Yippie kündigt zu spät - mein Problem?

  • (Vorab, ich vermute "ja".)


    Timeline:

    - 27.11.2020: Preiserhöhung der Stadtwerke zum 01.01.2021

    Zitat

    Sollten Sie mit den neuen Konditionen nicht einverstanden sein, haben das Recht Ihren bestehenden Gasliefervertrag ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens der Änderungen zu kündigen.

    - 28.11.2020: Verivox GmbH – Ihr neuer Gasvertrag

    Zitat

    Im Anschluss kündigt Ihr neuer Gaslieferant Ihren bestehenden Vertrag bei Ihrem derzeitigen Lieferanten. Sie können sicher sein, dass Ihr Anbieterwechsel zügig und zuverlässig über die Bühne geht.

    - 01.12.2020: Yippie! Es hat geklappt! - Deine Auftragseingangsbestätigung

    Zitat

    Wir kümmern uns nun um den Wechsel und melden uns bei Dir, sobald wir den genauen Lieferbeginn bestätigt bekommen haben. Nicht wundern, das kann bis zu 3 Wochen dauern.

    - 22.02.2021: Yippie Yippie Yeah ! Der Wechsel ist geschafft. - Deine Vertragsbestätigung

    Zitat

    Ab dem 01.01.2022 versorgen wir Dich zu den vereinbarten Konditionen.


    Meine Schuld, oder? Hätte ich Yippie vor Jahreswechsel auf die Füße treten sollen? Oder selbst kündigen? Was kann ich sonst wohl machen?

  • Hi,


    soweit mir bekannt, kann nur der Vertragspartner das Sonderkündigungsrecht ausüben. Berufe ich mich auf „mein“ Sonderkündigungsrecht, kündige ich auch selbst und teile dem neuen Anbieter das Datum des Vertragsbeginn mit.


    Gruß TradeAttack

  • Wusste Yippie denn von der Preiserhöhung und konnte sich somit auf das Recht der Kündigung ohne Kündigungsfrist beziehen?

    Von mir nicht - es war bei der Beantragung aber auch keine Möglichkeit vorgesehen, das mitzuteilen. Und wenn die versprochenen 3 Wochen geklappt hätten, wäre ja auch dicke Zeit gewesen selbst noch mal zu kündigen.


    Ansonsten werden die ja nur eine ordentliche Kündigung eingereicht haben unter Einhaltung der Kündigungsfrist.

    Das fände ich einigermaßen amateurhaft. Wenn die massenhaft ihre automatisierten Kündigungen rausschicken, dann würde ich schon erwarten, dass da Dinge drinstehen wie "zum frühestmöglichen Zeitpunkt" oder "unter Berücksichtigung von Fristen eventueller Sonderkündigungsrechte" etc. Zumal die Preiserhöhungen zum Jahreswechsel durch den CO2-Preis begründet waren und halb Deutschland ein Sonderkündigungsrecht zum 01.01.2021 gehabt haben dürfte.

  • soweit mir bekannt, kann nur der Vertragspartner das Sonderkündigungsrecht ausüben.

    Hast Du dafür eine Quelle? Wikipedia erwähnt so eine Bedingung nicht, und im BGB finde ich dazu auch nichts. Zumal ganz grundsätzlich ein Kündigungsrecht nur von Vertragsteilen ausgeübt werden kann, solange niemand anders dafür bevollmächtigt worden ist - das habe ich im Antrag bei Yippie/Verivox aber garantiert irgendwo getan. Ich wüsste nicht, dass so etwas auf normale Kündigungsrechte beschränkt wäre.

  • Hi,


    Ich habe jetzt mal bei Anwalt.de folgendes gefunden.


    Des Weiteren ist es wichtig, dass in dem Kündigungsschreiben Gründe für die außerordentliche Kündigung angegeben werden“


    Hat dein neuer Anbieter bei der Kündigung nicht ausdrücklich auf das ausgeübte Sonderkündigungsrecht verwiesen, wird es wohl als reguläre Kündigung zu werten sein.

    Bei check24 gibt es die Möglichkeit ein Häkchen zu setzen bei der Option „vertrag bereits gekündigt“. Den setze ich und kündige mit Verweis auf mein Sonderkündigungsrecht selbst.


    Gruß TradeAttack

  • TradeAttack guter Punkt, vielen Dank. Ich bin zwar immer noch überzeugt, dass Yippie mit ihrer Kenntnis des Gasmarkts ohne Probleme das Sonderkündigungsrecht hätte in Anspruch nehmen können, aber Deine Antwort eröffnet zumindest die Möglichkeit, dass sie auch das verbockt haben :thumbsup:

  • Vielleicht noch ein paar Hintergründe zum besseren Verständnis.

    Der ganze Prozess des Anbieterwechsels läuft fast vollkommen automatisiert ab. Sämtlich Mails dazu sind vorgefertigte Textbausteine die nur zutreffend sind, wenn es keine außergewöhnlichen Vorkommnisse gibt.

    Beim Umzug, Zwischenabrechnungen ausser der Reihe und eben mit Sonderkündigungen funktionieren diese Prozesse oft nicht korrekt. Deshalb kümmere ich mich um diese Sonderfälle selbst.

    Ich kündige, warte auf die Kündigungsbestätigung und nutze einen Tarifrechner zum wechseln nur, wenn mindestens 4 Wochen bis zum gewünschten neuen Vertragsbeginn dazwischen liegen. Ist der Zeitraum kürzer, bleibe ich 4 Wochen in der Grundversorgung und organisiere von dort heraus einen automatischen Wechsel über einen Tarifrechner.

    Auf diese Art und weise habe ich schon hunderte Kunden beim Wechsel begleitet.


    Gruß TradeAttack

  • Kurzes Update von Yippie:

    Scheint, als habe sich mein alter Versorger quergestellt. Davon haben die im Gespräch letzte Woche natürlich nichts gesagt :)