Beiträge von Sunwalker

    Doch. §32d Nr.6 EStG
    Auf Antrag des Steuerpflichtigen werden anstelle der Anwendung der Absätze 1, 3 und 4 die nach § 20 ermittelten Kapitaleinkünfte den Einkünften im Sinne des § 2 hinzugerechnet und der tariflichen Einkommensteuer unterworfen, wenn dies zu einer niedrigeren Einkommensteuer einschließlich Zuschlagsteuern führt (Günstigerprüfung).

    Danke. Dann käme man also steuerlich, je nach Ertragshöhe und Auszahlplan, auch durchaus wieder deutlich über die 25% Kapitalertragssteuer.


    Das ist Spekulation. Wenn man die diesjährige Umstellung als Beispiel nimmt: Hier wurden ja alle Fondsanteile fiktiv zum 31.12.17 verkauft, nur die Steuer wird erst beim tatsächlichen Verkauf erhoben.Dann würden bei einer neuen Umstellung im günstigen Fall die thesaurierten Erträge bis zum Umstellungszeitpunkt mit der Abgeltungssteuer, danach mit der tariflichen Steuer behandelt. Auch hier hat der Ausschütter einen Vorteil und zwar je länger die Abgeltungssteuer noch gilt.

    Dem kann ich nicht folgen. Ein Thesaurierer, Steuerfreibetrag mal ausgenommen, hat einen Wertzuwachsvorteil gegenüber dem Ausschütter aufgrund höherem Zinseszins und keinen Wiederanlagekosten und auch nach Verkauf und Versteuerung einen höheren Gewinn. Für den fiktiven Verkauf gilt doch dann genau das gleiche, oder nicht?

    Beim ganzen noch die Lage im Lebenseinkommenszyklus beachten, ggff. könnte im Rentenalter statt KapSt über Günstigerprüfung der dann evtl. geringere persönliche Steuersatz zur Anwendung kommen.

    Dazu noch mal eine Frage von mir: Erhöht ein Kapitalertrag also meinen persönlichen Steuersatz nicht?


    Wie sieht es aus, wenn tatsächhlich in Zukunft für Kapitalerträge statt der Abgeltungssteuer der persönliche Steuersatz angesetzt werden sollte? Erhöht der Kapitalertrag dann meinen persönlichen Steuersatz im Jahr der Realisierung?


    Sehr interessant Eure Berechnungen. Vergesst aber bei all Euren Berechnungen bitte nicht, dass je nach zukünftiger Regierung gerne auch mal die Steuer von heute auf Morgen wieder höher als 25% sein könnte. Wäre nicht das erste Mal, dass wir mit neuer Gesetzgebung mit diversen Ausnahmergelungen hantieren müssen ;-)


    Ich halte dahe mehr davon günstige Steuersätze mitzunehmen solange es sie gibt, also eher pro Ausschütter, als sich auf Konstanz der Steuergesetzgebung zu verlassen.

    Ist es nicht wahrscheinlich eher so, dass auf Altbestände die bisherige Regelung weiterhin gilt, wenn von Kapitalertragssteuer auf persönlichen Steuersatz gewechselt werden sollte? So wie es auch bei Einführung der Kapitalertragssteuer war (auch wenn dieser Bestandsschutz seit 2018 etwas aufgeweicht wurde). Somit ist meiner Ansicht nach der scheinbare Vorteil des Ausschütters, den momentan günstigen Steuersatz sicher mitzunehmen, keiner, bzw. das Risiko dieses Szenarios sehr gering.

    [(Endwert-Startwert) * 0,7 - Summe der VAP] * Steuersatz

    (Endwert-Startwert) * 0,7 * Steuersatz
    s. dazu auch Punkt III bei https://www.finanztip.de/index…stmentsteuerreformgesetz/

    Das kann nicht sein, oder ich rechne falsch:


    Thesaurierer
    ((65000-50000)*0,7-350-385-420)*0,26375= 2464,74 Steuerlast


    Ausschütter
    (63800-50000)*0,7*0,26375+10.29= 2558,15 Steuerlast


    Das hieße, die Steuerlast ist beim Thesaurierer in der Rechnung niedriger insgesamt bei Nutzung des Steuerfreibetrags. Das kann nicht sein.

    Sehr interessant Eure Berechnungen. Vergesst aber bei all Euren Berechnungen bitte nicht, dass je nach zukünftiger Regierung gerne auch mal die Steuer von heute auf Morgen wieder höher als 25% sein könnte. Wäre nicht das erste Mal, dass wir mit neuer Gesetzgebung mit diversen Ausnahmergelungen hantieren müssen ;-).

    Du hast Recht, es sind sehr theoretische Betrachtungen, da man bei einem langen Anlagehorizont diverse Unwägbarkeiten nicht abschätzen kann. Allerdings interessiert mich das Thema einfach gerade und ich habe einen Drang, es richtig zu verstehen, was ich noch nicht tue ... ^^ Ich weiß nicht, wie man im Verkaufsfall bei Berücksichtigung von Freibeträgen während der Anlagedauer rechnen muss. Könnt ihr mir da helfen?


    Folgendes Beispiel: 3 Jahre Anlagedauer Ausschütter (mit Wiederanlage und 1 % Basiszins) vs. Thesaurierer inkl. Freistellungsaufrag i. H. v. jeweils 801 EUR:



    Thesaurierer


    Jahr 1
    Anfangswert 50.000
    Endwert 55.000
    VAP: 50.000*0,7*0,01=350 EUR < 801 EUR -> keine Steuer


    Jahr 2
    Endwert 60.000
    VAP: 385 < 801 -> keine Steuer


    Jahr 3
    Endwert 65.000
    VAP: 420 < 801 -> keine Steuer


    Wie lautet nun die Rechnung für Verkauf nach Jahr 3 für den Thesaurierer?



    Ausschütter


    Jahr 1
    Anfangswert 50.000
    Endwert 54.000 (nach Ausschüttung)
    Ausschüttung 1.000: 1.000*0,7=700 < 801 keine Steuer



    Jahr 2
    Endwert 58.900
    Ausschüttung 1.100: 1.100*0,7=770 < 801 keine Steuer


    Jahr 3
    Endwert 63.800
    Ausschüttung 1.200: 1.200*0,7=840 > 801 -> 39*0,26375=10,29 EUR Steuer


    Wie lautet nun die Rechnung für Verkauf nach Jahr 3 für den Ausschütter?

    Vielen Dank für deine Antwort, Kater.Ka.


    Gibt es irgendwo einen Rechner, mit dem ich mir den steuerbedingten Vorteil (Freibeträge berücksichtigend) der ausschüttenden bzw. thesaurierenden Variante berechnen lassen kann basierend auf Basiszins, Anlagebetrag und - Dauer, etc?


    Ich habe keine Ahnung, von wie viel Unterschied wir Netto letztendlich reden zwischen den Varianten bei Ausnutzung bzw. Berücksichtigung des Freibetrags.


    Sollte dieser Unterschied verhältnismäßig gering sein, würde ich mir den Verwaltungsmehraufwand eines Ausschütters (abgesehen von der eventuellen Liquiditätsbereitstellung zum Jahreswechsel bei einem Thesaurierer) gerne sparen und direkt nur in einen Thesaurierer investieren.

    Ich beschäftige mich momentan auch als potentieller ETF Anleger mit dem Thema. Zu meinem Verständnis und evtl. als Hilfe für andere ein paar Anmerkungen / Fragen meinerseits:


    Wie hoch sind die Dividenden bei einem MSCI World ETF? Wenn ich die Price-Indexentwicklung der Net-Indexentwicklung des MSCI World gegenüberstelle, steigt der Net-index jährlich zwischen 0,87% und 4,22% mehr. Dieser Anteil müssten dann Dividenden sein (richtig?)

    Bei JustETF über die Factsheets der ETFs einzusehen. Dort steht die Dividendenrendite. Bei den ETFs, die mich interessieren (MSCI World und Emerging Markets über Aktionsangebote bei Flatex) 2,3 bis 2,5 % momentan.


    Sobald der das doch passiert, müsste sich nach und nach ein Nachteil bei der Werteentwicklung geben. Das müsste bei Dividenden ab ca 4400 Euro im Jahr passieren.

    Da der Freibetrag auf den zu versteuernden Betrag angerechnet wird, sollte es bereits ab Ausschüttungen von 801/0,7 = 1144 EUR der Fall sein, dass man auf thesaurierend umsteigen sollte. Korrekt?


    Im Moment ist die Vorabpauschale sehr niedrig, da der risikolose Zins der Bundesbank sehr niedrig ist. Das kann sich in Zukunft ändern so dass für ein Anlagejahr theoretisch mehr Vorabpauschale als Ausschüttung zu versteuern ist.

    Was mache ich denn, wenn der Basiszins für die Pauschale deutlich steigt und ich bereits einen ausschüttenden ETF genau soweit befüllt hatte, dass ich damit den Freibetrag von 801 EUR ausnutze? Sollte ich dann umschichten in einen thesaurierenden ETF, bis ich den Freibetrag mit dem Ausschüttenden wieder genau treffe?


    Die Steuern auf die Vorabpauschale sollten bei dem aktuellen Basiszinssatz erst bei ca 600.000 € Anlagenwert über den Freibetrag kommen.

    Laut meiner Rechnung erreicht man den Freibertrag mit der Vorabpauschale bereits ab 148.600 EUR (148.600 * 0,011 * 0,7 * 0,7 = 801).


    Wie wird der Freibetrag korrekt verrechnet? Auf VAP oder VAP*0,7 (das Gleiche gilt dann auch für die Ausschüttung: Mit oder ohne den Faktor 0,7)?


    Ein guter Hinweis hier weiter oben Thread ist, dass der TER bei ausschüttenden Fonds meist höher ist.

    Meines Verständnisses nach:TER ist gleich hoch, aber Tracking Difference ist bei Ausschüttendem höher, richtig?



    So, zusammengefasst und vereinfacht angenommen, dass man nur in ETFs mit Sparplänen investiert und keine anderen Geldanlagen bestehen und dass die "Nebenkosten" (inkl. TER und TD) bei ausschüttendem und thesaurierendem ETF gleich sind:


    Maximalen Wertzuwachs erhält man, wenn man einen ausschüttenden ETF bespart, bis dieser eine zu versteuernde Rendite in Höhe des Steuerfreibetrages abwirft. Bei 2,4 % Rendite wären das ca. 48.000 EUR ETF Bestand.
    Danach bespart man einen thesaurierenden ETF und investiert auch die Rendite aus dem ausschüttenden ETF in diesen. Korrekt?


    Wie kann ich den Vorteil dieser Variante gegenüber einer Besparung eines thesaurierenden ETF von Beginn an errechnen? In meinem konkreten Fall will ich mein Tagesgeld innerhalb eines Jahres in 12 Raten auf ETFs umschichten und würde innerhalb des Jahres bereits die errechnete Summe von 48.000 EUR im ausschüttenden ETF erreichen. Lohnt es sich dann überhaupt, aufzuteilen, oder kann ich mir den Aufwand sparen und von Beginn an in einen thesaurierenden ETF sparen?

    Der höhere Kurs resultiert wahrscheinlich daraus, dass in diesem beim Kauf die ATC enthalten sind. Wenn du die Differenz berechnest, müssten die jeweilig geltenden ATC für das Papier rauskommen...


    Hast du es noch mal an anderen Terminen überprüft? Du schreibst ja, dass der tatsächliche Kauf zum Schkusskurs am 16.5. vollzogen wurde. Dann müsstest du doch auch mit dem Xetra Schkusskurs am 16.5. vergleichen? Passt dann die Differenz in Höhe der ATC? Wie sieht es zu anderen Terminen aus?