Beiträge von Schwachzocker

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    Schwachzocker Danke auch Dir für deine Wortmeldung. Nein, die Fonds würde ich so heute nicht mehr kaufen. Aber wie Du schon sagst, steuerlich würde sich ein Komplett-Verkauf negativ auswirken. Teilweise sind sie aktuell auch im negativ was die Rendite ab 2018 angeht (siehe Screenshot) .... das tut irgendwie weh, könnte sie daher rumliegen lassen bis sie wieder positiv werden. Ist halt alles Psyche ... wie im Sport :)


    Gerade wenn Du im Minus bist, ist es steuerlich eigentlich kein Problem, denn ohne Gewinne zahlt man keine Steuern.

    Entscheidend ist die Erwartung für die Zukunft. Wenn Du von diesen Fonds in Zukunft nicht viel erwartest, besteht keine Grund, sie zu halten. Die Vergangenheit ist vorbei und damit irrrelevant.

    Und? Weißt Du jetzt, was die richtige Strategie gewesen wäre?

    ...Ich wollte erst 99% schreiben, dachte denn aber, na ja, vielleicht gibt es doch irgendwo einen Cluster kaltblütiger Rationalisten, mit dem ich es nie zu tun bekomme? ...

    Dazu muss man kein kaltblütiger Rationalist sein, sondern dazu müssen einen die Umstände nur bewusst sein; und dann ist es ohne Weiteres möglich, die Gefühle mal für die 2 min, die man zur Aufgabe einer Order benötigt, auszublenden. Menschen müssen sich im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit schließlich auch zusammenreißen und dürfen nicht nach Belieben ihren Gefühlen nachhängen, also wird das bei der Geldanlage wohl auch möglich sein.


    Wenn man die Schwankungen dann nicht aushält, dann liegt es nicht daran, dass man zuviel auf einmal investiert hat, sondern daran, dass man überhaupt so viel investiert.

    An den Schwankungen ändert sich ja nichts, wenn man zeitlich gestaffelt investiert, man hat sie dann nur später.


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    Aber wir können ja mal eine Umfrage machen: Würde der Teilnehmer eine Summe von einem Jahresnettoeinkommen als Einmalanlage oder verteilt anlegen? Und wie ändert sich die Präferenz, wenn der Teilnehmer vorher informiert wurde, dass ihm durch die verteilte Anlage vermutlich Gewinne entgehen. Was meinst Du?

    Das ist völlig egal.

    Ich wollte ja nur darauf aufmerksam machen, dass das schlechte Abschneiden von privaten Kleinanlegern am Aktienmarkt Gründe hat. Und das ist einer davon.

    Das vom Kopf her und empirisch richtig.


    Vom Bauchgefühl her fahren 90% (wenn nicht mehr) aber besser damit, eine für sie große Summe verteilt anzulegen.

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    Gibt es eine belastbare Quelle für das Baugefühl der Bevölkerung? Oder wie kommst Du darauf, deren Gefühle zu kennen?


    ...Und wenn dieses Vorgehen den Weg für die Entscheidung frei macht, überhaupt anzulegen, dann ist es für diese 90 % eben doch sinnvoller, verteilt anzulegen.


    Meint Guido,

    der auch zu diesen 90 % gehört

    Da stimme ich Dir zu. Aber die Option, überhaupt nicht zu investieren, hat der Threadersteller ja gar nicht genannt und auch nicht danach gefragt.

    Er will es scheinbar, und dann ist es zu empfehlen, es so zu machen, wie es richtig ist und nicht so, wie man die schönsten Gefühle hat.

    Börse und Aktien sind nun einmal nichts für sensible Gemüter, sondern man bekommt die Rendite für das Aushalten von Angst.

    Schwachzocker

    Sie interpretieren aber extrem viel in die Frage des TO hinein... ;)

    De facto hat der TO 'nur' danach gefragt, ob es sinnvoller sei, seine Investition in einen ETF als Einmalinvestition zu tätigen und zu timen, oder ob es besser sei seine Investition aufzuteilen (z.B. per monatl. Sparrate).

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    Das wäre beides falsch. Es ist sinnvoller, seine Investition in ETF als Einmalinvestition zu tätigen und nicht zu timen.


    Also das hier:

    Oder sollte ich jetzt kaufen, weil man den perfekten Zeitpunkt eh meistens nicht erwischt.

    Wenn deine Anlagesumme erst mal verdoppelt ist, muss der Kurs um über 50% fallen, damit Verluste entstehen 😏

    Nein, da machst Du Dir etwas vor.

    Wenn aus 10.000 Euro 20.000 Euro geworden sind und der Kurs nun um 0,1% fällt, dann hast Du einen Verlust, und zwar in Höhe von 20 Euro.

    Der Gewinn ist ja nichts weiter als die Belohnung für eingegangene Risiken. Das ist genauso wie verdientes Geld.


    "Ich habe im September z.B. 3000 Euro in meinem Job verdient. Im Oktober habe ich nochmals 3000 Euro verdient. Letztere 3000 Euro sind mir aber gestohlen worden. Das macht aber nichts. Ich habe ja noch die alten 3000 Euro, also ist mir kein Verlust entstanden."


    Kein Mensch, der noch klar bei Verstand ist, würde so denken. Kleinanleger machen das aber. Und warum? Nur weil sie das Geld nicht für Arbeit bekommen haben, sondern für eingegangene Risiken.

    Es ist aber Dein Geld, welches Du Dir für das Eingehen von Risiken verdient hast.

    Schwachzocker

    Nicht jeder vergleich paßt. Da bei der Frage des TO um eine Investition in ETF geht, geht es auch nur um das eigene Gefühl bei der Investition in ETF.

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    Dann kann ich nur nochmals dringend davon abraten, finanzielle Entscheidungen von irgendwelchen Gefühlen abhängig zu machen. Gefühle können nur zufällig richtig sein. Hier sind sie es nicht.


    Und wenn der TO generell Angst davor hat sein Kapital verlieren zu können, sollte er sich grundsätzlich fragen, ob eine Investition in Aktien überhaupt das Richtige für Ihn ist.

    Vor allem sind solche Fragen ein Hinweis darauf, dass die Aktienquote zu hoch angesetzt ist bzw. mehr Risiko eingegangen werden soll als der Anleger zu tragen bereit ist.


    Das Verlustrisiko bleibt immer. Egal, ob man sein Geld nun verteilt oder als Einmalzahlung in einem ETF anlegt.

    So ist es. Bei einem gestaffelten Einstieg ändert sich objektiv nichts, außer, dass man den Zustand des "voll-investiert-seins" erst später erreicht. Dann geht das große Zittern eben erst später los.

    Letztlich kommt es darauf an, dass man persönlich ein gutes Gefühl dabei hat....

    Was glaubst Du, wieviele Anleger bei geschlossenen Beteiligungen in Schiffcontainern ein gutes Gefühl hatten?

    Wieviele hatten gute Gefühle nachdem sie sich eine Schrottimmobilie gekauft hatten?

    Wie schön waren doch die Gefühle der Bankkunden, denen man Lehmann-Zertifikate angedreht hatte?


    Jeder Anleger hat bei jedem Investment ein gutes Gefühl, sonst würde er es ja nicht machen.

    Was sagt das schöne Gefühl also aus?

    Ist ein gutes Gefühl wirklich das, worauf es ankommt? Wirklich?

    Eines muss Dir doch klar sein:

    Niemand weiß, wann der richtige Zeitpunkt zum Einstieg ist. Könnte man nachvollziehbar darlegen, wann der richtige Zeitpunkt zum Einstieg ist, dann würde es jedem einleuchten, und jeder würde es tun. Damit gäbe es dann kein Risiko mehr und ein Investment in Aktien wäre risiko- und renditebefreit.

    Der richtige Zeitpunkt zum Einstieg ist daher dann gegeben, wenn Du das Geld dafür zur Verfügung hast.

    Und natürlich ist das ein Risiko. Ohne geht es nicht.

    Das mindeste, was man machen sollte, ist doch, den KIID zu lesen. Hier am Beispiel des

    iShares MSCI World SRI UCITS ETF (ISIN: IE00BYX2JD69):


    https://www.ishares.com/de/privatanleger/de/literature/kiid/kiid-ishares-msci-world-sri-ucits-etf-eur-acc-de-ie00byx2jd69-de.pdf


    Dort heißt es u.a.:


    Zitat

    Die Anteilklasse ist eine Anteilklasse eines Fonds, der bestrebt ist, durch eine Kombination aus Kapitalwachstum und Erträgen auf das Fondsvermögen eine Rendite auf Ihre Anlage zu erzielen, welche die Rendite des MSCI World SRI Select Reduced Fossil Fuel Index, des Referenzindex des Fonds (Index), widerspiegelt. Die Anteilklasse wird über den Fonds passiv verwaltet und strebt an, soweit dies möglich und machbar ist, in die Aktienwerte (z. B. Anteile) anzulegen, aus denen sich der Index zusammensetzt. Der Index misst die Wertentwicklung einer Untergruppe von Aktienwerten (z. B. Anteile) innerhalb von vier regionalen Indizes (MSCI Pacific Index, MSCI Europe & Middle East Index, MSCI Canada Index und MSCI USA Index) („Regionalindizes“), die von globalen Unternehmen ausgegeben werden, die auf Basis einer Reihe von Ausschluss- und Rating-basierten Kriterien über bessere Nachhaltigkeitsratings bei den (Environmental, Social, Governance) ESG-Leistungen verfügen als vergleichbare Unternehmen des Sektors innerhalb der jeweiligen Regionalindizes. Unternehmen werden vom Index ausgeschlossen, wenn sie laut Indexanbieter an bestimmten Geschäftsbereichen/-aktivitäten beteiligt sind, wie im Fondsprospekt dargelegt. Der Fonds wird diese ESG-Kriterien nur dann berücksichtigen, wenn er die Wertpapiere auswählt, die der Fonds direkt halten wird. Der Fonds kann (über u. a. derivative Finanzinstrumente (FD), (d. h. Anlagen, deren Preise auf einem oder mehreren zugrunde liegenden Vermögenswerten basieren), und Anteile an Organismen für gemeinsame Anlagen) ein Engagement an Wertpapieren haben, die diese ESG-Kriterien nicht erfüllen.

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    2. (Selbst konservative und vorsichtige Instanzen wie) Finanztip und Finanztest empfehlen ständig breitgestreute ETFs, bei den man bei einem Horizont von ab 10 Jahren selbst bei Crashes nie etwas falsch machen kann. Im Schnitt sind immer ab 5% p.a. drin, nach Abzug der Steuern immer wesentlich mehr Ertrag als 0,99%, die man bei Sondertilgungen "gespart" hätte.

    Die entscheidenden Worte hast Du damit selbst geschrieben:

    Selbstverständlich kann man mit ETFs etwas falsch machen, nämlich dann wenn man zu denjenigen gehört, die den Schnitt (Durchschnitt) nicht erreichen.

    Es ist und bleibt eben ein Risiko, im Falle einer Aktienanlage bei gleichzeitig laufendem Kredit ein erhöhtes Risiko. Das heißt nicht, dass man das auf keinen Fall machen sollte. Es muss jedoch verstanden werden, dass es auf das Chancen-Risiko-Verhältnis ankommt.

    Eine Tilgung bedeutet 1% absolut sichere Rendite. Diese Rendite ist sicherer als Geld auf dem Sparbuch.


    ...3. Wenn man 1-2 Jahre vor dem Ende der Zinsbindung absehen kann, dass die Zinsen sich auf 5% oder mehr zubewegen, dann kann man immer noch mit den Erträgen aus den ETFs sondertilgen und sogar nach 10 Jahren, falls man genug angespart hat, von seinem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen und den Rest auf einmal zurückzahlen.

    Nein, das kannst Du eben eventuell nicht, weil es die Erträge aus ETF möglicherweise gar nicht gibt. Wo, meinst Du, würden die Aktienkurse stehen, wenn sich die Zinsen so massiv erhöhen?

    1. Wenn ich einen sechsstelligen Betrag in ETFs anlegen möchte, mache ich das besser auf einmal oder sukzessive? Ich habe hier gelesen, dass es dazu keine eindeutige Meinung gibt, aber eventuell eine Tendenz?
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    Statistisch betrachtet ist die Einmalanlage meistens besser. Das ist ganz einfach deshalb so, weil Aktien die meiste Zeit steigen.
    Im Grunde genommen bedeutet ein sukzessives Einsteigen in den Markt nichts anderes, als dass Du erst zu einem späteren Zeitpunkt voll investiert bist. Und es kann genauso gut sein, dass der Markt just zu diesem Zeitpunkt abschmiert.


    Rational betrachtet kann man daher auch glich alles investieren. Emotional betrachtet mag es etwas anderes sein.



    2. Auch hier im Forum wird die Meinung vertreten, dass es ab meiner Anlegesumme sinnvoll sein könnte, zu diversifizieren. Ich meine dabei nicht x ETFs, sondern vielleicht zwei, drei?

    Diversifizieren ist bei riskanten Geldanlagen immer angesagt, nicht nur bei größeren Summen.
    Nach menschlichen Ermessen dürfte dafür aber ein einziger Fonds mit einer Streuung über ca. 1600 Einzeltitel und 23 Länder, wie es bei einem MSCI World der Fall ist, ausreichen.
    Mit mehreren ETFs kann man allenfalls die Gewichtung (z.B. mehr Europa, weniger USA usw.) ändern. Dadurch wird die Diversifizierung aber nicht unbedingt besser.




    3. Und noch die ewige Frage: thesaurierend oder ausschüttend? Ich nehme an, ersteres?

    Wenn Du den steuerlichen Freibetrag noch nicht ausgeschöpft hast, dürfte ein Ausschütter wohl minimal besser sein.
    Dann muss man sich aber mit der Wiederanlage beschäftigen. Manche Banken machen das auf Wunsch automatisch.

    Ist es sinnvoll, sich komplett von aktiv gemanagten Fonds zu trennen - und in ETFs anzulegen, auch wenn die Fonds in der Vergangenheit gut gelaufen sind?
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    Ja!
    Über ein Zeitfenster von 10 Jahren bleiben mehr als 90% der aktiven Fonds hinter ihrer Benchmark zurück. Und Gewinner und Verlierer wechseln sich ständig ab.




    Oder sollte man sie als Ergänzung zu ETFs behalten? - Immerhin sagt man ihnen ja nach, in Krisenzeiten potenziell erfolgreicher zu sein als ETFs.


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    Es handelt sich um ein Gerücht.
    Wer sagt das denn?


    Der einzige Grund, die aktiven Fonds zu behalten, ist der steuerliche Aspekt. Hier musst Du bestimmte Annahmen für die Zukunft treffen und dann kalkulieren, ob Deine aktiven Fonds trotz höherer Kosten aufgrund der Steuerfreiheit besser abschneiden werden.