Beiträge von MoritzalsNachname

    Aus Schaubild 1 lese ich:
    EKE 250 hat als einziger Tarif noch keinen hohen Sprung um 250€/350€ gemacht- der steht offenbar noch bevor. Bis auf CV3N1 verharren alle Tarife längere Zeit auf nahezu konstanten Prämien-Niveaus- das spricht nicht für eine seriöse Prämiengestaltung.


    Aus Schaubild 2 lese ich:
    Auch Tarife mit sehr niedrigen Pämien über längere Zeit müssen am Ende nicht zwangsläufig teurer werden als Tarife mit lange hohem Prämineniveau (hier: Vision1-1500).


    Aus beiden Schaubildern lerne ich:
    Da niemand weiß, wie sich die Tarife in den nächsten 20 Jahren entwickeln (in der Finanzwelt sind bis heute alle Experten mit der Chartanalyse gescheitert- zumindest was die Vorhersagen in die weite Zukunft angeht)- sollte man bei der Tarifwahl auf weitere Daten zurückgreifen und im Zweifel eher die kurz- und mittelfristig günstigere Variante wählen. Heute teuer heißt für die Zukunft nichts. Es geht nämlich auch heute teuer morgen teuer. Also lieber heute nicht so teuer und den Euro in der Tasche.

    [..] Falsch ist es, einfach nur den Selbstbehalt zu erhöhenum den Beitrag zu senken. Sie sprechen die Konsequenzen richtigerweise an: Den Selbstbehalt einfach nur erhöhen, verengt die Spielraum für die Zukunft, weilimmer weniger Tarife zum Wechseln in Frage kommen. Hier ist Augenmaß gefragt und die Konzentration auf die richtigen Kennzahlen gefragt.
    [..]




    Auf der anderen Seite: Was verschafft einem mehr Spielraum für die Zukunft als ein Kapitalpolster, welches man durch einen frühzeitigen Wechsel in einen Tarif mit geringer Prämie aufbaut?
    Kaufmännisch macht es keinen Sinn, so lange wie möglich in Tarifen mit hoher Prämie zu bleiben, um später in Tarife mit niedriger Prämie zu wechseln. Dann doch lieber gleich das günstigere Produkt und den Euro in der Tasche (oder den Euro statt für teuere Prämie ausgegeben in einem Beitragsermäßigungsbaustein des Versicherers investiert).


    Von der Leistungsreduzierung bei Tarifen mit niedrigerem Leistungsumfang kann auch nur gelten: Wenn man als Angestellter in Betracht zieht, später (nach der Angestelltenzeit) in einen leistungsschwächeren Tarif zu wechseln- dann sollte man es doch erst Recht in gesunden/jungen Jahren tun können.


    Als einzigen "Haken" sehe ich derzeit das Risiko, im Falle einer neu auftretenen schweren /dauerhaften Erkrankung dauerhaft im leistungsschwächeren Tarif verbleiben zu müssen und dort Abstriche hinnehmen zu müssen. Spielt man diese Abstriche jedoch einmal durch (im wesentlichen Primärarztprinzip, Wegfall Einzelzimmer und geringere Leistungen bei Zahnbehandlung und Kuren), so sind die Abstriche im Falle einer dauerhaften Erkrankung zwar nervig, aber keinesfalls katastrophal.


    Bleibt offenbar die Grundsatzentscheidung: Geld (niedrige Prämie) jetzt oder Entscheidungsspielraum später.
    Oder mache ich da einen Denkfehler?

    Ich kann diese Aussage auch nicht nachvollziehen; der HUK-Coburg Tarifwechselrechner bietet mir gleich 4 Tarifvarianten an (unterschiedliche Selbstbehalte), deren monatliche Prämien deutlich günstiger als meine aktuelle Prämie liegen. Die gilt auch unter Berücksichtigung des Selbstbehaltes (wie Herr Gamper schon schrieb).


    Jetzt könnte man sich versicherungsmathematisch noch streiten, inwieweit die höheren Altersrückstellungen der Tarife mit geringerem SB in die Prämienrechnung mit berücksichtigt werden müssten- da könnte am Ende tatsächlich ein Nullsummenspiel daraus werden. Das ist aber leider nicht transparent.

    Ich habe den Eindruck, dass jedwede Änderungen am bestehenden Beitrag/ Vertragsverhältnis mit der PKV direkt Änderungen am Leistungsumfang bedeuten und somit sämtliche Änderungen de facto eine Einbahnstraße darstellen. Konkret anhand der ersten 3 der oben genannten 6 Handlungsoptionen:


    1. Interner Tarifwechsel --> führt inder Regel zu Abstrichen im Versicherungsumfang d.h. weniger Leistungen oder Risikozuschlägen, welche den internen Tarifwechsel finanziell sinnfrei machen
    2. Erhöhung des Selbstbehalts --> ist eine Einbahnstraße; ein Zurück zu geringerer SB wird mit erneuter Gesundheitsprüfung verbunden
    3. Wechsel in den Standardtarif, Basistarif oder Notlagentarif sind ebenfalls Einbahnstraßen -> Zurück in "Normaltarife" wenn überhaupt nur mit Aufschlägen


    Somit stellt es sich für mich als Endvierziger platt gesagt so dar: Ich habe noch rund 35 Jahre in der PKV vor mir; da muss ich mir die Leistungsreduzierungen gut einteilen. "Verheize" ich die Leistungsreduzierungen vorschnell, habe ich bei der nächsten großen Beitragserhöhung weniger/keine Handlungsoption mehr. Alternativ bleibt mir das Bezahlen der erhöhten Beiträge.


    Aktuell wird mein ambulanter Tarif A150 bei der HUK PKV zum 01.03. um stolze 44,6% erhöht. Dieser Tarif war jahrelang sehr beitragsstabil und insgesamt bin ich mit der Beitragsentwicklung bis heute zufrieden. Ich denke über eine Erhöhung der Selbstbeteiligung auf 1200€/Jahr nach, da ich ohnehin kaum Rechnungen einreiche. Nur befürchte ich wie gesagt einen Verlust einer wichtigen Handlungsoption in der Zukunft und zögere noch.


    Auf der anderen Seite: Handlungsoptionen "Haben" sind zwar gut zum ruhig Schlafen - aber Handlungsoptionen "Nutzen" entlastet das Konto. Wie so oft im Leben: Eine frage des richtigen Timings.


    Eine Frage zur Begriffsdefinition: Würde eine Erhöhung des Selbstbehaltes einen "Tarifwechsel" darstellen- schließlich würde ich von A150 in A1200 wechseln. Oder ist das immer noch derselbe Tarif nur mit anderem SB?