Berechnung Thesaurierend vs. Ausschütter

  • Hallo Zusammen,


    ich quäle mich momentan mit der Frage ob Ausschütter oder Thesaurierend.


    Folgende Situation:


    Starkapitel 5000€

    200€/Monatlich per Sparplan (Kann über die Jahre natürlich variieren)

    Anlagedauer 23+ Jahre


    Entschieden habe ich mich bereits für den Vanguard FTSE All World (A1JX52 oder A2PKXG).


    Mein erstes Bauchgefühl war der Thesaurierende (ohne mich über die Steuer informiert zu haben),

    nach ersten Recherchen hatte ich mich dann eigentlich für den Ausschütter entschieden da ich noch meine 801€ Freibetrag komplett frei habe. Der Plan war einmal Jährlich die Ausschüttungen wieder anzulegen.


    Nach dem Finanztip Video mit dem Steuerbattle Thesaurierend vs. Ausschütter hat das meine Entscheidung aber noch mal auf den Kopf gestellt.

    Ich habe eine Excel Tabelle gefunden und hier einfach mal meine Werte eingetragen. Ich habe nicht so super viel Ahnung von Excel ob das alles stimmt. Evtl. hat ja jemand Lust da mal drüber zu schauen ?


    Das Ergebnis in meinem Fall sind 1800€ zugunsten des Ausschütters. Klar 1800€ sind viel Geld aber wenn das bedeutet das ich 23+ Jahre lang immer an das Reinvestieren der Ausschüttungen denken muss, weiß ich nicht ob mir das die Arbeit Wert ist. Zumal auch noch dazu kommt das die Ausschüttungen ja auch noch immer eine ganze Weile auf meinem Unverzinsten Konto rumliegen bis ich sie wieder Investiere.


    Ich würde mich freuen und wäre euch sehr dankbar wenn ihr mir sagen könntet ob meine Rechnung richtig ist und bin auch sehr an eurer Meinung zu dem Thema interessiert.


    Gruß

    Temlan

  • Leider kann ich die Excel nicht ganz nachvollziehen.


    Grundsätzliche Anmerkung: Da die VAP inzwischen auf 0 ist, ist die Nutzung des Pauschbetrags beim Thesaurierer schlechter als bei Dir angenommen.


    Ich bin ja mehr ein Freund von grundsätzlichen Betrachtungen:

    Wenn Du in Deiner Excel im Blatt Ausschüttungen bis in die Zeile gehst, in der die erste Steuer auftaucht (Jahr 14), hast Du die aggregierten Ausschüttungen, die steuerfrei sind, rund 8.300 €. Deine Steuerersparnis gegenüber Thesaurierer mit VAP=0% sind dann die 8,300 * 0,7 * 0,26375 = 1.532 €. In den Folgejahren sind 15-23 sind es jeweils die 801*0,26375, in Summe 1.690 €, Gesamtsumme 3.222 €. Bei Deiner Tabelle kommt mit VAP=0% 3.270 € raus, das passt.


    Ich würde auf 3222 / 23 = 140 € p.a. nicht verzichten wollen. Verschiedentlich hatten wir hier schon darauf hingewiesen, dass man die Ausschüttung über Erhöhung des Sparplans erledigen kann, entweder einmalig temporär nach jeder Auszahlung oder pauschal im Rahmen der jährlichen Steigerung der Sparrate entsprechend der Gehaltserhöhungen etc. Dann bräuchte man nur einmal im Jahr dran denken ...


    Wie an anderer Stelle schon mal beschrieben kann man das auf rund 4.546 € steigern, in dem man in Thesaurierer investiert und dann gegen Ende des Jahres so viele Anteile verkauft und wieder kauft, dass der Pauschbetrag ausgeschöpft ist. Bedingt allerdings eine genaue Nebenbuchhaltung, welche Anteile nach FIFO als nächste an der Reihe sind, um die optimale Anzahl an Anteilen zu treffen. Auch hier muss man im Grunde nur einmal im Jahr etwas machen-

  • Hallo Kater.Ka

    erstmal vielen Dank für deinen Beitrag.


    Wie siehst du das denn wenn man beim Ausschütter nur 1x Jährlich seine Ausschüttungen wieder reinvestiert? Verliert man da viel?


    In meinem Fall Schüttet der Vanguard ja 4x Jährlich aus.

    Ich persönlich würde dann die Ausschüttung im März abwarten und alle gesammelten Ausschüttungen reinvestieren. Das bedeutet aber das die nächste Ausschüttungen dann 9/6/3 Monate lang liegen lassen würde.

  • Wie siehst du das denn wenn man beim Ausschütter nur 1x Jährlich seine Ausschüttungen wieder reinvestiert? Verliert man da viel?

    Rechnerisch fehlt im Durchschnitt ein halbes Jahr Rendite für die Ausschüttung. Über den Daumen fehlen dann 2%*6% = 0,12% Rendite p.a. bei angenommener 2% Ausschüttung und 6% Rendite.


    Das ist alles Mathematik. Wichtiger ist, dass Du Dich damit wohlfühlst. Insofern ist Dein Ansatz OK. Ich persönlich finde den Ansatz mit der jährlich leicht steigenden Sparplanrrate schick, da der Sparplan wahrscheinlich billiger ist als die Einmalanlage der Ausschüttung, die nicht angelegte Zeit ist kürzer und man legt ein wenig mehr an, sofern man nach oben rundet. Das ist aber auch nur mein persönliches Gefühl dabei.

  • Ich nutze mal mein altes Thema für eine Zwischenfrage,


    Wie wird die TER abgezogen? Gehe ich richtig davon aus das zum Jahrsende einfach automatisch Anteile in höhe der TER verkauft werden?



    Zum Thema:

    Ich habe mich für den Thesaurierer entschieden, dazu ein kleines Google Sheet gebastelt was mir genau anzeigt wie viel Gewinn ich auf meine Sparplanausführung habe.

    Bei 12 Sparplanausführungen im Jahr dürften das 5 Minuten Arbeit sein und ich sehe sofort unter Berücksichtigung des FiFo Prinzip wie viele Anteile ich verkaufen muss um meinen Freistellungsauftrag zu treffen.

  • Ich helfe mal mit einem Beispiel: Ein ETF habe nur eine Aktie zu 10.000 € , die TER sei 0,25%. Damit ergeben sich Kosten auf Fondsebene von 25€ p.a.. Bei 250 Börsentagen im Jahr betragen diese Kosten 10 Cent pro Börsentag. Sofern die enthaltene Aktie nichts macht wird der ETF damit jeden Tag 10 Cent weniger Wert.