Kirchensteuer - wie viel spart man tatsächlich nach Austritt?

  • Hallo zusammen,


    mich würde mal interessieren, wie viel Geld ich nun tatsächlich nach einem Kirchenaustritt sparen würde - unabhängig von irgendwelchen anderen sozialen und ethischen Vor- und Nachteilen, sowie Ansichten - mir geht es rein um die nackten Zahlen.


    Nehmen wir mal als Grundlage 70.000€ Brutto Jahresgehalt an und 1300€ Kirchensteuer pro Jahr.


    Klar ist, wenn ich den Betrag von 1300€ nicht bei der Steuererklärung angebe, dann habe ich jährliche Ausgaben von 1300€. Wenn ich die Kirchensteuer aber nun in der Steuererklärung angebe, dann bekomme ich ja einen Teil über die Steuerrückzahlung erstattet. Nur wie hoch ist dieser Erstattungsbetrag nun konkret? Wie kann ich dies errechnen bzw. wo nachschauen? Klar ist auch, das ich über die Steuererklärung nie die vollen 1300€ zurückbekomme. Wenn ich aber nun 1000€ oder 1100€ zurückbekomme, dann lohnt sich der Ausstieg ggf. nicht mehr so wirklich.


    Wäre super, wenn mich da mal jemand detailliert aufklären könnte :)


    Vielen Dank!

  • Hallo.


    Ohne zu den Angehörigen der steuerberatenden Berufe zu gehören, meine ich zu glauben, dass die Kirchensteuer eine Ableitung (8% bzw. 9%) von der Einkommensteuer ist. Wenn das zu versteuernde Einkommen laut Steuerbescheid von der Grundlage für die Vorauszahlung ("Lohnsteuer") abweicht, ergibt sich auch eine Abweichung bei der Kirchensteuer. Daher rührt nach meinem Verständnis die Verrechnung im Steuerbescheid. Diese würde dann ja entfallen. Daher müsste man den Wert des letzten Steuerbescheides mit Kirchensteuer mit dem Wert aus dem ersten Bescheid ohne Kirchensteuer vergleichen. :saint:

  • Hallo opa114

    da die 1.300€ als Sonderausgaben abzugsfähig sind, kann man den Betrag mit dem Grenzsteuersatz multiplizieren. Sind Sie ledig, wäre diese Rechnung 1.300 x 42% = 546€. Das wäre auch bis zu einem Einkommen von 250k die maximale Steuerersparnis.


    Kein Steuerberatung!


    VG

    Jede Steuer hat etwas erstaunlich ungemütliches für denjenigen, der sie zahlen oder auch nur auslegen soll.


    Otto von Bismarck


    -Schlauer wird es nicht-

  • opa114

    Genau, vorausgesetzt es liegt ein Grenzsteuersatz von 42% vor. Dieser nimmt auch ab, kann also sein dass es insgesamt auch nur 530€ Erstattung sein könnten. Wie gesagt die 546€ wäre der Höchstwert der Steuerersparnis in Ihrem dargelegten Fall. Rest dann, wie richtig angenommen, reale Belastung.


    VG

    Jede Steuer hat etwas erstaunlich ungemütliches für denjenigen, der sie zahlen oder auch nur auslegen soll.


    Otto von Bismarck


    -Schlauer wird es nicht-