Beiträge von Der Weise

    Hallo,
    zunächst einmal möchte ich mich kurz vorstellen:
    ich bin Diplomkaufmann, 42 Jahre alt und habe mich bis vor kurzem noch dem Finanzwesen gewidmet (kein Banker:-))
    Auch ich bin insoweit "Betroffener", da ich seit 2008 einen Kreditvertrag für ein Einfamilienhaus mit einer Laufzeit von 10 Jahren zu laufen habe.


    Was mir hier immer wieder auffällt ist, dass nur einige wenige verstehen, dass es sich bei dieser Thematik um eine Art Glücksspiel handelt ("Joker"). In Anlehnung an ein Kartenspiel spielt man mal mit mehr oder mal mit weniger Risiko, aber doch auch immer mit ungewissem Ausgang. Es gibt die ängstlicheren sowie weniger ängstlicheren Spieler und die Karten sind leider auch nicht gleich verteilt. Einige haben günstigere "Rahmenbedingungen" und Chancen durch bessere Karten, andere haben wiederum die schlechteren Karten. Nun gibt es natürlich noch solche, die denken Sie hätten gute Karten, obwohl Sie die vermeintlich schlechten Karten haben und umgekehrt natürlich auch usw... Ängstliche Naturen gehören generell für meinen Geschmack nicht an den Spieltisch, aber das ist nur meine persönliche Meinung.


    Ich möchte Sie nun ein wenig in meine Karten schauen lassen:


    Mein Kreditvertrag hat eine Restlaufzeit von ca 3.5 Jahren, Restschuld in 2018 ca 100.0000
    Ich habe diese Woche einfach einen neuen Kreditvertrag abgeschlossen, Kreditrahmen: 100.0000
    Zinssatz 1,95, Sondertilgung und sogar eine bereitstellungszinsfreie" Zeit von 6 Monaten ist dabei, das heißt: tatsächliche Kosten fallen für mich potentiell erst in 6 Monaten an.
    Da ich noch ein zweites Darlehen am Start habe (Grundschuld), tritt die neufinanzierende Bank in den zweiten Rang, sonst hätte es noch bessere Konditionen gegeben.
    Nun habe ich quasi zwei "große" Kredite am laufen. Ist das nicht schlimm? Welchen Vorteil verspreche ich mir davon?
    Der Vorteil ist, dass ich einer Anschlußfinanzierung nicht hinterherlaufen muss und insbesondere, dass Risiko der "Anschlußfinanzierungsverweigerung" entfäll (dieses Problem gibt es wirklich). Banken gehen darüber hinaus auch ungerne in den zweiten Rang. Wenns schnell gehen muss, dann kann das unter Umständen zu einem Problem werden - auch spielt hier die Bonität eine wesentliche Rolle.
    Welche Mehrkosten entstehen?
    In den nächsten sechs Monaten ersteinmal keine (Zinsfreiheit), danach ca. 2.000 Euro jährlich, folglich insgesamt 6.000 Euro in meinem konkreten Fall - und das auch nur im Falle eines gescheiterten Widerrufs.
    Da ich das Geld zur freien Verfügung habe, werde ich es zunächst auf ein Tagesgeldkonto überweisen, ggf kann ich so die Zinsbelastung um ein knappes Prozent verringern.
    Inflationsbereinigt mache ich dann sogar vielleicht ein wenig Plus :-) und hoffe sogar auf steigende Tagesgeldzinsen in den nächsten 3.5 Jahren.:-)
    Somit kann ich jetzt "komfortabel" streiten (Zitat RA Wedekind) und im günstigsten Falle gibt es eine schnelle Einigung oder im Falle einer erfolgreichen Klage noch viel viel mehr ;-)



    Zitat John Davison Rockefeller:
    „Wer den ganzen Tag arbeitet, hat keine Zeit, Geld zu verdienen.“