Investition in finanzielle Bildung

  • Hey Saidi,

    vielen Dank erstmal (auch an das ganze Finanztip Team) für eure zahlreichen Videos und eure Motivation das Thema Finanzen der breiten Masse zugänglich zu machen. Durch dich bin ich auch auf den Finanzkongress gekommen und habe mir gespannt alle Vorträge angehört.


    Ich bin interessiert und bereit meinen Finanziellen Horizont zu erweitern, auch über passive Investmentstrategien (z.B. durch ETF auf den MSCI World) hinaus. Beim Finanzkongress waren jetzt einige Speaker/Mentoren dabei, die eigene Trainings zu unterschiedlichsten Preisen anbieten. An manchen Stellen kam mir das schon wie eine "Kaffeefahrt" vor mit hohen Leistungsversprechen, bedingtem Angebot, schneller Handlungsempfehlung und anderen Verkaufsstrategien. Ich glaube aber auch, dass das Thema Finanzen mit einem erfahrenen Mentor einfacher ist als alle Erfahrungen selbst zu sammeln (Ohne Erfahrung zahlt man hier ja auch ordentlich Lehrgeld).


    Da ich in euch ein hohes Vertrauen habe wollte ich gerne eure Meinung zu solchen Kursen hinsichtlich Preis/Leistung wissen. Wie viel ist eine "staatliche Anerkennung" denn tatsächlich Wert und gibt es auch beim Finanzkongress wo der Tenor durchaus die Motivation ist das Wissen über finanzielle Bildung weiter zu geben auch schwarze Schafe?

  • Ist die Frage ernstgemeint? Falls ja - total kuriose Vorstellung. Schräg!


    Und NEIN - der Staat finanziert zu 1.000% keine Schneeballsystem- und Strukkivertriebsveranstaltungen. Auch nicht in einer - Deiner? - Parallelwelt.


    Saidi ist kein wirklich aktives Mitglied der Community hier. Wie Du auf den Ast mit der "staatlichen Anerkennung" kommst, bleibt im Nebel. Haben Sie euch das etwa auf einem Strukki-Event verklickert?


    Ich vermute, dass Du noch sehr jung bist, wenn Dich solche Rufe nach steuerfinanzierten "Lehrveranstaltungen" umtreiben. Ein Greenhorn - süüüß.


    Vorsicht daher vor als "Mentoren" getarnten Finanzgurus. Die gehören, wie schon beschrieben, in die Kategorie Nepper - Schlepper - Bauernfänger. Und diese Leute suchen ganz gezielt nach leichter Beute: also junge, völlig unerfahrene, naive und formbare Menschen, die man richtig gut ausnehmen kann.


    https://de.wikipedia.org/wiki/Netzwerk-Marketing

  • Hallo Nikolai Falk , willkommen im Finanztip-Forum.


    Saidi schreibt hier eher selten, da er auch anderweitig gut eingespannt ist.


    Persönliche Meinung:

    Ich teile die Einschätzung des Finanzkongresses. Bei den Mentoren kann man immer die Frage stellen, warum diese ihre Dienste anbieten, wenn sie doch selbst so erfolgreich sind.


    Das Wort "staatliche Anerkennung" kann ich nicht richtig deuten. Wenn es um das Thema Fernunterricht geht gibt es die Pflicht der staatlichen Zulassung. Dies ist aber kein Qualitätssiegel, sondern eine Prüfung der Einhaltung von Vorschriften. Näheres s. hier, speziell FAQ Nr.5 https://www.zfu.de/index.html


    Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass ein Mentoring nur in ganz bestimmten Fällen sinnvoll ist. Dagegen gibt es eine große Menge an kostenlosen Angeboten, aus denen man viel herausziehen kann, hier ist die Kunst eher sich zu beschränken.


    Wenn Du sagst über was Du konkret etwas erfahren möchtest kann ich versuchen etwas beizutragen. Ggf. kannst Du auch privat schreiben oben über "Konversationen".

  • Ich glaube aber auch, dass das Thema Finanzen mit einem erfahrenen Mentor einfacher ist als alle Erfahrungen selbst zu sammeln (Ohne Erfahrung zahlt man hier ja auch ordentlich Lehrgeld).

    Welches (wirtschaftliche) Interesse verfolgt denn ein "erfahrener" Mentor? Wenn diese Eulen, von denen du redest, ihre "Erfahrungen" gegen Zahlung von Geld teilen müssen, kann es mit den "Erfahrungen" nicht weit her sein. BG


    Wer im Bereich der Finanzen erfahren ist, der hat ein "ansehnliches" Vermögen aufgebaut und kümmert sich um seine eigenen Angelegenheiten! Einige wenige dieser erfahrenen Menschen, die als Mentoren geeignet sind, helfen anderen (auch in diesem Forum) völlig aus Überzeugung und auch uneigennützig. Mentoren, die dich "an die Hand nehmen" können und es auch hin und wieder tun, findest du eventuell im privaten Umfeld. Meist sind diese sehr "unauffällig" unterwegs und treten nie bei "Klatschveranstaltungen" auf. Solche Mentoren geben ihre Eindrücke und Erfahrungen eigentlich nur deshalb weiter, weil sie es ihren "eigenen" Mentoren, von denen sie lernen durften, einmal versprochen haben.


    Und wenn du, Nikolai Falk , keinen solchen Mentor findest, bleibt dir nur übrig, dich selbst um deine Öcken zu kümmern. Du wirst zahlreiche Ratgeber in Buchform finden (Klassiker), wenn du denn danach suchst. Ferner kannst du dich mit anderen, die ähnlich wie du ticken, austauschen. Bei den zahlreichen Videos auf der Tube kannst du viel Zeit verplempern; lernen wirst du kaum etwas. Denke dabei an die Motive der Tuber ;-) Und bei Finanztip findest du eine Variante, die halbwegs bullet proof ist, und eher für die Socken geeignet ist, die sich nicht wirklich intensiv um ihre Öcken kümmern möchten und dennoch etwas Sinniges tun wollen ;-)

  • Hi zusammen und danke für die Antworten bis hier hin.


    Meine Frage bezog sich auf die Aussage "Staatlich anerkannte Bildungsstätte" der PJM Investment Akademie, nicht auf "steuerfinanzierte Lehrveranstaltungen".


    Ein paar Bücher (Klassiker von Benjamin Graham) habe ich auch schon bestellt. In Workshop/Trainings (wenn sie denn gut sind) fällt mir das lernen aber leichter.

  • Ein paar Bücher (Klassiker von Benjamin Graham) habe ich auch schon bestellt. In Workshop/Trainings (wenn sie denn gut sind) fällt mir das lernen aber leichter.

    Verständlich, aber die schwarzen Schafe heraus zu filtern ist nicht immer leicht und auch nicht jeder gut gemeinte Rat ist es auch.

    Am besten Du bleibst dabei, selbst deinen Kopf einzuschalten und kritisch zu hinterfragen. Ich persönlich setze hier weniger auf Personen/ Mentoren mehr auf eigene Recherchen (auch wenn das vlt. manchmal mühsamer erscheint und man auch das Kleingedruckte beachten muss, ist das Ergebnis denke ich besser).


    Wenn du dich hier aktiv im Forum einschaltest, könnte das dir auch schon neue Erkenntnisse/ Anregungen bringen.


    Neben dem Angebot von FinanzTip kann ich Einsteigern u.a. auch empfehlen

    - für einen generellen Überblick der Finanzprodukte Cashkurs (ISBN-13 : 978-3426787670)

    - Zeitschrift €uro (Finanz Verlag GmbH)

  • Unter finanzieller Bildung verstehe ich die grundsätzliche Kenntnis über Geldanlage, die zugrunde liegenden Strategien und die Finanzprodukte. Gewünschter Effekt wäre Sicherheit bei der Anlage jenseits von Sichteinlagen in breit gestreute ETF, gerne auch mit erster Diversifizierung in Länder- / Sektor-ETF und Einzelwerte, was so erste Züge von Spekulationen sind, jeweils mit dem Bewusstsein für die Chancen und Risiken inkl. Risiko- und Moneymanagement.


    Der Gegensatz dagegen sind Spekulationen mit Hebel /Finanzierung. Mit KnockOut bzw. mit Optionsscheinen ist das Risiko schon erhöht. Optionen sind dagegen Finanztermingeschäfte mit hohem Risiko inkl. Totalverlust und ggf. Nachschusspflicht. Wenn sich jemand auf das Eis begeben möchte ist das OK und er sollte sich dann gut informieren, mit finanzieller Bildung hat das in meiner Definition nichts zu tun. Ich habe seinerzeit mit Anlagezertifikaten angefangen und nutze jetzt KO und OS.

  • Unter finanzieller Bildung verstehe ich die grundsätzliche Kenntnis über Geldanlage, die zugrunde liegenden Strategien und die Finanzprodukte. Gewünschter Effekt wäre Sicherheit bei der Anlage jenseits von Sichteinlagen in breit gestreute ETF, gerne auch mit erster Diversifizierung in Länder- / Sektor-ETF und Einzelwerte, was so erste Züge von Spekulationen sind, jeweils mit dem Bewusstsein für die Chancen und Risiken inkl. Risiko- und Moneymanagement.


    Der Gegensatz dagegen sind Spekulationen mit Hebel /Finanzierung. Mit KnockOut bzw. mit Optionsscheinen ist das Risiko schon erhöht. Optionen sind dagegen Finanztermingeschäfte mit hohem Risiko inkl. Totalverlust und ggf. Nachschusspflicht. Wenn sich jemand auf das Eis begeben möchte ist das OK und er sollte sich dann gut informieren, mit finanzieller Bildung hat das in meiner Definition nichts zu tun. Ich habe seinerzeit mit Anlagezertifikaten angefangen und nutze jetzt KO und OS.

    Danke für deine Einschätzung. Der Erste Teil deiner Antwort deckt sich mit meinem Verständnis. Zum zweiten Teil habe ich auch schon andere Meinungen gehört.


    Ich habe mich bisher nicht wahnsinnig viel mit Optionen auseinander gesetzt, daher hier meine Frage ob jemand entsprechende Mentoren empfehlen kann.

    Was ich aber bisher gehört hatte ist, dass Optionen durchaus auch eingesetzt werden können um ein Risiko zu mindern, wenn diese gecovered sind (also wenn ich die entsprechenden Aktien bereits im Depot habe).


    Ich hatte auch mal die Unterschiede von Optionen und Optionsscheine gesucht und hier herausgefunden, dass Optionsscheine (Nicht standardisiert, Emmittentenrisiko, intransparente Preisfeststellung, Einschränkung bei Kombinationsstrategien) teilweise als Riskanter bewertet werden.

  • Unter finanzieller Bildung verstehe ich die grundsätzliche Kenntnis über Geldanlage, die zugrunde liegenden Strategien und die Finanzprodukte.

    [...]

    Der Gegensatz dagegen sind Spekulationen mit Hebel /Finanzierung. Mit KnockOut bzw.

    Wieso zählt das nicht zur finanziellen Bildung? Klar muss ich keine Hebelprodukte und Knockout Zertifikate verstehen, um in börsengehandelte Produkte zu investieren. Das braucht der durchschnittliche Anleger ja auch nicht.


    Aber unter den Oberbegriff "finanzielle Bildung" zähle ich ganz klar auch solche komplexen Finanzprodukte. Jeder, der sich an der Börse bewegt, sollte von diesen Produkten zumindest schon mal gehört haben.

  • Ich finde das Argument: Wenn jemand doch weiß, wie man Geld an den Finanzmärkten verdient, wieso sollte er es denn dann jemand anderem beibringen, immer sehr Bauernschlau. Wieso bringt ein Wirtschaftsdozent Studierenden Wirtschaft bei? Wieso bringt ein Repetitor Studierenden Rechtswissenschaften bei? Nunja, weil es eine Fähigkeit ist, die sie gelernt haben und mit welcher sie Geld verdienen können und anderen Menschen helfen können. Zumal die meisten Dozenten neben ihrer Lehrtätigkeit auch aktiv am "Spiel" teilnehmen, also in Vorständen sitzen, Mandaten vertreten etc. Großartig anders wird dies bei Finanzcoaches auch nicht sein.


    Dennoch: Sei ruhig über kritisch mit den Angeboten! Denn tatsächlich ist da draußen sehr viel Müll unterwegs und ich denke auch, dass viele lehren ohne selbst verstanden zu haben.


    Mit einer guten Recherche solltest du aber das für dich passende Angebot finden.


    Liebe Grüße

  • Ich finde das Argument: Wenn jemand doch weiß, wie man Geld an den Finanzmärkten verdient, wieso sollte er es denn dann jemand anderem beibringen, immer sehr Bauernschlau.

    Nun, zunächst mal sollte man Unterscheiden, ob Jemand 'nur' prinzipiell weiß wie man Geld an den Finanzmärkten verdient, oder ob er es nachweißlich in den letzten Jahren/Jahrzehnten auch tatsächlich getan hat! ;)

    Dann kommt gleich als nächstes die Frage, wie erfolgreich war derjenige. Spricht hat er mit seinen Investments den 'Markt' geschlagen. Man will ja nur von den Besten lernen, oder?


    Das wichtigste ist jedoch: Man muss sich selbst fragen, ob man es überhaupt versuchen will den Markt zu schlagen oder reicht einem die schnöde Marktrendite um die langfristigen Ziele zu erreichen. Wenn man dann für sich selbst feststellt, dass einem die Marktrendite reicht, kann man sich eine Schulung auch gleich sparen. :)