Diversifikation/Risikoanteil/Cash

  • Kurz zu mir: Bin 40, Partnerin (nicht verheiratet), ohne Kinder, durchschnittliches Einkommen.


    Mein aktuelles Vermögen setzt sich wie folgt zusammen:


    Aktienfonds 380k (1 Depot mit 350k, 1 ETF "SPDR ACWI" , Gewinn in 1 Jahr nach Anlage: 100k; 1 Depot mit 30k, 3 ETF World/EM/World SC, monatliche Besparung bisher 500 Euro monatlich, Gewinn in 3 Jahren mit Einmalzahlungen: 5k)

    Riester (aktuell beitragsfrei gestellt) 21k

    Tagesgeld 15k


    Meinen Riester (monatliche Besparung bisher 150 Euro) habe ich jetzt beitragsfrei gestellt, da sich das nicht mehr lohnt.


    Für mich stellt sich jetzt die Frage, wie ich meine monatliche Sparrate in Höhe von 650 Euro weiterhin anlegen soll. Da meine Aktienquote zu hoch ist und ich mehr Sicherheit in meine Anlage bringen möchte, möchte ich euch um Ratschlag fragen.


    Mein Vorhaben wäre mein kleines Depot schrittweise aufzulösen und den Erlös in mein Tagesgeld anzulegen.


    Die 650 Euro würde ich dann monatlich in den Vanguard FTSE All World (Ausschütter) oder den Vanguard LifeStrategy 80% anlegen, da ich bisher keinen Ausschütter habe und um den Sparerpauschbetrag besser auszunutzen. Ich möchte das Depot so einfach wie möglich halten, also nicht so viele Positionen, da ich keine Lust auf Rebalancing jährlich habe. Die vierteljährlichen Ausschüttungen kann ich dann im Rentenalter als kleine Zusatzrente mit einsetzen und muss keine Aktienverkäufe oder nur in Höhe des Sparerpauschbetrages tätigen. Was hält ihr von meinem Vorhaben oder würdet ihr von den 650 Euro einen Teil monatlich in das Tagesgeld einzahlen, so dass die Aktienquote auf Dauer nicht wieder zu hoch wird? Danke schonmal für eure Ratschläge!

  • Mir würde sich die Frage stellen warum etwas ändern? ;)

    Bis zum geplanten Ruhestand hast Du ja noch rund 20 Jahre Zeit. Ist doch bisher gut gelaufen und selbst in einem Crash hättest Du noch mehr als genug Zeit die Krise auszusitzen.


    Klar, man kann sich natürlich auf eine 'feste' Verteilung Tagesgeld/Aktien festlegen. Aber irgendwann wäre mir das dann zu viel totes Kapital.

    Wenn Du mit den 15K€ auf den Tagesgeld gut schlafen kannst, ist doch Alles gut,

  • Also würdest du auch nicht das kleine Depot auflösen, um das TG zu erhöhen?


    Würdest du auch nicht das kleine Depot, das bisher monatlich mit 500 Euro bespart wurde aussetzen zu besparen und einen Ausschütter dafür beginnen zu besparen, um den Sparerpauschbetrag besser auszunutzen?


    Ich wollte eigentlich schon das kleine Depot schrittweise unter Ausnutzung des Sparerpauschbetrages auflösen, da ich die nächsten Jahre Mal ein Auto benötige, da mein jetziges schon fast 12 Jahre ist.

  • Ich wollte eigentlich schon das kleine Depot schrittweise unter Ausnutzung des Sparerpauschbetrages auflösen, da ich die nächsten Jahre Mal ein Auto benötige, da mein jetziges schon fast 12 Jahre ist.

    Das hast Du ja nicht geschrieben, dass Du Dir in naher Zukunft ein neues Auto holen wolltest. Man sollte immer das an Geld 'sicher' angelegt haben (z.B. Tagesgeld), dass man in den nächsten Jahren benötigt.

    Alternative zum Auflösen des kleinen Depot, wäre ja auch eine Anpassung der Sparrate. Also monatlich weniger in das Depot und mehr auf das Tagesgeldkonto in Hinblick auf ein neues Auto.

    Und den Königsweg gibt es ohnehin nicht. Mit Deinem Freibetrag von 801€ p.a. wwürde es ja auch mehrere Jahre dauern, bis Du Deine Gewinne aus dem Depot steuerfrei in Sicherheit gebracht hast (max. 1100€ p.a. bei 30% Teilfreistellung).

    Wenn Morgen der große Crash kommt und die Kurse um 50% einbrechen, ärgerst Du Dich dann, dass Du Deine Gewinne nicht komplett realisiert hast, und die Kapitalertragssteuer bezahlt hast. ;)

    Ich habe z.B. mein Verhältnis Depot/Bargeld so abgestimmt, dass ich nicht wegen eines neuen Autos Anteile verkaufen müsste. Einen Gebrauchtwagen meines Anspruchs könnte ich jederzeit sofort bar kaufen.

  • Wieso mehrere Jahre? Dieses Jahr habe ich noch 250 Euro frei vom FSA. Damit kann ich ca. 1.300 Gewinne steuerfrei realisieren: 1.300 Euro x 0,7 x 27,8 % = 253 Euro FSA


    Für nächstes Jahr hab ich komplett 801 Euro frei, da keine Vorabpauschale fällig wird nächstes Jahr. Mit 801 Euro FSA kann ich Kursgewinne bis 4.100 Euro steuerfrei realisieren (4.100 x 0,7 x 27,8 %). Und wenn ich doch einen zweistelligen Steuerbetrag zahlen muss, geht die Welt auch nicht unter. Ich hoffe nicht, dass es bis zum 01.01.2022 einen Crash gibt, dann kann ich ja meine restlichen Depotpositionen am 03.01.2022 theoretisch verkaufen.

  • Wieso mehrere Jahre? Dieses Jahr habe ich noch 250 Euro frei vom FSA. Damit kann ich ca. 1.300 Gewinne steuerfrei realisieren: 1.300 Euro x 0,7 x 27,8 % = 253 Euro FSA


    Für nächstes Jahr hab ich komplett 801 Euro frei, da keine Vorabpauschale fällig wird nächstes Jahr. Mit 801 Euro FSA kann ich Kursgewinne bis 4.100 Euro steuerfrei realisieren (4.100 x 0,7 x 27,8 %).

    Ich glaube hier liegt ein Missverständnis vor:

    801 EUR Freistellungsauftrag bedeutet, dass du 801 EUR Ausschüttungen/Kursgewinne steuerfrei realisieren kannst, keine ~4000 EUR

  • Jo,

    der Steuerfreibetrag für Zinseinkünfte liegt bei 801€ p.a.

    Wenn man jetzt von einer Teilfreistellung von 30% ausgeht (meisten Aktienfonds) gibt dass einen Betrag von 1144€ p.a. die Du maximal steuerfrei aus dem Depot ziehen könntest.

    Auf jeden € über diesen Freibetrag von wird dann die Kapitalertragssteuer von mind. 26,4% fällig.

    Da man ja i.d.R. auch noch Vorabpauschale und andere Zinseinkünfte hat (z.B. Fest/Tagesgeld) kommt man zumeist nicht auf 801€ p.a. die man für die Kursgewinne verplanen kann.

    Um mal mit deinen 5000€ zu rechnen:

    5000€*0,7 = 3500€ (Teilfreistellung 30%)

    3500€ - 801€ (Freibetrag) = 2699€ zu versteuern

    2699€ * 26,375% = 711,68€ Kapitalertsragsteuer (25% + Soli)

  • Kursgewinn 5.000 €

    ./. Pauschbetrag 801 €

    zu versteuern 4199€

    darauf 25% KESt 4199*0,25 = 1053,92 €

    zzgl davon 8% und 5,5%= 13,5% 13,5 * 1053,92 = 142,28 €


    Bei TFS 30%

    Kursgewinn 5.000 €

    nach TFS 3.500 €

    ./. Pauschbetrag 801 €

    zu versteuern 2699€

    darauf 25% KESt 2699*0,25 = 674,75 €

    zzgl davon 8% und 5,5%= 13,5% 13,5 *674,75 = 91,09 €

  • Wieviel Cash in Prozent vom Gesamtvermögen sollte man eigentlich haben?

    ... eine vernünftige Antwort ist von zig Faktoren abhängig. Einkommen, Alter, Nettovermögen, Lebensstil, finanzielle Verpflichtungen, geplante Anschaffungen usw. ...


    Zu deiner letzten Frage: Alter 61. Cash-Anteil unter 1% (Bringt dir das etws?)

  • Finanztip. konkret Saidi, hat in einem Video mal auf die alte Regel hingewiesen, dass der Sicherheitsbaustein in Prozent dem Lebensalter entsprechen sollte.


    Persönlich halte ich das für zu konservativ, heute habe ich mit einem anderen geschätzten Schreiber dazu diskutiert und wurde darin bestätigt.


    Als ganz persönliche Meinung würde ich die o.g.Regel um 20% zugunsten der Aktien verschieben.

    Für den Eintritt in den Ruhestand sollte man lt. FInanztip den 15-Jahres-Bedarf im Sicherheitsbaustein sein, die Diskussion im Forum geht mehr in Richtung 5 Jahre.

  • ... eine vernünftige Antwort ist von zig Faktoren abhängig. Einkommen, Alter, Nettovermögen, Lebensstil, finanzielle Verpflichtungen, geplante Anschaffungen usw. ...


    Zu deiner letzten Frage: Alter 61. Cash-Anteil unter 1% (Bringt dir das etws?)

    Hast du dann 10 Millionen Vermögen, wenn du so wenig Cash hast?

  • Michael_81


    Du bist doch IMHO ziemlich gut "aufgestellt". Kompliment! Mit einer durchschnittlichen Rendite von rund 6% (und ohne echte Crashes oder Hyperinflation...) dürftest du deine Investitionen in Sachwerte bis zum Rentenbeginn deutlich vervierfachen. Hinzu kommen die weiteren Sparraten und Erträge daraus.

    Was du derzeit in Cash (Geldwerten) benötigst, kannst nur du festlegen, da du deinen (euren) Bedarf kennst.

    Wieviel meine >1% in Euro sind, dürfte dabei völlig irrelevant sein ;)