Beiträge von MoritzalsNachname

    [...] dann verstehe ich nicht, weshalb Finanztip oder andere Verbraucher-Aufklärer das Veräppeln nicht anprangern?

    Ich finde es gut, dass Sie ( easydoor ) diesen Punkt klar ansprechen.
    Ich wundere mich auch, dass die Mehreinnahmen des Bundes durch erhöhte Preise (insbesondere bei den Benzinpreisen) in der Öffentlichkeit kein Thema sind. Die jetzt großspurig angekündigten Steuerentlastungen sind de facto nur ein Bruchteil dessen, was der Bund in den letzten 3 Monaten an Mehreinnahmen hatte.
    Somit für mich auch eine große Täuschung.
    Ehrlich wäre es, die Steuern auf Energiekosten zu deckeln und so die steigeneden Preise für die Verbraucher abzumildern. Ach nein- das wäre ja transparent und fair- das kann ja keiner wollen.

    Meine Fragen an euch:
    1. Wie kann ich die Versicherer wirklich beurteilen? Welche wirtschaftlichen Vergleiche sind aussagekräftig und woher bekommt man valide Daten?
    2. Hat jemand Erfahrungen bei der Entscheidung ARAG vs Debeka?
    3. Gibt es evtl. wichtige Tarifunterschiede die ich übersehen habe?

    zu 1. Da gibt es zig Ansätze ("Ratings"). Diese sind nicht unumstritten. Valide Daten (zumindest Daten der Vergangenheit) bekommt man durch zeitintensives Googlen oder schnell und präzise von guten Maklern oder spezialisierten Honorarberatern (diese haben für unterschiedlichste Parameter Zugriff auf kommerziell erstellte Datenbanken).


    Eine gute Honorarberatung kostet 500-1000€; im Verhältnis zu den Prämien und Leistungen, die man für den Rest seines Lebens festlegen möchte, geradezu lächerlich wenig.
    Ein guter Makler sollte die Fragen leicht beantworten können- da Du die Fragen hier gestellt hast glaube ich, dass Du bis jetzt an keinen guten Makler gekommen bist.

    Fazit: Such Dir einen guten Honorarberater oder Makler.

    Man sollte ja eine intrinsische Motivation haben sich einzubringen, wie man es kann und den anderen schätzen.

    Das Problem hierbei ist, dass es keine Währungsumrechnungen gibt von Kinder Betreuen zu länger im Beruf Arbeiten oder Auto sauber Halten zu Bad Putzen.
    --> mittleres Konfliktpotential


    Bestimmte Ausgaben kann man einfach sehr schwer runterrechnen. Wo soll es sonst enden, wenn man stoppt wie lange jemand warmes Wasser für die Dusche verbraucht?

    Wenn man auf so einem Niveau rechnet dann hat man mindestens 1 Problem: Knappe Kasse oder Erbsenzähler oder Unzufriedenheit in der Partnerschaft oder eine Kombination aus alledem.

    --> mittleres Konfliktpotential


    Wer denkt, dass er mit 25 einmalig eine feste Kostenaufteilung macht und das war es dann für das Leben, der denkt auch, dass Zitronenfalter Zitronen falten!

    Sehr richtig- sowohl die Einahmenseite als auch die Ausgabenseite verändert sich laufend. Und die Ansichten der Beteiligten in Bezug auf Finanzen auch.

    --> mittleres bis hohes Konfliktpotential


    Ich habe in jüngeren Jahren meiner damaligen Partnerin den Rücken frei gehalten, damit Sie sich voll auf Ihr Studium konzentrieren konnte. Als später die Trennung erfolgte, habe ich auch keine Rechnung aufgemacht, wie viel Geld ich all die Jahre 'zugebuttert' habe. So ist halt das Leben.

    Es gibt halt keine Universallösung, sondern man muss einen gemeinsamen Weg finden.

    Habe ich ähnlich erlebt. Ich durfte im Zugewinnausgleich die Schulden aus meinem Studium zu 50% behalten, während die Exfrau ihre Ersparnisse aus ihrer Zeit im Lehrberuf aus dem Zugewinn entnehmen konnte.
    Wo ich bei einem wichtigen Hinweis bin: Es ist schön und gut, wenn man sich mit seinem Partner einig ist. Nur gibt es gesetzliche Regelungen (insbesondere in bezug auf Unterhalt und Scheidung) um die man nicht herum kommt. Auch (Ehe-)Verträge können diese Regelungen nur bedingt aufheben.

    Ich nehme es so wahr, dass Frauen oft weniger an Finanzen interessiert sind. Dementsprechend misstrauisch sind sie dann wenn es um Aufteilung oder um Regelungen nach Trennungen geht- einfach aus mangelnder Übung im Umgang mit den unterschiedlichen Positionen und Zahlen. Dann wird sich professionelle Hilfe genommen (ein Anwalt für "Familienrecht"). Dieser hat Interesse daran, "das Maximum" für seinen Mandanten harauszuholen.

    --> hohes Konfliktpotential

    Eine Lösung habe ich auch nicht- aber so einfach wie "wir teilen alles 50-50" oder "wir teilen alles im Verhältnis unserer Einkommen" ist es leider nicht.

    Ok die Handlungsoption "Prüfung vor Zahlung" ist nicht mehr umsetzbar- da habe ich tatsächlich ungenau zitiert.

    Hier im 2. Teil steht auch genau das, was ich meinte:

    Korrektur der Rechnung bitten. Der Rechnungssteller hat nun aber sein Geld und handelt genau so wie zu erwarten. Generell solltest du aber dies einmal mit der Barmenia besprechen. Normalerweise helfen die dabei.

    Ltotheeon Ich habe in Post #12 tatsächlich einen falschen Zusammenhang hergestellt. Entschuldigung und Danke fürs Klarstellen.

    Das ist hier der einzig richtige Tipp. Leider nicht mehr umsetzbar, das du schon bezahlt hast.

    Kann ich nicht nachvollziehen. Wenn die Rechnung "gebührenrechtlich falsch" erstellt wurde kann man doch eine Korrektur einfordern?! Meines Wissens erfolgt bei einem Privatkunden durch Zahlung keine Anerkennung der Rechnung.

    Die beste Vorsorge ist wie immer Prävention. Da kann mal mit ein paar Routinen viel erreichen- fürs ganze Leben. Meine 2 wichtigsten Empfehlungen:

    • Eine gute elektrische Zahnbürste (gibts ab ca EUR 60 und hält bei vernünftiger Pflege 5-10 Jahre).
    • 2 mal am Tag zu vernünftigen Zeiten Zähne putzen. Morgens ist die vernünftige Zeit 20-30 Min nach dem Frühstück. Abends 20-30 Min nach dem Abendbrot aber deutlich vor dem zu Bett Gehen (da ist man oft schon müde und pfuscht entsprechend).

    Ansonsten schließe ich mich den meisten Vorrednern an- das Geld ist besser privat angelegt als einem Unternehmen gegeben, welches im Fall der Fälle noch seine Leistungspflicht prüft und ggf. Deckelungen hat.

    Am Ende sind die Zuzahlungen (einen Großteil der Kosten übernehmen Kassen und Versicherer) für Normal- und Besserverdiener im überschaubaren Bereich finde ich. Dafür brauche ich glücklicherweise keine Versicherung. Deren Verwaltungskosten, Ebit und Rücklagen müssen ja in jedem Fall mitbezahlt werden.

    Hmmm... ein Blick in die Tarifbedingungen/ das Leistungsverzeichnis des Tarifes beim Versicherer hilft nicht weiter? Am Ende ist das die Vorgabe, die auch für einen Ombudsmann/Richter letztendlich maßgeblich für eine Entscheidung wäre.

    Ich betrachte meinen Versicherer als Partner, mit dem ich in solchen Fällen direkt sprechen und eine konkrete Lösung herbeiführen kann. Da würde ich um Rückruf eines Abrechnungsexperten bitten und dann konkret einen Vorschlag zum weiteren Vorgehen erfragen.
    An der Reaktion des Versicherers kann man mit ein wenig "zwischen den Zeilen Lesen" erkennen, ob er sich hier aus einer Leistungspflicht herausargumentieren will oder er konkret anhand der Tarifbedingungen/ des Leistungsverzeichnisses darlegen kann, dass keine Leistungspflicht besteht.

    Nervig so ein Thema aber dann und wann unumgänglich. Und man lernt immer dazu (seine Tarifbedingungen zum Beispiel). Und schlimmstenfalls lernt man, dass man bei Zweifeln seinen Versicherer stets vor Leistungserbringung anfragt, was er genau unter welchen Voraussetzungen erstatten wird.

    Good News: Man gewinnt in jedem Fall - wenigstens an Erfahrung.
    Bad News: Die Rechnungssteller sind oft hartnäckig und selbstbewusst. Aber wenn man sieht, was für ein Markt "Optimierung von Arztrechnungen" darstellt, so wird schnell klar, dass selbst "Rechnungsstellen" nicht allwissend sind und auch übers Ziel hinausschießen können.

    Anmerkung: Eine Aussage der Rechnungsstelle, "die Krankenkasse habe xy zu bezahlen" ist leider wertlos. Die Rechnungsstelle hat in der Regel nicht die Tarifbedingungen/ das Leistungsverzeichnis des Versichers vorliegen.

    Ich sehe bei einer guten Finanzplanung 2 Herausforderungen:

    1. Eine Gesamtschau der Finanzen fehlt oft. Beispiel 1: Welcher Hausfinanzierer fragt nach der Krankenversicherung und umgekehrt? Dabei gibt es durchaus Wechselwirkungen, die zu berücksichtigen sind. Beispiel 2: Welcher BU-Versicherungsanbieter fragt Vermögenswerte ab, die eine BU-Versicherung ggf. unnötig machen?

    2. Es gibt nicht die eine Finanzplanung. Das Leben ändert sich ständig und somit die Anforderungen an "die Finanzen".

    Zu 1. Den großen Wurf (alle Finanzen von einem Profi managen lassen) trauen sich wenige. Dazu hat die Branche seit den großen Strukturvertrieblern einfach einen zu schlechten Ruf.

    Zu 2. Wenigstens die Erkenntnis, dass bei bestimmten Veränderungen im Leben eine Neuausrichtung "der Finanzen" erforderlich ist muss am Ende jeder Mensch selbst haben bzw. Änderungsbedarf erkennen. Und schon ist man mittendrin im Selbermachen. Ob man dann am Ende nur die KFZ-Versicherung und den ETF-Sparplan selber macht oder gleich das ganze Paket- jeder wie er mag.

    Dr. Schlemann Ich finde es unverschämt, dass Sie wiederholt TANs fachliche Qualifikation, sein Medizinstudium und seine Tätigkeit als Arzt anzweifeln. In jedem Ihrer großzügig und versöhnlich aufgemachten "jetzt ist ja alles geklärt"- Posts bringen Sie wieder neue Unterstellungen und Angriffe unter. Das haben Sie mit ihrem fundiertem PKV-Wissen nicht nötig. Zudem führt das dazu, dass der ein oder andere sich aus der Diskussion zurückzieht- muss er doch mit Ihren persönlichen Angriffen rechnen. Das könnte die Diskussion/ die Vielfalt der beleuchteten Aspekte deutlich einschränken und das wäre schade.
    Also aus meiner Sicht ist nichts geklärt und die Diskussion kann gerne weitergehen. Ich persönlich schätze den Blickwinkel von TAN sehr- bringt er doch interessante neue Aspekte in die Diskussion. Dass TAN sich als Arzt im Krankenhaus geoutet hat finde ich super- so werden seine Beiträge authentischer und jeder kann selbst einordnen, wo TANs Qualifikationen liegen und wo nicht.
    Ich persönlich bin Laie bzw. ganz normaler Angestellter und PKV-Kunde. Ich profitiere hier von den Diskussionen- denn sie tragen dazu bei, dass ich als mündiger Vertragspartner gegenüber meiner PKV und medizinischen Dienstleistern auftreten kann. Etwas Kiebigkeit dann und wann ist belebend- aber die Sachdiskussion soll bitte im Vordergrund stehen.

    [..] die detaillierten Unterschiede ergeben sich aus rund 160 Seiten Vergleichsdokumentation auf Basis einer Vielzahl ausgesprochen erklärungsbedürftiger Anforderungen an eine gute private Krankenversicherung. Das alles erörtern wir in zwei gut zweistündigen Beratungsgesprächen, bei denen unsere Kunden ihre persönlichen Anforderungen definieren / priorisieren und sich dann zu vergleichende Tarife aussuchen.


    Herausforderung hierbei: Welcher Kunde kennt am Anfang seines Berufslebens schon seine persönlichen Anforderungen für die nächsten 60 Jahre? Wer weiß da schon wie viele Kinder er mit welcher Frau in welcher juristischen Lebensform bekommt und welchen beruflichen Werdegang die Frau(en) einschlägt(einschlagen)? Der Kunde kennt ja noch nicht einmal seinen eigenen Werdegang. Wer weiß in dem Alter schon was er an medizinischer Leistung bezahlen möchte- manch einer war in diesem Alter noch keine 10 Tage am Stück krank geschweige denn als Patient in einem Krankenhaus.

    Als HUK-PKV-Versicherter verfolge ich seit über 15 Jahren Testergebnisse insbesondere in Hinblick auf das Abschneiden der HUK-PKV. Bei den Beamtentarifen und bei der Verwaltungskostenquote belegt die HUK-PKV durchweg vordere Plätze in unterschiedlichen Rankings von unterschiedlichen Organisationen (Stiftung Warentest/ Focus Money/ Manager Magazin/ Handelsblatt/ Assekurata/ weitere).

    Jedes "Testergebnis" ist mit Vorsicht zu genießen. Die bewertenden Organisationen haben unterschiedliche Kernkompetenzen und Vorgehensweisen. Auch ist nicht auszuschließen, dass teilweise voneinander abgeschrieben wird.


    Dass die bewertenden Organisationen die Leistungsumfänge bei den einzelnen Tarifen nicht detailliert bewerten ("PKV ist ja ohnehin besser- Hauptsache 'Chefarzt' und 'Einzelzimmer' ") erkenne ich auch als Laie. Meine Entscheidung für die HUK-PKV traf ich noch zu Zeiten, als Alterungsrückstellungen nicht zu anderen Versicherern mitgenommen werden konnten. Somit waren wichtige Auswahlkriterien für mich die Seriosität und die Beitragsstabilität. Wobei es unmöglich ist, für einen Zeitraum ~60 Jahre (ein PKV-Versicherungsleben) eine zuverlässige Vorhersage zu treffen.
    Daher stellen Berater/Makler oft die Tarifleistungen in den Mittelpunkt ihrer Beratungen/Empfehlungen. Verständlich- ist dies scheinbar die einzige Konstante da vertraglich festgeschrieben.
    Jedoch sind am Ende auch die Tarifleistungen variabel; es gibt wenigstens 2 Szenarien, die zu einem Tarifwechsel (und somit zur Veränderung der Leistungen) motivieren:

    1. Beitragsreduzierung
    2. Umstellung auf einen moderneren Leistungskatalog

    Beispiel zu 2.: Ich überlege wie hier geschildert durch einen Tarifwechsel auf einen moderneren Leistungskatalog umzustellen.

    Auf einen Aspekt würde ich gern noch hinweisen:
    PKV-versichert zu sein bedeutet lebenslanges Mitdenken/Mitgestalten und somit automatisch Verantwortung übernehmen. Blindes Vertrauen in wen-auch-immer wird in vielen Fällen nicht gutgehen. Klar gibt es auch tolle Berater/Makler, die einen gut durchs Finanzleben führen. Jemand, der sich ungern mit dem Thema Finanzen beschäftigt, sollte sich den Wechsel in die PKV 2 Mal überlegen.

    Comandante Klar war das eine unzulässige Pauschalisierung der Beamten. Aber eine gewisse Grundeinstellung ist bei vielen Beamten nicht wegzudiskutieren. Alle anderen mögen mir bitte meine Ungenauigkeit nachsehen. ;)

    Ich halte es übrigens für grundsätzlich falsch, daß der Durchschnittsbeamte privatversichert ist, und zwar deswegen, weil zur Privatversicherung eine gewisse Geisteshaltung gehört, die gerade entgegengesetzt zu der Geisteshaltung des Durchschnittsbeamten ist. Für die meisten Beamten wäre eine staatliche Rundumversicherung sinnvoller.

    Wenig schmeichelhaft für Beamte- aber trotzdem meine volle Zustimmung. Was ich von Beamten an Vollkaskomentalität und "der Staat muss mir..." erlebe geht auf keine Kuhhaut.


    Der Privatversicherte ist dem Arzt gegenüber Kunde, der den Arzt schonmal fragt, was die vorgeschlagene Maßnahme kostet, und sich dann überlegt, ob er das haben will (und dann zahlt) oder nicht. Das ist aber auch einer, der im Zweifelsfall dem Arzt sagt: "Das überzeugt mich jetzt, das will ich haben, und es ist mir egal, ob die Versicherung das übernimmt oder nicht."

    Genau so ist es. Da ich als PK-Versicherter ohnehin permanent den wirtschaftlichen Aspekt im Hinterkopf habe, mache ich permanent Kosten/Nutzen Abschätzungen. Auch und gerade im Bereich Gesundheit/ Gesundheitskosten.
    Zum Glück liegen die meisten Kosten (zum Beispiel Brille, Physiotherapie, Zahnersatz) in einem Bereich, wo man sich unabhängig von der Kostenübernahme durch die PKV dafür oder dagegen entscheiden kann.