Einmalzahlung ETF im Alter oder besser nicht

  • Ich bin weiblich, Mitte 70, habe ein wenig Erspartes und würde es gern - wenigstens ein wenig - gewinnbringend anlegen. Vielleicht muss ich das Geld irgendwann einsetzen, um die Kosten im Altenheim zu zahlen. Was soll ich tun? Ich habe keine Ahnung von Aktien, Anleihen & Co. Nach umfänglichen Recherchen im Internet und Lesen zahlreicher Fachliteratur dämmert mir inzwischen, dass wohl ETF infragekommen.

    Liege ich damit richtig, oder gibt es bessere Möglichkeiten?

    Macht es Sinn, in einen ETF ca. 20000 € zu stecken - wenn ja, welcher ETF wäre geeignet?

    Wenn ETF, welcher Online-Broker wäre empfehlenswert ?

  • Hallo.


    Ein Investment in ETF(s) sollte langfristig erfolgen, also für 10, besser mindestens 15 Jahre. Es sei denn, man erträgt einen Verlust, wenn man zu einem ungünstigen Zeitpunkt an sein Investment muss.

    Ein zusätzlicher Kapitalpuffer, der verhindert, dass man in einer Krisenlage sofort verkaufen muss, wäre an der Stelle sinnvoll. Wobei der Puffer keinen Gewinn bringen soll, sondern nur der Sicherheit dient.


    Ggf. macht eine Kombination aus Tages- bzw. Festgeld und einem Anteil an ETF-Investment Sinn. Es kommt wirklich auf die eigene Situation und die Risikoneigung an.


    Ansonsten gibt es Depots und Broker von bis, wenn man gebührenmäßig schmerzfrei ist, kann man bei einer 08/15-Filialbank ein Depot einrichten.

    Ein ETF auf den MSCI World wäre auch schnell gefunden. (Geschmäcker sind verschieden, daher gibt es natürlich noch Varianten mit anderer Gewichtung.)


    Viel Erfolg!

  • Hmm,

    man sollte grundsätzlich nur Geld in Aktien investieren, dass man für einen langen Zeitraum garantiert nicht benötigt! Bei einem breit diversifizierten ETF sollte man einen realistischen Anlagehorizont von mindestens 15 Jahren haben.

    In der Vergangenheit war es zumindest immer so, dass man bei einem Anlagehorizont von 15 Jahren mit einem ETF auf einen Weltaktienindex nie einen Verlust gemacht hat!


    Mit Mitte 70 läuft eine solche Investition m.E. dann eher auf eine Spekulation als auf eine Investition hinaus. Es besteht halt verstärkt das Risiko, dass man das Geld eben doch früher benötigt als man wollte (z.B. Erkrankung/Unfall). Wenn es dann gerade eine Kriese der Aktienmärkte gibt, kann das Depot auch mal um 50% im Minus sein!

    Wobei, wenn man das Risiko richtig einschätzt, kann man es natürlich auch darauf ankommen lassen. ;) Im schlimmsten Fall stünden dann für die Pflege halt nur 10.000€ zur Verfügung. Sind eh Peanuts, wenn man zum Vollpflegefall wird!


    Ich würde ehrlicherweise sehen, dass ich mein Geld jetzt bereits verbrauche so lange es mir noch gut geht. :) 20K€ ist jetzt nicht wirklich viel Geld, wenn man in Alten- /Pflegeheim muss oder häusliche Pflege benötigt.

  • Hallo,

    also die Lebensversicherungen rechnen mit einem Kohortensterblichkeit- Alter von ca 86 Jahren bei Frauen (Männer weniger). Statistik und Versicherung eben.


    Sind aber hier schon über 15 Jahre. Hoffentlich deutlich mehr!


    persönliche Meinung:

    Zeitschrift Finanztest kaufen - die Ausgabe mit der Antwort auf die Frage in dieser Lebenssituation und dann umsetzen.

    Oder: Depot bei Smartbroker eröffnen, ETFs auf MSCI kaufen (Zeitraum: sechs Monate lang monatlich kaufen). Und nur dann verkaufen, wenn Geld benötigt wird, sonst stehen lassen. Erst wenn die Lebensumstände es erfordern, einen Entnahmeplan machen. zB 4% pro Jahr in monatlichen Beträgen und umsetzen.

    Letzten Willen nicht vergessen (zB Rest muss für den letzten Weg verkauft und eingesetzt werden oder wer's bekommen soll).

    Eventuellen Berater mit Bedacht wählen.


    Bleiben Sie gesund!


    Ende persönliche Meinung.

  • Hallo hetbue ,

    ich bin dieses Jahr das 20. Jahr in Altersrente.

    Mein Depot ist allerdings historisch gewachsen. Ich bin überwiegend in aktiven Aktienfonds und auch Aktien-ETFs investiert. Eine Festgeldtreppe habe ich auch. Ich mache das so, weil ich Nachkommen habe. Bei einen Absturz am Aktienmarkt, haben meine Nachkommen das Problem den Absturz auszusitzen.

    Ich möchte Dich von meiner Situation nur informieren. Handeln mußt Du selbst, und das Tun, was Du für richtig hältst.

  • Ich würde das Geld nach und nach für all die Dinge nutzen, die ich mir bisher nicht leisten konnte. Wer weiß, wie lange ich noch lebe. Jeder Tag kann der letzte sein, egal was mathematisch errechnet wird. Das Geld würde ich teilen und als Tages- und Festgeld parken.


    Wenn ich ins Altenheim komme und kein Vermögen vorhanden ist, springt das Sozialsystem für das fehlende Geld ein. Die Freibeträge für Angehörige sind im vergangenen Jahr deutlich erhöht worden.


    Ich wünsche noch lange eine gute Gesundheit für die schönen Dinge des Lebens.

  • Hallo, Privatier 21!

    Ich finde, das ist ein guter Rat von Dir! Ich verstehe nur leider einen Satz von Dir nicht:

    "Zeitschrift Finanztest kaufen - die Ausgabe mit der Antwort auf die Frage in dieser Lebenssituation und dann umsetzen."

    Könntest Du mir das etwas besser erklären?

  • Ja, Uwe, das ist zwar ein guter Rat, aber Tages- und Festgeld bringen ja fast garnix mehr! Und ausgeben für dies oder das, das ist für mich nicht erstrebenswert.

    Hmm,

    gibt es denn keine Kinder/Enkel/Urenkel denen Sie etwas hinterlassen möchten? Evtl. wäre ja die Eröffnung eines ETF-Depots für den Urenkel eine 'erstrebenswerte' Investition?

    Wofür haben Sie denn die 20K€ denn überhaupt angespart!? Sparen nur um des Sparen willens erfreut im Endeffekt nur die Erben oder schlussendlich den Staat.


    Ich sparte auch, aber eben mit einem festen Ziel, was ich bzw. wir dann mit dem Ersparten später machen wollen. Und ehrlicherweise gehört die Investition in ein Alten- oder Pflegeheim nicht dazu! ;) Optimalerweise will ich das Ersparte vorher ausgeben...

  • Ich denke, dass dieses Geld auch für meine Beerdigung noch reichen sollte und kann mir nicht vorstellen, dass dies meine Kinder bezahlen sollten

    So etwas sollte man im Vorwege genau besprechen und dafür ein Sonderkonto einrichten (Stichwort: Bestattungsvorsorge/Treuhandkonto)!

    Im Falle, dass man plötzlich zum Pflegefall wird, interessiert es erstmal Niemanden wofür das vorhandene Ersparte mal gedacht war.


    Da meine Eltern auch schon entsprechend betagt sind, verfüge ich auch über sämtliche Vollmachten/Betreuungsverfügungen. Auch so etwas sollte man rechtzeitig in der Familie besprechen/klären.

    Ich bin froh, dass meine Eltern zumindest in diesem Punkt mal auf mich gehört haben!

  • Die Vollmachten/Betreuungsverfügungen sind auch bei mir notariell geklärt. Das mit dem Sonderkonto war mir nicht klar, werde ich mich auch drum kümmern. Danke für den Hinweis!