Freibeträge für Erbschaftssteuer

  • Der Steuerberater meiner Schwiegermutter meinte, dass die Freibeträge für Erbschaftssteuer bald gesenkt werden würden. Ich finde dazu nichts im Netz. Wisst Ihr irgendwas dazu? Ist es vielleicht eine Taktik des Steuerberaters um meine Schwiegermutter zu (beratungsfähigen 8o) Transaktionen zu bewegen?

  • Ich vermute, dass er davon ausgeht, dass die nächste Bundeskanzlerin von den Grünen kommt. Diese will ja z.B. die Abgeltungssteuer abschaffen und Sozialbeiträge auf Kapitalerträge einführen.


    Vergleiche dazu Seite 43, 90 und 93 von https://cms.gruene.de/uploads/…125_Grundsatzprogramm.pdf

    Zitate:


    Das Aufkommen der Steuern aus Kapitaleinkommen, aus großen Vermögen und Erb­schaften muss wieder deutlich erhöht werden. Die Besteuerung von Kapitaleinkom­men muss mindestens dem Maß der Besteuerung der Erwerbstätigkeit entsprechen.


    Die Sozialversicherungen sol­len deshalb zu Bürger*innenversicherungen weiterentwickelt werden, sodass alle Menschen vom Schutz der Sozialversicherungen profitieren und sich entsprechend ihren Einkommen, egal ob aus selbstständiger Arbeit, Lohn oder Kapitalerträgen, solidarisch beteiligen. Soziale Sicherungssysteme sollen so gestaltet werden, dass deren Finanzierung möglichst krisenfest ist


    Dazu, die Kosten für ein besser ausgestattetes Bildungssystem zu tragen, das allen Kindern und Ju­gendlichen die gleichen Chancen bietet, kann die höhere Besteuerung von Vermö­gen bzw. Erbschaften einen Beitrag leisten.


    Rechtzeitig vor der Wahl mache ich wieder einen Thread "Augen auf im Wahllokal"

  • Hallo,

    dass er davon ausgeht, dass die nächste Bundeskanzlerin von den Grünen kommt

    Das Szenario will ich mir gar nicht vorstellen. Aber unabhängig von der Partei bedeutet die Aussage „die großen Vermögen müssen stärker besteuert werden“ immer, die etwas über dem Durchschnitt liegenden Vermögen sollen stärker besteuert werden. Nur von denen kommt das Geld, nicht von den obersten Zehntausend.


    Allerdings, um auf die Ausgangsfrage von chris2702 zurückzukommen, dieses Jahr passiert sicherlich nichts mehr. Für den Anfang 2022 sind Überraschungen drin. Grausamkeiten müssen am Anfang einer Legislaturperiode verübt werden.


    Gruß Pumphut

  • Ich mache für keine Partei hier Werbung. Dazu zitiere ich mich mal selbst aus dem Thread zur letzten Bundestagswahl

    Ich lege Wert auf die Feststellung, dass ich keine der Parteien aus dem Grund der Anlegerfreundlichkeit empfehle. Ferner sollte die Wahlentscheidung immer aus einer Gesamtwürdigung erfolgen, hier empfehle ich den Wahl-o-Maten der Bundeszentrale für politische Bildung, der zwei bis vier Wochen vor dem Wahltermin veröffentlicht wird


    Unabhängig halte ich es für falsch, Menschen die trotz der heute schon hohen Abgabenlast etwas für die eigene Vorsorge tun und damit wahrscheinlich keine Empfänger von Transferleistungen werden, durch Erhöhung bzw. Neu-/Wiedereinführung von Steuern zu bestrafen. Das gilt auch generationenübergreifend. Erbschaftssteuer heißt letztlich partielle Enteignung mit dem Todeszeitpunkt.