Continentale - Fondgebundene Rentenversicherung

  • Hallo Finanztip-Team,

    vorab erstmal euch ein frohes neues und vorallem gesundes Jahr 2021.

    Ich verfolge euch schon eine Ewigkeit auf Youtube, belese mich auf eurer Seite. Dank euch und vorallem Saidi bin ich überhaupt auf ETF's gekommen bzw. habe den Schritt gewagt anzufangen. Auch habt ihr mich dazu gebracht überhaupt in meine Unterlagen zu schauen! Beim Durchblättern ist folgende Frage aufgetaucht. Ich investiere seit Anfang letzten Jahres in den MSCI World monatl. 100€. In meinen Unterlagen habe ich zwei Vertrage der Continentale (Fondgebundene Retenversicherung) gefunden, den ich monatlich wie folgt bespare:


    1. Vertrag (Vertragsbeginn: MÄRZ/2014, Laufzeit bis 2054) Ehemann: monatl. 86,95€ mit einer jährlichen dynamik von 5%. Investiert wird in folgende Fonds(?): LU0218910536 & LU0203975437. Zur Zeit ist eine Summe von 4788,20€ im Portfolio.


    2. Vertrag (Vertragsbeginn: MAI/2019, Laufzeit bis 2078) Ehefrau: monatl. 52,50€ mit einer jährlichen dynamik von 5%. Auch hier wird der Beitrag zu jeweils 50% in die o.g. Fonds investiert.


    Grundgedanke war früher, dass keine Rente in Anspruch genommen werden soll, sondern das "angereicherte" Kapital. Nun stell ich mir die Frage ob es überhaupt noch Sinn macht oder ich die Verträge beitragsfrei stellen sollte und lieber mehr in den MSCI World stecken sollte :-) Ich hoffe ihr könnt mir bei meiner Entscheidung weiterhelfen.


    Ich wünsche euch ein angenehmes Wochenende!

    Liee Grüße aus dem Norden (S.H.)

    Ahmet

  • Hallo Ahmet,

    damit du weißt, was du da besparst, gehe zum Einstieg auf z.B. http://www.finanzen.net und gibst dort in die Suchmaske die LUxxxxxx ein (LU0218910536 und den zweiten). Dann siehst die Entwicklung in den Charts und auch die Kosten. Und dann vergleichst du die beiden inklusive der sonstigen Kosten mit einem von Saidi empfohlenen ETF z.B. eurem MSCI World. Ich habe da so eine Ahnung, was dabei herauskommt, will aber nicht spoilern ;)

    Ich habe das vorletztes Jahr mit einer Fondgebundenen Lebensversicherung eines anderen Anbieters gemacht und diese dann aufgelöst.

    Viel Erfolg!

  • „Fondgebunden“ bedeutet in der Regel immer, dass du a) deutlich höhere Verwaltungsgebühren hast und meistens b) zusätzlich noch Abschlussprovision bezahlst.

    Carpenterzz hat dir prima aufgezeigt, wie du vorgehen kannst, um den MSCI World mit deinen Fonds zu vergleichen.

    Zu den beiden Continentale-Verträgen müsste die Versicherung dir jeweils eine Aufstellung der anfallenden Kosten vorgelegt haben (müsste in deinen Vertragsunterlagen zu finden sein).

  • Carpenterzz & GoldGaleone: Vielen lieben Dank für die Infos! :-)

    Ich habe eben im Vertrag nachgesehen und siehe da, ich habe eine Abschlussgebühr von 1.467€ von 2013 - 2019 gezahlt (monatl. 24,45€). Bei meiner Frau sind das nur noch 10,46€ monatlich und laufen noch bis JAN/2024 (insgesamt dann 627,50€). Hinzu kommt noch die TER von 1,99% und 1,46% im vergleich zu 0,20%. Was hat die Ausgabeaufschlaggebühr von 5% zu bedeuten?

    Habe da noch so schöne Sachen im Vertrag gefunden wie "Für die Kapitalauszahlung nach Rentenbeginn erheben wir einen Abzug in Höhe von 3,50 Euro je 100 Euro des entnommenen Kapitals." und "Für den Abruf und Teilabruf vor Vollendung des 60. Lebensjahres der versicherten Person erheben wir jeweils einen Abzug in Höhe von 60,00 Euro." Da dreht sich mir der Magen um :thumbsup:

    Muss ich denn bei der Auflösung etwas beachten? Oder ist es doch eher Ratsam die Verträge beitragsfrei laufen zu lassen?

  • Der Vollständigkeit halber muss man aber auch erwähnen, dass bei einer Vertragslaufzeit von 12 Jahren und Endalter 62 Jahre nur die Hälfte der Erträge zu versteuern sind. Zudem muss während der Laufzeit kein FSA gestellt werden.


    Und: am Ende kann auch hier das Langlebigkeitsrisiko abgesichert werden.


    Soll keine Pro Argumentation für fondsgebundene Rentenversicherung sein, gehört aber trotzdem auch mit in die Betrachtung..

  • knoeli alias Ahmet,


    3,50 Euro je 100 Euro des entnommenen Kapitals ist echt ein Hammer! Sprich: Willst du 1.000 Euro aus dem Vertrag haben, bist du 35 Euro los; willst du 10.000 Euro haben, sind es schon 350 Euro und so weiter - da dreht sich mir auch der Magen rum.

    Die 5% Ausgabeaufschlaggebühr bezieht sich auf die Fonds und die bezahlst natürlich du durch deine Beiträge ... ich will dir den heutigen Sonntag nicht verderben, aber du hast - wenn ich mich nicht irre - wirklich eine klassische, richtig teure fondsgebundene Rentenversicherung erwischt.


    Bevor du jetzt überstürzt kündigst (und damit eventuell noch mehr Geld verlierst), lass deine Versicherungen prüfen.

    Das kann z. B. kostenlos erfolgen über diese Website: https://www.versicherungenmitkopf.de/

    Der Typ hat auch bei YouTube jede Menge Clips zum Thema Versicherungen hochgeladen.


    Evtl. „lohnt“ es sich, den 2. Vertrag zu kündigen, weil da noch nicht viel Geld eingezahlt ist und somit der Verlust noch halbwegs überschaubar ist.


    Auch finanzfluss.de hat zum Thema fondsgebundene Versicherungen mindestens einen Clip bei YouTube hochgeladen, der sehr aufschlussreich ist.


    Ich drücke die Daumen, dass du die richtigen Entscheidungen triffst. Aber bevor du was entscheidest: Erst prüfen lassen 👍

  • Hallo zusammen,


    ich hatte selbst bis vor kurzem eine teure fondsgebundene Rentenversicherung von 2004. Diese konnte ich aufgrund verschiedener Vertragsfehler zum Glück jedoch widerrufen bzw. rückabwickeln.


    Als Anmerkung: Ausgabeaufschläge müssen meines Wissens nach in einem Versicherungsrahmen nicht gezahlt werden. Trotzdem bleibt die Versicherung natürlich teuer.


    Zu Versicherungen mit Kopf:

    Hier muss man auf jeden Fall beachten, dass da ein VersicherungsMAKLER hintersteckt, der kostenlos (!) Verträge prüft. Ich habe mit diesem Makler bisher zwar keine Erfahrung gemacht, aber eine kostenlose (!) Vertragsprüfung macht niemand ohne einen eigenen Nutzen daraus ziehen zu wollen. Wer unabhängig seine Verträge prüfen lassen möchte, muss einen unabhängigen VersicherungsBERATER beauftragen und diesen auch selbst bezahlen. So habe ich es auch mit meinem alten Vetrag gemacht und da hat sich jeder Euro gelohnt.


    Beste Grüße

    Tan

  • Tan keine Ahnung, ob der Typ von „VersicherungenmitKopf“ ein Makler, Berater oder sonstwas ist ... ich habe ein paar seiner Videos angeschaut, auch sein Gespräch mit Thomas von Finanzfluss (der ja sehr stark auf ETFs schwört, ähnlich wie Saidi), und dabei machte der Mensch jedesmal einen sehr seriösen Eindruck und ich habe auch noch keine Stimme vernommen, die ihm unlauteres Arbeiten vorwirft.


    Ansonsten sind die Verbraucherzentralen in Deutschland auch eine gute Adresse, um Versicherungen prüfen zu lassen.

  • Ich habe bei versicherungenmitkopf.de einen Altersvorsorge-Vertrag prüfen lassen und war von der Leistung angetan. Alles lief digital, schnell, unkompliziert und ohne Verkaufsdruck ab ab. Der Mitarbeiter war kompetent, und bei den Dingen, bei denen er zunächst nicht weiter wusste, hat er das offen kommuniziert und dann beim zweiten Gespräch die eingeholten Infos geteilt - alles top.


    Die arbeiten zwar ausschließlich als Makler (sprich Honor-Tarife bieten sie leider anders als fiseba.de nicht an), aber ich war sehr zufrieden. Die Empfehlung bei mir war übrigens, den Vertrag nicht zu ändern, insofern kann ich zumindest mit einem Fall bezeugen, dass man dort nicht automatisch zu Neuverträgen gedrängt wird.