ETF Ausschütter liegen lassen

  • Hey,


    um den Sparerpauschbetrag vollumfänglich ausnutzen zu können, möchte ich zuerst in den Ausschütter investieren und dann in den Thesaurierer umsteigen. Dabei kämpfe immer mit dem Begriff "Ausschütter liegen lassen". Auch wenn nach der Ausschöpfung vom Sparerpauschbetrag in den Ausschütter kein Geld mehr investiert wird, wachsen die Ausschüttungen wegen der Kursgewinne trotzdem weiter und der Sparerpauschbetrag wird daraufhin überschritten. Außerdem ist dann im Thesaurierer der Zinseszinseffekt um das Geld im Ausschütter geringer.


    Könnt ihr mir erklären, wie genau "liegen lassen" funktioniert und wie ich mit dieser Strategie den Sparerpauschbetrag am besten ausnutze?


    Anm.: Mein Plan ist eine einmalige Investition von 10.000€ und monatliche Sparrate von 300€ bei Trade Republic.


    Danke Euch!

  • Hallo Aslamut , willkommen im Finanztip-Forum.


    Hier mal der Verlauf Deines Sparplans https://www.zinsen-berechnen.d…er.php?paramid=mqa5a9asev


    Wenn man jetzt davon ausgeht, dass 2% des Bestands ausgeschüttet werden und 30% TFS gilt wird der Pauschbetrag ab 801 / 0,7 / 0,02 = 57 T€ überschritten. Das wird bei den Annahmen (7% Rendite) nach 9 Jahren passieren.


    Der ursprüngliche Tipp von Finanztip war, das bis ca. 20.000 € so zu machen. Das wäre bei Dir nach etwa 3 Jahren soweit. Wenn man dann nicht weiter in den Ausschütter einzahlt dauert es noch ungefähr weitere 15 Jahre bis die Grenze erreicht wird 20 T€ * (1+0,07) ^ 15 = 55 T€. Aus heutiger Sicht bist du also rund 3+15=18 Jahre mit dem Ausschütter gut aufgestellt.


    Bedenke, dass Du derzeit bei einem Thesaurierer aufgrund Vorabpauschale = 0 den Pauschbetrag in der Ansparphase komplett verfallen lässt. Die Wiederanlage kannst Du durch Erhöhung des Sparplans kostenlos machen, so dass Dir wenig an Zinseszins entgeht. So bekommst Du wenigstens die Ausschüttungen steuerfrei.


    Optimaler ist die Anlage in einen Thesaurierer und jährlichen Verkauf so vieler Anteile, dass der Pauschbetrag optimal ausgeschöpft wird. Das macht aber Arbeit und kostet 2€ p.a. Ein Praxisbeispiel hier RE: Thesaurierender ETFs und die perfekte Ausnutzung des Steuerfreibetrags Bei Erläuterungsbedarf gerne weiter fragen.

  • Ich würde mich da nicht so verrückt machen. Zum einen ist es keine Schande auf Einkommen für das man nichts tun muss etwas Geld für die Allgemeinheit abzudrücken. Zum anderen trugen meines Wissens beim MSCI World zumindest die letzten 30 Jahre die Kursgewinne mehr zur Rendite bei als Ausschüttung (https://www.finanztip.de/aktien/ , irgendwo in der Mitte). Viele Unternehmen geben inzwischen ihre Gewinne vermehrt über Aktienrückkäufe an die Aktionäre und nicht über klassische Dividende. Schwergewichte wie Amazon, Facebook und Google schütten gar nichts aus und es sieht auch nicht so aus als hätten sie es vor. Derzeit liegt die Ausschüttungsrendite des MSCIworld sogar noch deutlich unter 2 %, sodass du vermutlich noch eine ganze Weile Zeit hast bis der von dir befürchtete Fall eintritt.

  • Zum einen ist es keine Schande auf Einkommen für das man nichts tun muss etwas Geld für die Allgemeinheit abzudrücken.

    Das sehe ich in dem speziellen Fall nicht so. In dem konkreten Beispiel erzielt der Anleger über 20 Jahre rund 110 T€ Wertzuwachs im Thesaurierer. Nach heutigem Recht muss er darauf rund 20 T€ Steuern zahlen. Nutzt er die beschriebenen Möglichkeiten kann er über die übrigen 19 Jahre jährlich 211 € Steuern sparen, was in Summe rund 4 T€ oder 20% sind. Das halte ich nicht für "etwas Geld".

  • ähm ich plädierte für Ausschütter bis der Freibetrag ausgenutzt ist, dann thesausierer, nur eben ohne aufwendiges Handeln, dann verfällt halt nen kleiner Teil des Freibetrages am Anfang, das dürften dann keine 4T auf 19 Jahre sein, insbesondere wenn Aslamut schon mit 10k startet. Das ist vielleicht nicht ganz deutlich geworden ^^

    gegen ständiges Handeln um den Freibetrag optimal auszunutzen spricht für mich:

    -Aufwand, wobei manche natürlich Spass am optimieren haben, dann nur zu, ich finde einen Ausschütter praktischer

    - Handelskosten (werden die Neobroker ewig so billig bleiben können oder ist es nur eine Lockphase? bei meinem Broker würden jedes Jahr nochmal ca. 25 Euro Gebühren dazukommen)

  • Wenn man an den Ansatz Ausschütter mal grob mit den 2% drangeht hatte ich in #2 mit neun Jahren gerechnet. Heißt im Umkehrschluss, dass man gemittelt 8/2 = 4 Jahre lang den Freibetrag nicht nutzt. Beim Thesaurierer mit Verkauf lässt man etwa 50 € Steuervorteil im ersten Jahr liegen. Sind dann als Unterschied 4*801/0,26375-50 = 795 €. Allerdings hat man dann jeweils den Aufwand die Ausschüttung wiederanzulegen, je nach Kontomodell entspricht das dann dem Thesaurierer-Fall oder auch nicht.

  • ohja 800 hört sich schonmal entspannter an als 4t, danke fürs rechnen, kommt natürlich auch drauf an ob man nicht doch ein paar Zinsen anderweitig zusammenkratzt über Tagesgeld, Festgeld o.ä. und wie sich Ausschüttungen, Vorabpauschele und höhe des Freibetrags entwickeln :)