PKV - wechseln in GKV für Ü55

  • Hallo,

    auf der Suche nach Informationen über die Möglichkeit des Wechsels von der PKV in die GKV bei Ü55-jährigen bin ich im Internet auf Anzeigen von "Beratern" gestoßen, die Unterstützung anbieten und bis zu 98% Garantie anbieten. Das klingt schon unserös, da mir ja bekannt ist, dass es in dieser Altergruppe keine Chance gibt. Habe ich da Neuerungen verpasst oder gibt es wirklich "Schlupflöcher"? Ich bin 60 Jahre alt und meine Rente wird nicht reichen. Nach Jahren der Selbständigkeit arbeite ich nun wieder abhängig beschäftigt.?(

    Herzlichen Dank für Infos.

  • Danke für Deine Antwort. Der Wechsel macht für mich dann Sinn, wenn ich weniger Beitrag zahlen würde, als in der PKV. Dass es auf Kosten der Leistungen geht ist schon klar.

    Kann mir leider unter " Gestaltungsmöglichkeit" nix vorstellen.

  • Dummi, wenn Sie hierzu gerne Rat hätten, schreiben Sie mir eine kurze Nachricht mit Ihren Kontaktdaten, am besten per Mail (die email Adresse finden Sie auf unserer Homepage). Ich empfehle Ihnen dann gerne einen sehr erfahrenen Versicherungsberater, der in solchen Fällen manchmal weiterhelfen kann.


    Ab 55 ist ein Wechsel zurück in die GKV nicht mehr so einfach. Einige der Möglichkeiten finden Sie auf unserer Webseite beschrieben. Einfach mal nach "Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung" googeln, ggf. zusammen mit meinem Namen. Wie Referat Janders richtig schreibt sollten Sie sich das aber wirklich gut überlegen. Im Alter sind die meisten Menschen "kränker" und profitieren dann besonders von den besseren Leistungen der PKV. Ggf. ist ja auch ein Tarifwechsel bzw. "Downgrade" in einen einfacheren Tarif bis hin zum Standardtarif oder Basistarif eine sinnvolle Alternative? Dabei profitieren Sie dann auch von Ihren langjährig angesammelten Alterungsrückstellungen, die sich beitragsmindernd auswirken. Ein Anhaltspunkt für deren Höhe ist der sog. "Übertragungswert", den Ihre PKV Ihnen jährlich mitteilt und der je nach Tarif ca. 80% der Alterungsrückstellungen entspricht.


    Bei einem Selbstständigen, der zu wenig für seine Altersvorsorge getan hat, kann die PKV in der Rente tatsächlich manchmal deutlich teurer sein als die GKV, deren Beitrag sich am Einkommen orientiert. Zwar können Selbstständige sich theoretisch auch mit moderatem Einkommen privat krankenversichern. Wir empfehlen aber auch hier, sich an der sog. Jahresarbeitentgeltgrenze zu orientieren. Und wir beleuchten mit unseren Kunden beim Abschluss einer privaten Krankenversicherung die langfristige Lebensplanung sehr genau, damit sie eine nachhaltige Entscheidung treffen und später keine bösen Überraschungen erleben. Aber natürlich können sich Planungen und Lebensumstände auch unvorgesehen ändern. Berücksichtigen sollte man bei der "Gesamtgleichung" auch die oft langjährige Ersparnis der PKV im Vergleich zur GKV, die Sie hoffentlich sinnvoll investiert haben.


    Falls Sie in die GKV zurückwechseln wollen und können, sollten Sie sich überlegen, einen Teil Ihres Versicherungsschutzes durch Abschluss von Zusatzversicherungen aufrecht zu erhalten (je nach Ihrem bisherigen Tarif ohne Gesundheitsprüfung möglich - zur Not vorher Tarifwechsel gem. § 204 VVG durchführen), insbesondere für den stationären Bereich, in die dann i.d.R. auch Ihre Alterungsrückstellungen übertragen werden.


    All das sollten Sie dann mit dem Berater Ihres Vertrauens besprechen. Wir selbst beraten dazu nicht.

    Dr. Schlemann unabhängige Finanzberatung GmbH & Co. KG - Spezialisten für Private Krankenversicherung, Berufsunfähigkeit, Altersvorsorge, Geldanlage. Angaben gem. § 11 VersVermV, § 12 FinVermV: schlemann.com/erstinformationen. Beiträge in der Finanztip Community erstelle ich mit größtmöglicher Sorgfalt, jedoch ohne Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Informationen, deren Nutzung auf eigene Gefahr erfolgt.

  • Im Zusammenhang mit einer Schwerbehinderung gibt es eine Möglichkeit, wird auch so von Finanztip beschrieben.


    Ansonsten gibt es auch noch eine Möglichkeit durch das Ausland. Wird hier von Clark beschrieben: https://www.clark.de/private-k…rsicherung/rueckkehr-gkv/


    Vllt. gibt es auch noch andere Möglichkeiten durch Auslandsaufenthalte die PKV zu beenden. Ist halt ein Abenteuer und nicht für jeden geeignet. Aber kann durchaus besser sein als in teuren Verträgen gefangen zu sein. Die PKV wird in Zukunft auch nicht billiger.

  • Hm, man legt sich mal so eben eine Schwerbehinderung zu? :-) Ausland ist tatsächlich eine der Möglichkeiten - steht alles auf unserer Website.


    "Die PKV wird in Zukunft auch nicht billiger" ist ein wenig hilfreicher Allgemeinplatz. Die GKV auch nicht, oder? Bitte mal konkret nachrechnen! Hier ein Zitat von unserer Website, wo das sehr analytisch aufbereitet wird:

    Zitat

    1970 betrug der Höchstbeitrag noch 50,31 EUR (8,2% von der BBG i.H.v. 7.362 EUR p.a.)! Von 1970 bis 2021 ist damit der Höchstbeitrag zur GKV jährlich im Schnitt um 5,77% gestiegen (1970: 50,31 EUR, 2021: 928,80 EUR)

    Welche PKV ist im Schnitt (!) so viel teurer geworden? Und bitte mal in einem umlagefinanzierten System über das Thema Demografie nachdenken oder sich die Frage stellen, wie es künftig mit Steuerzuschüssen zur GKV bei dank Corona leeren Staatskassen aussieht. Da sehe ich in der GKV deutlich höhere Risiken als in einer (guten) PKV, auch wenn dort z.B. der Niedrigzins eine Baustelle ist.


    In der konkreten Situation des Fragesteller hat die GKV beitragsmäßig möglicherweise einen Vorteil, wenn er dort nicht den Höchstbeitrag zahlt. Dennoch sollte kein falscher Eindruck beim Vergleich der Systeme entstehen.

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  • Hm, man legt sich mal so eben eine Schwerbehinderung zu? :-) Ausland ist tatsächlich eine der Möglichkeiten - steht alles auf unserer Website.


    "Die PKV wird in Zukunft auch nicht billiger" ist ein wenig hilfreicher Allgemeinplatz. Die GKV auch nicht, oder? Bitte mal konkret nachrechnen! Hier ein Zitat von unserer Website, wo das sehr analytisch aufbereitet wird:

    Welche PKV ist im Schnitt (!) so viel teurer geworden? Und bitte mal in einem umlagefinanzierten System über das Thema Demografie nachdenken oder sich die Frage stellen, wie es künftig mit Steuerzuschüssen zur GKV bei dank Corona leeren Staatskassen aussieht. Da sehe ich in der GKV deutlich höhere Risiken als in einer (guten) PKV, auch wenn dort z.B. der Niedrigzins eine Baustelle ist.

    Hm, ob das eine zielführende Erwiderung auf ein Allgemeinplätzchen ist?

    (Wer bitte zahlt 52 Jahre am Stück Beiträge an der BBG und stellt dennoch eine vernünftige Rechengrösse dar, die der Vergleichbarkeit dient? Extremwerte dienen ja wohl eher dazu, Rechenmodelle zu überprüfen.)


    Das Thema sollten wir wohl in der Gesprächsecke vertiefen, es sei denn, die Kaffeehäuser öffnen bald wieder, dann wäre man dort gut aufgehoben. :)

  • Nö, aus unserer Praxis ist das absolut kein Extremfall. Nehmen wir jemand, der als Assistenzarzt oder Assistenzärztin mit 28 in die PKV wechseln könnte und eine ordentliche Rente vom Versorgungswerk bekommt plus weitere GKV-beitragspflichtige Einkünfte. So jemand verdient i.d.R. langfristig über der BBG (2021: 58.050 EUR). 28 Jahre + 52 Jahre = 80 (also noch deutlich unterhalb der statistischen Lebenserwartung). Wenn ich 52 Jahre in die Zukunft denke dann hilft es, auch 52 Jahre in die Vergangenheit zu schauen. :-)


    Aber danke für den Impuls Referat Janders , das ergänze ich direkt mal auf der Website :-). Und das mit der Gesprächs-/Kaffeeecke finde ich eine gute Idee :-)

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  • Natürlich ist es ein Allgemeinplätzchen. Ärzte mit Versorgungswerk können sich die PKV aber auch leisten. Ein Taxifahrer oder jemand der nur Rente von der DRV bekommt, bei dem sieht es anders aus.


    Mein Vater hatte fast immer an oder über der BBG verdient. Musste aber gesundheitlich früher aufhören. 2000 Euro Rente von der DRV (incl. Zuschuss) und rund 700 Euro monatliche Kosten für die PKV war der Status. Zwar hatte er das Glück noch eine Betriebsrente zu haben die etwa 1700 Euro mtl. betragen hätte, die hat er sich aber am Stück auszahlen lassen.


    Die Kosten der PKV steigen mit hoher Wahrscheinlichkeit stärker als die Rente. Die steigt z.B. dieses Jahr im Westen nämlich überhaupt nicht. Als ehemaliger Gutverdiener knapp 50% des Einkommens für eine Krankenversicherung auszugeben - so haben sich viele ihren Ruhestand nicht vorgestellt.


    Und hier kommt jetzt auch ein Trick warum der sich die Betriebsrente kapitalisieren lassen hat. Dadurch bekommt er nämlich Ehegattenbeihilfe in Höhe von 70%. Von den 24.000 Euro Rente zählen für den Anspruch nämlich nur 16.000 Euro, die Grenze für diese Beihilfe ist in jedem Bundesland anders, hier sind es 20.000 Euro. Mit Gewerkschaftsbeiträgen die als Werbungskosten anerkannt werden, kann man mühelos ein lebenlang diese Beihilfe genießen. Es gibt aber auch Verschärferungen in diversen Bundesländern, dass in Zukunft der Jahresbetrag der Rente gilt und nicht mehr der Gesamtbetrag der Einkünfte aus dem Steuerbescheid.


    Monatliche Kosten derzeit 180 Euro im Monat für die PKV.


    Daher sollten Sie vielleicht noch "eine Beamtin im richtigen Bundesland heiraten" in ihre Liste aufnehmen.

  • Unterhalb der JAEG verdienende Taxifahrer etc. haben m.E. auch nichts in der PKV verloren.


    Weshalb hatte Ihr Vater nicht spätestens beim Wechsel in die PKV eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen wie wir das regelmäßig empfehlen? Aber er hat dann ja eine für ihn geschickte Lösung gefunden. "Beihilfeberechtigt mit geringem Einkommen" steht übrigens schon in meiner Liste. Wenn man das auch noch als Heiratskriterium berücksichtigt, dann wird es für GKV und GRV aber demografisch noch enger, weil noch weniger Menschen heiraten und Kinder bekommen :-) .


    Eine Klarstellung kann ich mir natürlich nicht verkneifen: Die Kosten der GKV steigen bei Bezügen oberhalb der BBG mit hoher Wahrscheinlichkeit auch stärker als die Rente, das ist bei der Zielgruppe, über die wir hier sprechen, also keine Besonderheit der PKV :-) .

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  • Die Frage war unmissverständlich. Beratung tut Not.

    Beratung für kleine Honorare bieten wir an.

    Auch ein Coaching ist möglich.

    Vor den Angeboten, die oben angesprochen, muss ich warnen. Hier droht in vielen -Fällen Nichtigkeit des Verwaltungsaktes und diese Auslandsmodelle sind oft seht teuer - im vier- bis fünfstelligem EuroBereich. völlig unangemessen.

    Auslandsmodelle müssen wirklich zu 100% korrekt und real umgesetzt werden. Scheinarbeits- und -mietverträge sind keine nachhaltige Basis.

    3 Monate Ausland und dann 9 Monate ein 500 Euro Job in Deutschland sind auch nicht wirklich schlau.

    Herr Schlemann, Sie meinen aber nicht diese merkwürdige Veranstaltung in Kassel, oder?