Fondanlage mit weniger Risiko als Aktienfonds

  • Hallo,

    meine Frag ist bezüglich Analge in Fonds die weniger risikoreich als Aktionefonds sind und nicht so stark damit korrelieren, um Depotrisikio und Schwankungen zu reduzieren.


    Ausgangslage: Stark Aktienlastiges Depot:

    • 75% Aktienfonds (darin 20% Deutschland, 25% Europa und 55% Weltweit - gut die Hälfte als ETF)
    • 15% Immobilien
    • 10% spezielles um interessantes im Depot zu haben

    Die Rente ist nur noch ca. 10 Jahre weg, daher möchte ich Risiko reduzieren und auch Investments haben die nicht so stark mit Aktienfonds korrelieren. Würde also ca. 20% des Depot umschichten und in ca. 5 Jahre nochmal 20%.


    Problem: Inder aktuellen Niedrigzinsphase ist Tagesgeld oder Festgeld keine gute Idee, da zu wenig Rendite. Was gibt es sonst noch für Möglichkeiten?


    Idee: Wie wäre es mit Fonds die in Bonds investiert? Weniger Risiko bei noch brauchbarer Rendite.

    Ich habe hier mal zwei konkrete Beispiele :
    Flossbach von Storch - Bond Opportunities RT - ISIN: LU1481583711

    Aegon Investment Grade Global Bond Fund B Inc. USD - ISIN: IE00B296XB43


    Fragen:

    1. Was haltet Ihr grundsätzlich von der Idee in Fonds mit Bonds zu inverstieren, um das oben erläuterte Ziel zu erreichen?
    2. Was denkt Ihr über meine zwei konkreten Vorschläge? Sind die gut und solide (bitte mit kurzer Begründung)? Habt Ihr Alternativvorschläge (warum denkt Ihr das die besser sind)?
    3. Welche Alternativ Investment Ideen jenseits von Bonds habt Ihr noch für meine Situation?

    Ich freue mich schon auf eure interessanten Anregungen!

  • Hallo Dilberd , willkommen im Finanztip-Forum.


    Finanztip rät von Rentenfonds ab. https://www.finanztip.de/investmentfonds/rentenfonds/


    Beim Flossbach haben die enthaltenen Bonds 1,27% Rendite mit knapp 8 Jahren Duration. Bei einem Zinsanstieg von 1% würdest Du also knapp 8% verlieren. Ferner nimmt der Fonds knapp 1% Gebühren. Da würde ich bei stabilem Zins unter dem Strich nicht viel erwarten. Ein Geschäft ist das nur wenn die EZB die Zinsen weiter drückt.


    Beim Egon hast Du eine USD Insti-Tranche mit 500 T USD Mindestanlage ausgesucht. Du trägst bei einer Anlage in USD das Wechselkursrisiko, in diesem Fall sind es 57% USD. Da der Dollar im letzten Jahr gefallen ist hat der Fonds schlecht performt, da der Dollar aktuell wieder steigt sieht es aktuell dann besser aus. Duration ist ebenfalls knapp 8 Jahre.


    Nachtrag zu Alternativen:

    Die Diskussionen hier im Forum gehen in die Richtung den benötigten Betrag zur Rentenaufstockung für mehrere Jahre auf Tages-/Festgeld zu parken und je nach Verbrauch zyklisch wieder aufzufüllen sowie im übrigen bei der individuellen Risikoausrichtung zu bleiben.


    Finanztip empfiehlt das ähnlich, allerdings mit einer noch weiter reichenden Sicherheitsreserve. s. ganz unten in https://www.finanztip.de/altersvorsorge/auszahlplan/


    Finanztest hat im Heft 10/20 ähnlich wie im ersten Punkt geschrieben. Dazu gibt es hier einen Simulator, der aber nicht ganz auf das Heft passt, da er einige Monate älter ist. https://www.test.de/ETF-Einmal…ortfolio-5179990-5505798/

  • Dito was die Rentenfonds (noch dazu aktive) angeht. Der Finanztip-Link zum Auszahlungsplan im obigen Post ist ein guter Einstieg.


    Mein Gedankenanstoß wäre, sich zu überlegen, welche Summe denn pro Monat (z.B. in den nächsten 5 Jahren) benötigt wird, und daran entweder die Auszahlung direkt aus den Fonds (oder im Festgeld zwischenzuparkende Summe) festzumachen, anstatt mit Bauchgefühl zu arbeiten (mag sein, dass dann auch z.B. 20% bei herauskommen).


    Zudem würde ich mich komplett vom Gedanken verabschieden, dass Anlagen außerhalb von Aktien (oder Immobilien) in der aktuellen Zeit Rendite bringen oder die Inflation ausgleichen. Beim Festgeld käme mir es dann auch nicht auf das letzte .1% Rendite an, sondern eher nur wie hier gewünscht auf die Sicherheit. (Und diese Sicherheit ist bei den Rentenfonds eben nicht so gegeben wie benötigt). Aus dem Grund sollen ja wohl ca. 50% Aktien verbleiben, und die erwirtschaften dann den Inflationsausgleich für das gesamte 100% Vermögen, so dass man guten Gewissens Geld im Tagesgeldkonto oder auf dem Festgeldkonto halten kann.

  • Vielen Dank für die Rückmeldung, insbesondere an Kater.Ka.

    Der Hinweiß das Rentenfonds generell keine gute Idee ist, weil bei Zinsanstieg verluste drohen mach Sinn und damit sind Rentenfonds für mich (derzeit) kein Thema wo die Zinsen derart niedrig sind, dass es da früher oder später nur wieder rauf gehen kann. Dank auch für die Zahlenwerte, um die Höhe des Verlustest mal beispielhaft darstellen.

    Übrigens das mit der Mindestanlage von 500k hatte ich übersehen, das übersteilgt meine Möglichkeiten dann doch :whistling:

    Der erste Link auf den Artikel zum Auszahlungsplan ist da sehr nützlich, ich werde wohl in Richtung der Methode "Aktiensparen und Festgeld" gehen, wo bei ich dann statt Festgeld ggf. vorhandene Betribliche Altersvorsorge und Riester/Rürup-Rente ansetzte.

    Danke am Galileo für den betrüblich aber wohl waren Hinweiß, daas nur bei Aktion (oder Immobilien) genügend zu holen ist, um neben Inflation noch zusätzlich etwas rendite herauszuholen. Ich hatte ja auch nichts passendes gefunden und schon befürchtet das es da keine tolle Lösung gibt.

  • Hallo @Dilbert,

    Tagesgeld und Festgeld haben den Vorteil, dass man das Geld liquide verwenden kann. Bei Festgeld ist es jedoch schon an die gewählte Frist gebunden, somit auch etwas eingeschränkt gegenüber Tagesgeld. Bei Festgeld kann man sich aber mit verschiedenen Fristen eine Festgeldtreppe bauen.

    Das Festgeld durch betriebliche Altersvorsorge und Riester/Rürup-Rente ersetzen zu wollen, halte ich nicht für sinnvoll, weil da die nötige Liquidität fehlt.

    Gruß


    Altsachse

  • noch zur Frage, ob Festgeld ggfs anders in der Rechnung ersetzt werden kann: Rürup kann ja nur verrentet werden, insofern kann das als erwartete Einnahme, aber nicht als Festgeldersatz, einbezogen werden. Bei Riester können ja 30% des geförderten Guthabens mit Beginn der Rente ausgezahlt werden (insofern eignen sich diese 30% abzüglich der Steuer als Festgeldersatz, da planbar und durch die Garantie auch sicher, mal einer der wenigen Vorteile davon). Sofern die bAV als Einmalzahlung auszahlbar ist, spricht aus meiner Sicht aus nichts gegen das Berücksichtigen dieses als Festgeldersatz.


    Die Vorgehensweise klingt für mich auch sinnig, da dadurch die Aktienquote nur so wenig wie eben nötig abgesenkt wird.

  • Hallo, besten Dank für die Ergänzenden Rückmeldungen!

    Zwei Fragen habe ich zur Ergänzung noch:

    1. Weiter oben wurde ja schon quasi geklärt, dass Rentenfonds keine gute Idee ist, weil Verlust droht wenn Zinsen steigen sollten. Könnte man das nicht vermeiden, wenn man Rentenfonds wählt der in Papiere mit kurzer Restlaufzeit investiert?
    2. Wenn man den schon bei Aktienfonds (vorzugsweise ETF) bleibt, was gibt es da noch für Möglichkeiten Risiko zu reduzieren? Mischfonds, oder Fonds die minimum Volatilität anstreben oder irgendwie mit Hedge drin oder ...? Dabei sollte die Rendite aber natürlich nicht allzu sehr kastriert werden.
  • Weiter oben wurde ja schon quasi geklärt, dass Rentenfonds keine gute Idee ist, weil Verlust droht wenn Zinsen steigen sollten. Könnte man das nicht vermeiden, wenn man Rentenfonds wählt der in Papiere mit kurzer Restlaufzeit investiert?

    Ja, da müsste allerdings aufgrund der Zinssituation die Rendite der enthaltenen Papiere vor Kosten schon negativ sein.

    Willkürliches Beispiel IE00B14X4Q57


    Wenn man den schon bei Aktienfonds (vorzugsweise ETF) bleibt, was gibt es da noch für Möglichkeiten Risiko zu reduzieren? Mischfonds, oder Fonds die minimum Volatilität anstreben oder irgendwie mit Hedge drin oder ...? Dabei sollte die Rendite aber natürlich nicht allzu sehr kastriert werden.

    Klassische Mischfonds eher nicht, da man sich das Rentenfonds-Thema mit reinholt.

    Statt Hedging meinst Du wahrscheinlich mit Absicherung. Das ist schwierig, da eine volle Absicherung wohl so um die 5% p.a. Rendite frisst. Beim ETF750 hat man so was versucht ist aber leider gescheitert. Minimum Volatility ist bei Corona auch um 30% gefallen und liegt jetzt noch unter Wasser.

    Im gemanagten Bereich ist Flossbach bei Corona so um 16% runter und hat sich auch gut erholt, hatte allerdings in 2018 einen Durchhänger. Dirk Müller hat bei Corana nichts verloren, bringt dafür aber in guten Zeiten viel zu wenig. https://www.fondsweb.com/de/ve…LU0392494562,IE00BL25JN58

    Kurz gefasst: ich habe keine richtig gute Idee.

  • Ich nehme noch mal den Faden auf, nachdem ich noch einiges Geld zu investieren habe:

    Oben wurde ja als einer der derzeit wenigen Alternativen zu Aktien Immobilien genannt.

    Dazu folgende Fragen:

    • Ist der Fonds "Xtrackers FTSE Devel. Europe ex UK Real Estate UCITS ETF 1C" - IE00BP8FKB21 da ein gutes Beispiel?
    • Fällt das wirklich in die Kategorie Immobilien oder ist es am Ende doch 'nur' ein Aktienfonds und ich erreiche damit die gehoffte Reduzierung des Depotrisiko durch mehr Diversifizierung gar nicht?
    • Der Kursverluf macht ähnliche Ausschläge wie Aktienfonds und ist bei der Krise letzten März sogar noch stärker eingebrochen und noch lange nicht so gut erholt, was meine Vermutung bestärkt das es nicht wirklich mit einer Analge in Immobilien korreliert.
    • Was sind bessere Alternative mit anständiger Rendite?


    Dann habe ich noch zwei Fonds rausgesucht um ein bischen Spannung und extra Renditechance zu ermöglichen - natürlich nur als kleinen Anteil von ca. 10% am Depot:

    Was haltet Ihr von den beiden? Die Anbieter kannte ich bisher noch nicht, ist das seriös? Der zweite hat zumindest 5 Sterne beim Morningstarrating :-)