Beiträge von MoritzalsNachname

    Der Artikel in der Ausgburger Allgemeinen bringt es auf den Punkt:


    "Zudem würde das Modell grundsätzlich das deutsche System aus gesetzlicher und privater Krankenversicherung sowie das Berufsbeamtentum infrage stellen"


    "..im Interesse unserer Bevölkerung wollen wir das Berufsbeamtentum und einem starken Staat"


    Heißt im Klartext: Wir wissen, dass die PKV eine bessere Versorgung bietet und wollen für unsere privilegierten Staatsdiener diese besseren Leistungen. Die Bevölkerung (gemeint sind die Plebejer) sollen mit den 2. Klasse - Leistungen zufrieden sein.


    Deutlicher kann man die Missstände kaum benennen.

    Sie sind "Makler", oder ?


    Selbst mein Zahnarzt denkt darüber nach, seine Frau wieder in die gesetzliche zu bringen....

    Nein, ich bin kein Makler.


    Vorsicht: Gerade Ärzte habe ich als wenig kompetent in Versicherungsfragen erlebt. Oder um es frech zu sagen: Wenn Ärzte rechnen könnten, wären sie ja nicht Ärzte geworden (ein Lieblingszitat einer Freundin von mir, die sowohl für Krankenhäuser als auch für Krankenkassenvereinigungen der GKV gearbeitet hat).

    Ich hoffe, Sie mitteln Ihre Erhöhungen über die Jahre und berücksichtigen Ihren veränderten Leistungsumfang ("Tarifwechsel in 2017").
    Wenn Sie dann auf einen 2-stelligen prozentualen Erhöhungswert pro Jahr kommen haben Sie meines Erachtens ein Problem; welches Sie mit einem unabhängigen Berater besprechen sollten.
    Mein Durchschnittswert lag lange deutlich unter 4%; jetzt nach dem eingepreisten "Zinsschock" 2016/2017 liegt er um die 5%.
    Die Branche selbst rechnet mit jährlichen Steigerungen von rund 4,5-5% / Jahr (wobei diese Zahlen nach dem Zinsschock noch leicht nach oben gehen werden).

    Während ich von Telefon-, DSL-, und Handyanbietern Kampfangebote zur Rückgewinnung kenne, gab es nie ein vernünftiges Angebot von Strom- und Gasversorgern.

    Das ist genau auch meine Erfahrung. Ist mir aber auch ganz Recht so- dann habe ich beim Telefon/Mobilfunk nicht das Getue um die Rufnummernmitnahme, die dann durch die Hintertür doch mit Gebühren versehen wird und die manchmal auch schiefgehen kann.
    Telefon-, DSL-, und Handyanbieter: Taktisch kündigen und "Kampfangebot" annehmen.
    Energie: Kündigen und wechseln.

    Klar agiere ich am Ende nicht auf Augenhöhe. Dazu gibt es jedoch Verbraucherschutzgesetze (zum Beispiel Widerrufsrecht) und die Möglichkeit, Sachverhalte prüfen zu lassen (zum Beispiel Ombudsmann). Und genau wie sich ein Versicherer juristischen Beistand holt, so kann ich das als Verbraucher auch. Am Ende sind die Verträge kein Hexenwerk und 99% aller Fragestellungen schnell geklärt. Vertragsverhältnisse zwischen Versicherern und Versicherungsnehmern gibt es schließlich schon seit zig Jahren.


    Nein; ich lese keine Geschäftsberichte. Ich lasse lesen. Im Ernst- ich überfliege die Ergebnisse von Verbraucher- und Ratingagenturen. Und am Ende bin ich froh, wenn die Verwaltungskostenquote und meine monatlichen Prämien niedrig sind.


    Gestaltungsspielraum habe ich bei: Auswahl Leistungsumfang, Auswahl von Selbstbehalt, Auswahl von Tarifgeneration mit entsprechenden Vor- und Nachteilen.


    Beitragsrückerstattung ist bei den meisten Versicherern Standard aber soweit ich weiß kein Vertragsbestandteil- also ein freiwilliger (und somit jeder zeit einseitig vom Versicherer änderbarer) Anreiz, weniger Rechnungen einzureichen. Das ist am Ende ein Linke-Tasche-Rechte-Tasche-Spiel- also nicht wirklich relevant.

    [..] Nichts desto Trotz sind Sie Mitglied eines Versichertenkollektivs und obwohl es einen Vertrag gibt, weiß niemand, wie sich zB die Beiträge entwickeln oder ob der Gesetzgeber für Privatversicherte etwas umstellen wird (ganz unabhängig von aktuellen Diskussionen).

    Nicht Mitglied. Vertragspartner! Ich kann kündigen, nachverhandeln, aufstocken, Leistungen reduzieren...Und last but not least kann ich zivilrechtlich klagen!
    Deutlich mehr Gestaltungsspielraum als bei der GKV.
    Dass man auch bei der PKV an Rahmenbedingungen "hängt", die man nicht/kaum beeinflussen kann, ist richtig. Letztendlich kann mich der Versicherer über die Hintertür "stark erhöhte Beiträge" auch zu Dingen zwingen, die ich ursprünglich nicht wollte (Änderung/Kündigung).
    Trotzdem ist mein Gestaltungsspielraum bei der PKV deutlich größer. Nur muss man diesen auch wahrnehmen, um ein gutes Preis/Leistungsverhältnis zu erzielen. Ist also eher was für Mitdenker und Mitmacher. Menschen, die Versicherern und Finanzverträgen pauschal mit viel Misstrauen gegenüberstehen, sollten vielleicht eher zur GKV gehen: Mitglied-fertig. So einfach ist es der PKV nicht.

    für mich letztendlich das entscheidende Kriterium pro PKV:


    Bei der PKV hat man einen VERTRAG mit Rechten und Pflichten. Zudem kann man Vertragsmodalitäten verhandeln/ändern/anpassen/kündigen.


    Bei der GKV ist man MITGLIED. Wenn der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) Leistungen der medizinischen Versorgung von der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) streicht, so hat man von heute auf morgen keinen Anspruch mehr auf die Leistungen. Sämtliche Zusatzleistungen der GKV sind ebenfalls jederzeit einseitig (nämlich von der GKV) änderbar- bis auf null. Somit macht für mich auch das "Auswählen" einer "geeigneten" GKV keinen Sinn- keine Leistung ist für die Zukunft garantiert.


    Im Falle PKV bin ich Vertragspartner und kann meinen Vertrag mitgestalten. Bei der GKV bin ich zahlendes Mitglied, was hinzunehmen hat, was andere sich ausdenken.

    Ich habe Herrn Gamper für einen PKV-Tarifwechsel als Berater konsultiert. Herr Gamper hat alle aufgetretenen Fragen kompetent beantwortet und auf diverse Problematiken hingewiesen.
    Herr Gamper war immer kurzfristig erreichbar. Herr Gamper hat weitreichende Kenntisse über aktuelle Literatur/Urteile zum Thema PKV. Auch bindet er Erfahrungsberichte anderer Verbraucher (unterschiedlichste Quellen- sehr gut!) in seine Bewertungen mit ein.
    Ich bin mit der Beratung sehr zufrieden.

    Beitragsrückerstattung ... bitte verabschieden Sie sich von der Vorstellung in den nächsten 10-15 Jahren nennenswerte BAR BRE zu bekommen. Wer weiß wie es entsteht und wofür es noch alles relevant ist und sich mit Solvency II beschäftigt hat, der weiß: nein, wird es so nicht mehr geben und die Töpfe sind überwiegend leer.

    Nun, wenn es keine BAR BRE mehr gibt, werden dann nicht alle VN jedes Jahr ihre Rechnungen komplett einreichen und sogar den ein oder anderen Arztbesuch mehr tätigen- schließlich ist der Anreiz, Rechnungen selbst zu begleichen und Arztkosten zu reduzieren komplett entfallen?


    Vor diesem Hintergrund vermute ich, dass es auch zukünftig BAR BRE geben wird; wenn vielleicht auch nicht in der aktuellen Höhe und an mehr Bedingungen gekoppelt.


    Dabei ist mir aufgefallen, dass bei Kompakttarifen die BRE höher ausfällt als bei den Modultarifen- bei letzteren ist der Anteil für stationäre Leistungen nicht BRE-fähig. Bei den Kompakttarifen ist der Anteil für stationäre Leistungen ein Teil des ganzen Tarifes und somit auch BRE-fähig. Klares Plus für den Kompakttarif (wenn er denn sonst passt für den VN).

    Frage zu Leistungsverzeichnissen / Heilmittelpreisverzeichnissen der Versicherer


    Wann werden diese Verzeichnisse angepasst?


    In meinen AVB finde ich keine Hinweise, wie eine Anpassung funktioniert. Welches sind die Kriterien, die eine Anpassung zwingend auslösen? Nach welchen Kriterien würde der Ombudsmann der PKV einer Beschwerde stattgeben, die Preise wären nicht mehr marktgerecht?

    Ich habe jetzt die schriftliche Antwort der HUK:


    "... Sollte der Allgemeinarzt nachträglich (nach der Konsultation des jeweiligen Facharztes) eine Überweisung an den Facharzt ausstellen, erkennen wir ab dem Zeitpunkt der Ausstellung der Überweisung die 100%ige Erstattung beim jeweiligen Facharzt an."


    Somit findet der gedehnte Versicherungsfall hier keine Anwendung.

    Hallo Herr Gamper, Hallo Herr Müller!


    Vielen Dank für die zahlreichen und detaillierten Hinweise. Ihre Streitereien haben einen positiven Nebeneffekt: Ich als Verbraucher kann live erfahren, dass es durchaus verschiedene Sichtweisen und Nuancen gibt.


    Die Frage "Versuchsballon" / "Probeantrag" hake ich für mich ab- ich werde maximal Anfragen (Invitatiomodell) stellen; für einen etwaigen Streit mit meiner Versicherung, inwieweit ich jetzt eine Vertragsänderung mit oder ohne Widerrufsrecht beantragt habe, fehlt mir die Zeit.


    Wichtig für mich ist der Hinweis, dass eine neue Risikoprüfung (Gesundheitsprüfung) nur für den Bereich der Mehrleistungen erfolgt.


    Nochmal konkret die Frage nach den absoluten Euro-Werten: Wie wird zum Beispiel eine Reduzierung des Selbstbehaltes (bei sonst nahezu gleichem Leistungsversprechen des VR) von 1200€/Jahr auf 300€/Jahr bei einem 40jährigen Mann bewertet? In welcher Größenordnung liegen solche Zuschläge?
    (Diese Frage richtet sich eher an Verbraucher, die den ein- oder anderen Praxiswert aus eigener Erfahrung preisgeben möchten. Eine valide, seriöse Beantwortung durch Berater/Juristen/Experten ist natürlich nicht möglich).

    Ich möchte einmal auf das Thema "Gesundheitsprüfung" eingehen.


    Als ich dereinst bei meiner jetzigen PKV einen Vertrag abschloss, brachte mir die Gesundheitsprüfung einen Risikozuschlag aufgrund einer zurückliegenden Knie-OP ein.
    Der Risikozuschlag lag bei etwa 14 EUR Prämie pro Monat (also etwa 3,5% Zuschlag zur Prämie) und konnte 3 Jahre später problemlos entfernt werden. Ich empfand den Zuschlag als niedrig und das ganze Procedere fair und transparent.


    Insofern frage ich mich, wie schwerwiegend die Auswirkungen einer heutigen Gesundheitsprüfung für mich wären. Reden wir hier von Prämienzuschlägen von 20, 30 EUR oder eher 100, 150 EUR?


    Gibt es konkrete Beispiele/ Richtwerte? Klar ist eine Abschätzung sehr vage, da es stets auf die Schwere einer Vorerkrankung, die Wahrscheinlichkeit des Wiederauftretens/das Alter des VN und die Bewertung des VR ankommt. Nur ist die Abschätzung 'späterer Tarifwechsel mit Gesundheitsprüfung' grundsätzlich ausgeschlossen oder kann man es darauf ankommen lassen?


    Wie reagieren VR, wenn man quasi "zur Probe" einen Tarifwechsel mit höheren Leistungen anfragt um die Zuschläge der aktuellen Gesundheitsprüfung zu erfahren? Man könnte quasi einen Probeballon starten...


    Ok, ich habe meine Abschätzung der zu erwartenden BAR BRE entsprechend korrigiert. Das macht im Vergleich die teurere Prämie noch etwas teurer- also die Wechselmotivation geringfügig größer. Jetzt liege ich bei rund 60 € Prämienersparnis im Monat.


    Zur Tarifentwicklung:


    Diese ist nicht vorhersehbar- ok.
    Am Ende interessiert mich jedoch vorrangig die Differenz von der Tarifentwicklung Top-Schutz zu der Tarifentwicklung gehobener Schutz (in meinem Fall A150 zu Select600).
    Wenn es tatsächlich so ist, dass die Bestandskunden durch die Tarifwerke der VR vagabundieren- sollte man dann nicht aus 2 Gründen so lange wie möglich im Top-Schutz bleiben?!:

    • Nur die gesunden=preiswerten VN können ohne Aufschläge in die leistungsstärkeren Tarife wechseln- langfristig findet also eine Verschiebung der "teuren VN" in die leistungsschwäreren Tarife statt (von den VR sogar gewünscht?!?). Das spricht dafür, dass die leistungsschwäreren Tarife deutlich teurer werden mit der Zeit.
    • Im fortgeschrittenen Alter wird nahezu jeder Wechsel im Tarifwerk ein "Downgarding". Diese sind endlich und der persönliche Entscheidungsraum wird immer enger.


    Was mir nicht gefällt, ist, dass ich derzeit eine Prämie für einen Tarif bezahle, dessen Leistungen ich gar nicht kaufen möchte.
    Das ist in etwa so, als kaufte ich mir einen ganzen Werkzeugkasten, aber eigentlich brauche ich nur neue Kreuzschraubendreher.


    Oder sollte ich es so sehen: Ich kaufe mir mit dem leistungsstärksten Tarif die Mitgliedschaft mit den vermeintlich gesündesten VN, welche mir in Zukunft die beste Beitragsstabilität verspricht?

    Danke für die wertvollen Hinweise.


    Ich habe es mir durchgerechnet: Ja, ich könnte mit dem Select leben. Nur; die effektive Beitragsersparnis zum Top-Schutz reletiviert sich schnell, wenn man die geringeren Altersrückstellungen und die geringere zu erwartene Beitragsrückerstattung mit einrechnet (Beitragsrückerstattung vorsichtig abgeschätzt nur alle 3, 4 Jahre- dann aber ein nicht unwesentlicher Faktor auf der Kosten/Nutzen-Betrachtung).
    Dann komme ich auf eine effektive monatliche Ersparnis von derzeit etwa 50€ / Monat. Aber ob das "downgrading" das Wert ist?


    Am Ende ist die entscheidende Größe die Beitragsstabilität. Sollte sich der select-Tarif sich nur geringfügig schlechter entwicklen in 10, 20 Jahren, so habe ich von dem Wechsel am Ende höhere Kosten und schlechtere Leistungen. Und am Ende geht es mir vorrangig um die Bezahlbarkeit im Alter- da möchte ich beitragsverlauftechnisch bitte kein Fiasko erleben (soweit ich das selber beeinflussen kann).

    zu 1. Mit Kohorte meine ich alle VN in einem Tarif. Ggf. ist das nicht der richtige Begriff (ich bin kein Fachmann).



    zu 2. ok


    Was kann ich mit Ihren Hinweis "Die HUK hat leider Anfang der 00er Jahre die Tarifhygiene über Bord geworfen" anfangen? Nach wie vor muss ich den für mich besten Tarif finden- das gilt nach wie vor?!


    zu 3. Es gibt meines Wissens nach seit 1995 einen SelectPro1-Tarif (der wäre dann Alte Welt BISEX).


    zu 4. ok


    zu 5. Nach überzeugender (mündlich, 2 verschiedene Abteilungen und Sachbearbeiter) Auskunft der HUK gibt es keine lebenslangen Bestrafungen bei Verletzung des Primärarztprinzips. Ein Besuch beim Primärarzt heilt eine solche Verletzung sofort und alle weiteren Behandlungen sind wieder zu 100% erstattungsfähig. Das frage ich noch schriftlich ab.


    zu 6. UNISEX erscheint mir wenig attraktiv, da zukünftige Wechselmöglichkeiten eingeschränkt (das nimmt mit der Zeit ab- ok) und derzeit wahrscheinlich etwas teurere Prämien als beim "preiswerten" Mann.


    Zu 7. Ich lasse mich von eienm Versicherungsberater beraten. Doch für mich ist es wichtig, die Zusammenhänge zu verstehen und am Ende selbst zu entscheiden. Ich muss schließlich mit dem Versicherungsvertrag noch 40 Jahre leben, während jeder Berater in 40 Jahren im Ruhestand weilt.

    Ich erwäge einen Tarifwechsel bei der Huk. Derzeit bin ich im A150.
    Das Primärarztprinzip überzeugt mich und ich kann mit den Einschränkungen gut leben. Deshalb schaue ich mir die "Select"-Tarife an.
    Problem:
    Der Select-Tarif "alte Welt/ Bisex" ist vergleichsweise teuer (vermutlich alte=teure Kohorte), der Select-Tarif "neue Welt/ Bisex" hatte in den letzten Jahren kaum Beitragserhöhungen- die stehen ggf unmittelbar bevor- und in den Select-Tarif "neue Welt/ Unisex" will ich derzeit nicht wechseln; den "Bisex-Status" möchte ich nicht vorschnell aufgeben.


    Was tun?