Wohin mit VL vom Arbeitgeber?

  • Hallo Community,


    meine Frau hat die Möglichkeit von Arbeitgeber vermögenswirksame Leistungen zu beziehen. Im Normalfall würden wir die auf ein VL-fähigen ETF besparen. Da wir uns in ca. 3 Jahren aber eine Wohnung kaufen möchten, sind wir uns da nicht mehr so ganz sicher. Wir schwanken zwischen zwei Möglichkeiten.


    1. In einem VL-fähigen ETF besparen und in 15 Jahren einen Teil des Kredites Sondertilgen.

    2. In einen dieser Bausparverträge legen, welche sich vom Bausparvertrag in Immobilienkredit umwandeln lassen. Hier würden wir ein Fonds-gebundenen Bausparvertrag wählen wollen.


    Unser Jahreseinkommen beträgt etwa 74.000 €. Wir sollten also keine weiteren Zuschüsse erhalten können.


    Gibt es weitere Möglichkeiten, die infrage kommen? Welche Möglichkeit ist eurer Meinung nach die beste?


    MfG

    Dumico

  • Nr. 1 ist eine Option.

    Nr. 2 klingt recht kompliziert, wenn man bedenkt, dass es um maximal 40 Euro x 12 Monate x 3 Jahre = 1440 Euro geht.

    Alternativ Nr. 3: Einen simplen verzinsten VL-Sparplan (z.B. der Degussa-Bank). Bringt natürlich so gut wie keine Zinsen, sorgt aber dafür, dass der Betrag in drei Jahren nach Kündigung des Sparplans für Eigenkapital zur Verfügung steht.

  • Bin auch gerade auf der Suche nach einer geeigneten Möglichkeit für meine Frau. Die Degussa Bank wäre gar nicht so schlecht, es stört mich aber irgendwie das Giro Konto dabei!


    ETF Sparpläne kosten meiner Meinung nach zuviel Gebühren die ja auch erstmal wieder reinkommen müssen!


    Das selbe bei Bausparer und deren Abschlußgebühr.


    So ein richtiges gutes Angebot hab ich eigentlich noch nicht gefunden!

  • Auf alles was der Arbeitgeber zusteuert, muss Steuern und Sozialversicherung gezahlt werden. Was dazu führt, das man als Nettolohn sogar weniger raus hat, als wenn man keine VL bekommt. Wenn ansonsten das monatliche Salär (Lohn/Gehalt) nicht so hoch ist, dann ist die Steigerung bei den Steuern auch nicht so „hoch“. Und bei kleinem zu versteuernden Einkommen kann man sogar noch staatliche Förderungen abgreifen.


    Für den Fall, dass der Arbeitgeber 40 Euro/ Monat zahlt, frag ich mich trotzdem, warum man das Ganze schon nach 3 Jahren auflösen sollte. Bei einem Jahreseinkommen von 74000 scheinen 1440 Euro, auf 3 Jahre, nicht unbedingt die Menge zu sein, auf die man dringend angewiesen ist.


    Über einen VL-Fondssparplananlegen, sechs Jahre ansparen plus ein Ruhejahr (in dem man theoretisch auch schon den nächsten VL-Plan beginnen könnte) und somit ggf. auf eine ordentliche Rendite hoffen, scheint hier die bessere Option zu werden. Selbst wenn die „Kurse“ im Keller sind, kann man sich einreden, dass es (wenn man die gezahlten Lohnsteuern und SV-Abgaben ausblendet) „geschenktes“ Geld ist und/oder auf bessere Kurszeiten warten. Besonders wenn man davon ausgeht, das die Immobilienfinanzierung länger laufen wird.

  • @Acxiss2014 , das Konto bei der Degussa kann man ignorieren. Und bei den ETF-Sparplänen verstehe ich das Argument nicht ganz. Bei finvesto und comdirect kosten das Depot 10 bzw 12 Euro im Jahr, und die Käufe 0.2%. Bei 12x40 Euro sind das 96 ct pro Jahr für die Käufe und 10 Euro fürs Depot. Im ersten Jahr also knapp 2% Kosten, im nächsten knapp 1%, und ab dem dritten deutlich weniger als 1% der angesparten Summe. Das ist deutlich weniger als die zu erwartende Aktien-ETF-Rendite. Und wenn man daran nicht glaubt, dann muss man eben einen Banksparplan ohne Kosten (und ohne Rendite) nehmen. Einen Tod muss man sterben...

  • Ich lasse meine VL in das VL-Sparkonto bei der ING laufen.

    Da gibt es jetzt zwar nur noch 0,1 Zinsen (ich habe noch mit 1 % Abgeschlossen), aber dafür kostet es nichts und lässt sich jederzeit Kündigen, oder sogar eine Teilauszahlung machen während der Laufzeit. Es muss jedoch immer mindestens 1 € auf dem Konto bleiben und es werden 25 % des Habenzinssatz für die Rest Laufzeit als gebühren abgezogen bei vorzeitiger Kündigung oder Teilauszahlung.

    Man kann es natürlich auch ganz normal 6 Jahre einzahlen und nach dem 7. Jahr (bzw. Anteilig je nach Datum Abschluss) normal auszahlen lassen.


    Mein AG steuert nur sehr wenig bei und ich lege kaum was dazu, aber was solls, ich nehme es mit. Selbst mit 34 % Besteuerung (da Brutto-Förderung) ist es immer noch mehr als wenn ich es nicht mache.


    Da die VL-Leistungen des AG voll sozialversicherungspflichtig sind, steigert man durch den VL-Zuschuss auch sein Gehalt und somit zahlt man mehr in die Gesetzliche Rentenkasse ein bzw. erhält mehr Rentenpunkte.

    Wer z.B. 40 Jahre lang 25,- € Zuschuss vom AG erhalten hat, hat später ca. 0,2-0,25 mehr Rentenpunkte (bei aktuellen Werten)

    Somit würde die Gesetzliche Rente nur dadurch 6-8 € höher Ausfallen (auch bei aktuellen Werten)


    Selbst bei meinen 12,- € sind es ca. 900,- € von denen ich so gut wie nichts selbst gezahlt habe.


    Und nach 7 Jahren gucke was ich damit mache.

  • Bei 480 Euro im Jahr 2021 sind es 40 Cent mehr an Bruttorente.


    Mühsam näh(e)rt sich das Eichhörnchen. ;)

    Kommt ja dann fast hin. Hatte das vor längerer Zeit mal (grob) überschlagen mit 300,- € (12x 25,- AG Zuschuss). Kam da auf Werte zwischen 6-8 €

    Das wären dann Rund 0,25 € mehr Rente, das ganze über 40 Jahre wären dann 10 € mehr.

    Besser als nichts, bzw. das ganze einfach ungenutzt zu lassen ;)

  • Vielen Dank,


    ich werde das Geld dann mal in ETFs anlegen. Woran erkenne ich VL fähige ETFs? Muss ich dazu unbedingt ein Depot bei finvesto eröffnen, oder kein ich mein bestehendes Depot bei Smartbrocker nutzen?


    LG

  • So meine Frau bekommt vom Arbeitgeber 6,65€. Aufzahlen wollen wir nicht. Kann man bei dem ING oder dem Degussa Sparplan nur den Mindestbetrag einzahlen oder muss man aufstocken?


    Grüße

  • Theoretisch gehen 6,65 Euroauch. Zumindest hab ich das mal bei einem Bausparer so gemacht. Nur ist fraglich, wie sinnvoll das ggf. beim Aktiensparplan ist und ob das dann auch geht, weil im Normalfall viele Wertpapiersparpläne erst ab 25 Euro gehen.

  • Kann man bei dem ING oder dem Degussa Sparplan nur den Mindestbetrag einzahlen oder muss man aufstocken?

    Also zumindest bei der ING ging es bisher.

    Gibt es denn kostenfreie ETF-Sparpläne, ohne Depotkosten und ohne Kaufspesen die als VL-Anlage angeboten werden?

    Gibt nur wenige, Ebase und comdirect fallen mir da ein, aber kostenfreien kenne ich keinen.


    Das hat mit einem normalen Brokerdepot auch nichts gemeinsam weshalb sich die Banken entweder davon verabschiedet, so etwas überhaupt nie angeboten oder lassen es sich bezahlen.

  • Hallo,


    nur eine kleine Anmerkung zur Degussa-Bank: Das Angebot war vor ca. zwei Jahren mein Favorit (u.a. weil man die Monatsrate auf 100€ aufstocken konnte), ich hatte extra mit einem Kundenbetreuer telefoniert um ein paar Fragen zu stellen. Abgeschreckt hat mich damals, dass der Großteil der Zinsen erst ganz am Ende als "Bonus" ausgezahlt wird (Steuer fällt auf einmal an statt verteilt) und auch nur, wenn der Arbeitgeber(!) wirklich sechs Jahre lang regelmäßig jeden Monat(!) eingezahlt hat (Eigenüberweisungen sind ausgeschlossen). Geht die Zahlung dreimal nicht pünktlich ein, erlischt der Bonus und man bekommt quasi gar keine Zinsen. Das Risiko, den Bonus zu verlieren (z.B. AG zahlt nicht pünktlich, ich werde mal arbeitslos, ich wechsle den Job zu einem AG der keine VL zahlt etc.), war mir persönlich am Ende zu groß.

    Natürlich können sich die Vertragsbedingungen inzwischen geändert haben. Die genannten "Risiken" sind sicher auch bei jedem AG anders. Ich möchte nur empfehlen, bei Interesse genau hinzuschauen :)


    MfG,

    thw

  • Danke für ihre Meinung.


    ETF Sparplan fällt wegen der geringen Rate eh aus.


    Dann lieber die ING....

  • Ich habe mich für das VL-Fontsparen entschieden.


    Bei Depot schwanke ich zwischen finvesto und comdirect.


    pro comdirect: mein herkömmliches Depot liegt derzeit bei der comdirect.

    contra: 12 € Depotgebühren statt 10 €; ich überlege mittelfristig mein Konto zur DKB zu wechseln und das Depot zu Smartbrocker.


    Wie ist das mit 50 % Discount auf den regulären Kaufaufschlag der Fondsgesellschaft zu verstehen? Bekomme ich die ETFs bei comdirect günstiger als bei finvesto, obwohl beide bei ebase laufen?


    LG