Trick mit der Mehrwertsteuer zum Jahreswechsel 20/21

  • Wem ist es ähnlich ergangen und wie habt ihr reagiert. 1

    1. Preise nicht verglichen. (0) 0%
    2. Keine Preiserhöhung. (0) 0%
    3. Preiserhöhung erhalten. (1) 100%
    4. Vertrag aufgelöst. (0) 0%
    5. Vertrag läuft weiter. (0) 0%
    6. Schlichtung oder Klage beantragt. (1) 100%

    Ich habe zum 01.01.2021 meinen Strom- und Gasanbieter gewechselt. Die Auftragbestätigung des Gasanbieters (Maingau Energie) enthielt andere Preise als im Angebot genannt. Ich reklamierte die Preise. Rechtfertigungsgrund: Mehrwertsteuererhöhung ab 01.01.2021. Beim Stomanbieter (eprimo) bekam ich die Angebotspreise ab 01.01.2021 auch bestätigt. Nur im Kundenportal waren die Preise später erhöht. Rechtfertigungsgrund: Mehrwertsteuererhöhung. Aus meiner Sicht wären die Anbieter verpflichtet gewesen, bei Vertragsbeginn ab 01.01.2021 oder später, von Anfang an die Preise mit 19% Mehrwertsteuer auszuweisen. Ich halte dies für unlauter wenn nicht gar rechtswidrig. Wem ist es ähnlich ergangen und wie habt ihr reagiert?

  • Manfred H.

    Hat den Titel des Themas von „Der Trick mit der Mehrwertsteuer zum Jahreswechsel 2020/2021“ zu „Trick mit der Mehrwertsteuer zum Jahreswechsel 20/21“ geändert.
  • Hallo Manfred,


    ich kann deinen Unmut nicht ganz nachvollziehen. Es war doch von Anfang an klar, das es sich um eine temporäre Senkung der Mehrwertsteuer gehandelt hat. Unklar war allerdings ob diese zum 01.01.21 wieder auf die ursprünglichen 19% steigt. Es hätte ja auch seitens der Regierung eine Verlängerung geben können. Kein Anbieter kann die Steuerpolitik in der Zukunft erahnen.

    Richtig ist, das der Anbieter gegenüber Endkunden verpflichtet ist, die Preise inkl. der gesetzlich Festgelegten Mehrwertsteuer auszuweisen hat. Das hat er zu jeder Zeit getan.


    Gruß TradeAttack

  • Hallo TradeAttak und Kater.Ka,


    ich wäre vollkommen bei Euch, wenn ich den Vertrag z. B. am 01.12.20 begonnen hätte. Dann wäre auch nach meinem Selbstverständnis alles in Ordnung gewesen. Hier ist nur der kleine aber entscheidende Punkt, dass ich zum 01.01.21 gewechselt habe, und es bekannt war, dass die Mehrwertsteuer ab Vertragsbeginn wieder 19 % beträgt. Mein bisheriger Anbieter hat mir übrigens auch im Rahmen einer Preisanpassung den vollständigen Preis mit 19 % ab 01.01.21 genannt. Aus meiner Sicht wurde ich und vermutlich viele andere Kunden mit künstlich reduizierten Preisen hinters Licht geführt. Nur am Rande, die erhöhte EEG-Umlage ab 01.01.21 war übrigens anders als die richtige Mehrwertsteuer bei eprimo im Preis bereits eingerechnet.

  • Darüber lässt sich vermutlich streiten. Hinters Licht geführt? Ich weiß nicht. Das licht war ja an. Der zugrundeliegende MwSt Satz muss ja dabei stehen. Ich vergleiche eh lieber Nettopreise. Das ist ja auch das einzige was von der Preisgarantie abgedeckt ist.

    Ärgerlich... aber nicht mehr zu ändern. Rechtlich nicht zu beanstanden (persönliche Meinung).

    Sieh es positiv. Wieder was dazu gelernt um beim nächsten Wechsel die nötige Aufmerksamkeit bei der Überprüfung der Angebote walten zu lassen.

  • Hallo Kater.Ka,

    dann war das ja von vornherein klar und das wäre für mich auch ok gewesen. Genau derartige Hinweise waren nicht zu erkennen. Habe meinen Vertrag direkt bei eprimo abgeschlossen.Zwar hatte eprimo pauschal darauf hingewiesen, dass für die Zeit vom 01.07. - 31.12.20 niedrigere Mehrwertsteuersätze gelten. Dieser Hinweis war für mich, da die Belieferung ab 01.01. 21 beginnen sollte, irrelevant. Im gesamten Schriftverkehr war weder ein Prozentsatz noch ein gesondert ausgewiesener Mehrwertsteuerbetrag ersichtlich. Ich hätte sicher noch mal selbst nachgerechnet.

  • Darüber lässt sich vermutlich streiten. Hinters Licht geführt? Ich weiß nicht. Das licht war ja an. Der zugrundeliegende MwSt Satz muss ja dabei stehen. Ich vergleiche eh lieber Nettopreise. Das ist ja auch das einzige was von der Preisgarantie abgedeckt ist.

    Ärgerlich... aber nicht mehr zu ändern. Rechtlich nicht zu beanstanden (persönliche Meinung).

    Sieh es positiv. Wieder was dazu gelernt um beim nächsten Wechsel die nötige Aufmerksamkeit bei der Überprüfung der Angebote walten zu lassen.

    Hallo TradeAttack,

    genau dieses Licht war eben ausgeschaltet, siehe meinen vorherigen Kommentar an Kater.Ka. Ich gehe schon davon aus, dass hier rechtlich etwas zu machen ist. Aus meiner Sicht liegt hier ein eklatanter Verstoß gegen Verbraucherrechte und das Transparenzgebot vor.
    Würde mir wünschen, dass ohne Kenntnis der Details keine voreiligen Schlüsse oder Wertungen getroffen werden. Um zum Ausgangspunkt zurückzukehren: Mir ist es wie beschrieben ergangen. Ich will mit meinem Beitrag auf den "Trick" zum künstlich besseren Preis hinweisen und lediglich erfahren, ob es anderen ähnlich ergangen ist. Es ist ein singuläres Thema, das sich so nur aufgrund der vorübergehenden Mehrwertsteuersenkung spielen lässt. Ich weiss wie ich aus vertragsrechtlichen Gesichtspunkten mit eprimo umgehen kann/muss und habe die notwendigen Schritte bereits unternommen.

  • Zwar hatte eprimo pauschal darauf hingewiesen, dass für die Zeit vom 01.07. - 31.12.20 niedrigere Mehrwertsteuersätze gelten. Dieser Hinweis war für mich, da die Belieferung ab 01.01. 21 beginnen sollte, irrelevant.

    Hallo Manfred,


    offensichtlich war der Hinweis ja doch relevant. Wenn die Senkung am 31.12. endet ist doch klar, das zum Zeitpunkt deiner Belieferung wieder der normale Satz gilt. Ich gebe zu, das man den Preis auch sofort hätte anders anzeigen können, aber auf der anderen Seite hattest du alle Infos um selbst drauf kommen zu können.


    Gruß TradeAttack

  • Hallo zusammen,

    mir ist es auch so wie Euch ergangen. Ich habe in meiner Auftragsbestätigung von Check24 vom Nov. 2020 nochmals nachgeschaut und festgestellt, daß die Bruttopreise sich auf 16% MwSt beziehen. Vielleicht kommt es noch soweit, daß man, wie im Bau- und Handwerksbereichen, zu den mitgeteilten Preisen selbst die MwSt hinzurechnen muß.


    Mal schauen, ob unsere Finanztipredaktion sich etwas einfallen läßt, damit wir künftig für solche Situationen besser vorbereitet sind.