Fondbasierte Rentenversicherung bei Generali (ehem. AM) los werden: Gibt es Chancen auf Widerruf?

  • Hallo zusammen,


    verfolge den Finanztip-Newsletter schon eine Weile. Durch den Podcast bin ich tiefer in die Themen eingestiegen. Ich lese hier im Forum, dass "mein Weg" (auch den ich gleich erläutere) typisch scheint. Eine Frage ist bei mir jedoch gerade offen und durchschaue ich nicht, ich hoffe hier auf Hilfe. :-)


    Vor etwa 5 1/2 Jahren - ja... somit (die meisten) Abschlusskosten abgezahlt :-( - habe ich über einen Mitarbeiter der Deutschen Vermögensberatung eine Rentenversicherung bei der AachenMünchener (jetzt Generali) abgeschlossen. "Vermögensaufbau & Sicherheitsplan" heißt das Produkt - ähnlich wie viele hier schon besprochene Produkte: monatliche Einzahlungen, teure Kosten, "schlechter" Fond. Keine BU oder ähnliches noch mit drin. Bereits beim Abschluss vor 5 1/2 Jahren hatte ich Bauchschmerzen, aber da man ja was für seine Altersvorsorge machen muss, habe ich die Bauchschmerzen bei Unterschrift unterdrückt. Dies scheint ebenso typisch zu sein, lese ich hier im Forum.


    Für mich steht fest, ich will den Vertrag abstoßen. Habe ihn schon für wenige Monate beitragsfrei gestellt, um Überlegungsluft zu bekommen. Jetzt lese ich online, auch bei Finanztip, dass Kündigung von solchen Produkten der letzte Weg sein soll. Manche Verträge haben Aussicht auf erfolgreichen Widerruf und darüber würde man alle Einzahlungen (also mehr als Rückkaufwert) wiederbekommen. Ich durchschaue nicht ganz, ob ich diesen Weg checken lassen sollte. Viele Quellen sagen, das gilt nur für bestimmte Policen (?) und auch bis bis Abschlussjahr 2007 (?) wegen Fehler in der Belehrung. Andere Online-Dienstleister, die so ein Widerrufs-Check anbieten schränken die potenziellen Verträge nicht inhaltlich oder zeitlich ein. Doch bevor ich anderen Beratern in die Hände falle, möchte ich das gern selbst checken.


    Meine Frage: Habe ich Chancen auf Widerruf o.ä. oder bleibt mir nur normal zu kündigen und den niedrigen Rückkaufswert zu bekommen?


    Viele Dank für Denkanstöße.

    Gruß

  • Wie viel Geld hast Du eingezahlt und wie viel ist drin (Rückkaufswert, Stichtag)? Hintergrund der Frage: Widerruf ist häufig möglich, aber deutlich komplizierter als die Kündigung. Die Prüfung lohnt sich nur dann, wenn Du schon fünfstellig eingezahlt hast und am besten der Rückkaufswert noch unter den Einzahlungen liegt. Also wenn Du einen ordentlichen Schäden erlitten hast. Sonst ist die Kündigung der einfachere schnellere und meist auch wirtschaftlichere Weg.

  • Wie viel Geld hast Du eingezahlt und wie viel ist drin (Rückkaufswert, Stichtag)? Hintergrund der Frage: Widerruf ist häufig möglich, aber deutlich komplizierter als die Kündigung. Die Prüfung lohnt sich nur dann, wenn Du schon fünfstellig eingezahlt hast und am besten der Rückkaufswert noch unter den Einzahlungen liegt. Also wenn Du einen ordentlichen Schäden erlitten hast. Sonst ist die Kündigung der einfachere schnellere und meist auch wirtschaftlichere Weg.


    Danke für die Meldung. Einzahlungen sollten bis August 2020 etwa 6.500 Euro gewesen sein, der in der zu dem Stichtag in dem jährlichen Schreiben angegebene Auszahlungsbetrag liegt bei etwa 3.900 Euro.

  • Du musst die Prüfung auf Widerrufsmöglichkeit von Fachleuten machen lassen (mit der Möglichkeit, dass Du einen der Verträge hast, bei denen alles in Ordnung war) und auch auch in der Kommunikation mit dem Versicherer brauchst Du Unterstützung von Menschen mit leicht dreistelligen Stundensätzen. Eventuell musst Du Verfahrenskosten vorstrecken und wenn Du "gewinnst", sprich mehr Geld bekommst als den Rückkaufswert, geht es in aller Regel mit einem Vergleich aus, bei dem jeder seine Kosten selber trägt. Ohne Verfahren zieht es sich Monate hin, mit Verfahren länger. Wenn Du mehr Geld rausbekommst als Du eingezahlt hast, musst Du den Gewinn als Kapitaleinkünfte versteuern, dies auch bei einer steuerfreien Versicherung. Wenn Du eine Rechtsschutzversicherung hast, wäre zu prüfen, ob die das abdeckt (häufig nicht mehr drin), Du zahlst dann pro Versicherung nur den Selbstbehalt, riskierst aber wie bei jedem Fall danach die Kündigung durch den Versicherer.


    Bei Dir könnte sich das rein kommerziell trotzdem lohnen, weil es kein ganz kleiner Vertrag ist und Du einen relativ großen Schaden hast. Dann wäre die Frage, wie Du Deinen eigenen Stundensatz bewertest, ob Du gerne Schriftsätze von Anwälten liest oder andersherum wie viel es Dir Wert ist, die Sache vom Tisch zu bekommen. Die Kündigung ist ein Dreizeiler und das Geld hast Du eine Woche später auf dem Konto.