Altersvorsorgeplan - große Unsicherheiten. Was könnte man raten?

  • Guten Tag liebe Gruppe,


    ich bin hier neu, weil mich einiges an Sorgen umtreibt was meine Altersvorsorge betrifft wobei es nicht nur negartiv steht.


    Es würde mich sehr freuen, wenn hier sinnvolle Kritiken und Hilfen angeboten würden - als Ideen. Bin da kritikfähig aber es geht mir um Sachlichkeit wovon ich in so einem Forum ausgehe.


    Ausgangslage in Daten:


    Ich habe lange im Leben rumgeschludert und nicht viel getan. ||


    Das ist nun seit einigen Jahren grundlegend anders. Ich gebe mal einige Grunddaten, damit der Leser sich eine Vorstellung machen kann:


    Alter: 55


    Beruf: soll anonym bleiben aber abgeschlossenes Hochschulstudium mit absolut eigentlich immer recht guten Perspektiven; momentan bin ich seit einigen Jahren fest und unbefristet in einer tollen Firma angestellt, bei der ich beabsichtige bis zur Verrentung zu bleiben.


    Jahreseinkommen: etwa 62 000,00 Euro brutto, eher etwas mehr wegen der Prämien die ich weggelassen habe, weil das schwankt


    Gesundheit: überwiegend gut. Ich bin glücklich und fit. Mache regelmäßig Vorsorgeuntersuchungen.


    Familienstatus: verheiratet. Ich habe eine Tochter die bei mir lebt (15) und meine Frau einen Sohn, der auch bei uns lebt (9).


    Frau verdient 17 000 Euro brutto. Wir machen Ehegattensplitting. Sie ist recht jung und soll sich bald zusätzlich weiterbilden.


    Angesammeltes Vermögen:


    Geld auf Fremdwährungskonto (Schweiz): 20 000,00 Franken

    Geld auf deutschem Konto (Euro): 55 000,00 EURO


    Aktien: 5000,00 Euro, ein Aktientitel


    Lebensversicherungen


    1. Lebensversicherung: momentaner Rückkaufwert Lebensversicherung als Rente: 26 000,00, läuft noch bis 2031 und dann soll es eine Rente i.H.v 280,00 Euro als Garantierente geben oder ich glaube so 60 000,00 Euro als Einmalzahlung


    2. Betriebliche Altersversicherung: 2031 bekomme ich 120 Euro Zusatzrente


    3. Rente auf Aktienfond: mache ich erst seit 1 Jahr im Monat 150,00 Ansparsumme. Keine Ahnung was da der Rückkaufwert ist, soll noch 10 - 12 Jahre laufen.


    4. Aktien Fondsparplan: noch etwa 6 Jahre, mache ich 5 Jahre und spare monatlich 100 Euro.


    5. Gold: 8000,00 Euro


    Und nun kommt das Schlimme: Rentenpunkte bislang i.H.v nur 400 Euro. Momentan glaub ich bekomme ich etwas unter 2 Rentenpunkte pro Jahr.


    Schulden habe ich null,


    Ich habe trotzdem ich da fast überall einzahle dauernd noch 2-400 Euro im Monat über, manchmal mehr.


    Was sollte ich tun, um meine Situation noch etwas zu verbessern? Ich habe ja bei diesen Versicherungen schon gestreut aber keine Lust immer das Gleiche zu machen und Aktien im großen Stil einzukaufen, halte ich für zu riskant.


    Ich habe Sorge vor: Zusammenbruch der Aktienmärkte, großer Inflation, gesundheitlichen Verschlechterungen.


    Hört sich etwas krass an. Ist hier auch so dargestellt, wobei ich im Kern ein Optimist bin und viel und gerne lache.


    So. Was könnte man als Planung zur Absicherung verbessern?


    Zusatzfrage: Kann man beim kompletten Auszahlen von Lebensversicherungen die Steuern sparen, indem man die komplette Summe nochmals auf 10 Jahre in eine Altersvorsorge packt?



    Lieben Gruß und euch alles Gute.



    Benjamin:)

  • Idee - sich im Shop von Stiftung Warentest => Finanztest nach geeigneter Literatur umschauen: https://www.test.de/shop/altersvorsorge-rente/


    Eine passable Antwort auf Deine Bedürfnisse zu finden, erscheint schwierig, da Du an Versicherungen das Interesse verloren hast und vor dem Aktienmarkt zu große Angst hast. Du blockierst dich praktisch auf allen Seiten selbst was die zukünftige Strategie angeht - Motto: etwas ändern wollen - ohne wirklich was zu ändern und zugleich die Vollkaskomentalität dabei nicht aufgeben wollen .... .


    Zitat

    Zusatzfrage: Kann man beim kompletten Auszahlen von Lebensversicherungen die Steuern sparen, indem man die komplette Summe nochmals auf 10 Jahre in eine Altersvorsorge packt?


    Unwahrscheinlich, dass das klappt. Denn das Finanzamt kann nicht wissen, was Du nachfolgernd mit Geld machst. Das Finanzamt interessiert nur das steuerrelevante Ergebnis der Auszahlung. Warum willst Du überhaupt die LV zurückkaufen? Was Du hast - hast Du! Und was anderes weisst Du aktuell nicht damit anzustellen. Aber eine Idee habe ich noch:


    Lasse Dich doch mal einen Sozialverband oder von der DRV Bund direkt beraten, wie Du einen ganzen Packen Geld als Sonderzahlung in die DRV Bund stecken kannst. Das macht bei vielleicht Dir am ehesten Sinn, denn Du warst offensichtlich viele Jahre nicht oder nur marginal sozialversichert unterwegs, wenn ich das richtig einschätze.


    Ich weiss aber nicht, ob es sich lohnt für die Zusatzzahlung(en) in die DRV Bund gleich die ganze LV zu plündern; kann hier auch keiner wirklich durchrechnen. Diese Sonderzahlungen sind aber meistens sehr hoch, damit sie sich überhaupt bemerkbar machen später beim Renteneintritt. Wir reden hier von mehreren 10k`s über die Jahre bis zur Rente verteilt.

  • Hallo.


    Ist das Rentenversicherungskonto denn geklärt? Gab es Auslandsaufenthalte aus denen Rentenansprüche abgeleitet werden können?

    Ggf. wären zusätzliche Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung zu überlegen (Paragraph 187a SGB VI: "Abschläge ausgleichen").


    Bei der Verdiensthöhe der Gattin und zwei Kindern im kindergeldfähigen Alter stellt sich die Frage nach einem Riester-Vertrag.

    Es würde der Sockelbeitrag von 60 Euro im Jahr für die vollen Zulagen ausreichen.

    (Je nach geplantem Auswanderungsziel wäre der Plan kritisch zu sehen.)

  • Ggf. wären zusätzliche Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung zu überlegen (Paragraph 187a SGB VI: "Abschläge ausgleichen").

    Ja genau, das war auch meine Idee. Das ist aber ein ziemlich teurer Spass: für das Projekt würden ein paar hundert Euro pro Monat eher nicht ausreichen.

  • Ja genau, das war auch meine Idee. Das ist aber ein ziemlich teurer Spass: für das Projekt würden ein paar hundert Euro pro Monat eher nicht ausreichen.

    Grob überschlagen wird die Rentenversicherung (bei Vorliegen der Voraussetzungen) wohl bis zu 30.000 Euro annehmen. Diese Zahlung könnte man von heute bis zum Rentenbeginn strecken. (Das wären grob 250 Euro im Monat bis zum Rentenbeginn.) Theoretisch könnte man auch nur ein paar Euro einzahlen (mit überschaubarer Wirkung). Es wird nur eine Höchstgrenze festgelegt.

  • (Je nach geplantem Auswanderungsziel wäre der Plan kritisch zu sehen.)

    Sind Riesterrenten im Ausland nicht auszahlfähig?



    Lasse Dich doch mal einen Sozialverband oder von der DRV Bund direkt beraten, wie Du einen ganzen Packen Geld als Sonderzahlung in die DRV Bund stecken kannst. Das macht bei vielleicht Dir am ehesten Sinn, denn Du warst offensichtlich viele Jahre nicht oder nur marginal sozialversichert unterwegs, wenn ich das richtig einschätze.


    Ich sage ja: ich habe Jahre nichts oder wenig eingezahlt und versuche das nun aufzuholen.


    Wenn ich aber sagen wir einen Betrag von 50 000 Euro einzahle, könnte sich das vielleicht lohnen. Es müsste sich aber immer massiv steuermindernd auswirken. Das Problem ist, dass die erste dicke LV genau dann fällig wird, wenn ich noch ein - zwei Jahre arbeite und die LV ist unflexibel - es wird entweder auf den Stichtag ausgezahlt oder ich werde verrentet aber die Bedingungen sind übel: sterbe ich zu früh, kassieren die fast alles ein. Nur 5 Jahre werden an Begünstigte weitere Rentenzahlungen geleistet weshalb ich dazu neigen will, alles auf einen Schlag mitzunehmen.


    Könnte ich aber alles auf einen Schlag in eine ganz neue LV zahlen und würde ich das steuerlich komplett absetzen können (absolut keine Ahnung), kann ich den Zeitpunkt der Steuerlast wenigstens etwas verschieben.


    Danke f die Antworten

    Ja genau, das war auch meine Idee. Das ist aber ein ziemlich teurer Spass: für das Projekt würden ein paar hundert Euro pro Monat eher nicht ausreichen.

    Es ginge hier um 50 - 70 k auf einen Schlag.

    Ist das Rentenversicherungskonto denn geklärt? Gab es Auslandsaufenthalte aus denen Rentenansprüche abgeleitet werden können?

    Ich habe das vergessen zu sagen: im Ausland war ich auch tätig und nehme geringfügige Rentenansprüche von dort mit - werden nicht mehr als 200 Euro im Monat sein.

    Eine passable Antwort auf Deine Bedürfnisse zu finden, erscheint schwierig, da Du an Versicherungen das Interesse verloren hast und vor dem Aktienmarkt zu große Angst hast.

    Das ist korrekt. Wenn ich mir die Aktienmärkte ansehe in die ich ja sehr langsam noch investiere, kann es nach meinem Empfinden nur zu einem Crash bester Güte kommen. Den ersten Crash habe ich letztes Jahr verpasst aber ich rechne mit einem Totalabsturz und wollte warten. Leider warte ich schon eine ganze Weile und der Totalabsturz kam nicht.

  • Danke für die Erläuterung. Das offenbart ja schon das Dilemma. Er wird NIE wieder aufholen können, was über offensichtlich mehrere Jahrzehnte nicht in der Altersvorsorge geleistet wurde. Ich habe auch mal von den Höchstgrenzen gelesen und das das Ganze wirklich nicht soo viel bringt. Ohne kluge professionelle Beratung sollte man so ein Projekt nicht angehen.


    Klipp und klar ist festzuhalten, dass die Alterssicherung des sich liebenden Ehepaares mit der deutlich jüngeren Frau nur - und ich wiederhole nur - mit einem wesentlich höheren Gehalt von ihr zu retten ist. Das müsste sich mehr als verdoppeln, um zumindest in D später ganz gut klar zu kommen. Es sind ja auch noch die beiden Kinder da, die mal ausbildungsmässig teuer versorgt werden müssen.


    Oder man siedelt dann halt ins Ausland über, wahrscheinlich dorthin, wo die Frau mal geboren wurde ... Sie wird später nicht nur die Alleinverdienerin sein, während er in der Rente weilt, sie wird ihn wahrscheinlich sehr viel später auch pflegen müssen. Vll wird auch er nach dem Renteneintritt nebenbei weiter arbeiten müssen, wer weiss? Eben schrieb er noch was von einer Immobilie der Mutter, jetzt der Textteil irgendwie verschwunden .... .

  • klipp und klar ist festzuhalten, dass die Alterssicherung des sich liebenden Ehepaares mit der deutlich jüngeren Frau nur -und ich ich wiederhole nur - mit einem von ihr wesentlich höheren Gehalt zu retten ist.

    Schon deshalb investiere ich auch in ihre Ausbildung.


    Bei Hartz 4 sehe ich mich allerdings nicht, jedoch ist zwischen Hartz 4 und einem einigermaßen normalen Leben eine Menge Luft.


    Nach meinen Berechnungen werde ich wenn alles gut geht mit allen Ansparungen ect. etwa 1200 - 1400 netto zur Verfügung haben.

  • Teilweise gilt der Verzug ins Ausland (außerhalb der EU) als "schädliche Verwendung", sprich die Zulagen müssen zurückgezahlt werden.


    Aber wenn wir 200 Euro ausländischen Rentenanspruch und 400 Euro bisherigen Rentenanspruch zusammenrechnen, sind wir schon bei 600 Euro. Pro Jahr kommen grob 60 Euro (ggf. etwas mehr) an zusätzlichem Anspruch hinzu, dann wäre man schon bei 1320 Euro. Abschläge ausrechnen lassen, ausgleichen und trotzdem erst mit 67 in Rente und wir wären bei knapp 1450 Euro.

    Da hat man schon von Schlimmerem gehört, auch wenn es natürlich deutlich unter dem aktuellen Einkommen liegt.


    Genaueres kann eine Beratung durch die Rentenversicherung klären. (Geht auch telefonisch.)

  • Da hat man schon von Schlimmerem gehört, auch wenn es natürlich deutlich unter dem aktuellen Einkommen liegt.

    Ich will das wie gesagt auch ausgleichen, indem ich in ein Land ziehe indem die Kaufkraft anders verteilt ist.


    Es ist kein Drama, wenn der Lebenstandart sinkt zudem ich ihn ja eh momentan nicht auslebe, da ich zurücklege und in die Ausbildung meiner Frau investiere.


    Ich werde das Beratungsgespräch führen

    Eben schrieb er noch was von einer Immobilie der Mutter, jetzt der Textteil irgendwie verschwunden .... .

    Das ist richtig. Ich wollte Fehler korrigieren und dann ist das plötzlich verschwunden.


    Ich werde eine Immobilie erben. Aber ich will auch nicht auf sowas bauen - möglicherweise lebt sie 100 Jahre, wer weiss und das wäre ja auch eine tolle Sache.


    Ich bin ebenfalls Doppelstaatler. Auch ein eher armes Land. Es gibt viele Auswanderungsalternativen.

  • Hallo Benjamin,


    ich wage mal zu behaupten, dass du mit zwei oder drei Kommentaren zu "Ausschnitten" oder Teilen deiner bisherigen Versorgung, so gut sie auch sein mögen, nicht wirklich weiter kommst.


    IMHO solltest du zunächst - ganz brutal / pragmatisch - deinen Vermögensstatus ermitteln (Netto-Vermögen) und unter den Annahmen der Veränderung (Rendite... ) die ganze Sch... bis zum Rentenbeginn hochrechnen... und auch lange darüber hinaus.

    Im zweiten Schritt bewertest du jeden einzelnen Baustein im Vergleich zu einem alternativen Invest, das bei deiner/euerer Lebensplanung Sinn macht.


    Vor Aktien (auch Fonds, ETF) und/oder vor einem Crash (Grüße an die zahlreichen Crashpropheten!) solltest du keine Angst haben. Generell kann man Kursschwankungen nicht ausschließen, das ist allen klar. Auf die Erholungen der Märkte im Rahmen des Gewesenen würde ich auch nicht wetten. Allerdings bin ich auch nicht der Buy-And-Hold-Jünger, sondern habe meine private Altersversorgung eher aktiv gemanagt. Viele Menschen haben das sog. Markt-Timing ad absurdum geführt; ich behaupte auch nicht, dass es mir gelingen könnte, zum jeweils idealen Zeitpunkt zu kaufen oder zu verkaufen... aber so annähernd kann man schon richtig reagieren.

    Will sagen, schau die deine derzeitige Situation nüchtern an, vergleich einfach einmal die Anlagebeträge (Sparbeträge) mit fiktiven Investitionen in ETF (MSCI World) und schau dann, ob du bzw. ihr zum Rentenbeginn vom "Eingemachten" leben kannst/könnt.

    Bis dahin hast du auch Zeit, dich näher mit der Materie zu befassen und Volatilität zu verstehen.


    Nach den Vorarbeiten können wir gerne weiter ratschen, welche Varianten Sinn ergeben.


    Schönes WE

    John

  • Ja, JDS - Deine Antwort ist vorhersehbar, bestimmt gut gemeint und passend zum Community-Fokus hier .... Nur notiert der Threaderöffner wie auch eingangs ja lakonisch, dass

    Zitat

    nach meinem Empfinden nur zu einem Crash bester Güte kommen. Den ersten Crash habe ich letztes Jahr verpasst aber ich rechne mit einem Totalabsturz und wollte warten. Leider warte ich schon eine ganze Weile und der Totalabsturz kam nicht.

    An dieser Denke werden Deine Ideen wohl wenig ändern, obwohl sie eine Überlegung sicher wert sind.


    Leute, die wirklich viel in ihrem Leben erlebt haben und höchstwahrscheinlich mal sehr schwere - existenzielle - Phasen duchlaufen haben, sind prädestiniert für die genannten Vorbehalte, insbesondere dann, wenn sie sich wacker wieder nach oben gekämpft haben und verantwortungsvoll einen sicheres Niveau erhalten wollen.


    Viele, sehr viele, Mitmenschen in D haben noch nie in einer existenziellen Krise gehangen und dafür gehen andere wiederum umso mehr bereichert aus ihr hervor! Eine Folge davon kann eine erhöhte Wachsamkeit sein, Du kannst es auch Vorsicht nennen.

  • Ei Grüner Wein,

    dann soll er halt auf den Totalabsturz warten ;-)

    Ich schließe keine Wette darauf ab, dass die Kurse ständig und stetig steigen werden; mit der Vola - egal ob "im Rahmen des Üblichen", oder extrem/er - muss man immer rechnen. Im Laufe meines Investorenlebens (30+ Jahre) habe ich mehrere Crashs bzw. Krisen erlebt und habe jeweils immer rechtzeitig reagieren können, teils zu früh, teils gerade noch so, um Aktien auch noch bei beginnenden Kursrutschen verkaufen zu können. - Dabei habe ich nicht nur auf die Infos zum Markt reagiert, sondern die üblichen Faktoren bis hin zu Handelsvolumina beobachtet und teils "aus dem Bauch" vor Hochs verkauft, oder schlimmstenfalls bei Erreichen von vorher definierten Kursen (SL). Künftig dürfte diese Vorgehensweise auch funktionieren. IOW... mir persönlich wäre ein "Totalabsturz" Jacke...

  • Daran werden Deine Ideen wohl wenig ändern, obwohl sie eine Überlegung sicher wert sind.

    Ich habe ja seit ein paar Jahren begonnen monatlich etwas in so einen Aktiensparplan zu investieren.


    Ein Fond, der weltweit Aktien gestreut hat. Ich traue mich halt nicht größere Beträge da zu investieren, weil die Kurse ja extrem ausgereizt sind und sehr sehr weit oben stehen. Wenn ich also sagen wir 50 000 meines Barvermögens in Aktien lege momentan und die Kurse um 80% einbrechen, sind 4 - 5 Jahre Ansparzeit futsch. Das hole ich nicht mehr auf bis zur Altersrente, no way und ich will nicht mit dem Nötigsten "zocken".


    Sind es aber laufende kleine Summen, die über die Zeit eingezahlt wurden ist der Verlust dann geringer. Aktien sind in meinen Augen Zockermasse die man hat, wenn man sonst alles bereits genügend besitzt und keine Chance, wirklich sicher Geld anzulegen wenn man weiss, dass die Rente knapp wird und man noch eine Weile der Strecke zu laufen hat um selbst das knappe Gut zu erwirtschaften.


    Die Option die mir selbst noch einfiel ist in Projekte der Firma zu investieren in der ich arbeite: 3,75% bekommen die Mitarbeiter Rendite und die ist recht sicher / auf 10 Jahre. Ich kenne ja die Projekte und weiss, was sie ausmachen und vertraue dem also ganz anders als einer Firma, die Anteile an der Börse anbietet die ich nicht genau begreife.


    Was ich mich aber noch frage für eine genauere Berechnung: was kann ich erwarten, was ich an Steuern bei einer Einmalauszahlung der Renten-LV zu bezahlen haben werde?


    Ich erwarte da einen Betrag der vielleicht auch über 60 000 liegt denn die sind der Garantiebetrag: der echte könnte höher sein.


    Und dann versuche ich nach Möglichkeiten die Steuerlast da zu drücken denn der Auszahlungszeitraum fällt blöderweise vermutlich in den Zeitrahmen, der kurz vor meinem Ausscheiden stehen wird und damit die höchste Gehaltszahlung auf das Jahr ausmachen könnte, die ich je erreichen werde... ausgerechnet. Habe jetzt 62 000 im Jahr, mit Prämien so 67 000. Hatte so 2-3% Gehaltssteigerung pro Jahr bislang also sind das konservativ betrachtet 20% = ungefähr 80 000 + vielleicht 65 000 die in nur einem Ausnahmejahr zu versteuern wären was ich völlig idiotisch finde. Wenn ich mir aber aus den 60 - 65 000 eine lebenslange Rente auszahlen lasse (ginge), sind das vielleicht so 280 Euro im Monat nur sterbe ich ja vielleicht schnell und dann zieht der Versicherer nach 5 Jahren den Rest ein - bescheuerte Konstruktion - ich habe damals gepennt beim Abschluss. Ich möchte also Altersvorsorgeinstrumente finden, die hier steuermindernd wirken.


    Dann habe ich noch zwei weitere Rentenversicherungen aber die sind zeitlich voll flexibel und ich kann sie bis 2040 bedienen, wenn ich will und damit die Summe steigern.


    Ich versuche die Dinge also aufeinander abzustimmen. Ich benötige nicht so riesige Auszahlungsbeträge. Vielleicht ein Haus im Ausland erwerben, vielleicht kann man das steuerlich absetzen - keine Ahnung.


    Ich befasse mich auch mit der Frage des Umstandes der Rentenversteuerung. Am klügsten scheint es mir, 6 Monate in einem Land und 6 in D zu verbringen (steuerlich), da die Rente so die Freibeträge behält. Allerdings ist das auch nicht zwingend, denn die Rente ist ziemlich gering bei so 1400 Euro im Monat und was werde ich da schon groß Steuern zahlen...


    Ich hatte eine Woche Urlaub grad und habe dieses Thema begonnen mal etwas zu überdenken. Angespart habe ich eigentlich aber irgendwie immer ziemlich planlos.


    Diese relativ für mich (!) hohen Summen an reinem Barvermögen (so 70 - 75 000 Euro ; teilweise in CH Franken) habe ich angehäuft, weil ich einfach nicht weiss was ich ausser den Lebensversicherungen und dem Aktiensparfond noch machen kann.


    Die bAV war das letzte konstruktive, was mir einfiel weil ich für eingesetzte 100 Euro da 200 an Vermögensaufbau habe (Steuer und S-Abgabenersparnis + AG Anteil).

  • Die Option die mir selbst noch einfiel ist in Projekte der Firma zu investieren in der ich arbeite: 3,75% bekommen die Mitarbeiter Rendite und die ist recht sicher / auf 10 Jahre. Ich kenne ja die Projekte und weiss, was sie ausmachen und vertraue dem also ganz anders als einer Firma, die Anteile an der Börse anbietet die ich nicht genau begreife.


    Das ist eine super Sache! Eine Gewinnbeteiligung am Unternehmen: das im Arbeitsvertrag sauber festlegen lassen. In der Regel bietet der Arbeitgeber dies (ausgewählten oder langjährigen) Mitarbeitern direkt an. Nachfragen lohnt bestimmt.

    Zitat

    Die bAV war das letzte konstruktive, was mir einfiel weil ich für eingesetzte 100 Euro da 200 an Vermögensaufbau habe (Steuer und S-Abgabenersparnis + AG Anteil).

    Ja, sehe die bAV für Dich (und viele von uns) als eines der Standbeine ein gutes Mittel der Wahl. Nur minderst Du dadurch den RV-Beitrag pro Monat, wird im Finanztip-Hauptportal und andernorts erläutert, Du preist das ja schon ein.


    Es ist sehr mühsam, die angesprochenen komplizierten steurlichen Aspekte selbst zu durchdringen, man läuft dabei ein bisschen die Gefahr, sich falsches Wissen anzueignen, um sich im Anschluss darauf unglücklicherweise zu verlassen. Überlege hierfür eine Beratungsgebühr bei einem Lohnsteuerhilfeverein resp. Steuerberater aufzuwenden. Dann bist Du auf der sicheren Seite, immer unter dem Vorbehalt von künftigen Gesetzesänderungen.


    Viel Glück für Alles! :-)

  • Das ist eine super Sache! Eine Gewinnbeteiligung am Unternehmen: das im Arbeitsvertrag sauber festlegen lassen. In der Regel bietet der Arbeitgeber dies (ausgewählten oder langjährigen) Mitarbeitern direkt an. Nachfragen lohnt bestimmt.

    Das habe ich ja bereits angeboten bekommen und die Prämien erhalte ich aus gutem Grund dafür, dass die Projekte effizient und erfolgreich von mir durch die verwaltungsrechtlichen Genehmigungsverfahren getragen werden - ich begreife ja die Wertsubstanz der Projekte gut, weil ich selbst 100% drinn stecke. Ganz anders bei Aktien, bei denen ich die Materie nicht verstehe und mich beraten lassen muss.


    Mein Chef ist der beste, den ich je hatte. Ein ganz feiner fairer fürsorglicher Typ.


    Ich habe heute Nacht die echte Schwachstelle meines Plans erkannt. Fiel mir erst so richtig bei reiflichem Nachdenken auf und andere sollten das besser machen:


    Nicht mein Plan ist so mies ansich. Ich habe wegen der Finanzkrise damals meine Firma und angesparte Altersvorsorge verloren, die eigentlich sehr gut lief und sehr viel Geld, wofür ich nichts wirklich konnte aber ich war dann schuldenfrei und musste neu beginnen.


    Dann habe ich einen neuen Job bekommen - erst einen miesen und dann den, den ich nun habe.


    Ich habe meinen Kopf aus der Schlinge gezogen was echte Altersarmut betrifft denke ich.


    Die gesamten Renten die ich zusammen bekommen werde, werden so 1400 - 1500 Euro im Monat ausmachen wenn ich 67 bin, vielleicht etwas früher, vielleicht etwas mehr (nur mit Garantiebeträgen gerechnet.)


    Ich habe zudem Zusatzvermögen angespart, was wächst und zwar nicht extrem viel, aber am Ende können das auch gut 200 000 Euro sein - wenn es gut läuft, sonst halt 150 000 etwa.


    Damit kann ich dann in einem Land indem die Lebenshaltungskosten 30-50% unter denen Deutschlands liegen vielleicht mit meiner Frau die in einer Ausbildung als Krankenschwester steckt und deutlich jünger ist als ich vielleicht ganz passabel leben.


    Der Knackpunkt ist ein anderer: ich unterliess die Berufsunfähigkeitsversicherung unter 50 abzuschliessen.


    War dicht drann vor 10 Jahren aber ich fühlte mich durch die Fragen nach meiner Gesundheit bis ins Detail massiv genervt und liess es aus "beleidigt sein". War ein schwerer Fehler:


    Wenn auch nur eine Sache gesundheitlich mir einen Strich durch die Rechnung macht, ist mein gesamter Plan hin und ich lande in der Altersarmut.


    Das habe ich vor einigen Jahren durch eine Unfallversicherung die mir bei einem Unfall 250 000 Euro bei Berufsunfähigkeit durch den Unfall zusichert abgemildert, immerhin. Ich hatte diese Woche eine Darmspiegelung und große Angst vor Krebs und dann fing ich an zu denken. Habe keinen, ist was anderes Harmloses... aber das hat mich sehr beunruhigt.


    Dahinsichen in finanziellen Nöten ist vermutlich entsetzlich. Ich kenne das aus dem Land aus dem meine Familie kommt vom Beobachten recht gut.


    Ich rate Menschen wie mir eine Berufsunfähigkeitsversicherung früh abzuschliessen.


    Mir geht diese Sorge manchmal durch den Kopf... mit dann später 1400 im Monat und einer Frau die arbeitet und auch noch Krankenschwester wird + einem kleinen angesparten Vermögen kann ich ja leben, aber die Sorge den Plan nicht durchhalten zu können, beschäftigt mich.


    Diese Art zu denken, habe ich mir erst in Deutschland angewöhnt.


    Deswegen habe ich früher sowas nie in Betracht gezogen und lebte in den Tag.


    Deutschland habe ich zu verdanken, dass ich verantwortungsvoller agiere - jetzt. Ich kann aber auch nicht dauernd Sorge haben und mache halt was ich kann. Wenn die Aktienkurse einbrechen, werde ich mehr in den ETF investieren den ich habe. Jetzt habe ich da zuviel Sorge. Grad besuchte ich meine Mutter, die mir eine teure Wohnung vererben will, was sie mir nochmal sagte was mir aber nicht passt. Sie soll 100 jahre alt werden und alles geniessen und verpulvern. Ich will alles selber schaffen.


    Grüße und nette Antworten hier. Anständiges Forum scheint es mir.

  • Ist ja nicht zu fassen... genau in meine Sorgeüberlegungen hinein bekomme ich die Rentenauskunft.


    Aus irgendeinem Grund habe ich mich deutlich zu schlecht berechnet. Ich glaube ich habe eine alte Zahl bei einem alten Verdienst im Kopf und zu meinen Ungunsten unterschlagen, dass die immer 5 Jahre brauchen um die Berechnungen anzupassen auf den Iststand. Momentan bekomme ich nahezu 2 Rentenpunkte im Jahr (die Prämien werden was ich nicht wusste hinzugezählt zum Jahresverdienst und die fielen wohl höher aus als mir bewusst war).


    Ist zwar keine feste Hausnummer aber immerhin habe ich die letzten 4 Jahre satte Prämien erhalten was sich auswirkt und auf nahezu 2 Rentenpunkte im Jahr ausschlägt.


    So erhalte ich etwa wenn das so weiter geht dann bei Berechnung der ganzen Garantiebeträge also konservativ berechnet (inklusive der privaten Rentenversicherungen und der bAV) dann doch wenigstens 1700 - 1800 Euro Renten im Monat, wenn ich durchhalte.


    Immer noch recht wenig aber kein Hartz 4 Fall.


    Dass ich mich frage ob es nicht verwirrend ist aus insgesamt 4 Bezugsquellen dann Einnahmen zu erhalten, ist für einen Antibuchhalter wie mich zwar misslich aber ein Luxusproblem.


    Zahlungen sind Zahlungen. Werden die Garantiebeträge überschritten und gibt es noch Rentenerhöhungen bis dahin, wird es sogar etwas mehr - frage mich, ob man mal eine Zeit mit 12 Jahren ohne eine einzige Rentenerhöhung gesehen hat aber wer weiss.


    Mein Problem mit der Sorge mal nicht mehr erwerbsfähig zu sein schrumpft ebenfalls von Jahr zu Jahr weil es in Deutschland etwas gibt, was ich nicht kannte (auch Schusseligkeit): eine Erwerbsminderungsrente. Greift die, wenn ich berufsunfähig werde? So habe ich das verstanden.


    Ich habe bislang befürchtet voll auf Reserven zurück greifen zu müssen, wenn ich sagen wir bewegungsunfähig werden würde - dem scheint mir nach Lektüre der Auskunft ansscheinend nicht zu sein.


    Ach ja.. ich weiss schon, warum ich damals nach meiner Ausbildung vor dem Studium totunglücklich und komplett unfähig war, als der mich ausbildende Betrieb vor Jahrzehnten auf die schwachsinnige Idee kam mich in der Buchhaltung unter zu bringen was mich aus Trotz dann veranlasst hat zu studieren.


    Auch bewahrheitet sich, dass es sich lohnt in Ausbildung zu investieren weil man anscheinend trotz ewiger Bummelei bei einem guten Verdienst eben doch noch etwas aufholen kann. Nur der eine Fehler bleibt: keine Berufsunfähigkeitsversicherung.


    Geringfügig kann ich es aber auch positiv sehen: aus Depressionen werde ich niemals berufsunfähig in diesem Job, ausgeschlossen und werde ich sonst nicht berufsunfähig, habe ich die für diese Versicherung aufzuwendenden Beträge gespart, die ich in die echte Altersvorsorge investiere. Trotzdem würde ich es jetzt rückblickend anders machen und eine Versicherung abschliessen aber ich bin schon sehr verdeutscht inzwischen... man sagt wohl integriert.


    Dass ich dann als Rentner im Alter bei einer Auswanderung blöderweise gleich zig Lebendbescheinigungen werde verschicken dürfen, ist ein Luxusproblem für überüberübermorgen.


    Mein Urlaub ist zu Ende. Ich werde brav einer schönen Arbeit nachgehen und mein Chef wird meine Sorgen wie immer belustigt zur Kenntnis nehmen.


    Meine Sorge, dass er mich mal feuern könnte ist er ja schon gewohnt und tut das immer kopfschüttelnd ab. Um mich zu beruhigen, hat er mir ja die Projektbeteiligungen angeboten.


    Paranoia... nicht zu 100, aber zu 90% meint er.


    Ich werde nun nicht weiter an das ganze Zeug denken, zahle ich doch mechanisiert gut und reichlich in zig kleine Versorgungssysteme gut gestreut ein.


    12 Jahre vergehen leider zu schnell und bis dahin sollte ich bei allem Vorsorgen auch einiges in ein schönes Leben investieren.


    Ich werde noch einige Dinge hier beobachten aber mein Sorgenthreat hat sich irgendwie inhaltlich etwas verkleinert.


    Psychologisch ist das vermutlich das Ergebnis eines kulturellen Hintergrundes, wenn man mal aus bitterer Armut in dieses tolle Deutschland gekommen ist, zunächst sich eh mit dem Schlimmsten abgefunden hat und dann den Aufstieg gar nicht begreift.


    Ah. Gehört ja nicht zum Thema aber ist auch eine Bemerkung wert:


    Insgesamt würde ich als Ex Immigrant den Immigranten die immer nur nörgeln mal sagen:


    Hier geht es uns verdammt verdammt gut und die Chancen sind riesig.


    Als nächstes Thema befasse ich mich dann mit dem Aufbau eines Sparplans um die Ausbildung meiner Tochter zu finanzieren aber das ist dann eine andere Geschichte und ich werde hier mal stöbern, was sich da so alles findet... bislang habe ich so einen ETF Aktiensparplan deshalb mal begonnen...


    ... den ich nicht richtig begreife...



    Schöne Zeit euch und auf Wiedersehen

  • Hm, da muss ich wohl auf eine Fehlannahme hinweisen.


    Die Erwerbsminderung bezieht sich auf den allgemeinen Arbeitsmarkt. (Volle Erwerbsminderung: weniger als 3 Stunden arbeiten können; Teilweise Erwerbsminderung: mehr als 3, aber weniger als 6 Stunden arbeiten können.)


    Bei einem aktuellen Alter von 55 Jahren können wir unterstellen, dass die Geburt nicht vor dem 02.01.1961 lag, somit spielt die Berufsunfähigkeit keine Rolle hinsichtlich der gesetzlichen Rente.


    Somit besteht das Risiko, dass man ggf. die aktuelle Tätigkeit nicht mehr ausüben kann, die Rentenversicherung jedoch nicht leistet, weil noch andere Tätigkeiten im Bereich des Möglichen liegen. ?(

  • Ich will ja gar nicht aufhören.



    Um Gottes Willen. Es war nur der ziemlich abstrakte Gedanke was geschehen könnte, wenn ich gar nicht mehr arbeiten kann.


    Der Begriff "Erwerbsunfähigkeit" war mir als terminus technicus nicht hinreichend bekannt und ich stiess auf ihn als ich meine Rentenauskunft erhielt - in Hoffnung ihn nie näher begreifen lernen zu müssen.