und zwar ganz verschiedene.

    Wenn ein Vermögender mehr Steuern zahlt, als unbeding notwendig, ist er so blöd wie drei Meter Feldweg. Denke zum Beispiel mal einfach ein eine 'Sparschwein-GmbH' und sage mir, wie der Gesellschafter/Geschäftsführer jener Kapitalgesellschaft steuerfrei an die Asche kommen soll, die ihm diese Gesellschaft in seinem Pensionsalter auszahlt! Auch hierbei kommt u.a. eine verschobene Versteuerung zum Tragen.

  • Ich dachte, das hätte es nur früher gegeben (vielfach die Frauen nach der Heirat und davon denn die Schrankwand gekauft). Ist das eine Möglichkeit für Beamte, die davor schon angestellt waren und in die DRV eingezahlt haben? Die Rente würde sonst wohl auf die Pension angerechnet werden und damit verpuffen.

    Nee, gibt es auch aktuell. Funktioniert aber auch nur sehr eingeschränkt.


    https://dejure.org/gesetze/SGB_VI/210.html


    Beamte sollten immer genau schauen, was die Beitragserstattung auslöst. (Kann sich negativ auf die Beamtenversorgung auswirken.)

    Ob überhaupt und wieviel gegengerechnet wird müsste man sich auch vorher ansehen.

    Ein No-Brainer ist das nicht.

  • Das habe ich zum Anlass einer kurzen Recherche genommen und bin auf den Beitrag vom Rentenfuchs gestoßen: https://www.rentenfuchs.info/b…ttung-rentenversicherung/


    Im Abschnitt "Bei Beamten kann eine Beitragserstattung Sinn ergeben" wird es denn für meine Bekannte spannend. Aber wir erfahren auch schnell, warum es für sie doch keinen Sinn macht.


    Die GRV-Rente wird nämlich nur auf die Pension angerechnet, wenn die Pension nach 40 Jahren Verbeamtung ihre Maximalhöhe von 71,75 % der letzten Besoldung erreicht hat. Die wird bei der spätberufenen Lehrerin aber bei weitem nicht erreicht. Sie wird die kleine zusätzlich gezahlte gesetzliche Rente also voll behalten dürfen. Diesen Weg sollte sie auch gehen, denn die Konditionen der Erstattung sind nicht sonderlich attraktiv (Auszahlung nur des Arbeitnehmeranteils, auch nach Jahrzehnten unverzinst).

  • Das habe ich zum Anlass einer kurzen Recherche genommen und bin auf den Beitrag vom Rentenfuchs gestoßen: https://www.rentenfuchs.info/b…ttung-rentenversicherung/


    Im Abschnitt "Bei Beamten kann eine Beitragserstattung Sinn ergeben" wird es denn für meine Bekannte spannend. Aber wir erfahren auch schnell, warum es für sie doch keinen Sinn macht.


    Die GRV-Rente wird nämlich nur auf die Pension angerechnet, wenn die Pension nach 40 Jahren Verbeamtung ihre Maximalhöhe von 71,75 % der letzten Besoldung erreicht hat. Die wird bei der spätberufenen Lehrerin aber bei weitem nicht erreicht. Sie wird die kleine zusätzlich gezahlte gesetzliche Rente also voll behalten dürfen. Diesen Weg sollte sie auch gehen, denn die Konditionen der Erstattung sind nicht sonderlich attraktiv (Auszahlung nur des Arbeitnehmeranteils, auch nach Jahrzehnten unverzinst).

    Und selbst wenn es zu einer Anrechnung kommt, muss die Erstattung noch immer nicht zwingend sinnvoll sein. Da muss man schon konkret rechnen. Idealerweise rechnet man, sobald sich die Möglichkeit der Beitragserstattung ergibt. Allerdings müsste man dann antizipieren, wie das Versorgungsrecht in der fernen Zukunft ausschaut.

  • "Weiter sagte Schlegel: "Das neue Sicherungsziel der GRV sollte für die Zukunft so definiert werden, dass jeder Erwerbstätige nach einem erfüllten Berufsleben - realistisch sind maximal 40 Arbeitsjahre - von seiner Altersrente gut leben kann." Realistisch und trotzdem ambitioniert sei ein Sicherungsziel von 10 bis 20 Prozent über Sozialhilfeniveau."


    Das klingt aber nach einer Grundrente/Einheitsrente, d.h. für Normal- und Besserverdienende vergrößert sich die Rentenlücke weiter.

  • Nunja, ob alle einzahlen oder nur eine Teilmenge ist letztendlich recht irrelevant solange Auszahlung und Einzahlung vom Einkommen abhängen. Die Finanzen der GRV kann man nicht sanieren indem man Beamte und Selbstständige aufnimmt, nur indem man entweder die Abgaben erhöht (evtl indirekt durch längere Arbeitszeit) oder die Auszahlungen reduziert

  • Nunja, ob alle einzahlen oder nur eine Teilmenge ist letztendlich recht irrelevant solange Auszahlung und Einzahlung vom Einkommen abhängen.

    Sehe ich ähnlich.


    Zumal in Deutschland der Weg versperrt ist, sich ganz vom sog. "Äquivalenzprinz" zu trennen oder sich zu weit davon zu entfernen. Das wäre nämlich dann der Fall, wenn man die Beitragsbemessungsgrenze immer weiter erhöht oder sogar ganz aufhebt, aber gleichzeitig die Renten deckelt (Höchstrente). Das BVerfG hatte z. B. in einem Urteil 2006 ausgeführt, daß " die GRV in besonderem Maße vom sog. Äquivalenzprinzip geprägt ist" und dabei auf den § 63 Abs. 1 SGB (glaube 6. Buch) verwiesen, "wonach sich die Rente vor allem nach der Höhe des während des Versicherungslebens durch Beiträge erreichten Arbeitsentgelte und Arbeitseinkommen richtet"

    Die Finanzen der GRV kann man nicht sanieren indem man Beamte und Selbstständige aufnimmt,

    Sehe ich ebenfalls identisch. Da diese eventuell zwar kurzfristig das System stabilisieren könnten (Umlageverfahren, sprich "von der Hand in den Mund") aber langfristig durch höhere Einzahlungen (da höhere Einkommen) auch höhere Auszahlungen (Renten) generieren würde (s. o. Äquivalenzprinzip). Dazu käme - aus Sicht der GRV - "erschwerend" die vermutlich längere Rentenbezugsdauer gerade dieser Gruppe (Beamte, Selbständige), die regelmäßig wohl eine etwas überdurchschnittliche Lebenserwartung aufweisen.

    nur indem man entweder die Abgaben erhöht (evtl indirekt durch längere Arbeitszeit) oder die Auszahlungen reduziert

    Das klingt schlüssig und dürfte (leider) unvermeidlich sein.


    Die Weichen - vor dem Hintergrund einer sich schon sehr lange abzeichnenden strukturellen demographischen Veränderung (Alterspyramide, schrumpfendes Verhältnis "Beitragszahler zu Rentnern") - hätte man nach meinem Dafürhalten schon vor geraumer Zeit anders stellen müssen. Deutlich verbesserte steuerliche Anreize und Förderung der privaten Altersvorsorge und auch zur Vermögensbildung generell, Aufbau eines (vor anderen Zwecken verbindlich geschützten) Staatsfonds als kapitalgedecktes Element der Alterssicherung, insgesamt eine breitere Aufstellung (Diversifikation) der Alterssicherung für alle Bevölkerungskreise (Beispiel: Thema Wohneigentum, da ist Deutschland beim Thema Wohneigentum regelmäßig Schlusslicht in der Eurozone ) - um nur einige Stichworte zu nennen.

  • Die Finanzen der GRV kann man nicht sanieren indem man Beamte und Selbstständige aufnimmt

    Mag sein aber auch hier gilt wie immer teile und herrsche. Wenn alle mit dabei wären und sich gemeinsam für ein gutes System einsetzen würden, würde man auch zu einer guten Lösung kommen. Aber da haben Beamte und Selbständige leider kein Interesse dran. Immer schön auf den eigenen Vorteil bedacht. Schade ! Gerade diese einflussreiche Gruppe könnte durchaus Verbesserungen durchsetzen.

  • In einer parlamentarischen Demokratie (per definitionem immer eine repräsentative), als die sich unser System bezeichnet, ist - präziser wäre - es die originäre und prioritäre Aufgabe von Politikern (!) bzw. der Politik (!) für ein "gutes System" (Zitat Pablo) der Alterssicherung zu sorgen. Für meinen Teil würde ich lieber die Formulierung "faires, solides, wetterfestes und damit nachhaltiges System der Alterssicherung für Jedermann" bevorzugen. Wie auch immer ...


    Die Aufgabe von noch dazu kleineren (in Relation zur Gesamtbevölkerung jedenfalls) gesellschaftlichen Gruppen (wie Beamten oder Selbständigen) kann dies jedenfalls unmöglich sein.


    Apropos "einflussreich" (Zitat Pablo): Wie wenig einflussreich in Sachen Politik ausgerechnet Selbständige, Kleinunternehmer, kleine Mittelständler usw. sind, habe ich in den letzten Jahrzehnten immer und immer wieder in meinem näheren Umfeld live erleben dürfen. Das aber nur am Rande zum unterstellten Einflussreichtum dieser Gruppe.


    Der Wille der Politik bzw. der Politiker an dem fragmentierten System der Alterssicherung in Deutschland (GRV, Beamte/Pensionen, Öffentlicher Dienst/Zusatzversorgungskasse, verkammerte Berufe/Berufsständige Versorgungswerke) etwas signifikant zu verändern, scheint mir schwach ausgeprägt - eine Formulierung von britischem Understatement.


    Oder wie ich es in Brüssel rund um Kommission und Parlament auch erleben durfte: Altersversorgung und Alterssicherung sind da ein ganz wichtiges Thema - jedenfalls, wenn es um die eigene Altersversorgung und Alterssicherung dieser politischen Protagonisten geht ...


    Womit zum Thema praktisch schon fast alles gesagt wäre.

  • Nunja, ob alle einzahlen oder nur eine Teilmenge ist letztendlich recht irrelevant solange Auszahlung und Einzahlung vom Einkommen abhängen. Die Finanzen der GRV kann man nicht sanieren indem man Beamte und Selbstständige aufnimmt, nur indem man entweder die Abgaben erhöht (evtl indirekt durch längere Arbeitszeit) oder die Auszahlungen reduziert

    Naja, nicht ganz.

    In der Regel zahlt man ja ein paar Jahrzehnte ein, bevor man Auszahlungen beansprucht. Daher hilft es schon, das Versicherungskollektiv zu vergrößern, zumindest vorerst. ;)