Beiträge von Investor

    Zugegeben ein wenig zugespitzt: es ist nicht handelbares, illiquides, nicht abgesichertes Eigenkapital. Damit risikoreicher als eine Aktie und deutlich risikoreicher als ein Fonds. Damit müsste die Rendite höher als bei einer "stabilen" Aktie sein.

    Das sehe ich anders. Zumindest bei einem Anteil einer Volks- oder Raiffeisenbank hat man die Sicherheit, dass der gesamte VR-Verbund für die Verbindlichkeiten der Bank haftet. Bislang ist noch nie eine Geno-Bank in die Insolvenz gegangen. Seit Bestehen der Bundesrepublik hat noch nie ein Investor in eine VR-Bank sein Kapital verloren. Im Gegensatz zu einer Aktie hat man keine Volatilität. Bei einer Dividendenaktie habe ich immer das Risiko, dass der Kurs fällt. Selbst wenn ich fünf oder acht Prozent Dividende kassiert habe, hilft mir das wenig, wenn die Aktie einen Kursverlust von 20 % oder 30 % hat. In den aktuellen Zeiten nehme ich lieber die sicheren 3 % der VR-Bank, als dass ich mich an der allgemeinen Schizophrenie an der Börse beteilige. Man hat es doch heute wieder gesehen. Trotz steigender Corona-Zahlen, trotz eines harten Lockdowns vor Weihnachten, trotz der Gefahr eines harten Brexit steigt der Dax. Einen derart von der Realität abgekoppelten Markt habe ich noch nie erlebt und möchte mich daran nicht beteiligen.

    Bei meinen Recherchen im Internet zum Thema Genossenschaftsanteile (Diskussion im Forum siehe hier: https://community.finanztip.de…nschaftsanteilen-anlegen/) bin ich auf auf das Thema unnotierte Aktien aufmerksam geworden und frage mich, ob und und welchen Voraussetzungen dies eine interessante Investition sein könnte.


    Beispiel für eine unnotierte Aktie ist etwa diejenige der Raiffeisenbank Plankstetten, welche sich nach einigen Querelen mit dem genossenschaftlichen Prüfverband für die Umwandlung in eine AG entschied. Die Aktien können nur über die Bank selbst bezogen werden, den Kurs stellt ein Wirtschaftsprüfer fest: https://www.nordbayern.de/regi…fsichtsbehorden-1.7708698


    Allerdings ist der Aktienkauf über das Unternehmen selbst nicht immer der einzige Weg. Ein Handelsplatz für unnotierte Aktien ist beispielsweise Valora Effekten Handel: https://veh.de/


    Nachteile unnotierter Aktien sind:


    - illiquider Markt, d.h. es ist nicht sofort ein Käufer oder Verkäufer verfügbar

    - hohe Spreads beim Kauf oder Verkauf, die letztlich eine Folge der Illiquidität des Marktes sind

    - Oft sind Aktien deshalb unnotiert, weil der Mehrheitsaktionär ein Delisting bei der Börse veranlasst hat. Der Mehrheitsaktionär hofft, durch die mit einem Delisisting verbundene eingeschränkte Fungibilität die restlichen Aktien leichter bzw. günstiger aufkaufen zu können

    - fehlende Beobachtung der Werte durch Analysten


    Möglicherweise hat der Kauf einer unnotierten Aktie aber auch Vorteile. An den Börsen gibt es Marktphasen, in denen die Kurse aufgrund finanzmarktpolitischer Großwetterlagen (Interventionen von Notenbanken oder der Politik) fast ausschließlich von externen Effekten geprägt werden. Der wahre Wert des Unternehmens gerät in solchen Marktphasen in den Hintergrund. Wenn aber ein Wirtschaftsprüfer allein aufgrund der Unternehmensdaten den Kurs festsetzt, ergibt sich hieraus ein fairer Preis, der nicht durch Spekulationseffekte verzerrt wird. Zumindest für langfristig orientierte Anleger, die vorhaben, ihrem Investment lange treu zu bleiben, scheinen unnotierte Aktien eine Überlegung wert zu sein. Da bei einem derartigen Investment aber möglicherweise nicht so hohe Kursgewinne zu erwarten sind, sollte auf eine stabile Dividende und ein nachhaltiges Geschäftsmodell geachtet werden. Auch muss das Unternehmen natürlich wirtschaftlich gesund sein, was vor dem Kauf einen gewissen Rechercheaufwand seitens des Anlegers erfordern dürfte.


    Im Internet bin ich auf die unnotierte Aktie der Nationalbank Essen gestoßen:

    https://www.national-bank.de/national-bank-aktie


    Der Kurs wird hier ebenfalls durch das Unternehmen selbst bestimmt. Bei einem derzeitigen Kurs von 31,40 € und einer durchschnittlichen Dividende von 0,80 € ergebe dies eine Dividendenrendite von ca. 2,54 %.


    Meine Frage an die Community:


    Was haltet Ihr von unnotierten Aktien ? Kennt ihr weitere Unternehmen, bei denen man die Aktien direkt kaufen kann oder ist jemand von Euch vielleicht sogar bei der Nationalbank investiert ? Wie sind Eure Erfahrungen ?

    Wer kurz vor dem Platzen der Dotcom-Blase im Jahr 2000 in den MSCI World eingestiegen ist, musste ca. 6 Jahre warten, bis der Kaufkurs wieder erreicht war. Wer kurz vor der Finanzkrise 2007 kaufte, musste ebenfalls ca. 6 Jahre warten, bis der Einstiegskurs wieder erreicht war. Ich bin kein Feind von Aktieninvestments, ganz im Gegenteil, und auch kein Pantoffel-Investor. Ich plädiere bei Anlageentscheidungen lediglich für eine gewissenhafte Abwägung der Chancen und Risiken. Sicherlich kann man, wenn man Glück hat, an der Börse große Gewinne erzielen. Man muss den Leuten aber auch ehrlich sagen, dass sie schlechtestenfalls 6 Jahre warten müssen, bis die Zahlen im Depot wieder grün werden. Diesen Druck muss ein Investor auch erst mal aushalten können. Ich bin der Meinung, dass der aktuelle Markt die Gefahr einer Blasenbildung birgt. Deswegen würde ich bei den derzeitigen Höchstständen nicht in Aktien einsteigen wollen. Sollte der Dax aber z.B. auf ca. 10.000 - 11.000 Punkte fallen, würde ich die Lage auch schon wieder anders beurteilen.

    Wenn Du damit umgehen kannst dass es kurz nach dem Kauf einen Rücksetzer gibt kannst Du es auf einmal machen. Bei Annahme stetig steigender Märkte ist je schneller desto gut, ein sukzessiver Einstieg bei Rücksetzern psychologisch leichter.

    Meines Erachtens hat der derzeitige Markt starke Überhitzungserscheinungen. Die großen Indizes eilen von Rekord zu Rekord. Aber Hand aufs Herz: Ist die wirtschaftliche Lage heute wirklich besser als jemals zuvor seit Einführung der jeweiligen Indizes ? Wird die Wirtschaft im nächsten Jahr sogar noch besser dastehen als während der Boomphasen vor Corona ? Bei einem Sparplan hat man wenigstens den Durchschnittskosteneffekt. Von einer Einmalanlage würde ich aktuell Abstand nehmen. Hiermit kann man ruhig noch 6 - 8 Monate warten. Der nächste Rücksetzer an der Börse kommt bestimmt, wenn Wunschdenken auf Realwirtschaft trifft. Getreu dem Motto von Warren Buffet: Sei ängstlich, wenn andere gierig sind und gierig, wenn andere ängstlich sind

    Wenn ich zum 31.12.2020 kündige und eine Auszahlungsfrist von 18 Monaten habe, erhalte ich natürlich nach dem 31.12.2020 keine Dividenden mehr.

    Dies trifft nicht zu. Die Dividende wird lediglich für das angebrochene Jahr, in dem die Auszahlung des Geschäftsguthabens erfolgt, nicht mehr gewährt. Hintergrund: Meist im Frühjahr beschließt die Genossenschaft über die Dividende für das abgelaufene Geschäftsjahr. Diese Regelung besteht vor allem auch aus Praktikabilitätserwägungen: Denn zum Zeitpunkt der Auszahlung des Geschäftsguthabens, meist im April nach der Vertreterversammlung, ist die Dividende für das aktuell laufende Jahr noch nicht bekannt. Hierüber befindet erst die Vertreterversammlung im nächsten Jahr. Nähere Infos hierzu finden sich auch im bereits weiter oben verlinkten Biallo-PDF.

    Hat eigentlich jemand Erfahrung mit der Münchener Hypothekenbank ? Dort soll man nach Information von biallo.de bis zu 70.000 € anlegen können. Ausweislich der Geschäftsberichte betreffend 2016, 2017 und 2018 wurde den Anlegern für die genannten Jahre jeweils eine Dividende von 3,25 % gezahlt. Für 2019 wird keine Dividende gezahlt, da die EZB der Bank davon abgeraten hat. Die Bank selbst hätte wohl gern die Dividende ausgezahlt und es sich wirtschaftlich auch leisten können, sieht sich aber als direkt von der EZB beaufsichtiges Institut daran gehindert. Es wurde wohl allen VR-Banken wegen Corona von der Dividendenauszahlung abgeraten. Für die kleinen Institute ist es allerdings nur ein unverbindlicher Ratschlag, weshalb die Mehrheit der Banken sich für eine Auszahlung entschieden hat. Die großen, direkt der EZB unterstellten Institute haben scheinbar weniger eigenen Entscheidungsspielraum. Nachteil der Geno-Anteile der Münchener Hyp ist scheinbar lediglich die lange Kündigungfrist von 12 Monaten zum Jahresende. Gibt es hier im Forum Erfahrungen ?

    Falls Du Dich noch an den Herbstcrash 2018 mit finalem Sell Off an Weihnachten erinnerst: Da hatte die Fed die Zinsen Zug um Zug erhöht. Damit wurde der Aktienmarkt unattraktiv und die Kurse brachen ein.

    Ich kann mich noch daran erinnern. Damals hat der Markt m.E. äußerst sensibel reagiert. Obwohl die Ertragslage der meisten Unternehmen damals deutlich besser war als heute, führte die bloße "Zinsangst" zu deutlichen Kursrücksetzern. Man hat damals nicht auf die "inneren Werte" der Unternehmen und ihre Bilanzen geschaut, sondern allein vor dem Hintergrund der finanzmarktpolitischen Großwetterlage verkauft. Dies ist im Übrigen ein Szenario, was mich als bekennenden Value-Investor nicht schreckt, weil ich glaube, dass sich langfristig Qualitätsaktien durchsetzen werden. Insofern waren die Eintrittskurse damals nicht schlecht.


    Demgegenüber herrscht aktuell ein Klima, in dem ich keine Investitionen in Aktien tätigen möchte. Die "Zinsangst" 2018 war doch, rein objektiv betrachtet, ein "Fliegenschiss" gegenüber der Coronakrise mit ihren erheblichen realwirtschaftlichen Auswirkungen. Hatten wir 2018 einen Markt, der sich trotz guter Realwirtschaft übermaßig ängstlich zeigte, haben wir heute eine Situation, wo trotz einer erheblichen objektiven Verschlechterung die Verhältnisse vom Markt deutlich besser bewertet werden als 2018. Dies ist in meinen Augen surreal. Man muss sich auch vor Augen halten, wie früh während der Corona-Krise die Kurse in die Höhe schossen. Während wir im Fernsehen traurige und zutiefst verstörende Bilder mitansehen mussten, wie Corona-Tote in Massengräbern bestattet wurden und in New York die Leichenhallen zur Aufbahrung der Toten nicht mehr ausreichten, so dass Kühllaster herangeschafft werden mussten, wurde an der Börse kräftig gezockt. Meines Erachtens besteht in diesem Klima die Gefahr einer Blasenbildung, die leider auch von den Notenbanken durch ihre Politik der Negativzinsen und Anleihenkäufe befördert wird. Hierdurch wissen die Leute nicht mehr wohin mit ihrem Geld und treiben die Kurse weiter in die Höhe.


    Auch muss man den Effekt bedenken, dass viele Investoren zu Beginn der Corona-Krise ausgestiegen sind und auf niedrigere Kurse gesetzt haben. Entgegen vieler Erwartungen gab es aber keine "Bärenmarktralleye" sondern einen überproportionalen Kursanstieg. Jetzt haben viele Investoren Angst, beim Anstieg nicht mehr dabei zu sein und etwas zu verpassen, weshalb hektisch nachgekauft wird.

    Wir „Kritiker“ sollten im Auge haben, dass sich mündige Erwachsene mit diesen Anteilen befassen. Ich gehe auch stark davon aus, dass sie diese Investments, wenn es sich um klein 3- oder 4-stellige Beträge handelt, nicht ernsthaft als Anlageform betrachten... und, wie im Fall von Investor, sich des Charakters der Beimischung bewusst sind.

    In der Tat sehe ich Genossenschaftsanteile als Beimischung. Ich habe zwar auch Investmentfondsanteile, möchte aber derzeit nicht in Aktien investieren. Ich halte den Markt aktuell für überhitzt. Es leuchtet mir nicht ein, dass trotz der Auswirkungen von Corona der DAX bei über 13.000 Punkten steht. Der Markt neigt aktuell dazu, negative Entwicklungen bewusst auszublenden. Es kann mir keiner erzählen, dass es uns heute wirtschaftlich besser geht als vor 2 oder 3 Jahren. Lufthansa, Tui, die Eventbranche etc. lassen grüßen. Ich hätte mir theoretisch auch vorstellen können, aufgrund der Dividendenrendite Aktien der Allianz oder der Münchener Rück zu kaufen. Allerdings sehe ich bei diesen Aktien ein nicht unbeträchtliches Kursrisiko. So hat die höchstrichterliche Rechtsprechung z.B. bislang nicht entschieden, ob die Versicherungen für Betriebsschließungen in Folge von Corona haften müssen oder nicht. Dies sind erhebliche Kursrisiken. Bei Genossenschaftsanteilen weiß ich hingegen, dass ich ohne die Gefahr von Kursschwankungen den Nennwert in jedem Fall zurückerhalte und zusätzlich noch die Aussicht auf eine attraktive Dividende habe (von dem Szenario einer Pleite der Bank abgesehen, was ich aber für unwahrscheinlich halte, da sich die Geno-Banken gegenseitig stützen). Was ich alternativ auch noch überlegt habe, waren Anleihen von Sparkassen oder Landesbanken. Diese sind aber derzeit ebenfalls überteuert und werden so weit über Pari verkauft, dass die Rendite fast gleich null ist. Insofern halte ich Geno-Anteile für ein interessantes Investment in einem diversifizierten Portfolio !

    Wer Genossenschaftsanteile als Geldanlage sieht, hat den Sinn einer Genossenschaftsbank nicht verstanden.

    Sorry für die harte Aussage, es ist aber meine persönliche Meinung.

    Es gibt ja durchaus VR-Banken, die keine aktive Geschäftsverbindung fordern und passive Investoren akzeptieren. Dies wird im Beitrag von Biallo ja anschaulich geschildert. Sowohl für die Bank, die wachsen möchte und die aufgrund der verschärften Bankenregulierung mehr Eigenkapital benötigt, als auch den passiven Investor ist dies eine Win-Win-Situation. Das Motto von Friedrich Wilhelm Raiffeisen "Was einer allein nicht schafft, das schaffen viele" gilt auch hier. Wenn ein Investor Kapital bereitstellt, welches die Genossenschaft benötigt und er ihr dadurch eine Ausweitung der Geschäfte ermöglicht, hat er gleichzeitig auch dem Wohl aller Anteilseigner gedient. Insofern sehe ich an einer Investition in eine Genossenschaft nichts Verwerfliches, zumal die Genossenschaft ja nicht gezwungen ist, reine Investoren zu akzeptieren. Und wenn die Genossenschaft vor Zeichnung der Anteile die Eröffnung eines Girokontos verlangt und man als "Eintrittskarte" für die Investitionsmöglichkeit brav seine Kontogebühren zahlt, kann ich ebenfalls hieran nichts Verwerfliches erkennen. Wir haben doch in Deutschland Privatautonomie.

    Mich interessiert, ob es neben der Volksbank Dortmund Nordwest, der Raiffeisenbank Hochtaunus oder der PSD Berlin-Brandenburg (siehe zu allen dreien das Biallo-PDF) noch andere Genossenschaftsbanken gibt, die externe Investoren, also Anleger, die nicht im Geschäftsgebiet wohnen, akzeptieren. Ich würde bei der entsprechenden Bank auch ein kostenpflichtiges Girokonto eröffnen, wenn dies zur Zeichnung der Anteile unabdingbar notwendig sein sollte. Allerdings müsste gerade in diesem Fall, damit sich die Sache wirtschaftlich lohnt, auch eine entsprechende Dividende gezahlt werden und ein gewisser Mindestbetrag an Kapital aufgenommen werden können. Bei der von Biallo genannten Frankfurter Volksbank wären diese Bedingungen theoretisch erfüllt. Ich möchte allerdings vermeiden, zunächst das Girokonto zu eröffnen nur um dann hinterher gesagt zu bekommen, dass die Zeichnung der Anteile doch nicht möglich ist. Letztlich ist jeder Verkauf von Anteilen ja eine Ermessensentscheidung der Bank. Deshalb bin ich schon neugierig, ob jemand den von Biallo beschriebenen Weg mit der Online-Kontoeröffnung bei der FFVB tatsächlich gegangen ist und dann hinterher tatsächlich für die vollen 10.000 € die Anteile kaufen konnte. Falls es andere Genossenschaftsbanken mit einem ähnlichen Angebot geben sollte, wäre ich ebenfalls für Hinweise der Community dankbar. Falls jemand nicht öffentlich posten möchte, gern auch als PN.

    Wie man der hier auch bereits geposteten Übersicht bei biallo.de entnehmen kann
    ( https://newsletters.biallo.de/…e191/genossenschaften.pdf ) , zahlt die Frankfurter Volksbank eine konstante Dividende von 6 % bzw. hat diese in der Vergangenheit gezahlt. Ein Vorteil bei der Frankfurter Volksbank ist auch, dass man dort gleich 10.000 € investieren kann. Viele andere VR-Banken mit einer vergleichbaren Rendite sind von vornherein nicht bereit, einen entsprechenden Betrag als Geschäftsguthaben anzunehmen. Nachteil der Frankfurter Volksbank ist, dass man eine aktive Geschäftsverbindung benötigt, damit sie einem die Anteile verkauft. In der Übersicht von Biallo.de heißt es zur Frankfurter Volksbank, dass diese eine Online-Kontoeröffnung anbietet und man auch als Kunde, der nicht im Einzugsgebiet von Frankfurt wohnt, auf diesem Weg ein Konto eröffnen könne. Nach ein paar Wochen könne man versuchen, die Anteile zu erwerben. Meine Frage ist, ob jemand diesen Weg bereits erfolgreich gegangen ist und davon berichten kann. Als ich per E-Mail bei der Frankfurter VB wegen des Kaufs von Anteilen angefragt habe, teilte sie mir mit, dass ich zum Erwerb der Anteile eine aktive Geschäftsverbindung bräuchte. Wie man dieses Erfordernis erfüllt, lasse sich nur in einem persönlichen Beratungsgespräch klären. Auch sei beispielsweise wegen dem Thema Nachhaftung zwingend eine persönliche Beratung vor dem Anteilskauf vonnöten. Da ich weit entfernt von Frankfurt wohne, wollte ich fragen, ob jemand dort wie von Biallo.de beschrieben online ein Konto eröffnet hat und dann tatsächlich die Anteile aus der Ferne kaufen konnte oder ob auch nach Eröffnung des Online-Kontos die Frankfurter VB vor dem Anteilskauf auf einem persönlichen Gespräch besteht. Selbst wenn man dort ein Girokonto eröffnet und dadurch Kontoführungskosten von 50-60 € im Jahr hat, halte ich bei einer Dividende von 6 % und dem Anlegen der vollen 10.000 € die Rendite immer noch für ansehnlich.

    Bezüglich der günstigen institutionellen Fondstranchen wurde die Frage hier schon mal diskutiert:


    Als Privatanleger institutionelle Fondstranchen kaufen


    Meine bisherige Erfahrung ist, dass es von Broker zu Broker unterschiedlich ist. Letztlich hilft es nur, im Handelssystem der jeweiligen Bank die ISIN der Insti-Tranche einzugeben und zu schauen, ob der Fonds dort handelbar ist.


    Bei der DAB-Bank kann man beispielsweise die Insti-Tranche des Lupus Alpha Smaller German Champions C kaufen, siehe hier: https://www.avl-investmentfond…maller+German+Champions+C


    Auch bei Onvista gibt es die eine oder andere Insti-Tranche.


    Die günstigeren Tranchen des o.g. DWS-Fonds gibt es allerdings bei den o.g. Banken nicht online zu kaufen.


    Deshalb interessiert mich, ob es bei Comdirect funktionieren würde. Auch der Comdirect Informer, also die für jedermann zugängliche Wertpapiersuche auf der Comdirect-Seite, weist die TFC und die IC-Tranche als kaufbar aus.


    https://www.comdirect.de/inf/fonds/DE000DWS22U7


    https://www.comdirect.de/inf/fonds/DE000DWS2187


    Allerdings hatte ich schon mal wegen eines anderen Fonds gefragt, welcher dann entgegen den Angaben im Informer nicht bei comdirect kaufbar war. Deshalb wäre es nett, wenn jemand mit Comdirect-Depot die Handelbarkeit der beiden o.g. Fondstranchen prüfen könnte.

    Aus Verbrauchersicht erfreulich gibt es im Fondsvertrieb in den letzten Jahren eine Entwicklung hin zu sog. Clean Shares, also Fondstranchen, bei denen keine Bestandspflegeprovisionen an Vermittler oder Depotbanken bezahlt werden. Dies führt zu einer deutlich geringeren Gesamtkostenquote (TER). Gelingt es einem Privatanleger, derartige Fondstranchen zu erwerben, lässt sich auf lange Sicht deutlich sparen. Beim Fonds DWS German Small/Mid Cap sieht die Situation z.B. wie folgt aus:

    Anteilsklasse LD (normale Privatanlegertranche): 1,40 % laufende Kosten + Performance Fee

    Anteilsklasse TFC (Kickbackfreie Tranche): 0,80 %, keine Performance Fee

    Anteilsklasse IC (Institutionelle Tranche): 0,60 %, keine Performance Fee

    Hier sieht man, wie stark die Kickbackzahlungen / Bestandspflegeprovisionen die Rendite bei Privatanlegertranchen schmälern.

    Deshalb meine Frage: Wo gibt es die günstigen Tranchen ?

    Angeblich gibt es bei comdirect sowohl die kickbackfreie Tranche als auch die noch günstigere institutionelle Tranche jeweils mit einer Mindesteinlage von 250 €.

    Siehe hier:

    TFC:

    https://www.fondsdiscount.de/fonds/de000dws2187/

    IC:

    https://www.fondsdiscount.de/fonds/de000dws22u7/

    Besonders die IC-Tranche ist natürlich interessant, da man einen aktiv gemanagten Fonds zu den Kosten eines ETF erhält. Ich selbst habe leider kein comdirect-Depot, sondern bin bei einer anderen Bank. Kann jemand bestätigen, dass es die beiden günstigen Fondstranchen bei comdirect tatsächlich zu kaufen gibt ?

    Mir ist bekannt, dass auf Dividenden französischer Aktien eine Quellensteuer fällig wird und die Rückerstattung nur mit erheblichem bürokratischen Aufwand möglich ist.


    Weiß jemand, wie das mit Veräußerungsgewinnen beim Verkauf in Frankreich domizilierter Fondsanteile (ISIN beginnt mit FR) über die KAG gehandhabt wird ?


    Ich konnte im Internet ausschließlich Informationen zur Dividendenbesteuerung in Frankreich finden.


    Hat jemand aus der Community hier vielleicht schon mal einen französischen Fonds verkauft und daher entsprechende Erfahrungen ? Auch auf der Seite des Bundeszentralamts für Steuern habe ich keine Information gefunden. Kann man die genauen Regelungen zur französischen Quellensteuer irgendwo nachlesen ?

    Auch wenn es nicht auf den vom TE genannten Fonds bezogen ist: Ganz generell sollte man sich von Mindestanlagebeträgen - so es sie denn für die jeweilige Tranche gibt - nicht abschrecken lassen. Ich habe schon häufiger gesehen, dass man bei diversen Online-Brokern diverse Insti-Trachen auch ohne Mindestsumme kaufen kann. Dies wird von denen nicht großartig beworben, ist aber so. Da hilft nur, bei seinem eigenen Broker die ISIN der Insti-Tranche in die Ordermaske einzugeben und zu schauen, ob diese verfügbar ist. So kann man einiges an Gebühren sparen.

    Ich überlege, mir erstmals einen in Irland ansässigen Aktienfonds zuzulegen. Nach Lektüre des Fondsprospektes bin ich allerdings bezüglich des Themas Steuern stutzig geworden. Dort wird erwähnt, dass der Verkauf eines Fondsanteils grundsätzlich ein steuerpflichtiges Ereignis aus Sicht des irischen Staates darstellt.


    Auf den Steuerabzug würde jedoch verzichtet werden, wenn der Anteilinhaber "weder ein Irischer Steuerinländer noch eine Person mit gewöhnlichem Aufenthaltsort in Irland ist" und "der Anteilinhaber eine entsprechende Erklärung vorgelegt hat". Es wird erläutert, dass es sich bei der "entsprechenden Erklärung" um ein Formular entsprechend Anhang 2B des irischen Steuergesetzes handelt, auf dem man bestätigen muss, nicht in Irland ansässig zu sein. Es wird weiter erwähnt, dass manche Banken, die treuhänderisch Anteile für den Anleger halten, selbst eine entsprechende Befreiung beantragen. Ob dies geschieht, scheint im Ermessen der Bank zu liegen.


    Mein Broker, die Onvista-Bank, hat auf ihrer Homepage den folgenden Hinweis veröffentlicht: "Eine Vorabbefreiung und/oder -reduzierung der jeweiligen Quellensteuersätze (Ausnahme USA) bietet die onvista bank nicht an." Ich interpretiere dies so, dass dem irischen Staat von Onvista nicht angezeigt wird, dass ich ein ausländischer Anleger bin. Da auch der Verkauf der Fondsanteile ein steuerauslösendes Ereignis ist, müsste also Quellensteuer abgezogen werden. Ist dies in der Praxis tatsächlich so ? Habt Ihr diesbezüglich Erfahrungen ? Im Internet findet man nur Beiträge von Leuten, denen bei Dividenden in Irland Quellensteuer abgezogen wurde. Es wird auch erwähnt, dass die Initiierung einer Steuerrückerstattung über die Bank nicht sinnvoll ist, weil von den meisten Banken hierfür ein Entgelt von 500 Euro erhoben wird. Wenn es so wäre, dass bei Veräußerung eines irischen Fonds Quellensteuer anfällt, müssten diese Produkte doch extrem unattraktiv sein, zumindest, wenn mein Broker dem irischen Staat nicht meldet, dass ich dort nicht ansässig bin.