Beiträge von ETF2018

    Ich höre von einigen, dass viele ihren Riester nur weiterbesparen, um weiterhin jährlich die Zulagen und Steuererstattungen zu kassieren und die Steuererstattungen in ein Depot oder FRV einzahlen und dann kurz vor Rentenbeginn den Riester steuerschädlich kündigen wollen. Es sei dann immer noch ein Gewinn, da ja nur die Zulagen und Steuererstattungen zurückgezahlt werden müssten. Was sagt ihr dazu? Wenn man dies so machen würde, meint ihr, dass bei der Variante am Ende ein höherer Gewinn herauskommt, als wenn man den Riester beitragsfrei stellt und den Betrag, den man bis dahin in den Riester eingezahlt hat, in eine FRV oder als Sparplan investiert und hier zu 100% in freie Fonds investieren kann?

    Servus. Ich bin von der Stuttgarter zur Condor gewechselt in der Hoffnung, dass hier eine höhere Quote in den freien Fonds angelegt wird. Bin jedoch enttäuscht worden. Es wird auch hier nicht mehr in den freien Fonds angelegt. Nur ca. 15 % wird hier in die freien Fonds angelegt. Wie lange hast du schon einen Riester? Wieviel hast du eingezahlt und wir hoch ist der Stand des Altersvorsorgevermögens?

    "in denen ich jetzt in den Riester einzahlen noch nie die Steuererstattung in den Riester mit habe einfließen lassen"


    Zur kompletten Betrachtung gehört die Steuererstattung hinzu, die in der Steuererklärung separat meist auf Seite 1 oder 2 gut ersichtlich ist unter dem Schönen Titel:
    "gesonderte und einheitliche Feststellung nach § 10a Abs.4 EStG"


    Idealerweise sollte dieser Betrag dann onTop in den Riester rein oder
    (so mache ich es) in einen Rürupvertrag (wird dann nochmal gefördert ) ;-)

    Das bringt mich jetzt aber auch nicht weiter...

    Ich habe Mal ausgerechnet, was ich in den 13 Jahren rausbekommen hätte, wenn ich den durchschnittlichen monatlichen Beitrag (110 Euro), welche ich in den Riester die 13 Jahre eingezahlt habe in einem Sparplan eingezahlt hätte. Ich bin von 6% Kurszuwachs ausgegangen. Als Endwert wäre 25.354 € rausgekommen, bei Einzahlungen von insgesamt 17.160 €, also Gewinn von 8.194 € (vor Steuern). Im Gegensatz dazu hätte ich, wenn ich die Steuererstattungen die 13 Jahre in dem Riestervertrag hätte einfließen lassen, nur 9k einzahlen müssen um das Guthaben von 18.200 € zu erzielen, also Gewinn von 9.200 €. Also ist der Riester doch nicht so schlecht, obwohl er sich ja eigentlich aufgrund meiner Förderquote von 37,36 % auf dem ersten Blick nicht lohnt.

    Weiterhin in den Riester einzahlen oder Riester stilllegen oder Riester kündigen und die monatlichen 150 Euro und den Auszahlungsbetrag von ca. 10k des gekündigten Riesters in eine FRV oder im bestehenden Depot (20k) einzahlen? Da ich in den 13 Jahren in denen ich jetzt in den Riester einzahlen noch nie die Steuererstattung in den Riester mit habe einfließen lassen, kommt es einfach für mich so vor, dass sich der Riester nicht mehr lohnt. Wenn ich jetzt nur die eingezahlten Beiträge und die erhaltenen Zulagen in den 13 Jahren betrachte und den Stand des Altersvorsorgevermögens zum 31.12.19 sehe, würde ohne Berücksichtigung der Steuererstattung nur eine Rendite von 1,3 % rauskommen.

    Ab welcher Förderquote rechnet sich überhaupt Riester? Bei mir kommt 37,36% raus. Habe folgenden Rechner verwendet:


    https://www.lohnsteuer-kompakt.de/rechner/rieriester-rechner


    Ich weiss jetzt echt nicht, ob ich nach 13 Jahren Einzahlung weiterhin (noch knapp 28 Jahren) in den Riester einzahlen soll oder nicht. Vielleicht wird es ja doch noch eine Reform des Riesters geben, dass z. B. die eingezahlten Beiträge nicht mehr zu 100% auf Wunsch des Kunden abgesichert sein müssen, um eine höhere Rendite zu erzielen, dann würde ich mich sehr ärgern, wenn ich den Riester dann gekündigt hätte. Hab ausgerechnet, dass ich in meinen Riester netto insgesamt nur 9k einzahlen musste (bei Berücksichtigung der erhaltenen Zulagen und der Steuererstattungen), um das Guthaben zum 31.12.19 i.H.v. 18.200 zu erzielen. Das ist eine Rendite von 10,7 % p. a., also nicht so schlecht oder? Wenn ich weiter einzahlen würde, würde ich auf jeden Fall zur Condor wechseln. Hier hätte ich den günstigsten Tarif der CRK4 mit einer Effektivkostenquote von 0,96 % anstatt 1,08 % bei der Stuttgarter. Das Problem was ich die letzten Jahre war, dass ich die Steuererstattungen der letzten 3 Jahre nicht bekommen habe, da ich in diesen Jahren noch andere Einkünfte hatte und Steuer nachzahlen musste, obwohl ich ja eigentlich eine Erstattung wegen dem Riester bekommen hätte. In diesem Fall ist es dann eher ein Steuersparmodell. Wenn ich jetzt kündigen würde ich ca. 7k Verlust machen. Das ist schon ziemlich viel. Die Frage bei einer Kündigung wäre dann auch, ob ich den Verlust von 7k in knapp 28 Jahre wieder reinhole und wie ich die ca. 10k anlegen soll. Ich habe ein Depot mit 250k (1 ETF), welches ich eigentlich für die langfristige Anlage (also ca. 28 Jahre) angelegt habe. Vielleicht brauche ich auch dieses Geld in ein paar Jahren für den Erwerb einer Immobilie. Ferner habe ich noch ein weiteres Depot, momentan 20k (3 ETF), wo ich momentan 300 Euro mtl. einzahle. Dieses ist für die mittelfristige Anlage (ca. 15 Jahre) gedacht. Oder ich mache eine fondsgebundene RV. Aber da habe ich dann wieder höhere Verwaltungskosten (0,2 % jährlich), aber ich hätte das Geld getrennt vom Depot und ich würde nicht irgendwann auf die Versuchung kommen, Anteile zu verkaufen, da es eine Rentenversicherung ist. Was würdet ihr jetzt in meinem Fall machen?

    Also wäre, das jetzt ein Problem, wenn ich keinen Riester mehr hätte und nur noch meine Freundin einen hätte und es kommen dann Kinder oder erhält sie dann keine Kinderzulage oder wäre es für sie schlechter wenn ich keinen Riester mehr hätte oder ist das für meine Freundin in diesen Fall egal, ob ich, wenn Kinder kommen, keinen Riester mehr habe?

    Also würdest du anfragen, was ich rausbekommen würde, wenn ich den Riester jetzt kündigen würde und dann entscheiden? Hab noch eine andere Frage: Meine Freundin hat ja auch einen Riester. Wenn wir Kinder in naher Zukunft haben werden, soll sie die Kinderzulagen erhalten. Ist es dann ein "Problem" wenn ich dann keinen Riester mehr hätte? Weil ich weiss nicht wie das zu verstehen ist, mit "mittelbar" und "unmittelbar" zulagenberechtigt.

    Mein jetziger Riester bei der Stuttgarter ist ein Honorartarif (Effektivkosten 1,08%). Bei der Condor hätte ich den Vorteil daß ich einen höheren garantierten Rentenfaktor hätte und ein wenig günstiger wegkomme (Effektivkosten 0,96%). Aber ich glaub einfach nicht, dass sich die Riester rechnet. Ich möchte einfach eine Geldanlage, wo ich die bestmöglichsten Renditechancen habe und so wenig wie möglich Kosten habe. Da scheint mir nur das ETF-Depot (Sparplan) zu sein. In meinem Sparplan (aktueller Depotwert 19k), wo ich im Monat momentan 300 Euro einzahle, könnte ich dann diesen von 300 auf 450 Euro aufstocken, wenn ich die Riester beitragsfrei Stelle. Kündigen möchte ich die Riester-Versicherung eigentlich nicht, das kommt nach 13 Jahren zu teuer. Vielleicht denkt sich ja der Staat was neues aus, wo nicht die eingezahlten Beiträge und die Zulagen bei Rentenbeginn gesichert sein müssen. Dann könnte man ja wieder weiterriestern. Aber momentan ist es einfach so, dass die Versicherung bei dem 3-Topf-Hybrid Modell (Deckungsstock, Wertgarantiefonds, freie Fonds) nur ein Bruchteil des Guthabens in freie Fonds hat und jetzt schon 28 Jahre vor Rentenbeginn das Guthaben zu sichern. Das kann für mich nicht sein... Oder wie seht er ihr das?

    Ich, 39, ledig, keine Kinder, habe im Jahr 2007 einen Riestervertrag abgeschlossen. Seitdem hab ich den Anbieter zweimal gewechselt und bin momentan bei der Stuttgarter, Tarif Performance Safe.
    Da laut Saidi die Kosten des Tarifs grenzwertig sind, habe ich nochmal recherchiert und bin auf die Condor, Tarif congenial Riester garant gestoßen.
    Bei der Stuttgarter habe ich lt. PIB folgende Kosten:
    - Verwaltungskosten im Jahr: 97,30 €
    - monatlich anfallende Kosten in Euro während der Beitragszahlungsdauer: 1,00 €
    - Prozentsatz des gebildeten Kapitals, monatlich: max. 0,29 %
    - Prozentsatz der eingezahlten Beiträge und Zulagen: 4,5 %
    Effektivkosten: 1,08 %
    garantierter Rentenfaktor: 25,57


    Bei Condor wären die Kosten wie folgt:
    - Verwaltungskosten: 41,96 €
    - monatlicher Prozentsatz des gebildeten Kapitals max: 0,23 %
    - aktuelle Kostenbelastung: 0,05 %
    - Prozentsatz der eingezahlten Beiträge: 2,1%
    Prozentsatz der Zulagen: 0 %
    Effektivkosten: 0,96 %
    garantierter Rentenfaktor: 28,96


    Zum 31.12.19 wurden Beiträge in Höhe von insgesamt 16.900 € eingezahlt, das Fondsguthaben war 18.200 €.


    Meine Fragen:


    1. Lohnt sich in meinem Fall (Jahresbruttoeinkommen: ca. 50k, öffentlicher Dienst) überhaupt Riester weiterzubesparen? Da meine Partnerin auch einen Riestervertrag hat, würde sie ja, wenn Kinder kommen sollten (und ggf. heiraten) die Kinderzulagen beantragen.


    2.) Was ich auf jeden Fall nicht möchte ist, den Riester zu kündigen. Es kommt für mich dann nur eine Beitragsfreistellung in Betracht und die monatlichen 145 Euro die ich einzahle in meinem bestehenden ETF- Sparplan zu stecken oder ggf. eine Netto fondsgebundene Rentenversicherung (Effektivkosten: 0,4 %) abzuschließen oder zu den günstigeren Condor Tarif zu wechseln und das Guthaben übertragen zu lassen. Mein Sparerpauschbetrag ist übrigens ausgeschöpft (Depot mit ca. 250 k)
    Saidi sagt, dass die Anlage mit dem 3-Topf-Hybrid Modell eine Black Box ist und man nie weiss, wie das umgeschichtet wird und das meiste Guthaben in dem teuren Wertsicherungsfonds steckt und nur ein Bruchteil in den freien Fonds ist.
    Er sagt, dass ein Riester nur bei mindestens zwei Kinder und geringer Eigenbetrag Sinn macht und der Steuersatz im Arbeitsleben größer sein sollte als in der Rente.


    Was würdet ihr in meinem Fall machen?


    Ich tendiere weiter den Riester zu besparen, aber zur Condor aufgrund geringerer Gebühren und höherer garantierter Rentenfaktor zu wechseln. Vielen Dank für eure Meinungen!

    Danke Lothar für deine Meinungen. Ich habe nur noch Bauchschmerzen, wenn ich jetzt die 3er ETF Lösung nehme, dass ich nicht ausreichend rebalancen kann. Und man sagt ja, Rebalancing soll 1 % mehr Rendite pro Jahr bringen...