Diversifikation/Risikoanteil/Cash

  • Wie Scherzfragen? Bekommt man hier keine normalen Antworten auf normale Fragen? Es wäre vielleicht mal interessant, wenn jeder hier sein Alter und sein Cash-Anteil in Prozent von seinem Gesamtvermögen angibt, dass man Anhaltspunkte hat.

    Wie bereits von JDS bemerkt, hängt der Cash-Anteil zu 100% von Deinen individuellen Lebensumständen ab.

    Ich bin 49 und halte z.Zt. 15% Cash. Und was bringt Dir diese Aussage nun? ;)


    Und selbst, wenn ich Dir den konkreten Wert in € nennen würde, ist das mein Cashanteil an meinem Gesamtvermögen mit dem ich gut schlafen kann.

    Jemand der z.B. selbständig ist, Immobilien besitzt oder sehr teure Hobbys hat, benötigt u.U. einen ganz anderen Betrag an Cash um kurzfristig liquide zu sein.

    Für mich ist wichtig, dass ich unter keinen normalen bzw. planbaren Lebensumständen in den Jahren bis zu meinem Rentenbeginn an mein Depot heran muss! Und der Cashanteil ist auch keineswegs in Stein gemeißelt. Wenn ich schon weiß, dass in 1-2 Jahren größere Anschaffungen anstehen, vergrößere ich natürlich schon vorher die Summe auf meinem Konto. :)

  • Was ist ein 5 bzw. 15-Jahres-Bedarf? Wie wird der berechnet, anhand eines Beispiels?

  • Nochmal zu meinen Fall: Wenn ich dann soviel Cash zusammen habe, was ich für richtig halte (ich gehe von 1-2 Jahren aus, dann werde ich es hoffentlich zusammen haben), wie würdet ihr dann meine monatliche Sparrate von 650 Euro monatlich anlegen?


    1. in das bestehende, kleine Depot (aktueller Depotwert: 30k, Gewinn bisher 5k, Laufzeit bisher 3 Jahre, 3 ETF, World/EM/World SC) weiter einzahlen?


    2. in das große Depot (aktueller Depotwert: 345k, Gewinn bisher 105k, Einmalanlage seit 1 Jahr, 1 ETF SPDR ACWI?


    3. Vanguard FTSE All World oder Vanguard LifeStrategy 80% (beides Ausschütter), um Sparerpauschbetrag besser auszunutzen?

  • Wenn man sein Geld in viele verschiedene Nester legt, braucht man einen geringeren Cash-Anteil.


    Die Frage ist nämlich, was man macht, wenn die 4 "Standard"-ETFs stark gefallen sind und man Geld braucht.


    Würde empfehlen noch mehr zu diversifizieren beispielsweise in Technologie-, AI-, IT-, Rohstoff-, ... ETFs.

  • Das kannst du machen judy. Ich hab keine Lust auf Rebalancing. Ich möchte mein Depot so einfach wie möglich halten.

    Hmm,

    ich verstehe nicht, wie Deine Aussage zu Deinen Anlagen passt. :/

    Warum denn ein kleines Depot (3 Jahre alt) mit World, EM und SC und dann seit einem Jahr das große Depot mit ACWI!?

    Und dann sprichst Du von den Vanguard ETF.:/


    M.E. solltest Du Dir erstmal selbst klar werden, was Du überhaupt genau erreichen willst.

    1. Zieldefinition Deiner Anlage

    2. Dann eine Strategie festlegen und einfach stur durchziehen!


    Du stehst doch finanziell sehr gut da! Mein Gott, wenn ich heute schon ein Depot von 400K€ hätte, würde ich äußerst entspannt in die Zukunft schauen. :)


    Du willst kein rebalancing!? Dann bespare zukünftig einfach den ACWI weiter. Punkt aus!

    Die anderen ETF kannst Du einfach behalten oder nach und nach verkaufen (steueroptimiert ;)).


    Den Vanguard All World finde ich persönlich sehr gut. Ich hätte wohl an Deiner Stelle Dein Geld lieber in den All World statt in den ACWI investiert, da die Kostenquote (TER) deutlich niedriger ist als beim SPDR ACWI. Aber nun ist es halt der SPDR. Auch gut!

    Warum ich dann nicht den Vanguard All World bespare!?

    Als ich anfing, habe ich nach ETF geschaut, die älter 5 Jahre waren. Da sind mir die Vanguard ETF durch das Raster gefallen.

    So wurde es dann der 'Klassiker' aus 2 ETF 70% World und 30% EM. :) Und mir reicht das!

    Und in 15-20 Jahren sehe ich dann, ob mein angedachtes Ziel erreicht wurde!

  • monstermania danke für deine Meinung. Ich kann dir das erklären, wie es zu meinen Anlagen gekommen ist.

    Das kleine Depot mit 3 ETF habe ich angefangen zu besparen, da ich unbedingt auch SC mit dabei haben wollte, aufgrund der Faktorprämie. Beim Vanguard und beim ACWI wären ja keine SC dabei gewesen.

    Das große Depot wollte ich ja ursprünglich auch im kleinen Depot als Einmalbetrag mit investieren. Da ich aber bei einem so hohen Depotvolumen auf Dauer nicht rebalancen hätte können, habe ich den Einmalbetrag getrennt von meinem kleinen Depot angelegt. Da mir die SC wichtig erschienen, habe ich den ACWI IMI gewählt, die höheren Kosten waren mir egal, da mir die SC wichtig waren. Ich bin ehrlich gesagt froh, dass ich diesen ETF genommen habe, mit dem Vanguard (Ausschütter) wäre ich ja jetzt schon über dem Freistellungsauftrag. Das große Depot war bzw. ist für die langfristige Anlage gedacht und das kleine Depot für die mittelfristige Anlage (10-15 Jahre). Darin habe ich ja bis jetzt meine monatliche Sparrate einfließen lassen. Nun zahle ich ja vorerst meine monatliche Sparrate in den nächsten 1-2 Jahren in mein Tagesgeld um mehr Cash zu haben. Zwischenzeitlich habe ich jedoch meine Meinung geändert und festgestellt, dass es mit einem ETF im Depot wesentlich einfacher ist, da kein Rebalancing anfällt und man eigentlich nichts machen muss. Den Vanguard FTSE All World als Ausschütter gefällt mir als einziger ETF daher, da er die meisten Titel von allen ETF's enthält und um den Sparerpauschbetrag in meinem Fall besser ausnutzen zu können und im Rentenalter die Ausschüttungen als Art Zusatzrente zu verwenden. Das einzige was mir nicht so gefällt ist, dass keine SC drin sind und der Schwellenländeranteil nur bei 10% liegt. Aber ich würde ihn trotzdem nehmen, da ich von meinem großen Depot erkannt habe, dass es so schön ist, sich um nichts zu kümmern, in Sachen Rebalancing. Ich habe daher vor das kleine Depot mit knapp 30k einfach stehen zu lassen und nach und nach steuerschonend zu verkaufen und dann wenn ich in 2 Jahren genug Cash habe, den Vanguard FTSE All World bis zur Rente zu besparen. Von den LifeStrategy bin ich ein wenig zurückhaltend. Was hält ihr von meinem Vorhaben oder habt ihr bessere Vorschläge!

  • Ja ja,

    man kann sich auch zu Tode optimieren!:D

    Wir sind und doch einige, dass Du langfristig investieren willst, oder?

    Vergleichen wir doch mal den SPDR ACWI IMI mit einem 08/15 ACWI (ohne SC). Ich nehm mal den von Xtrackers...

    In den letzten 5 Jahren hat der SPDR 74,52% gemacht, der ACWI (Xtrackers ohne SC) 74,42%.

    Dem steht eine TER von 0,4% p.a. (SPDR) gegen 0,25% p.a. (Xtrackers) gegenüber... :/


    Zumindest über die letzten 5 Jahren würde Dein SC-Ansatz im ACWI nicht viel gebracht haben. Das mag sich in den nächsten 5 Jahren anders darstellen. Und dann evtl. in den darauf folgenden 5 Jahren wieder anders...

    Bedenke immer, dass wir nur in die Vergangenheit schauen und da natürlich immer den optimalen Renditeweg sehen können.

    Jetzt mal Hand aufs Herz! Kommt es letztlich auf ein paar zehntel Prozent Rendite an!? Lass es einfach laufen und gut ist! ;)

    Ich verweise mal wieder auf den Finanzwesir:

    https://www.finanzwesir.com/blog/etf-index-rendite-vergleich

    Lies Dir mal das Geständnis und das Fazit des Wesirs genau durch!

    Was hält ihr von meinem Vorhaben oder habt ihr bessere Vorschläge!

    Frag 10 Menschen und Du bekommst 8 Meinungen! ;)

    Du stehst doch mit Deinem Vermögen schon jetzt gut da. Wo vor hast Du Angst? Dass Du in 30 Jahren statt 1Million nur 900.000€ im Depot stehen hast!?

    Statistisch sterben 22% aller deutschen vor erreichen des 70 Lebensjahres. Das gibt mir mehr zu denken als meine Anlagestrategie!

  • Spricht da der Neid monstermania ? Da sag ich nur jedem das Seine. Du wirst auch nicht am Hungertuch nagen oder ;-)? Ich hätte nur eine Meinung gewollt, ob es Sinn macht meine Strategie so durchzuführen, wie ich geschrieben habe, ohne irgendwelche unnötigen Äußerungen, die wo nichts zur Sache mit beitragen. Vielleicht kann mir jemand anderes eine vernünftige Antwort geben, ob es Sinn macht meine Strategie so durchzuführen, wie ich sie beschrieben habe. Danke schonmal hierfür.

  • Spricht da der Neid monstermania ? Da sag ich nur jedem das Seine. Du wirst auch nicht am Hungertuch nagen oder ;-)? Ich hätte nur eine Meinung gewollt, ob es Sinn macht meine Strategie so durchzuführen, wie ich geschrieben habe, ohne irgendwelche unnötigen Äußerungen, die wo nichts zur Sache mit beitragen. Vielleicht kann mir jemand anderes eine vernünftige Antwort geben, ob es Sinn macht meine Strategie so durchzuführen, wie ich sie beschrieben habe. Danke schonmal hierfür.

    Huh, wo siehst Du in meinen Antworten neid!? :/

    Und nein, ich lebe in Deutschland. Hier gibt es m.E. kaum Jemanden der am Hungertuch nagen muss. Zumal, wenn man in der glücklichen Lage ist, sich in einem Finanzforum zu Geldanlagen austauschen zu können.:)

    Nun gut, Meinungen sind halt wie Ars.....er. Jeder hat eine! ;)

    Ich versuche Dir eigentlich nur klar zu machen, dass man seinen eigenen Weg finden muss und den dann auch durchziehen sollte. Du scheinst halt ständig Deine Ziele anzupassen, wenn man Deine Anlagestrategie so sieht.

    Justmy2Cent

    Ich habe fertig

  • Dann biegen wir doch mal alle zusammen wieder auf den Weg der Sachlichkeit ein.


    Ich vermute, dass die Frage aus #24 offen ist. Dazu wäre meine Antwort:


    Wenn die persönliche Cash-Anforderung realisiert ist braucht es keine Life-Strategy mit Cash-Anteil.


    Das Thema "Ausnutzen des Pauschbetrags" ist mMn nicht ohne Arbeit lösbar. Entweder man nimmt einen Ausschütter, muss sich irgendetwas überlegen wie man die Wiederanlage macht (z.B. in einen laufenden Thesaurierer-Sparplan mit Ratenerhöhung) und muss sich optimieren, ob man bei Wertsteigerung Steuer zahlt (mein Weg) oder teilverkauft. Oder man macht einen gezielten Teilverkauf von den Anteilen der beiden existierenden Depots.


    Unter der auch geäußerten Prämisse "kein Rebalancing" bleiben SPDR und Vanguard. Ich meine herauszulesen, dass eine steigende Ausschüttung positiv gesehen wird, daher würde ich zum Vanguard Ausschütter tendieren und mich über die Ausschüttung freuen auch wenn sie irgendwann steuerpflichtig wird.


    Bitte kurz Feedback, ob ich die aus Deiner Sicht offene Frage richtig erkannt habe, ansonsten wie immer gerne weiter fragen.

  • Das Thema "Ausnutzen des Pauschbetrags" ist mMn nicht ohne Arbeit lösbar.

    ... nur mal so am Rande eine Überlegung, die sich in die "Buy-And-Hold-Thematik" oder die "Pantoffel-Depot-Doktrin" verliebt haben. Prinzipiell sind derartige Strategien oder Philosophien ja nicht ganz verkehrt; lediglich die Tatsache ist auffällig, dass sie von Leuten "belegt" wurden/werden, die ein großes wirtschaftliches Interesse daran haben, dass man hält und abwartet ;-)


    Aber hier geht es eher um das Tema "Arbeit". Kater.Kas Aussage kann ich voll und ganz unterstreichen! Hier in diesem thread reden wir von einem Topf mit rund 400K. Bei 5% Rendite "verdient" die Kohle rund 20k im Jahr. Für 20k müssen manche Leute (fast) ein ganzes Jahr arbeiten gehen. Von daher denke ich, man kann sich ruhig ein paar Stündchen im Jahr "gönnen", um sein Depot bzw. sein Altersarmuts-Vermeidungs-Vermögen zu pflegen. Dazu gehört auch, jährlich mal rasch zwischen Nachtisch und Kaffee das Steuerding zu rechnen. Und, heute eine Entscheidung zu trefffen bzw. eine Anlage-Strategie zu definieren, die für die nächsten 20, 30 oder 40 Jahre Bestand haben soll, betrachte ich als fox alpha. Folglich darf man auch mal in den Medien stöbern und seine Anlagen den Gegebenheiten anpassen.

  • Danke Xenia für dein Statement. Danke auch Kater.Ka für deine Meinung. Ich verstehe sie leider nicht so ganz.

    "Entweder man nimmt einen Ausschütter, muss sich irgendetwas überlegen wie man die Wiederanlage macht (z.B. in einen laufenden Thesaurierer-Sparplan mit Ratenerhöhung) und muss sich optimieren, ob man bei Wertsteigerung Steuer zahlt (mein Weg) oder teilverkauft. Oder man macht einen gezielten Teilverkauf von den Anteilen der beiden existierenden Depots"


    Kannst du deine Aussage anhand meines Falles mit meinen bestehenden ETF' s erklären, wie du es machen würdest? Mit Sparerpauschbetrag besser ausnutzen meine ich, dass ich aufgrund des geringen aktuellen Basiszinses mit meinem großen Depot (Thesaurierer) den jährlichen Sparerpauschbetrag nicht ausnutze. Daher würde ich meine monatliche Sparrate von 650 Euro, wenn ich mein Cash in 1-2 Jahre habe, in einen Ausschütter, den Vanguard FTSE All World, bis zur Rente einzahlen um den jährlichen Sparerpauschbetrag besser auszunutzen und im Rentenalter von den Ausschüttungen zu leben. Die Ausschüttungen kann ich ja mit Anpassung der monatlichen Sparrate wieder mit anlegen. Wie ist das bei Scalable? Landen die Ausschüttungen bei der Baader Bank und der Lastschrifteinzug der monatlichen Sparraten erfolgt vom Referenzkonto? Dann wäre es ein wenig blöd. Dann müsste ich erst die Ausschüttung immer erst auf mein Referenzkonto überweisen, damit ich diese wieder mit anlegen kann oder? Die Arbeit mit der Wiederanlage würde ich in Kauf nehmen. Auf jeden Fall hätte ich kein Rebalancing mehr zu machen und ich kann im Rentenalter die Ausschüttungen als Zusatzrente verwenden.

    Und mein kleines Depot mit den 3 ETF würde ich nach und nach steuerschonend veräußern. Nächstes Jahr bietet es sich schonmal an, da hier keine Vorabpauschale anfällt. Was hälst du davon Kater.Ka ?

  • Ich habe Deinen Ansatz mit dem Vanguard richtig verstanden und ihn letztlich als den besten herausgestellt. Sorry wenn das zu verklausuliert war.


    Worauf ich hinweisen wollte war folgendes:

    Wenn Du 7.800 € p.a. anlegst und 2% ausgeschüttet werden bist Du nach einigen Jahren - ca. 6-8 - so weit, dass die Ausschüttung den Pauschbetrag übersteigt. Bis dahin nutzt Du den Pauschbetrag nicht aus (da hast Du jetzt den Verkauf des kleinen Depot ins Spiel gebracht). Danach musst Du für den überschießenden Teil Steuer zahlen. Das würde mich nicht stören.


    Den Plan verstehe ich jetzt so:

    2021/2022 Kleines Depot soweit verkaufen wie es der nicht ausgenutzte Pauschbetrag hergibt, Cash Reserve aufbauen.

    2023-2030 Vanguard besparen, Ausschüttungen wiederanlegen, Kleines Depot soweit verkaufen wie es der nicht ausgenutzte Pauschbetrag hergibt

    Ab 2031 Vanguard besparen, Ausschüttungen wiederanlegen


    Den Plan finde ich OK. Es gibt einen Haken: Das kleine Depot wird (hoffentlich) schneller wachsen als Du es abbauen kannst. Das ist aber ein Luxusproblem denke ich.

    Wie ist das bei Scalable? Landen die Ausschüttungen bei der Baader Bank und der Lastschrifteinzug der monatlichen Sparraten erfolgt vom Referenzkonto? Dann wäre es ein wenig blöd. Dann müsste ich erst die Ausschüttung immer erst auf mein Referenzkonto überweisen, damit ich diese wieder mit anlegen kann oder?

    Kann ich nicht sicher beantworten. Aus den FAQ würde ich vermuten, dass es so wie von Dir beschrieben ist. Du müsstest also vier mal im Jahr das Geld zurücküberweisen.Wenn Du an die Steuergrenze kommst kannst Du es dann direkt als Einmalanlage machen (250 €).


    Fragen zufriedenstellend beantwortet?