Beiträge von Schwachzocker

    Eine ergänzende Frage noch. Wie kommt der erste Preis zustande?
    Wäre genau wie bei Aktien. Ein Anteil von Audi ist viel teurer als ein Anteil von VW

    Willkürlich! Man teilt den geschätzten Wert der Firma bzw. das Fondsvermögen in kleine Anteile auf. Wie groß diese Anteile sind, ist egal.
    Man kann aus einer Torte zwei einzelne Tortenstücke machen oder auch 30 einzelne Stücke. Die 30 kleineren Stücke wären dann natürlich entsprechend billiger.


    In der Praxis dürfte man aber ein Interesse daran haben, dass die Anteile für Kleinsparer erschwinglich bleiben.

    ...


    Meine Hauptfrage in diesem Thread:
    Was ich aber bei Forenmitgliedern sowie auch in vielen Youtube-Videos und Beiträgen tonmäßig glaube rauszuhören: Es wird immer mal wieder ge- und verkauft. Stimmt das? Muss, respektive, sollte man das?
    Eigentlich dachte ich - ganz vereinfacht gesagt - ich baue mir nun einen Sparplan und bleibe darauf die nächsten 30-35 Jahre sitzen.
    ...

    Wenn man nicht daran glaubt, bestimmte Entwicklungen vorhersehen zu können, und dazu würde ich raten, macht das grundsätzlichen keinen Sinn.
    Eine Ausnahme bildet ggf. das Rebalancing.
    Ich habe mir aufgrund meiner persönlichen Risikotoleranz vorgenommen, stets möglichst 60% meiner finanziellen Mittel in Aktien-ETFs zu halten. Wird dieser Wert unterschritten, weil ich z.B. wieder Geld angespart habe, wird soviel zugekauft, dass es wieder die angestrebten 60% sind. Falls es aufgrund eines Kursfeuerwerks deutlich mehr als 60% werden sollten, wird eben entsprechend verkauft bis es wieder stimmt.
    Macht man das nicht, kann es sein, dass man mit seinem Gesamtvermögen viel höher oder zu niedrig im Risiko steht als man es eigentlich will.



    ...Vllt einen Hauskredit abbezahlen und viel Reisen. Sowas halt.

    Eine riskante Geldanlage tätigen und gleichzeitig Schulden haben, ist ein Investment auf Pump.
    Solange die Immobilienfrage nicht geklärt ist, würde ich Zurückhaltung empfehlen und allenfalls vorsichtig mit kleinen Summen am Aktienmarkt agieren.



    ... Brauche ich noch mehr Säulen für später? Mir ist es wichtig diese Fragen zu stellen, damit ich mit einem sicheren Gefühl in eine hohe Investition gehe.

    Bevor ein Cent investiert wird, solltest Du Deine Absicherung prüfen. Eine Haftpflichtversicherung sollte Standard sein. Außerdem solltest prüfen, ob es Sinn macht, Deine Arbeitskraft abzusichern, Stichwort: Berufsunfähigkeit.
    Ansonsten Vorsicht mit Versicherungen.

    Nein, der Kurs sinkt, die Anleger schätzen die Deutsche Bank schon richtig ein. Aber die Theorie von Dr. Markus Krall über die Ertragserosion (stetige Reduzierung der Zinsmarge, siehe Folien-Seite 11 und 12 von https://www.solit-kapital.de/w…olit-go-for-gold-tour.pdf) besagt, dass die Deutsche Bank gerettet werden müsse....

    Dann wird sie eben gerettet.



    Zitat

    Eine Bank könne ihre Kosten nur reduzieren, indem sie Mitarbeiter entlasse. Dann wiederum müsse die Bank aber die Abfindungen der entlassenen Mitarbeiter bilanzieren (siehe Folien-Seite 16)

    Die Deutsche macht aktuell genau das.





    Zitat

    Es geht mir nicht darum, generell nicht in Aktien zu investieren.

    Magst Du denn mitteilen, um was es Dir geht?


    Ich könnte jetzt wieder auf die einzelnen Punkt etwas entgegnen. Das ist aber sehr mühselig, auch weil Du teilweise Dinge unterstellst, die ich weder gemeint noch geschrieben habe.
    Ich habe z.B. nicht geschrieben, dass die Kurse gleichbleiben werden. Ich meinte lediglich, dass das Shiller-PE automatisch sinkt, wenn Kurse und Gewinne gleichbleiben. Damit möchte ich darlegen, dass das Shiller-PE rückwärts gewandt ist und auch nur Dinge der Vergangenheit in die Zukunft fortschreiben kann.


    Um was geht es Dir also?
    Möchtest Du uns darauf aufmerksam machen, dass es Risiken gibt? Das war uns bereits bekannt.
    Glaubst Du, dass die Risiken zur Zeit außergewöhnlich hoch sind, andere Marktteilnehmer jedoch noch nichts davon bemerkt haben? Wieso glaubst Du das?


    Möchtest Du abwarten bis die Risiken geringer oder nicht mehr vorhanden sind, um dann erst einzusteigen? Dann steht der Dax vermutlich bei 100.000 Punkten, wenn Du es überhaupt erlebst.


    Was ist zu tun?


    Möchtest Du zunächst abwarten, ob die Deutsche Bank Pleite geht? Das ist extrem unwahrscheinlich. Man wird es nicht annähernd so weit kommen lassen.
    Die wirklichen Risiken zeichnen sich dadurch aus, dass sie sich völlig überraschend verwirklichen und kaum jemand entfernt damit gerechnet hat.

    Hallo Saidi, es gibt schon einige Anzeichen für einen Crash: Höhe des Case-Shiller-Index, Höhe des Buffet-Index, Höhe der Target2-Salden (www.eurocrisismonitor.com von der Uni Osnabrück), Zinskurve war invertiert vor Kurzem ...

    Das Shiller-PE kann man m.E. vergessen. In dem heutigen Wert sind noch die geringeren Gewinne der letzten 10 Jahre enthalten. Bei gleichbleibenden Kursen und gleichbleibenden Gewinnen wird das in den nächsten Jahren langsam herauswachsen und das Shiller-PE sinkt automatisch.
    Wenn man lediglich das aktuelle KGV betrachtet, kann man vielleicht zu dem Schluss kommen, dass US-Aktien sportlich bewertet sind, im Rest der Welt aber nicht.


    Was die Target2-Salden über zukünftige Kursentwicklungen aussagen sollen, weiß ich nicht. Das ist einfach ein Verrechnungssystem. Solange niemand aus dem Euro ausscheidet, können die Salden endlos auseinander laufen.


    Die inverse Zinsstruktur war bisher ein guter Indikator. Aber die Anzahl der Fälle ist bisher viel zu gering, um daraus irgendetwas für die Zukunft ableiten zu können. Außerdem gab es auch Fehlsignale.
    Ferner sind in der Vergangenheit von dem ersten Auftreten der inversen Zinsstruktur bis zum Höhepunkt des S&P500 manchmal bis zu 20 Monate vergangen. Das könnte also auch reiner Zufall gewesen sein.


    Den Buffet-Index kenne ich nicht und will ihn auch nicht kennenlernen.


    Es gibt bestimmt noch 1000 Indikatoren und gute Argumente, nicht in Aktien zu investieren. Man muss sie nur suchen.



    Was ist deine Einschätzung zur fortlaufenden Ertragserosion der Banken (siehe Dr. Markus Krall)? Wettet der Markt nicht wieder darauf, dass z. B. die Deutsche Bank gerettet wird?! Ist diese Rettung in den Kursen nicht eingepreist?!
    ...

    Ja, dann schau Dir den Kurs der Deutschen Bank der letzten 10 Jahre doch einmal an. Was siehst Du da? Optimistische Anleger, die den Kurs irrational in die Höhe treiben?

    Ich nutze Comdirect, vermute aber, dass Onvista analog funktioniert. Bei Comdirect habe ich zwei Sparpläne, meinen Basissparplan, den ich immer laufen habe, und einen zweiten, den ich ausführe, wenn Geld übrig ist, ich einmalig mehr investieren will und den Sparplan dann im nächsten Monat wieder stoppe....

    Wozu benötigst Du denn zwei Sparpläne? Kannst Du nicht einfach die Sparratze einmalig erhöhen und nach der Ausführung wieder auf das übliche Maß reduzieren?

    ...Wenn ich den Fonds verkaufen würde hätte ich seit 2015 etwa 15% Verlust gemacht.


    Diese Wertentwicklung kann ich nicht wirklich nachvollziehen, da der Fonds ja nur auf größere Werte setzt und zusätzlich noch absichert.
    ...

    Der Fonds hat eine TER von 1,5%, und Absicherung kostet Geld. Insofern ist das schon nachvollziehbar.
    Die Rendite kommt vom Risiko. Für Sicherheit und Absicherung gibt es keine Rendite, auch wenn es schön wäre.


    Im selben Zeitraum hätte man sicher mit einem anderen Fonds einen Gewinn gemacht.
    ...

    Irrelevant!



    Dazu kommt noch, dass der Fonds lediglich einen Stern in der Morningstar Bewertung hat.
    ...

    Irrelevant!



    Mein Bedenken beim Verkauf wäre, dass sich der Fonds in Zukunft doch wieder besser entwickelt und ich den Verlust ausgleichen kann.
    ...

    Niemand weiß, was die Zukunft bringen wird. Das ist unser aller Problem.
    Ich weiß jedoch, dass es ziemlich unwahrscheinlich ist, dass dieser Fonds langfristig eine ähnliche 'Wertentwicklung wie z.B. ein ETF auf den MSCI World hinlegt, weil er nun einmal um ein vielfaches teurer ist.



    Ich wollte diesen Fonds halt verkaufen, da er in den vergangenen vier Jahren immer nur eine negative Rendite erwirtschaftet hat und ich bedenken habe, dass dies auch in Zukunft so ist.
    ...

    Sagt Dir der Begriff "sunk cost" etwas? Sonst bemühe einmal eine Suchmaschine Deines Vertrauens.
    Du machst den Fehler, den unabänderlichen Verlusten der Vergangenheit hinterher zu trauern. Diese Verluste sind auch ohne Verkauf jetzt da. Du kannst es nicht durch Abwarten ändern.
    Entscheidungsrelevant ist lediglich die Erwartungshaltung für die Zukunft. Glaubst Du, dass sich dieser Fonds in Zukunft besser entwickeln wird als z.B. ein üblicher ETF auf den MSCI ACWI? Falls ja, warum? Falls nein, dann gibt es nur verkaufen!
    Allein die Möglichkeit, dass dieser Fonds in Zukunft besser abschneiden könnte, ist kein Grund daran festzuhalten. Dann könntest Du auch in jeden x-beliebigen Fonds investieren. Es geht um die Beurteilung von Wahrscheinlichkeiten.

    Ich werde jetzt den Betrag auf 200€ reduzieren, aber was würdet ihr hier in der Zukunft machen?...

    Ich (!) würde alles verkaufen und mir meinen eigenen Mischfonds bestehend aus Aktien-ETF und Tages-/ Festgeld mixen. Das kommt erheblich billiger.



    Warten bis ich leicht im Gewinn bin und den Fondsparplan dann kündigen?...

    Ob Du aktuell in der Gewinn- oder Verlustzone bist, ist nicht entscheidungsrelevant. Entscheidend ist die Erwartungshaltung für die Zukunft.



    Das ist der wichtige Satz. Ein Investment das stagniert / fällt / schlechter als der Markt performt gehört im Grundsatz nicht ins Depot.

    Ist das nicht ein wenig zu einfach?


    Richtig wäre: Ein Investment, dass in Zukunft stagniert / fällt / schlechter als der Markt performt gehört nie (nicht grundsätzlich) ins Depot. Interessant wäre es, zu erfahren, woher man das wissen oder auch nur erahnen soll, auch am Beispiel der Bayer-Aktie.
    Die Kursverluste der Vergangenheit sind für die Beurteilung der Zukunft ohne Bedeutung. Und die Beurteilung der Zukunft wäre entscheidend, nicht irgendein Einstiegskurs der Vergangenheit, der rein zufällig entstanden ist, weil man zufälligerweise ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt gekauft hat.
    Und um gleich vorzubeugen: Nein, an der aktuellen Dividende kann man die Zukunft auch nicht ablesen.

    Ich habe 2014 angefangen mit 50 Euro ETF Sparplan, der ist inzwischen bei 500 Euro im Monat. Nach 4 Jahren ist mein Depot aktuell 14% im Plus (seit Ende 2014). Das klingt erstmal sehr wenig finde ich, wenn man bedenkt, dass der MSCI World 37% gestiegen ist in 3 Jahren. Aber ich war eben im ersten Monat mit 50 Euro drin und erst nach einer Weile war das Depot fünfstellig, die großen Zuwächse habe ich kaum gespürt, da war das Depot noch klein, auch ein paar Einmalanlagen sind erst spät reingegangen....

    Natürlich spielt der Zeitpunkt von Einlagen bzw. Entnahmen und deren Höhe eine Rolle. Das kann man alles per internen Zinsfuß berechnen. Wenn man das nicht gemacht hat, muss man wohl Belege wälzen.
    Einfach immer dann, wenn man eine reale Investition tätigt, zeitgleich auch eine virtuelle Investition in die Benchmark (z.B. MSCI World) tätigen.
    Dann hat man auch einen Vergleich. Ansonsten kann ein Stockpicker die Sinnhaftigkeit seines Handels nicht beurteilen und erzählt ellenlang tolle Geschichten ohne Substanz. Man weiß dann noch immer nicht: Hat sich das alles jetzt gelohnt oder wäre er mit einem einfachen MSCI World besser gefahren.


    ...Was können die alten Herrschaften tun? Wie verhält man sich in dieser Situation, um evtl zu retten, was noch zu retten ist?

    Sie können nichts tun. Der Kursrückgang und damit der Verlust ist eingetreten. Damit hat sich das Risiko verwirklicht, und nun ist es zu spät.
    Sie können sich aber überlegen, welche Fehler sie gemacht haben und diese in Zukunft vermeiden.




    ...
    Richtig oder falsch gibt es mMn nicht.

    Oh doch! Es gibt "falsch"!
    In Einzelaktien investieren ist für den Privatanleger falsch.
    Klumpenrisiken bilden ist falsch.
    Und die Aktien der Firma kaufen, bei der man selbst beschäftigt ist, ist falsch.
    Aktien kaufen, ohne sich mit dem Aktienmarkt zu beschäftigen, ist erst recht falsch.
    Falsch ist es auch, sich erst dann Gedanken über Risiken zu machen, wenn diese sich verwirklicht haben und der Schaden bereits eingetreten ist.



    ... Es besteht halt die Gefahr weiterer Buchverluste....

    Nein, es besteht die Gefahr weiterer Verluste (ohne "Buch").



    Bei der Deutschen Bank haben wir im übrigen auch so ein Trauerspiel gesehen, bei dem viele Rechtsstreitigkeiten speziell in USA mit teuren Vergleichen beigelegt wurden. Analog VW.
    ...

    ...und bei hunderten anderen auch! Man weiß es vorher eben nicht.

    @Schwachzocker


    Gilt das auch für die 5 DM, die es bei Eröffnung eines Sparbuches bei der Sparkasse gab? ;)

    Ja! Und falls es nur 50 Pfennig waren gilt das auch.




    Sie haben den Zinseszinseffekt nicht verstanden!
    Das, was hier beschrieben wird, hat nichts mit dem Zinseszinseffekt zu tun, sondern beschreibt nur die Tatsache, dass Dividenden in vielen Fällen regelmäßig angehoben werden. Der Einstiegskurs des langfristig orientierten Aktionärs bleibt aber immer gleich. Deshalb ist die obige Aussage durchaus richtig.

    Ich habe nicht bestritten, dass Deine Aussage richtig ist.
    Und von ansteigenden Dividenden war bis dahin nicht die Rede.


    Und ja: Wenn man die heutigen Erträge zu Kaufkursen aus dem Jahr 1898 in Bezug setzt, ist das "sich selbst in die Tasche" lügen. Es bringt einen schlichtweg nichts außer gute Gefühle.
    Entscheidend ist die Gesamtrendite, sonst nichts.

    Da bin ich noch einmal. Die Dividendenrendite von 10 oder 20% und HÖHER die ich inzwischen auf meine Aktien erhalte ist Realität. Der Herr RAPHAEL hat das verstanden. Die Rendite errechnet sich aus der aktuellen Dividende bezogen auf meinen damaligen Kaufkurs....



    Diese Realität ist aber so ziemlich das Dümmste, mit dem man sich in die Tasche lügen kann.
    Das Prämiensparbuch, das ich von Oma zur Taufe geschenkt bekommen habe, wird bei Rentenbeginn auch eine gewaltige persönliche Zinsrendite aufweisen.
    So ist das nun einmal mit dem Zinseszinseffekt. Wenn man nur lange genug wartet, erhöht er sich sehr stark.
    Und ja, das ist die Realität der normalen Mathematik.

    ...



    Vielleicht übersehe ich aber doch noch einen gravierenden Nachteil, der mir nicht sofort ins Auge springt ...??

    Nicht direkt ein Nachteil. Aber was Du möchtest, ist eben eine Währungsspekulation. Warum kaufst Du nicht einfach Schweizer Franken? Dann entfallen die Kosten für das Hedging. Diese Kosten sind nämlich sicher. Der positive Ausgang Deiner Spekulation hingegen nicht.


    Wenn ich wüsste, wie sich Währungspaare in Zukunft entwickeln, wäre ich schon reich. Dir viel Glück bei eben diesem Vorhaben.

    ...


    Variante 2: Einzelaktien können ein valides Investment sein, man muss sich halt über die Risiken im Klaren sein ...

    Für ein valides Investment kommt es nicht darauf an, sich über die Risiken im Klaren zu sein. Schließlich bin ich mir beim Lotto auch über die Risiken im Klaren.
    Es kommt darauf an, ob die Risiken nötig sind, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen.

    Ich bin mir jetzt nicht sicher, ob da nicht böser Sarkasmus in deiner Aussage steckt. Aber ja, natürlich sehe ich vor allem die Chance, weil der Kurssturz in diesem Ausmaß ja ziemlich übertrieben ist und das ja nicht das erste mal passiert ist - die Aktie konnte sich bisher immer erholen.

    Wenn das so ist, dass die Chancen höher als die Risiken sind, dann ist es kein Zocken. Ich bin nur nicht ganz davon überzeugt, wie Du das festgestellt hast.