Alles um die 50...

  • Hallo zusammen und ein frohes Osterfest!


    Ich habe den Betreff Titel gewählt, weil bei es sich bei mir tatsächlich um die Zahl 50 dreht ;-)


    Folgende Situation; Ich, knapp vor der 50, alleine, Single, keine Kinder, habe 50.000€ auf dem Girokonto liegen.

    Seit 5,5 Jahren bin ich im Besitz einer Eigentumswohnung, auf der ich ca. 58.000€ schulden habe. Der Vertrag läuft noch 4,5 Jahre. Zinssatz ca. 1,5%.


    Jetzt möchte ich die 50K gerne "in Sicherheit" bringen. Mir ist klar, das in diesen Zeiten nix wirklich sicher ist ;-(

    Meine Idee ist, mit 30K den Immobilienkredit zu tilgen, auch wenn es eine Vorfälligkeitsentschädigung kostet (Sondertilgung ist schon komplett ausgeschöpft).

    10K möchte ich als Notreserve auf zwei Tagesgeldkonten verteilen und die weiteren 10K in einen all world ETF packen und anschl. mit 500€ monatlich besparen (Altersvorsorge). Ein Depot bei der Scalable capital habe ich eingerichtet und aktiviert.


    Was haltet ihr von meiner Idee? Noch dazu gesagt, bin ich eher ängstlich und konservativ in Geldangelegenheiten...


    Für wertvolle Ratschläge/ Vorschläge bin ich sehr dankbar.


    Vielen Dank und Gruß

    Lothar

  • Hallo Lothar,


    ich weiß wie gut es sich anfühlt Schulden los zu werden. Trotzdem würde ich nochmal überlegen, ob die vorzeitige Tilgung sinnvoll ist. Mit den 30k sollte es meiner Meinung nach Möglich sein, mehr als 1,5% Rendite zu erwirtschaften.


    Gruß

    TradeAttack

  • Es kann sehr gut sein, dass die Bank es trotz Vorfälligkeitszahlung nicht akzeptieren wird. Bei uns ist es aktuell so.

    Die Bank will das Geld schlichtweg im Moment nicht (verrückte Zeit)

    Du hast nur bei Verkauf das Recht den Kredit gegen Vorfälligkeit zu bezahlen.

    In deinem Fall bist du auf Kulanz angewiesen.

  • Hallo.


    Auf dem Girokonto liegt das Geld definitiv falsch, auch wenn Tagesgeld keinen wesentlichen Unterschied macht.


    Wieso der Plan, 10.000 Euro auf zwei Tagesgeldkonten verteilen? Ändern sich die Konditionen?


    Persönlich würde ich die Vorfälligkeitsentschädigung wohl erfragen, aber am Ende vermeiden. Die Restlaufzeit der Finanzierung erscheint mir zu kurz für irgendwelche Spielereien.

    Der Plan mit dem ETF findet meinen Zuspruch.

    Parallel würde ich die Möglichkeit von Sonderbeiträgen zur gesetzlichen Rentenversicherung zumindest prüfen.

  • Moin Lothar,

    die auch ein Frohes Ostern und bunte, dicke Eier ;-)


    Hierzu, also zu deiner "Problematik", eine vernünftige Aussage oder Empfehlung auszusprechen, ist nicht einfach. Wir würden nämlich und vermutlich nur einen Ausschnitt deiner Geldangelegenheiten touchieren.

    Einen Plan kann man IMHO erst dann entwickeln, wenn die Gesamtsituation beleuchtet werden kann. Selbtverfreilich kann man berechnen/ermitteln, wie sich die Vorfälligkeitsentschädigung auf die Faktoren Zins und/oder Opportunitätsgewinne/-verluste auswirken wird.

    Wenn deine private Altersversorgung, die du erwähnst, eher dünn oder marginal vorhanden ist, fällt der Tipp anders aus, als bei einem "fetten" Polster.


    Aus dem Bauch heraus würde ich den Kredit weiterhin, wie bei Anschluss geplant, bedienen. Sch... auf Schulden, die ja irgendwie durch die Immobilie besichert sind.


    Wenn du abschätzen kannst, wie hoch deine Cash-Reserve sein sollte und wie flexibel du diese Reserve halten möchtest oder musst (im Falle von geplanten Anschaffungen), kannst du diese aufm Giro, unterm Kopfkissen, oder in einem Fetzgeldkonto parken.

    Alles Geld, was nicht auf absehbare Zeit benötig wird, gehört mMn etwas renditestärker in Sachwerte investiert. Z.B. 10k (Dreimonatsreserve und ?) unterm Kopfkissen (sprichwörtlich) und 40k in ETF (world...). Diese 40k sollten sich im Zeitraum von 10 bis 12 Jahren verdoppeln.

    Und mit einer Sparrate von 500 Öcken dürftest du im Zeitraum von ca. 15 Jahren 140k bis 150k zusammen bekommen, wenn du als Anlagevehikel den gleichen ETF wählst.


    Ob das in Summe reichen wird, um als Renntier nicht zu verhungern, solltest du selbst beurteilen können ;-)


    Was hältst du von solchen rein pragmatischen Gedanken?


    LG

    John

  • Wahnsinn, so viele Antworten in der kurzen Zeit! Sucht ihr alle keine Eier !?...;-) Vielen Dank!


    Wie Eingangs schon erwähnt, bin ich eher der ängstliche und konservative Geldanleger.

    Für mich sind 50K schon ein ordentlicher Batzen Geld...vor dem ich im Moment, wie das Kaninchen vor der Schlange sitze! Nochdazu liegt die Knete bei der Commerzbank, die ja bekanntlich in den letzten Tagen für keine guten Schlagzeilen gesort hat. Um ehrlich zu sein, habe ich ein wenig Angst...


    Ein "all in" in einen ETF bereitet mir irgendwie auch gewisse Sorgen. Grade in Anbetracht der aktuellen Geschehnisse, kann eine komplettes Abrauschen der Märkte jederzeit passieren. Natürlich erholt sich so eine Sache dann auch wieder. Nur habe ich die Nerven oder die Geduld dazu?


    Daher der Gedanke mit der schnellen Entschuldung. Nach dem Motto, was weg ist ist weg...


    Das mit der Aufteilung von 10K auf zwei Tagesgeldkonten ist natürlich schwachsinn, da sehe ich ein! Danke für den Hinweis!


    Vieleicht habe ich auch einfach zu viele Youtube Videos der sogenannten Crash-Propheten gesehen ;-)


    Kein Plan, vieleicht kan mir jemand die Angst nehmen!?

  • Parallel würde ich die Möglichkeit von Sonderbeiträgen zur gesetzlichen Rentenversicherung zumindest prüfen.

    Das passt sehr gut zu deinem Risikoprofil, wie ich finde.


    Zum Thema ETF und Märkte abrauschen folgendes.

    Es gibt immer irgendeinen Grund etwas nicht zu tun. Das Besagte Risiko ist fester Bestandteil von Investments mit Börsenanteilen. Die eigentliche Frage muss daher lauten, wie wahrscheinlich ist es, das so etwas passiert?

    Ich persönlich bin für mich zu dem Schluss gekommen, das es in den nächsten 12 Monaten eher unwahrscheinlich ist. Deshalb habe ich in ETF investiert und nur dieses Jahr bereits 6,7% Rendite erzielt. Was ich damit eigentlich sagen will ist, das ich jetzt bereits einen kleinen Puffer aufbauen konnte um bei kleinen Korrekturen nicht sofort rote zahlen im Depot ertragen zu müssen. Niemand wird dir den richtigen Zeitpunkt zum Einstieg nennen können.


    Gruß TradeAttack

  • Hallo zusammen,


    habe grad mit dem VB Berater gesprochen. Wie hier schon vermutet, nehmen sie im Moment kein Geld (Sondertilgung)! Mir wurde eine Angebot von Union Investment unterbreitet, das sich VermögenPlus nennt. Laut Berater eine sichere Alternative zum ETF sparen, da dort ein hoher Anteil an Anleihen beinhaltet ist....Mir sind aber die 1,38% Gebühren irgendwie zu viel ;-(


    Jetzt bin ich am überlegen, einfach mal "beherzt" 30k + monatlich 500€ in den A2PKXG zu investieren und die ganze Sache einfach laufen zu lassen...


    Ich müsste noch mit SC Klären, ob eine Einmalzahlung in dieser Größe möglich ist!?

    Auf der Seite sind nur Sparplanraten von 5000€ max. möglich.



    Gute Idee?

  • Ich müsste noch mit SC Klären, ob eine Einmalzahlung in dieser Größe möglich ist!?

    Auf der Seite sind nur Sparplanraten von 5000€ max. möglich.



    Gute Idee?

    jawohlja!


    Entweder Sparplanraten für die nächsten 6 Monate auf 5k setzen oder Einmalkauf über 30k tätigen. Wäre so als ob du Aktien im Wert von 30k kaufst. Kostet dann aber auch mehr an Gebühren. Eventuell berücksichtigen, dass die Gebühren sich ab einem bestimmten Wert des Einmalkaufs erhöhen können. Kommt auf die Bank an!


    VG

    Jede Steuer hat etwas erstaunlich ungemütliches für denjenigen, der sie zahlen oder auch nur auslegen soll.


    Otto von Bismarck


    -Schlauer wird es nicht-

  • Lothar Lehman

    Natürlich pflichte ich JDS grundsätzlich bei. Rein mit dem Geld und abwarten. Ich kann/konnte das aber auch nicht tun. ;)


    Daher habe ich den Ansatz gewählt mein Geld über einen längeren Zeitraum zu investieren, auch wenn ich dadurch natürlich Rendite verliere. Ich schichte also sozusagen jedem Monat immer mehr meines Geldes vom Girokonto auf mein ETF-Depot um in dem ich eine entsprechen hohe monatliche Sparrate fahre.

    Letztlich läuft es auf das Gleiche hinaus, aber ich hatte dann rund 2 Jahre Zeit mich an die Märkte/Kursschwankungen zu gewöhnen.

    Evtl. wäre das ja auch für Dich der bessere Ansatz um langsam vom Sparer zum Anleger zu werden.