Beiträge von MoritzalsNachname

    Seriöse Finanzberater haben den Vorteil, dass sie mit wenigen Klicks in den von Beratern verwendeteten Datenbanken die ganze Tarifvielfalt darstellen können. Die 200-300 € für eine Anfangsberatung sollte man investieren- das spart viel Zeit und Nerven.
    Aber man sollte auch keine Wunder erwarten- die scheinbar riesengroße Zahl von Tarifen schrumpft schnell auf eine überschaubare Anzahl zusammen, wenn man halbwegs moderne Konditionen haben und nicht vorschnell in eine Sackgasse (kaum noch Wechseloptionen in der Zukunft) geraten möchte.
    Bei meinem Tarifwechsel ging es am Ende um 2-3 Varianten- mehr nicht.

    Abenteuerlich dass hier niemand sagen kann woher die Regelung "die Karte ist 1x pro Quartal vorzulegen" kommt.



    Unheimlich dass nahezu alle Patienten dies klaglos tun- obwohl sie teilweise Jahrzehnte persönlich bekannt sind und sich nichts, aber auch gar nichts an ihren Personaldaten ändert. Genau diese untransparenten, klaglos hingenommenen "das muss so sein- das machen wir schon immer so"- Vorgehensweisen waren ein Grund für mich, das GKV-Abrechnungskonzept nicht zu mögen.



    In den Arztpraxen erwarte ich keine Expertise zu diesen Fragen: Arzthelferinnen tun was sie gesagt bekommen und Ärzte sind eben Ärzte und weder Versicherungsexperten noch Kaufleute.

    Kernproblem bei "Tarifoptimierern" ist, dass ihre Provision zumeist an der "Ersparnis" direkt nach dem Tarifwechsel berechnet wird. Somit hat der Tarifoptimierer leider ein sehr starkes Interesse an einer kurzfristigen Senkung des monatliches Zahlbetrages.
    Ich fürchte, Langzeit-Betrachtungen (Stichwort Beitragsstabilität) und Leistungsumfang der jeweiligen Tarife werden also nur zweitrangig betrachtet- aber genau das sind meiner Meinung nach die relevanten Größen.


    Ich persönlich kann nur dringend empfehlen, sich an einen unabhängigen Finanzberater zu wenden. Der kostet zwar Geld ("Honorar") ist dafür jedoch ohne oben genannten Interessenskonflikt.

    Persönliche Meinung:
    In der PKV sollte sich nur derjenige vollkostenversichern, der sicherstellen kann im Alter


    - mietfrei zu wohnen
    - dazu mindestens zwei Immobilien vermietet hat und
    - nennenswerte Kapitalanlagen hat.

    Na ja... um die oben wie ich finde sehr realistisch abgeschätzten Mehrkosten von 400 EUR/Monat (Mehrkosten PKV zu GKV) abzudecken brauche ich nicht zig Reichtümer, sondern eben genau die 400 EUR/Monat mehr als mein gesetzlich versichterter Nebenmann.


    Zu den Beträgen im Alter:


    Um hier realistisch vergleichen zu können, rechne ich für mich nicht nur die monatliche Prämie, sondern auch den monatlichen SB voll mit ein.


    Ich hatte die Frage nach den PKV-Beiträgen im Alter in der Vergangenheit mehrfach gestellt- da will niemand so recht antworten, da eben die Randbedingungen so unterschiedlich sind, dass von 300 EUR/Monat bis 1500 EUR/Monat alle Werte möglich sind. Vereinzelt findet man im Netz mal hier oder dort eine Einzelangabe bzw. jemand nennt seinen Beitrag plus seinen SB im Alter. Wobei man ja immer noch die individuellen vertraglichen Leistungen sehen muss- ab jetzt wird klar, dass jeder Vergleich hinkt.


    Nun, die Beispiele die ich gefunden hatte, reichten von 400 EUR/Monat bis 800 EUR/monat (jeweils SB bereits eingerechnet).
    Im Mittel (ich hatte 6 Beispiele gefunden) lagen die Beträge hochgerechnet auf das Jahr 2020 (ich rechne mit einer jährlichen Steigerung von 5%) bei etwa 770 EUR/Monat.


    Viel Geld- aber gerade im Alter werde ich vom Privatpatient-Status richtig profitieren, vermute ich.

    Starke Nerven muss man haben in diesen Tagen...
    Niemand weiß, wer morgen noch zur Arbeit kommen kann/darf. Mein Bauträger hat mir vorsorglich schon einmal die Schlussrate in Rechnung gestellt, obwohl der Abschluss der Arbeiten auf der Baustelle noch lange nicht in Sicht, bereits 14 Werktage verzögert und der Fortschritt gefährdet ist.
    Man kann den Bauträger fast verstehen- hat er doch von heute auf morgen auch keine Planungssicherheit mehr und da stellt er pauschal ersteinmal alles in Rechnung.

    Möchten Sie damit ausdrücken, dass nur ein Wechsel in die neue UnisexWelt interessant ist?

    Nein; da habe ich mich zu restriktiv ausgedrückt.
    Und wie Lange Oog richtig sagt, muss eine Empfehlung immer Resultat einer fachkundigen Beratung sein. Und ich bin weder Fachmann noch kenne ich Ihre Rahmenbedingungen.


    Ich wollte nur darauf hinweisen, dass meiner Laien-Meinung nach die anfangs scheinbar vielfältigen Tarifwechselmöglichkeiten sich schnell auf wenige Möglichkeiten reduzieren, sobald man sich tiefer mit den Leistungskatalogen befasst.
    Aber auch das ist eine Laien-Aussage und Ausnahmen sind möglich.

    Zur Beratung durch einen Profi: habe ich gemacht. Seine Empfehlung: die Selbstbeteilung auf einen enorm hohen Betrag hochsetzen (hätte natürlich auch die höchste Provision für den Berater bedeutet).

    Sie haben es schön in einem Satz zusammengefasst: Der "Berater" hat Ihnen das "empfohlen", woran er am meisten verdient. Ein echter Profi halt.
    Inwieweit dieser Mensch die Bezeichnung "Berater" oder gar "Profi" verdient, haben Sie damit schon selbst gesagt.


    Diese Empfehlung wird auf allen mir bekannten Webseiten ganz klar abgelehnt.

    Freut mich, dass Sie tiefer in die Materie eingestiegen sind und die "Empfehlung" des "Beraters" geprüft haben.


    Von dieser hohen SB, da stimme ich Ihnen voll zu, wäre ich nie mehr weggekommen.

    Das ist eine der vielen Einbahnstraßen, die ich meine.


    Sie finden viele Antworten auf Ihre Fragen in dieser Diskussion ab Post Nr. 20.


    Eine Anmerkung noch (von mir als Laien): Viele Berater werben damit, dass sie über Datenbanken (MORGEN & MORGEN/ Kvpro, KV-fux, ..) hunderte von Tarifen der Versicherer einsehen und bewerten können. Am Ende sind es jedoch eher wenige duzend Tarife; die beworbenen "Hundertschaften" kommen durch Kombinatorik von unterschiedlichen Teiltarifen und SB zustande.


    Meine Erfahrungen:


    Bad News: Die angeblich mannigfachen Wechselmöglichkeiten sind nur Augenwischerei. Die älteren Tarife (alte Welt, alte Leistungskataloge, alte Versicherungsnehmer) sind durchweg uninteressant.


    Good News: De facto verdichten sich die sinnvollen Wechseloptionen schnell auf 3, 4 Tarife. Wenn man dann noch die "hohe Selbstbehaltfalle" und das gut einzuteilende Downgrading innerhalb eines Versicherungsnehmerlebenslaufes dazunimmt ist man fast am Ziel.


    Ich habe seinerzeit noch einen unabhängigen Berater auf Honorarbasis hinzugezogen, der meine Recherchen und Thesen geprüft und eingeordnet hat. So konnte ich dann eine Entscheidung treffen und habe diese bis heute nicht bereut (bin jetzt seit 2,5 Jahren in einem anderen Tarif).

    Selber rechnen ist immer gut.
    Selber das Geld anlegen und flexibel bleiben ist auch immer gut.
    Die Bombenrendite erziele ich zum Beispiel indem ich mit dem Beitragsermäßigungs-Tarifbaustein den Arbeitgeber-Zuschuss zur PKV voll ausschöpfe und ich somit bis zu 50% meines Beitragsermäßigungs-Tarifbausteines vom Arbeitgeber finanzieren lasse. Jaja- mit Querfinanzieren kann man viele Geldanlagen schönrechnen.
    Am Ende ist das nichts anderes wie jede andere Geldanlage auch- eine Wette auf die Zukunft: Welche Rendite kann ich erzielen (kann man sich schönrechnen), wie flexibel bin ich mit dieser Geldanlage (hier gar nicht), mit welcher Wahrscheinlichkeit profitiere ich davon (hier doppelt doof wenn man früh stirbt- dann war alles für die Katz und die Erben haben nichts davon).


    Aber konkret: Würfele einmal, wie alt Du werden wirst. Sei Dir im klaren, dass das Geld "weg" ist und nur für den einzigen Fall (Beitragsermäßigung im Alter) eingesetzt werden kann und dann kannst Du eine "Renditeberechnung" wagen.
    Am Ende eine Bauchentscheidung, wenn Du mich fragst.

    Ich bin Laie.
    Ich vermute, als Kunde hat man kein Recht auf vollumfängliche Tarifinformationen seines Versicherers. Gezieltes Nachfragen führt vermutlich zu detaillierten Antworten- nur laufen Sie damit Gefahr, bei Ihrem Versicherer irgendwann auf Granit zu beißen und dann lehnt Ihr Versicherer weitere Kommunikation/Auskünfte ab. Und selbst wenn Ihr Versicherer alle Ihre Fragen beantwortet so wissen Sie nie, ob es nicht noch weitere Details gibt, die zu wissen für Sie vorteilhaft wären. Nur haben Sie vielleicht aufgrund Ihrer Fragestellung gerade dieses Detail nicht abgefragt.


    Womit ich bei meinem Hauptpunkt bin: Sie gehen davon aus, dass der aktuell geringste Monatsbeitrag für Sie die beste Option darstellt. Das ist definitiv nicht so (und das weiß ich auch als Laie sicher). Jeder Tarifwechsel stellt gewissermaßen ein Downgrade dar bzw. ist Teil einer Einbahnstraße- Wege zurück gibt es wenige. Selten können Sie mit einem Wechsel bessere Leistungen zu einem günstigeren Monatsbeitrag bekommen. Somit will ein Wechsel in Hinblick auf eine "Lebensplanung" (und Sie werden sich bis zu Ihrem Lebensende versichern wollen) durchdacht sein.


    Beide von mir genannten Punkte führen zum gleichen Ergebnis: Beschäftigen Sie sich tiefer mit der Thematik oder lasen Sie einen Profi ran. Aktuell laufen Sie Gefahr, einen ggf. irreversiblen oder zumindest teuren Fehler zu machen.

    "Profitieren sollen davon untere Gehaltsgruppen, kinderreiche, teilzeitbeschäftigte und kranke Beamte"


    Aha. Die teuren VN sollen in die GKV abgeschoben werden. Bekommen die Lobbyisten/Politiker mehr Bestechungsgeld von der Beihilfe (die weniger Kinder und untere Gehaltsgruppen versorgen muss) oder von den PKV (die die kostenintensiven ergo unrentablen VN los ist)?


    Was ist los in diesem Land? Gewinne privatisieren - Verluste sozialisieren auf dem Rücken der VN in der GKV?
    Warum gibt es keine massiven Proteste gerade von der SPD/ den Linken?

    Der Artikel in der Ausgburger Allgemeinen bringt es auf den Punkt:


    "Zudem würde das Modell grundsätzlich das deutsche System aus gesetzlicher und privater Krankenversicherung sowie das Berufsbeamtentum infrage stellen"


    "..im Interesse unserer Bevölkerung wollen wir das Berufsbeamtentum und einem starken Staat"


    Heißt im Klartext: Wir wissen, dass die PKV eine bessere Versorgung bietet und wollen für unsere privilegierten Staatsdiener diese besseren Leistungen. Die Bevölkerung (gemeint sind die Plebejer) sollen mit den 2. Klasse - Leistungen zufrieden sein.


    Deutlicher kann man die Missstände kaum benennen.

    Sie sind "Makler", oder ?


    Selbst mein Zahnarzt denkt darüber nach, seine Frau wieder in die gesetzliche zu bringen....

    Nein, ich bin kein Makler.


    Vorsicht: Gerade Ärzte habe ich als wenig kompetent in Versicherungsfragen erlebt. Oder um es frech zu sagen: Wenn Ärzte rechnen könnten, wären sie ja nicht Ärzte geworden (ein Lieblingszitat einer Freundin von mir, die sowohl für Krankenhäuser als auch für Krankenkassenvereinigungen der GKV gearbeitet hat).

    Ich hoffe, Sie mitteln Ihre Erhöhungen über die Jahre und berücksichtigen Ihren veränderten Leistungsumfang ("Tarifwechsel in 2017").
    Wenn Sie dann auf einen 2-stelligen prozentualen Erhöhungswert pro Jahr kommen haben Sie meines Erachtens ein Problem; welches Sie mit einem unabhängigen Berater besprechen sollten.
    Mein Durchschnittswert lag lange deutlich unter 4%; jetzt nach dem eingepreisten "Zinsschock" 2016/2017 liegt er um die 5%.
    Die Branche selbst rechnet mit jährlichen Steigerungen von rund 4,5-5% / Jahr (wobei diese Zahlen nach dem Zinsschock noch leicht nach oben gehen werden).

    Während ich von Telefon-, DSL-, und Handyanbietern Kampfangebote zur Rückgewinnung kenne, gab es nie ein vernünftiges Angebot von Strom- und Gasversorgern.

    Das ist genau auch meine Erfahrung. Ist mir aber auch ganz Recht so- dann habe ich beim Telefon/Mobilfunk nicht das Getue um die Rufnummernmitnahme, die dann durch die Hintertür doch mit Gebühren versehen wird und die manchmal auch schiefgehen kann.
    Telefon-, DSL-, und Handyanbieter: Taktisch kündigen und "Kampfangebot" annehmen.
    Energie: Kündigen und wechseln.

    Klar agiere ich am Ende nicht auf Augenhöhe. Dazu gibt es jedoch Verbraucherschutzgesetze (zum Beispiel Widerrufsrecht) und die Möglichkeit, Sachverhalte prüfen zu lassen (zum Beispiel Ombudsmann). Und genau wie sich ein Versicherer juristischen Beistand holt, so kann ich das als Verbraucher auch. Am Ende sind die Verträge kein Hexenwerk und 99% aller Fragestellungen schnell geklärt. Vertragsverhältnisse zwischen Versicherern und Versicherungsnehmern gibt es schließlich schon seit zig Jahren.


    Nein; ich lese keine Geschäftsberichte. Ich lasse lesen. Im Ernst- ich überfliege die Ergebnisse von Verbraucher- und Ratingagenturen. Und am Ende bin ich froh, wenn die Verwaltungskostenquote und meine monatlichen Prämien niedrig sind.


    Gestaltungsspielraum habe ich bei: Auswahl Leistungsumfang, Auswahl von Selbstbehalt, Auswahl von Tarifgeneration mit entsprechenden Vor- und Nachteilen.


    Beitragsrückerstattung ist bei den meisten Versicherern Standard aber soweit ich weiß kein Vertragsbestandteil- also ein freiwilliger (und somit jeder zeit einseitig vom Versicherer änderbarer) Anreiz, weniger Rechnungen einzureichen. Das ist am Ende ein Linke-Tasche-Rechte-Tasche-Spiel- also nicht wirklich relevant.

    [..] Nichts desto Trotz sind Sie Mitglied eines Versichertenkollektivs und obwohl es einen Vertrag gibt, weiß niemand, wie sich zB die Beiträge entwickeln oder ob der Gesetzgeber für Privatversicherte etwas umstellen wird (ganz unabhängig von aktuellen Diskussionen).

    Nicht Mitglied. Vertragspartner! Ich kann kündigen, nachverhandeln, aufstocken, Leistungen reduzieren...Und last but not least kann ich zivilrechtlich klagen!
    Deutlich mehr Gestaltungsspielraum als bei der GKV.
    Dass man auch bei der PKV an Rahmenbedingungen "hängt", die man nicht/kaum beeinflussen kann, ist richtig. Letztendlich kann mich der Versicherer über die Hintertür "stark erhöhte Beiträge" auch zu Dingen zwingen, die ich ursprünglich nicht wollte (Änderung/Kündigung).
    Trotzdem ist mein Gestaltungsspielraum bei der PKV deutlich größer. Nur muss man diesen auch wahrnehmen, um ein gutes Preis/Leistungsverhältnis zu erzielen. Ist also eher was für Mitdenker und Mitmacher. Menschen, die Versicherern und Finanzverträgen pauschal mit viel Misstrauen gegenüberstehen, sollten vielleicht eher zur GKV gehen: Mitglied-fertig. So einfach ist es der PKV nicht.

    für mich letztendlich das entscheidende Kriterium pro PKV:


    Bei der PKV hat man einen VERTRAG mit Rechten und Pflichten. Zudem kann man Vertragsmodalitäten verhandeln/ändern/anpassen/kündigen.


    Bei der GKV ist man MITGLIED. Wenn der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) Leistungen der medizinischen Versorgung von der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) streicht, so hat man von heute auf morgen keinen Anspruch mehr auf die Leistungen. Sämtliche Zusatzleistungen der GKV sind ebenfalls jederzeit einseitig (nämlich von der GKV) änderbar- bis auf null. Somit macht für mich auch das "Auswählen" einer "geeigneten" GKV keinen Sinn- keine Leistung ist für die Zukunft garantiert.


    Im Falle PKV bin ich Vertragspartner und kann meinen Vertrag mitgestalten. Bei der GKV bin ich zahlendes Mitglied, was hinzunehmen hat, was andere sich ausdenken.