Beiträge von Schwachzocker

    Also würdest du allgemein für einen Sparplan für die Rente den MSCI World empfehlen mit einen ETF für die Schwellenländer?

    Das halte ich zumindest für einen guten Kompromiss zwischen Einfachheit und breiter Streuung. Die Frage ist nur, wie hoch die Schwellenländer gewichtet werden sollen.
    Man kann auch über eine weltweit gestreute 4 ETF-Variante andenken. Nordamerika (bzw. USA), Europa, Schwellenländer und zu einem deutlich kleineren Anteil Pazifik (bzw. Japan). Das setzt aber voraus, dass genug Anlagekapital zur Verfügung steht, damit einzelne Positionen nicht zu klein bleiben. Zu kleine Positionen kosten auf Dauer zuviel Gebühren für Kauf und Verkauf.


    Für viel wichtiger halte ich aber die Streuung über verschiedene Anlageklassen. Man kann z.B. je nach eigener Risikotragfähigkeit einen Teil in Bankprodukten wie Tages- oder Festgeld lassen und dann regelmäßig ein Rebalancing vornehmen.
    Wenn ich z.B. 50% meiner Anlagesumme in Aktien und die anderen 50% in Bankprodukten habe, und die Aktienmärkte brechen ein, kaufe ich automatisch soviel nach bis die ursprünglich geplante Gewichtung von 50-50 wieder hergestellt ist. Umgekehrt gilt das natürlich auch, wenn die Märkte steigen. Dann muss ich zu einem vorher festlegten Zeitpunkt im Jahr entsprechend Aktien verkaufen und in Tagesgeld umschichten, um wieder bei 50-50 zu landen.


    So bleibt man immer seiner persönlichen Risikoneigung treu. Die muss natürlich jeder mit sich selbst ausmachen.


    Das meine ich z.B. mit Konzept.


    Macht denn hier noch ein ETF für Rohstoffe Sinn?

    Letztlich sind auch Rohstoffe eine Anlageklasse. Üblicherweise werden die über Terminkontrakte abgebildet, da z.B. ein Fonds, der physisches Öl oder Schweinehälften hält, in der Praxis nicht möglich oder zu teuer ist.
    Die Funktionsweise von Futures sollte verstanden sein, bevor ein Investment erfolgt.

    Da kommt doch schon meine nächste Frage. Währungsschlangen ja oder nein. Lohnen sich die Kosten. Wenn ich mir gewisse Jahre im Vergleich von ETFs mit und ohne anschaue, würde ich mir die Kosten eher sparen

    Meiner Ansicht nach ist Währungsabsicherung in einem breit gestreuten Aktien-Weltportfolio über einen so langen Zeitraum nicht erforderlich. Das gleicht sich alles aus.
    Bei Anleihen mag das anders aussehen.




    Was spricht für dich gegen den Nikkei und für den MSCI Japan?

    Ich wollter eigentlich nur gegen die Währungsabsicherung argumentieren.
    Aber der MSCI Japan ist breiter aufgestellt mit mehr Werten als der Nikkei. Noch breiter wäre der Topix.




    Und noch zu dem MSCI World. Ja, mir ist da eigentlich schon zu viel USA drin. Darum hatte ich an eine Mischung von S&P 500, Stoxx 600 und halt Japan im Kopf.

    Du müsstest schon ein Anlagekonzept haben, dass an Deine persönlichen Umstände, Ziele und Deiner Risikotragfähigkeit angepasst ist. Wir können das für Dich nicht machen.
    Mit Deiner o.g. Streuung würde im Vergleich zum MSCI World z.B. Kanada, Israel, Australien, Neuseeland und die "Tigerstaaten" fehlen. Und bestimmt habe ich noch etwas vergessen.
    Außerdem sollte man generell überlegen, ob man die Schwellenländer mit aufnimmt. Das ist ein erheblicher Teil der Welt.

    Im Blick hatte ich die Märkte USA, Japan und Europa, vlt auch direkt Deutschland. Hier die Frage einfach investieren über MSCI World oder einzeln in die entsprechenden Märkte?

    Genau dafür ist der MSCI World eigentlich gemacht!
    Über mehrere ETFs in die einzelnen Regionen zu investieren, würde ich nur wenn Dir die Gewichtung im MSCI World nicht zusagt. Dann kann man mit mehreren ETFs eben seine eigene Gewichtung herstellen.
    Dabei aber nicht vergessen, dass die Gewichtungen im MSCI World nicht willkürlich sind.



    Dann finde ich noch den Bereich Gesundheitswesen, speziell Pharmaindustrie interessant. Hier würde der gennante ETF ja sehr gut passen.

    Das denke ich nicht! Ein Branchenfonds ist eher etwas für Leute, die kurz- oder mittelfristig wetten wollen. Nichts für die Rente. Da läufst Du nur einem Trend hinterher, der mittlerweile für jeden offenkundig ist und kommst wahrscheinlich zu spät.
    Außerdem bildet er ausschließlich US-Aktien ab.


    Der Nikkei-ETF ist währungsgesichert. So etwas benötigt man bei einem weltweit gestreuten Aktien-Portfolio meiner Ansicht nach auch nicht.
    Wenn Japan, dann einfach MSCI Japan.


    Anlagezeitraum soll über 20 Jahre sein. In Sparraten und in Aktien.


    ...


    Des Weiteren stelle ich mir die Frage ob bei einem so langen Anlagezeitraum erstmal 100% Aktienquote oder Anleihen beimischen?



    Tja, oben sollen die Sparraten in Aktien. Nun ist die Frage, ob Anleihen dazu sollen?! So schnell geht das.
    Anleihen haben die unangenehme Eigenschaft, dass die Kurse bei steigenden Zinsen sinken. Und sie haben die angenehme Eigenschaft, dass die Kurse bei sinkenden Zinsen steigen.

    Ok, wenn es das Ziel ist, regelmäßige Einnahmen zu erzeugen, gebe ich Dir recht.
    Ansonsten haben wir hier aber Anleihen mit einem aktienähnlichen Chancen-Risiko-Verhältnis, für die ich dann eine höhere TER bezahle als das bei einem Aktienfonds der Fall wäre.

    Ich bringe auch meinen A1C3NE ins Gespräch, ist immer noch besser als Festgeld.
    ...
    Das aktienähnliche Risiko beachten, also nur so ca. 10% darin anlegen.

    Tja, und wenn man denn das aktienähnliche Risiko betrachtet, ist er eben nicht grundsätzlich "besser" als Festgeld, sondern es kommt darauf an, was man möchte.
    Im Übrigen will mir nicht in den Kopf, weshalb man Anleihen mit einem aktienähnlichen Risiko kaufen soll und keine Aktien.


    Wer kann denn etwas zu diesen ETFs sagen?

    Das sind ganz normale ETFs. Passen sie zu Deiner Strategie?

    Der Vorschlag des Splittens kommt vom Threadersteller, diesen habe ich kommentiert. Generell hat auch ein ETF ein Restrisiko, das man durch Splitten theoretisch reduzieren kann....

    Wenn man mit seiner Ehegattin spazieren geht, sollte jeder eine andere Straßenseite benutzen. Denn wenn es einmal zu einem Verkehrsunfall kommt, ist wenigsten nur einer der Eheleute betroffen.

    Hallo Pobel,


    bei steigenden Zinsen sinken die Kurse der bereits auf dem Markt befindlichen Anleihen, weil diese ja niedriger verzinst sind. Umgekehrt steigen die Kurse von Anleihen, wenn die Zinsen sinken, weil die alten Anleihen, die ja noch höher verzinst sind, dann wertvoller werden.
    Über diesen Zusammenhang musst Du Dir im Klaren sein und nach Deiner eigenen Einschätzung Deine Entscheidung treffen. Man kann den Anteil, der für Anleihen vorgesehen war auch mit einer Festgeldleiter abbilden.


    Für den MSCI World reicht definitiv ein ETF. Die geben sich gegenseitig auch nicht viel.


    Anders als Altachse sehe ich keinen Sinn darin, den MSCI World mit einem ETF auf die USA zu ergänzen. Im MSCI World ist aufgrund der hohen Marktkapitalisierung der US-Unternehmen ohnehin schon knapp 60% USA enthalten. Wenn man sein Portfolio nun noch mit einem ETF auf die USA anreichert, hat man noch einen höheren US-Anteil.
    Im Sinne einer ausgeglichenen Streuung sollte eher mit einem ETF auf Europa oder dem Euroraum ergänzt werden.


    Für noch eine bessere Streuung halte ich es, wenn der MSCI World mit Schwellenländern ergänzt wird, denn die sind im Gegensatz zu Europa überhaupt nicht im MSCI World enthalten. Dabei bilden die Schwellenländer mit Staaten wie z.B. China, Russland, Indien, Brasilien oder Mexico einen erheblichen Teil der Welt ab.


    Ich halte auch nichts davon, bei der Geldanlage in Aktien von irgendetwas ein "Fan" zu sein. Für den Kleinanleger ist Streuung angesagt. Auch sollte man nicht deshalb in etwas investieren, weil es in der Vergangenheit gut gelaufen ist. Eher sollte man das Gegenteil tun und in das investieren, was in der Vergangenheit schlecht gelaufen ist; denn irgendwann läuft alles für einen gewissen Zeitraum gut.


    Gegen eine Splittung des MSCI World auf mehrere Anbieter ist aus Streuungsgesichtspunkten nichts einzuwenden, kostet ggf. extra Transaktionskosten, sollte angesichts der Anlagesummen nicht so relevant sein.
    ...

    Warum soll da etwas gestreut werden? Zwei Anbieter auf den gleichen Index sind überflüssig und verursachen, wie Du selbst schreibst, tendenziell nur höhere Transaktionskosten. Was habe ich davon? Welchen Risiken soll damit begegnet werden?

    Wenn man sich die Entwicklung des FTSE in den letzten 12 Monaten ansieht, ist die Frage, was hier eingepreist ist. Negative Erwartungen wohl kaum :)

    Tja, dann sind die Erwartungen hier wohl positiv; womit nicht gesagt ist, dass die Erwartungen positiver sind als andernorts.
    Es ist immer dasselbe: Wer glaubt, es besser zu wissen und davon seine Rente abhängig machen will, soll halt entsprechend handeln. Es gibt auch aktive Fonds, in denen GB nicht so stark gewichtet ist. Und es gibt ETFs, die GB ausklammern.

    Im Stoxx Europe 600 wird nach Marktkapitalisierung gewichtet. Und die ist nun einmal so wie sie ist. Ob mit Brexit oder ohne.
    Es liegt in der Natur der Sache, dass beim passiven Investieren nach irgendwelchen objektiven Maßstäben vorgegangen werden muss und nicht nach subjekiven Einschätzungen.


    Meinst Du nicht, dass anderen Anlegern der Brexit auch bekannt ist und die Erwartungen bereits jetzt in den Kursen eingepreist sind? Oder kannst Du es besser einschätzen?


    Ansonsten: MSCI Europe ex-uk

    ... Wie sollen das 3,3% Rendite heraus kommen???

    Also das kommt in der Tat beim rechnen heraus!


    ...Wenn ich mir die 14% Verzinsung am Ende der Laufzeit ansehe nach 7 Jahren sind das 2% pro Jahr

    Sorry, aber das ist nicht richtig. Du bedenkst da nicht einmal, dass im letzten Jahr nicht mehr eingezahlt wird.


    Nun rechne das doch einmal in aller Ruhe aus. Und dann mache die Gegenprobe, indem Du jeden Monat einen bestimmten Betrag anlegst und jährlich mit 3,3% verzinst. Dann siehst Du auch, dass es stimmt.

    Das ist klar, ich suchte nur einen Fonds/ETF mit einer entsprechenden Aufteilung.

    Vanguard FTSE All-World UCITS ETF, IE00B3RBWM25 mit einem Anteil von ca. 9% Schwellenländer
    oder
    SPDR MSCI ACWI IMI UCITS ETF, IE00B3YLTY66 mit einem Anteil von ca. 10,5% Schwellenländer


    Der Unterschied kommt dadurch zustande, dass Südkorea bei FTSE zu den Industrienationen gezählt wird.


    Der USA-Anteil beträgt bei beiden ETFs aber noch immer über 50%, ist aber eben durch die Hinzunahme der Schwellenländer etwas geringer als im MSCI World.

    Dabei geht es aber nicht daraum, dass Eltern Geldanlage verboten wird und Produkte zu meiden sind, die gerade für diese Zeiträume von allen Verbraucherschützern und Medien dringend empfohlen werden....

    Derartige allgemeine Empfehlungen sind natürlich unseriös solange man die individuelle Situation und die Ziele des Anlegers nicht kennt. Und was in den Medien empfohlen wird, sollte man ohnehin nicht zur Kenntnis nehmen. Würde man sich danach richten, hätten heute alle Anleger Telekom-Aktien im Depot.


    Zu den Grundsätzen einer wirtschaftlichen Vermögensverwaltung gehört zumindest die Streuung über verschiedene Anlageklassen, und nicht alles in die Anlageklasse, die gerade in "den Medien" empfohlen wird.
    Nur darauf wollte ich hinweisen.
    Aber wenn ich das richtig sehe, hat SODL das ohnehin vor.




    ...Dieser Paragraph zielt darauf, dass Eltern das Eigentum ihrer Kinder für ihre Kinder einsetzen und nicht für eigene Zwecke benutzen....

    Nein, darauf zielt der Paragraph mit Sicherheit nicht ab, denn das wäre ja Diebstahl bzw. Unterschlagung oder Untreue und ist ohnehin verboten. Dazu benötigt man jetzt nicht nochmal einen neuen Paragraphen.



    Was würdest du den SODL empfehlen?


    Noch immer folgendes:

    ...Wenn Du mehr Sicherheit möchtest, dann lege eben nur einen bestimmten Prozentsatz des zur Verfügung stehenden Geldes in Aktien, den Rest in sichere Bankprodukte.

    ...Du schreibst oben von "sichere Bankprodukte". Kennst du was, das ich nicht kenne?


    Schwer zu sagen, ob ich etwas kenne, was Du nicht kennst. Das spielt hier aber keine Rolle.
    Mit "sicheren" Bankprodukten meine ich Tages-, Festgeld oder Sparbriefe. Zertifikate und Optionsscheine meine ich nicht damit.

    Würdest du wirklich empfehlen, zu 100% auf Kapitalerhalt und zu 0% auf Rendtie zu setzen?

    Nein! Es gibt zum Glück zwischen 0% und 100% einen gewissen Spielraum, so dass man sich nicht für das eine oder das andere entscheiden muss.


    Zu beachten ist:


    § 1642 BGB
    Die Eltern haben das ihrer Verwaltung unterliegende Geld des Kindes nach den Grundsätzen einer wirtschaftlichen Vermögensverwaltung anzulegen, soweit es nicht zur Bestreitung von Ausgaben bereitzuhalten ist.

    Hallo Chris,


    1.)
    Einen Euro Stoxx 600 gibt es nicht. Du meinst wahrscheinlich Stoxx Europe 600. Letzterer enthält auch Länder, die nicht den Euro als Währung haben, z.B. GB, Norwegen und Schweiz.


    ... Ich glaube nicht, dass Laien Zukunftsmärkte sicher vorhersagen können. Ob man Emerging Markets braucht, ist unklar. In der Vergangenheit waren sie Underperformer....


    2.)
    Nicht nur Laien können die Zukunft der Aktienmärkte nicht vorhersagen, sondern es kann niemand.


    3.)
    Wenn man seine Aktienanlage mit möglichst wenigen ETFs breit streuen will, dann braucht man Emerging Markets, denn die sind ja noch nicht im MSCI World enthalten. Europa hingegen ist dort enthalten.


    4.)
    Welchen Zeitraum der Vergangenheit meinst Du? Die letzten zwei Wochen, die letzten sechs Monate, das letzte Jahr, die letzten fünf Jahre?
    Oder meinst Du die letzten 15 Jahre? In diesem Zeitraum waren die Emerging Markets Outperformer, und zwar deutlich.


    @SODL


    Wie alt ist Dein Sohn?
    Ist das Geld Eigentum deines Sohnes und Du nur der Verwalter? Oder ist das Geld Dein Eigentum? Ich wäre da vorsichtig. Es kann sein, dass Dein Sohn nach 10 Jahren nur noch über die Hälfte seines Eigentums verfügt, und Du als Verwalter bist dann verantwortlich.


    Eine Aktienanlage ist nie, nimmer nicht, irgendwie sicher. Erst recht dann nicht, wenn das Geld zu einem bestimmten Termin zur Verfügung stehen muss. Wenn Du mehr Sicherheit möchtest, dann lege eben nur einen bestimmten Prozentsatz des zur Verfügung stehenden Geldes in Aktien, den Rest in sichere Bankprodukte.


    Anleihen sind im Sinne von Werterhalt auch nicht sicher. Wenn die Zinsen steigen, sinken die Anleihenkurse. Ist Dir dieser Mechanismus bekannt?