Gas: Deutsche Energiepool GmBH, KWh Preis gering, Grundpreis hoch?

  • Hallo,


    ich bin vor 10 Jahren mit dem Gas vom Grundversorger zu Eprimo gewechselt, was im Grunde nicht schlecht war. Nun kommt mir E. ("prima klima") aber zunehmend teurer vor, die alten Bestandskunden bezahlen wohl die Aquise. Sie haben für das Frühjahr 2021 Preiserhöhungen (also Sonderkündigungsrecht) angekündigt, ich fürchte, die Erhöhungen gehen über die Abgabenerhöhung hinaus.


    Der Anbieter "Deutsche Energiepool" wäre wohl günstiger, allerdings hab ich davon nie gehört, außer deren eigener Webpräsenz ist darüber nichts zu finden und eine gute Kundenwebsite ist auch nicht unwichtig, die Netzagentur überwacht ja nur die absoluten Grundlagen.


    Bei "Deutsche Energiepool GmbH" (DEP) fällt die spezielle Preisgestatung auf, der Gaspreis pro KWh ist sehr gering, der Grundpreis eher hoch, Kündigunsfrist nur 1 Monat.


    Was ist davon zu halten, welches Kalkül verfolgt ein Anbieter mit dieser Preisgestaltung? Meine jetzigen (bei Eprimo und bei DEP) zu erwarteten Gesamtkosten (ca 24.000-27.000 KWh) im Jahr sind auf jeden Fall höher als der Jahres-Grundpreis von DEP, insofern würde da, zumindest vordergründig, nichts dagegen sprechen?


    Hat schon jemand Erfahrung mit dem Anbieter DEP?


    Danke


    Gruß


    Stefan

  • Hallo,


    über die Firma bin ich kürzlich bei meiner Suche auch gestolpert.


    Wie Sie sicherlich schon selbst erkannt haben, bietet die DEP laut Homepage nur für Gewerbekunden Gas an. Offensichtlich betrachten Sie das Vergleichsportal, wo die DEP als Nummer eins auftaucht, als Großkunden. Den Vertrag kann man auch nur über das Vergleichsportal abschließen.


    Die Preisgestaltung ist schon ungewöhnlich. Wenn ich im seriösen Bereich bleibe, fällt mir kein Grund ein.


    Bei dem Erkenntnisstand habe ich beschlossen, Geschäfte die ich nicht verstehe, mache ich nicht.


    Gruß Pumphut

  • Hallo,

    danke für Ihre Einschätzung.

    Auf der HP bezeichnen die sich als Lieferant für Gewerbegas, hatte ich schon gesehen, nicht dazu passt, dass sie überhaupt in den Anbieterlisten der Portale bei Suche nach Verbrauchergas erscheinen. Zudem nennen sie ihr Produkt ausdrücklich "best privat", was nun nicht nach Gewerbeangebot klingt.


    Ich hatte mich länger nicht mehr mit Gas befasst, bei Eprimo (und sicher auch anderen) ist es wohl normal (und schäbige Absicht), dass sie die immer gleichen Produktnamen ("Eprimo prima klima" u.ä.) für in Wahrheit ganz verschiedene Angebote (mit unterschiedlichen Preisen) verwenden, je nachdem ob es laufende oder neu angebotene Verträge sind.


    An diesen korrekten Methoden der Verbraucher-Einnebelung gemessen müsste nun das Modell von DEP nicht unbedingt als dubios erscheinen.


    Letztlich "verstehen" wir doch auch alle anderen Kalkulationen nicht (was "normal" ist) sondern wir stoßen uns daran nur nicht, da wir daran gewöhnt sind.


    Gruß


    S.

  • Wer verkauft Gas für 1 Cent pro kWh?

    Ich habe für ein Mehrfamilienhaus aus den 1970ern gesucht mit einem Verbrauch von 36.500 bis 39.500 kWh pro Jahr. Energiepool ist laut Vox der günstigste.

    Alles ist sehr undurchsichtig.

    Ich hatte mal einen Vertrag über eine Mindestmenge von 37.000 kWh. Ein eventueller Mehrverbrauch war dann pro kWh 20% teuerer als eine "normale" kWh. Wir lagen am Schluss 1.000 kWh darüber und mussten nur für diese 1.000 kWh 20% mehr zahlen. Insgesamt nachvollziehbar. Der Grundverbrauch von 37.000 kWh passte halt gut zu diesem Haus.


    Aber hier bei Energiepool ist es ganz anders und nicht mehr nachvollziehbar, denn der Grundverbrauch ändert sich und hängt von der Menge ab, mit der man bei Verivox rechnet.

    Beispiel: Ich einen Verbrauch von 30.000 kWh ein.

    Ergebnis:

    Verbrauchspreis 299,88 € für 30.000 kWh pro Jahr

    Grundpreis: 1.213,19 € pro Jahr

    Gesamt: 1.513,07 Euro


    Jetzt ändere ich die Vorgabe und rechne mit 40.000 kWh pro Jahr

    Verbrauchspreis 399,84 € für 40.000 kWh pro Jahr 1,00 Cent pro kWh

    Grundpreis 1.632,98 € pro Jahr

    Gesamtpreis 2.032,82 € pro Jahr


    Jetzt frage ich mich: Was passiert, wenn ich einen Verbrauch von 30.000 kWh angebe aber dann doch 39.000 kWh verbrauche? Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich in diesem Fall 9.000 kWh für 1 Cent/kWh bekommen kann.


    Wenn man jetzt für z.B. ab April abschließt, muss man in den ersten Monaten einen Abschlag zahlen, der mit den Verbrauchskosten dieser ersten Monate nichts zu tun hat. Für mich ist das alles viel zu undurchsichtig. In den AGB habe ich nichts über Staffelpreise gesehen. Hätte ja sein können, dass es Stufen von 1.000 kWh gibt.

    Man kann in den Rechner fast jeden beliebigen Verbrauch eingeben; immer ist Energiepool der günstigste Anbieter. Das kann eigentlich nicht sein.


    Nachdem ich mit mehreren Verbräuchen gerechnet habe, kommt heraus, dass es sehr wohl Stufen gibt. Diese werden aber nicht explizit angegeben. Wer weiß am Schluss, welche Preisstaffel gilt?

  • Hallo liebe Redaktion,

    angesichts des zuvor Gesagten und einer eigenen Kurzrecherche, nach der ausschließlich DEP einen dubiosen verbrauchsabhängigen Grundpreis berechnet, bitte ich Sie zu prüfen, ob Ihre Kriterien für die Aufnahme in die Finanztip-Empfehlungen an diesem Punkt nicht angepasst werden sollten.

    Anders gefragt: wie interpretieren Sie denn das Fehlen einer diesbezüglichen Regelung in den AGB?

    Gruß tip

  • Ich sehe hier einen möglichen Trick: Die Sonne beginnt gerade zu scheinen und die Temperaturen steigen. Man beginnt den Vertrag im Frühjahr, danach steht ein halbes Jahr fast ohne Heizung bevor. Und Heizung frisst bei einem privaten Verbraucher den Löwenanteil des Gases. Der Vertrag hat eine Laufzeit von einem Monat. Was wäre, wenn der Anbieter im Herbst kündigt? Klar, man hätte jede Menge Grundbeträge gezahlt, vom geringen Verbrauch im Sommer bekommt man kaum etwas zurück.

    Ich will dem Anbieter nicht unterstellen, dass dies sein Geschäftsprinzip ist. Lange würde er das auch nicht durchhalten, aber er ist ja auch gerade erst aufgetaucht.

    Andererseits wäre der umgekehrte Effekt auch vom Kunden nutzbar, wenn der Vertrag im Herbst beginnt. Sofern der Anbieter diese Konditionen dann noch anbietet.

  • Hallo - bin frisch angemeldet

    Auskunft von Verivox: der neue Energieversorger verwendet den Jahresverbrauch des vorigen Lieferanten. Bei Abweichung der Angaben kommt der Vertrag nicht zustande.

    Als Beispiel: meine DEP-Staffel reicht von 19300 kWh bis 21200 kWh, Tarif = 64,71 € monatlich +1 C / kWh.

    In diesen Bereich muss mein letztjähriger Verbrauch reinpassen.

    Den Staffelbereich habe ich ertastet ! (Fummelei)

    Gruß

    W.M.

  • Hallo alle zusammen!

    Ich habe bei der Redaktion nochmal nachgefragt und folgende Antwort bekommen:


    "Sagen können wir, dass die Gaspreise der Firma in Neukundenangeboten aus unserer Sicht schwer kostendeckend sein können. Ein Versorger kann natürlich Tarife anbieten, an denen er nichts verdient oder sogar draufzahlt. Das Prinzip ist bei einigen Bonustarifen nicht anders. Hier sieht man es aber direkt an den Preisen, dass der Versorger nichts verdient. Die Frage ist dann, wie sich die Preise in einem Vertrag verändern werden."


    Ich hoffe das hilft Euch weiter!

    Herzliche Grüße

    Xenia

  • Hallo,

    das ist nun keine "Auskunft", die etwas nennenswert Neues enthält, was man aber auch nicht erwarten konnte.

    Wie TIPs Hinweis auch zeigt, hat dieser Hr. Pliet in Rheine mit der DEP nun schon mindestens die 3. Firma (vermutlich eher mehr). Nun unter besonders großmächtigem Namen (und sehen Sie nur die dicken Rohre!), nun wohl von Madame als GF verwaltet, also vertrauenserweckend wirkt das nicht gerade.


    In Abschnitt 6 der AGB steht nichts von Stufen, nur, dass DEP die Abschläge festlegt, was diese dann ja einschließt.


    Den Portalen kann es Recht sein, Hauptsache viele Wechsel, wenn die KundInnen sich dann damit "verschlechtern" hat man gleich 2 Wechsel...


    Gruß

    S.

  • Hallo, eine Frage:

    Auf der Ergebnisseite von VERIVOX ist im DEP-Angebot der Text "12 Monate Preisgarantie" und "1 Monat Vertragslaufzeit" zu sehen.

    Wie kann es denn 12 Monate Garantie geben, wenn sich jeden Monat ein neuer Vertrag mit beliebigem Kleingedruckten anschließt ?

    Die Preisgarantie kann doch dadurch jeden neuen Monat geändert werden ?

    Wie ist denn das Vertragssystem zu verstehen ?


    Gruß

    W.M.

  • Ich möchte auf 3.2 der AGB hinweisen: Der Sondervertrag „Privat Best“ kann durch den Kunden oder DEP jederzeit gekündigt werden.


    Der Anbieter kann somit im Oktober, zu Beginn der Heizperiode, den Vertrag kündigen. Gezahlte Grundgebühr wird er nicht erstatten wollen.


    Mir kommt das seehr unseriös vor.

  • Hallo, wie man sieht werden lt. Bewertungen viele doch nicht Beliefert (wahrscheinlich Kunden, die ab Herbst versorgt werden).


    Eine sehr hohe Grundgebühr macht sinn, wenn man eine Klausel in den AGB hat. So gibt´s einen Hinweis in 3.2 der AGB : Der Sondervertrag „Privat Best“ kann durch den Kunden oder DEP jederzeit gekündigt werden. Man nimmt den Frühling bis ende Sommer mit und beendet den Vertrag. In Abschnitt 6 der AGB steht nichts von Stufen, nur, dass DEP die Abschläge festlegt, was diese dann ja einschließt.


    Also Abschläge sehr hoch setzen, ab jetzt versorgen und zu Beginn der Heizperiode Vertrag kündigen. Das ist ganz legal, der Kunde hat es ja auch so akzeptiert. Einfach nur für 1 Cent/ kWh wird natürlich kein Unternehmen der Welt hier einen Kunden beliefern. Da wird wohl jemand innerhalb eines Jahres Multimillionär evtl. bis in den 9 stelligen Bereich! Herzlichen Glückwunsch :-)


    Die Gier der Menschen kann man immer gut ausnutzen und extreme Reichtümer sind in kurzer Zeit machbar in Deutschland. Es werden wahrscheinlich weitere solcher Angebote folgen.


    Gruß EnergiEeXperte

  • Das mag alles sein. Wir werden sehen, ob es so kommt, dass viele Kunden zum Herbst eine völlig überraschende Kündigung bekommen.


    Jetzt aber mal ein anderes Szenario:

    Mal angenommen, ich hätte in den letzten Jahren immer ein paar Kwh weniger als Zählerstand angegeben als wirklich verbraucht. Dann summiert sich das über die Jahre schon zu einem ordentlichen Mehranteil. Dann wäre in dem Fall DEP doch der Angeschmierte, denn dann würde ich doch aufgrund des geringen Kwh-Preises endlich mal den korrekten Zählerstand melden. Da können sie mir kündigen wie sie wollen, verbraucht ist das, was auf der Uhr steht, basta. Ich denke daüber hat DEP dann auch nicht wirklich nachgedacht.