Wie sinnig ist ein Tagesgeldkonto?

  • Hallo,


    momentan sind meine Finanzen wie folgt aufgebaut:


    1x Tagesgeldkonto bei der Renault Bank (2,5x des Gehalts als Rücklage)

    1x Girokonto bei der Commerzbank

    1x ETF Sparplan bei der Consorsbank (wird mit 50euro monatlich bespart)

    1x VL-Sparen


    ich möchte dazu sagen das ich momentan noch in der Ausbildung bin.


    Nun zu meiner eigentlichen Frage. Wie sinnig ist überhaupt momentan ein Tagesgeldkonto? Ich meine klar ein Notgroschen (für extreme Fälle) ist etwas sinniges/feines, jedoch ist die Verzinsung ja momentan schlecht, wodurch man ja mehr oder minder Jahr für Jahr durch die Inflation an Geld verliert.


    Wäre es nicht beispielsweise sinniger, den ''Notgroschen'' in einen separaten ''sicheren'' ETF zu investieren?

    Natürlich muss man auch hier damit rechnen, das der ''worstcase'' Fall eintreffen kann und gerade zu dem Zeitpunkt, wo man Geld benötigt (also wirklich den Notgroschen), der ETF im minus ist jedoch muss man ja auch immer im Hinterkopf behalten, das man ggf. diesen Notgroschen über Jahre oder gar Jahrzehnte gar nicht benötigt.


    Was sind eure Ideen dazu?

  • Wir hatten hier vor ein paar Tagen zum Thema diskutiert und auch noch mal die Redaktion befragt.


    Mein Verständnis war, dass Konsens war, dass der Notgroschen auf dem Tagesgeld seinen Sinn hat.

    Strittig war die Frage, wie hoch darüber hinaus bei der Geldanlage der Sicherheitsbaustein sein sollte, der ja aus Tages-/Festgeld bestehen soll. Da steht immer noch im Raum, dass dies so viel in Prozent sein sollten wie das Lebensalter beträgt. Da bin ich und andere auch weit drüber.


    Da Du nach Idee gefragt hast: Bei den breit anlegenden ETF hatten wir letztes Jahr einen max. Drawdown von rund 34 %, in der Finanzkrise war es noch mehr. Wenn Du das verträgst so viel bei Verkauf zu verlieren kannst Du den Sicherheitsbaustein minimieren. Speziell wenn Du noch in Ausbildung bist würde ich eher ein geringes ETF-Volumen vermuten. Da wäre es mit zu heikel, dann einen derart hohen Verlust zu erleiden.

  • Hallo.


    Bildhaft gesprochen:

    Der Notgroschen ist der Airbag. Von einem Airbag erwarte ich, dass er das Auto sicherer macht, nicht schneller.

    Daher erwarte ich auch keine Rendite vom Notgroschen.


    Das Geld im Depot verstehe ich als langfristig gebunden und nicht als kurzfristig verfügbar.

  • ... jou... der Notgroschen ist dafür da, im "Notfall", also bei unvorhergesehenen (nicht im Voraus planbaren) Ereignissen zur Verfügung zu stehen. Für vorhersehbare Ereignisse, zum Bleistift eine Autoreparatur oder die sprichwörtliche kaputte Waschmaschine, wird gezielt gespart und diese Kohle darf sich derzeit auch, wie der Notgroschen, durch die Inflationsrate/Teuerungsrate sanft reduzieren; dann muss man halt im jeweiligen Töpfchen nachfüllen.

    Diesen Schwund durch Inflation darf dann die Geldanlage in Sachwerte mitverdienen.

  • Schau dass Du ein paar Monatsgehälter auf Dein Tagesgeldkonto legst. Für den Fall der Fälle (Umzug, neue Waschmaschine, Mietkaution muss überwiesen werden, Möbel müssen gekauft werden, ...) dafür ist das dann da. Unvorhergesehene Ausgaben.


    Ich persönlich würde als Azubi 3-5 Nettogehälter auf meinem Tagsgeldkonto haben wollen - eben für den Fall der Fälle.

  • Da hänge ich doch glatt eine Frage hinten dran:


    Von den Schwiegereltern haben wir eine gebrauchsfähige Waschmaschine übernommen. Die war deren altes Gerät und ist durch ein neues Exemplar ersetzt worden.

    Unsere Waschmaschine ist auch noch recht neu, daher haben wir also wohl noch etwas länger ein Backup-Gerät.


    Jetzt zur eigentlichen Frage:


    Würde man in der Situation die Rückstellungen für den Ersatz der Waschmaschine auflösen und investieren, weil der Ersatz ja bereits sichergestellt ist?

    :/

  • Würde man in der Situation die Rückstellungen für den Ersatz der Waschmaschine auflösen und investieren, weil der Ersatz ja bereits sichergestellt ist?

    ... ja unbedingt! Gleich am kommenden Montag!!!


    Und wenn du richtig investierst, kommt da noch ein Trockner dabei heraus ;-)

    Auf http://www.kursprognose.com findest du sicherlich einige schön volatile Werte, in die es sich lohnt zu investieren. Als Beispiel habe ich mal die künftigen Ether-Kurse kopiert...


    Quelle: http://www.kursprognose.com:


    Ethereum Kurs Prognose pro Tag

    Datum Wochentag Tiefst Höchst Kurs
    15.03 Montag 1321 1519 1420
    16.03 Dienstag 1341 1543 1442
    17.03 Mittwoch 1272 1464 1368
    18.03 Donnerstag 1306 1502 1404
    19.03 Freitag 1370 1576 1473
    22.03 Montag 1432 1648 1540
    23.03 Dienstag 1564 1800 1682
    24.03 Mittwoch 1635 1881 1758
    25.03 Donnerstag 1512 1740 1626
    26.03 Freitag 1610 1852 1731
    29.03 Montag 1555 1789 1672
    30.03 Dienstag 1686 1940 1813
    31.03 Mittwoch 1663 1913 1788
    01.04 Donnerstag 1634 1880 1757
    02.04 Freitag 1638 1884 1761
    05.04 Montag 1464 1684 1574
    06.04 Dienstag 1536 1768 1652
    07.04 Mittwoch 1376 1584 1480
    08.04 Donnerstag 1285 1479 1382
    09.04 Freitag 1266 1456 1361
    12.04 Montag 1256 1445 1350
    13.04 Dienstag 1259 1449 1354
    14.04 Mittwoch 1297 1493 1395
    15.04 Donnerstag 1368 1574 1471
  • ein gutes Tagesgeldkonto bei der BigBank in Estland bringt ab dem 15.03.: 0,5% (aktuell: 0,4%)

    , das ist sogar besser als ein bis zu 6monatiges Festgeld (bei gleicher Bonität und Länderrating). Ggf. kann man bei einem Tagesgeld auch etwas mehr Risiko eingehen, da man das Geld ja JEDERZEIT umbuchen kann ...bevor eine Insolvenz/Moratorium etc... verhängt wird, aber mehr als 0,5% sind derzeit nicht möglich, auch nicht in Italien, Griechenland, Portugal, Bulgarien, Malta, Kroatien...


    Festgelder werden bis zu 10 Jahren mit max. 1,5% angeboten - das finde ich schon sehr sehr wenig für diese lange Laufzeit... obwohl ich ein Freund von Festgeldern bin, werde ich b.a.w. keine mehr abschließen. Hätte niemals gedacht, dass ICH so etwas einmal nur denken würde...


    Evtl. sind noch 1,2% für 2 Jahre bei der J & T Banka in Tschechien sinnvoll, aber drunter mach ichs nicht!!!

  • ein gutes Tagesgeldkonto bei der BigBank in Estland bringt ab dem 15.03.: 0,5% (aktuell: 0,4%)

    ... denken wir an 2 bis 4 Promill, dann reden wir bei dem Tagesgeldpolster des/der TE bei unterstellten 2k von einem jährlichen Zinsertrag von 4 bis 8 € ...


    Wie lange macht sich Zlin jetzt wohl Gedanken über Fetzgeld???

  • Hüstel, hüstel, der Ersatztrockner steht auch schon bereit. Muss ich jetzt noch mehr investieren?

  • Da der Backofen ja auch den Geist aufgeben könnte, und der Föhn ebenfalls, würde ich auf 5551008 hören und den relevanten Betrag in Tschechien aufs Fetzgeldkonto legen.


    Hmm... was Zlin jetzt von unserem Geblödel hält ?

    ich habs selbst auch so gemacht, übernehme aber keine Garantie/Gewähr für andere. ;-)

  • Haha, erneut vielen Dank :). Ich habe schon gesehen das es einige Tagesgeldkonten gibt die z.B anstatt der 010% auch bis zu 0,50% Zins bieten, aber ist es dort nicht ein wenig komplizierter mit der Steuer da diese nicht automatisch abgeführt werden?

  • Wäre es nicht beispielsweise sinniger, den ''Notgroschen'' in einen separaten ''sicheren'' ETF zu investieren?

    Es gibt ja nicht nur Aktien-ETF, sondern auch Fonds mit Anleihen und sogar Anleihen-ETF. Da könntest Du statt in Tagesgeld anlegen. Das Problem ist, dass die wirklich sicheren Anleihen-ETF nur in Euro-Staatsanleihen bester Bonität mit kurzen Restlaufzeiten investieren. Und da ist im Moment weniger Rendite drin als bei Tagesgeld, nämlich eine leicht negative. Dafür aber sehr zuverlässig!


    Bei den renditestärkeren Anleihenfonds hast Du längere Laufzeiten, unsichere Schuldner oder fremde Währungen drin und holst Dir Risiken ins Haus, die Du beim sicheren Teil ja gerade vermeiden möchtest.


    Also, wie die Vorredner schon gesagt haben: Das Tagesgeldkonto ist genau das richtige für Dich.


    Die Frage mit der Steuer habe ich nicht verstanden.

  • Ich sehe gerade, dass bei den Finanztip-Empfehlungen tatsächlich fast alle die Steuer nicht mehr abführen. CosmosDirekt gäbe es noch. Wobei Du wahrscheinlich sowieso keine Steuern zahlen musst. Bei Kapitaleinkünften über 801 Euro im Jahr bist Du als Azubi wahrscheinlich noch nicht, wenn Du nicht gerade geerbt hast.


    Aber man darf sich von der Geschichte nicht zu viel versprechen: Ob Du nun 0,1 % Zinsen mehr oder weniger auf ein paar Tausend Euro bekommst, macht am Ende des Jahres ein Eis aus.