EFT Sparplan Kosten ING

  • Hallo Zusammen,


    ich habe eine Verständnis-Frage zu den tatsächlichen Kosten eines ETFs.


    Folgende Rahmenbedingungen sind gegeben:


    Monatliche Sparrate: 120€

    Kaufkosten: 1,75% -> 24,72 p.a.

    laufende Kosten: 0,09% -> 1,28€ p.a.

    Verkaufskosten: 0,73% -> 10,34€ p.a.


    Auswirkungen auf die Rendite im Jahr des Kaufs: 1,84% p.a.

    Auswirkungen auf die Rendite im Jahr des Verkaufs: 2,57% p.a.


    Angenommen ich spare jetzt für 10 Jahre monatlich 120€ an bei 5% Rendite.


    Würde sich dann meine Gesamtrendite um 2,57% veringern? Also würden dann lediglich 2,43% Rendite für mich übrig bleiben?


    Vielleicht kann mir jemand das ein oder andere Rechenbeispiel posten.


    Vielen Dank und viele Grüße.


    Christian

  • Hallo VivaLosTioz und Herzlich willkommen im Finanztip-Forum,

    generell sollte man die Kosten möglichst niedrig halten. 1,75% pro Sparrate sind ziemlich hohe Kosten! Mal so zum Vergleich. Ich komme bei meiner Sparrate auf Kosten von 0,27% p.a. für meine Sparpläne.

    Dann fällt noch die TER auf die ETF an (0,2%).

    Evtl. wäre ein anderer Broker eine Option. So bietet z.B. Scalable Capital den "Free Broker" an. Hier sind 600 Aktions-ETF kostenlos besparbar und darüber hinaus 1 weiterer beliebiger ETF!

    Außerdem kostet ein Verkauf nur 0,99€!


    PS: Die Verkaufskosten fallen pro Verkauf an und nicht per se einmal im Jahr. Wenn Du also nichts verkaufst fallen auch keine Kosten an!

  • Die ING hat aber auch angekündigt ab April alle ETF Sparpläne kostenlos zu machen wodurch die 1,75% wegfallen. Ansonsten ist es bei einer langfristigen Anlagestrategie tatsächlich vernachlässigbar.


    Zu deiner Frage die Kosten fallen (bis auf die TER) natürlich nur bei Kauf und Verkauf an. Also es landet am Anfang weniger im ETF und bei Verkauf geht was an den Handelsplatz und etwas behält der Broker.

  • Die ING hat aber auch angekündigt ab April alle ETF Sparpläne kostenlos zu machen wodurch die 1,75% wegfallen. Ansonsten ist es bei einer langfristigen Anlagestrategie tatsächlich vernachlässigbar.

    Ok,

    das mit dem Wegfall der 1,75% ab April wusste ich nicht.

    Aber wie kommst Du zum 2. Teil Deiner Aussage!? 1,75% pro Sparrate wären schon heftig. Da ist man von den Kosten schon auf dem Niveau eines aktiven Fonds! Vor allem wenn man dann sieht, dass sich diese Kosten problemlos vermeiden lassen (z.B. durch Wahl eines anderen Brokers)

  • Hier habe ich mal das Rechenbeispiel gemacht, ich habe 4,91 statt 5% Rendite gesetzt, um die TER von 0,09 % abzubilden, sowie den Sparbetrag um die 1,75% = 2,10 reduziert. https://www.zinsen-berechnen.d…er.php?paramid=1d8ctlq4pa


    Tatsächlich hast Du 12*10*2,10 = 252 € mehr eingezahlt durch die Entgelte.


    Der Verkauf kostet 4,95 + 0,25% des Kurswerts, das wären bei den rund 18.000 € Depot etwa 50 €.


    Ansonsten würde teile ich beide oben genannten Ansichten: ein preisgünstigeres Depot ist besser, allerdings würde ich es abwägen, ob der finanzielle Nachteil (252 € bei rund 4.000 € Rendite) eine weitere Bankverbindung rechtfertigt. Ich bin geizig und habe viele Depots, das muss man aber nicht nachmachen.

    1,75% pro Sparrate wären schon heftig. Da ist man von den Kosten schon auf dem Niveau eines aktiven Fonds!

    Ausnahmsweise Kritik ;-) Nicht Einmalkosten und laufende Kosten durcheinander bringen. s. Berechnung von mir. Wenn du die 25€ jährliche Kosten durch Kauf mit dem durchschnittlichen Depotwert von rund 8.000 € vergleichst bist Du viel niedriger als beim aktiven Fonds.

  • Die Kosten fallen ja nur auf die Sparrate an (also einmalig) in einem aktiven Fond ist das jährlich. Und dieses jährliche ist der große Renditefresser.


    Du kannst ja das ganze mal in Excel reintuen einmal mit einer Sparrate von 50 Euro und einmal mit 51 Euro (wären 2% kosten) nach 30! Jahren würde man bei einer linearen Rendite von 5% ca 700 Euro (42k vs 42,7k) unterschied haben, da aber Aktien leider nicht linear sind und keiner sagen kann welcher Teil der Sparrste wieviel in Zukunft ausmacht geht dieser Profit im statistischen Rauschen unter.


    Deswegen ist es langfristig meiner Meinung nach egal. Wer natürlich das letzte bißchen optimieren will sollte das natürlich beachten ;). Ich hab gerne Giro und Depot zusammen ist aber auch persönlicher Geschmack.

  • Alles klar. Da ich bereits mein Girokonto bei der ING habe und mit den geplanten gebührenfreuen ETFs ab April werde ich wohl dort mein Depot eröffnen.


    Ich habe mich in mehreren Foren & Büchern zu langfristigen ETF Anlagen eingelesen und mich für folgende Strategie entschieden:


    Sparrate pro Monat: 300€


    60% Basis

    40% iShares Core MSCI World UCITS ETF USD (Acc)

    20% iShares Core DAX UCITS ETF (DE)


    30% Beimischung

    iShares Euro Total Market Growth Large UCITS ETF


    10% Risikoanteil

    iShares Core MSCI Emerging Markets IMI UCITS ETF (Acc)



    Meinungen?

  • Kater.Ka also ich habe die Strategie nicht 1:1 irgendwo kopiert sondern mir eine eigene Meinung dazu gebildet. Also das Modell 60-30-10 mit einem Betrag von 300€ monatlich war eine Empfehlung aus einem Buch.


    https://www.amazon.de/Die-rich…TF8&qid=1613569439&sr=8-4


    Letztendlich soll man ja auch hin und wieder aus Überzeugung anlegen. Deshalb habe ich zusätzlich den DAX mit in die Basis einbezogen. Im MSCI World liegen die USA ja sehr stark im Gewicht. Daher liegt mein Growth Anteil auch in der EU.


    Weiterhin hat mir die Growth Strategie mehr zugesagt als die Value Anlagen. Sparplanbezogen hat man leider bei Growth ETFS nicht soviel Auswahl.


    Und um letztendlich auch noch einen anderen Teil der Welt - die Schwellenländer mit abzudecken, habe ich mich hier für die 10% entschieden. Dort wäre wohl auch das Risiko am höchsten.

  • VivaLosTioz

    Ich empfehle mal wieder den Finanzwesir. Herr Warnecke hat 2015 mal diverse ETF-Kombinationen durchgerechnet.

    https://www.finanzwesir.com/blog/etf-index-rendite-vergleich

    Auch wenn die Berechnung schon älter ist, hat sich nichts grundsätzliches an den Schlussbetrachtungen in seinem Beitrag geändert! Letztlich werden wir alle immer erst in Nachgang wissen, welches ETF-Portfolio Schlussendlich die beste Performance gebracht hat.

    Ich bevorzuge das Motto: KISS=Keep It Simple, Stupid


    Aber letztlich bleibt es Deine Entscheidung und Dein Depot.

    Wenn Du damit gut schlafen kannst, dann mach es so wie Du magst.

  • OK, danke für die Erläuterung. Selbstverständlich Deine Entscheidung, trotzdem meine Anmerkung:


    Die Verteilung ist mMn schief. Der DAX hat nur 30 Titel und ist sehr zyklisch und exportorientiert. Das mache ich sonst nicht, aber heute doch: ich rate klar ab. Wenn schon D dann einen breiteren oder vielleicht einen Europäer.


    Mit den 20 + 30 in D bzw. Europa finde ich Europa unangemessen übergewichtet.


    Hinsichtlich der Zuordnung gehört mMn die EM eher in die Beimischung.

  • Ich frage mich, warum du ausschließlich iShares-Werte in Betracht ziehst, auch europäische Anbieter bieten entsprechende ETFs an - teilweise sogar zu günstigeren TER, ich habe beispielsweise Werte von Lyxor, Amundi und UBS im Depot.