Beiträge von tobiasweiss

    Ich habe das mal durchsimuliert auf Basis der größten Indizes in den letzten 30 Jahren. Das trivial klingende Ergebnis: Rebalancing lohnt sich v.a. dann, wenn man kurz vor einem Crash das verkauft, was bald am stärksten fallen wird.


    Wäre also ganz einfach, wenn wir in die Zukunft schauen könnten. Da wir das nicht können, ist es eher ein Glücksspiel bzw. die klassische Abwägung von Chance und Risiko und abhängig vom betrachteten Zeitraum.


    Nehmen wir als Beispiel den Nasdaq und den Topix als zwei extreme Indizes in den letzten 30 Jahren: Nasdaq über 10% p.a., Topix schwankte um das Ausgangsniveau. Wer mit 50/50 startete und nie umschichtete, hatte am Ende fast nur Nasdaq im Depot und eine schöne Rendite. Wer jährlich wieder auf 50/50 gebührenfrei umschichtete, gewann nur ein Drittel. Wenn man den betrachteten Zeitraum enger wählt, lohnt sich das Umschichten rund um die Jahre, in denen die Nasdaq stark einbrach.


    Ich sehe Rebalancing daher sinnvoll zur Risikobegrenzung und wende es an, um bei Nachkäufen die Balance zwischen Regionen oder Sektoren wieder herzustellen. Die Aufteilung muss aber gut gewählt sein, damit man nicht langfristig Rendite liegen lässt, nur weil man 30 Jahre lang ständig 20% in Festgeld hält, ohne es jemals für die berühmte kaputte Waschmaschine anfassen zu müssen. :)

    Wenn ich mal in Rente gehe, lege ich weiterhin alles frei verfügbare Geld in ETF an. Mit einer jährlichen Nettoentnahme von 4% bin ich recht sicher, dass das Kapital erhalten bleibt. Dann fließt die Rente ewig, und meine Nachkommen werden es mir hoffentlich danken.


    Ob das für Dich auch passt, hängt z.B. davon ab, wie viel Geld Du regelmäßig brauchst und schon aus anderen Quellen bekommst.

    Willkommen hier im Forum! Da hast Du eine gute Frage gestellt:
    Banken verrechnen künftige Gewinne immer zunächst mit dem Verlustverrechnungstopf. Ein ggf. erteilter Freistellungsauftrag (Sparer-Freibetrag) wirkt dann nur bei leeren Verrechnungstöpfen. Auf Nachfrage wurde mir mitgeteilt, dass die Bank das auch nicht ändern könne, sondern gesetzlich dazu gezwungen sei. Da der Freistellungsauftrag immer für alle Konten bei derselben Bank gilt, bringt auch ein zweites Depot nichts.


    Eine legale Optimierung ist wohl, bei einer anderen Bank ein weiteres Depot zu eröffnen und Freistellungsauftrag und Verlustverrechungstopf auf unterschiedliche Banken zu verteilen. Manche Banken übertragen den Verlustverrechnungstopf nur bei vollständiger Auflösung des Depots, nicht bei Übertragung nur einzelner Wertpapiere. Ggf. muss man also hin- und her übertragen.


    So zumindest mein allgemeines steuerliches Laienwissen. Eine individuelle steuerliche Beratung darf Dir nur ein Steuerberater geben.

    Ja, wenn Du ein Depot bei flatex hast, kannst Du Wertpapiere von einem anderen Depot übertragen. Bei flatex kannst Du generell einstellen, dass Ausschüttungen über 25 EUR automatisch wieder angelegt werden. Das gilt dann fürs ganze Depot und ist unabhängig, ob Du überhaupt einen Sparplan hast.


    Ich nutze es selbst nicht und finde im Preisverzeichnis keinen Preis. Würde also erwarten, dass es wirklich kostenlos ist, wenn es schon so angepriesen wird. :-)

    Ja, Du kannst entweder die Sparrate für einen Monat erhöhen und danach wieder absenken (bei den meisten Banken kostenlos) oder bei der gleichen Bank einen einmaligen Kauf tätigen, das landet dann im selben Depot. Der Einmalkauf kostet bei den meisten Banken Gebühren, dafür kannst Du ggf. über ein Limit mit etwas Glück einen günstigeren Kurs bekommen.

    Bei einer Ehe mit Gütergemeinschaft oder Zugewinngemeinschaft gibt es im Fall der Scheidung einen Versorgungsausgleich. Dann werden alle während der Ehe erworbenen Rentenansprüche (auch Riester) zu gleichen Teilen auf beide Partner aufgeteilt. Dann ist es also egal, auf wessen Vertrag die Kinderzulage lief. Ob es im Fall eines vorzeitigen Todes Nachteile gibt, weiß ich nicht auswendig.


    Wenn die Ehe hält, sollten beide eh alle Einkommen fair teilen.

    Ich würde es nicht zu kompliziert machen. Eine risikoreiche Beimischung gleichzeitig mit einem hohen risikoarmen Festgeldanteil finde ich unnötig. Dann lieber den ETF-Anteil erhöhen. Der Dekafonds mit seinen lfd. Kosten von 1,53% wäre mir zu teuer, v.a. wenn Du eh mehr auf ETF setzt.

    Da hat Dir Flatex wohl einen Kredit eingeräumt, ähnlich dem Dispo auf einem Girokonto. Das kannst Du auch bewusst beantragen (Lombardkredit = abgesichert über Dein Depot). Wieso der Betrag in dieser Höhe bei Dir eingestellt ist, weiß ich von hier aus aber nicht :-)
    Das tut erst mal nicht weh, Du zahlst nichts dafür, solange Du diese Kreditlinie nicht in Anspruch nimmst.

    Danke für den Einwand. Ich hatte mich in meiner Antwort tatsächlich voll auf die deutsche Einlagensicherung bezogen, ohne das Rating der Bank selbst zu berücksichtigen. In einem exotischeren Land wäre ich auch vorsichtiger.


    Vielleicht können die Kollegen von Finanztip ja einmal kommentieren, ob sie das doppelte Sicherheitsnetz (gutes Lander-Rating, gutes Bank-Rating) wirklich auch bei einer deutschen Bank für wichtig halten.

    Wenn Ihr monatlich das Kindergeld in je einen ETF-Sparplan investiert, können bis zum 18. Geburtstag je 50-100 Tsd. EUR zusammenkommen. Mit diesem eigenen Vermögen werden die Kinder kein Bafög mehr bekommen. Ab einem Eltern-Einkommen von ca. 60 Tsd. EUR bekämen sie das eh nicht (nach heutigem Recht). Beim Befög gibt es leider keine genauen Grenzen, sondern viele Einflussfaktoren:
    https://www.finanztip.de/bafoeg/


    Die Steuer frisst davon wenig auf, weil Ihr wegen der Nichtveranlagungsbescheinigung ggf. immer wieder steuerfrei verkaufen und neu kaufen könnt, wenn die Erträge knapp unter der erlaubten Einkommensgrenze angesammelt wurden.


    Bei diesem langen Anlagezeitraum sehe ich persönlich keinen Sinn in einem Tagesgeld- oder Festgeld-Anteil. Wenn die Aktienquote im Depot unter 100% sinkt, reduziert das zwar die möglichen Schwankungen nach unten, aber ebenso die langfristige Rendite nach oben. Tagesgeld würde ich nur vorhalten, wenn eine bestimmte Summe in absehbarer Zeit fest benötigt wird.

    1. Mir sind keine Fälle bekannt, dass eine Verwahrung in GB oder LU jemals gefährlicher war als eine in DE.
    2. Jeder Fonds, der in Deutschland vertrieben wird, muss von der Bafin genehmigt werden und unterliegt dadurch deutschem Recht. Die Verwahrstellen müssen dem Kapitalanlagegesetzbuch § 68 ff. genügen (https://www.gesetze-im-interne…JNR198110013BJNE006905118).
    3. Ja, der ETF ist Sondervermögen, unabhängig von der Verwahrstelle.
    4. Die Verwahrstelle wird in den WAI (Wesentlichen Anlegerinformationen) meist genannt:
    http://documents.fww.info/fwwdok_v4yNxo7vul.pdf


    Gerne :-)

    Klingt gut! Bzgl. der ETF-Auswahl würde ich grundsätzlich den MSCI World mit einzelnen ETF nachbilden, dabei den Europa-Anteil erhöhen und China beimischen.


    In den letzten 30 Jahren haben zwei Indizes deutlich besser abgeschnitten als der breite Markt: Der Nasdaq 100 (weshalb ich diesen gerne übergewichte innerhalb des US-Anteils), und der MDAX (weshalb ich diesen gern übergewichte innerhalb des Europa-Anteils). Je nach Risikobereitschaft kann man diese Wette eingehen. Man sollte sich dabei aber bewusst sein, dass man damit vom passiven Investmentansatz abweicht. "Die vergangenen Renditen sind keine Garantie für die zukünftige Entwicklung."


    Evlt. einen Goldanteil mit dazu, wenn Du daran glaubst, dass das Depot dadurch bei einem evtl. Crash weniger verliert (klappte in der Vergangenheit manchmal, aber auch nicht immer). Wenn Du mit der vollen Volatilität des Aktienmarkts leben kannst und langfristig drin bleibst, sollte Gold eher rausbleiben, weil es historisch weniger Rendite als Aktien brachte.


    Je weiter Du vom Weltindex abweichst, desto intensiver musst Du das Depot beobachten.


    Anleihen gefallen mir persönlich nicht: Kurzläufer bringen keine Rendite, und Langläufer werden deutlich einbrechen, falls das Zinsniveau doch mal wieder steigen sollte.


    Da die Märkte schon recht gut gelaufen sind in den letzten Monaten, ist die Frage des Markttimings noch interessant. Grundsätzlich gelingt ein perfektes Timing meist nicht. Aber um das Risiko eines unglücklichen Timings (und damit auch die Chance eines glücklichen Timings) zu reduzieren, könntest Du das Geld schrittweise investieren. Z.B. mit einem Sparplan in Kombination mit zusätzlichen Limitkäufen.

    Die Dekafonds überzeugen mich nicht: Zwar geringe Schwankungen, aber hohe Verwaltungskosten und langfristig niedrige Rendite. Die Kernfrage ist für mich: Wie hoch ist Deine Risikoklasse wirklich? Denn der Wohnwagen ist ja ein Luxus und kein zwingender Lebensunterhalt.


    Ich persönlich lebe seit über 20 Jahren mit den Schwankungen am Aktienmarkt und würde hier lieber langfristig in ETF anlegen. Dabei besteht halt das Risiko, dass die Kurse in 3 Jahren niedriger sind als heute. In diesem Fall würde ich den Wohnwagen nicht ausgerechnet dann kaufen, sondern 1-2 Jahre mit Ausleihen überbrücken. Aber damit würde ich mir die Chance auf eine langfristig deutlich höhere Rendite erhalten, wie sie ein breit streuender Aktien-ETF wie der MSCI World bietet:
    https://www.finanztip.de/indexfonds-etf/msci-world/

    Willkommen im Forum!


    Damit wir die Renditen der beiden Anbieter nachrechnen können, müsstest Du noch angeben, wie hoch Dein Eigenbeitrag ist. Damit würdest Du aber indirekt auch Dein Bruttogehalt verraten - muss nicht sein, die Fragen lassen sich trotzdem beantworten.


    Über 5% Marktrendite sind langfristig realistisch am Aktienmarkt. Bei 13 Jahren bis zum Rentenbeginn startet fairrister mit 68% Aktienquote und reduziert diese schrittweise. Die 5% Rendite sind mit sinkender Aktienquote schwerer erreichbar. Aber vielleicht ist "Rendite" ja nicht als Marktrendite gemeint, sondern als Rendite inkl. Zulagen. Das muss man genauer betrachten und das Kleingedruckte lesen.


    Eine Crashgefahr besteht allerdings nicht: Riesterprodukte müssen aktuell eine Beitragsgarantie geben, und das tut auch fairriester. Alle Deine Beiträge und staatlichen Zulagen sind zum Rentenbeginn gesetzlich garantiert.


    Lohnt sich denn ein Riester-Vertrag für Dich überhaupt noch?
    1) Du hast nur die staatliche Grundzulage ohne Kinderzulage?
    2) Ist Dein Steuersatz heute ähnlich niedrig wie in der Rentenzeit?
    Wenn Du zweimal Ja antwortest, ist ein ungeförderter ETF-Sparplan evtl. die besser Alternative, weil beim Riester evtl. die Grundzulage von den Verwaltungskosten aufgefressen wird (im Detail zu prüfen).


    Wer kann Dir bei der Entscheidung helfen? Entweder hier im Forum oder ein Profi: Ein unabhängiger Versicherungsberater (zu finden z.B. über den Bundesverband www.bvvb.de). Einen V-Berater musst Du bezahlen, dafür bekommst Du eine Empfehlung ohn Interessenkonflikte. Ein V-Vermittler oder V-Makler wird über Provisionen der Versicherungsgesellschaften finanziert und könnte in Versucherung kommen, das Produkt zu empfehlen, bei dem die Provision am höchsten ausfällt.


    Gruß, Tobias

    Das ist eine deutsche Bank, damit unterliegt sie der Aufsicht der Bafin und der Einlagensicherung bis 100.000 EUR. Dein Geld ist dort also genau so sicher wie bei jeder anderen deutschen Bank.


    Die Festgeld-Angebote laufen tlw. auf EUR (niedrige Zinsen) und tlw. auf USD (höhere Zinsen). Falls Dich das USD-Angebot interessiert, zitiere ich von der Weltsparen-Homepage: "RISIKOHINWEIS: Der Wechselkurs zwischen diesen Währungen unterliegt Schwankungen, d.h. es liegt ein Währungsrisiko vor. Sollte der Euro während der Laufzeit gegenüber USD an Wert gewinnen, kann es zum Zeitpunkt der Rückzahlung zu einem Wertverlust kommen."

    Ich zucke immer zusammen, wenn jemand langfristig Geld anlegen will und nicht 100% in Aktien geht. Dafür kann es immer gute Gründe geben, und die muss man betrachten und bewerten.


    Aber jetzt einfach mal provokativ: Wenn Du 13 Jahre anlegst, gibt es mit einem guten ETF-Depot eine hohe Chance auf eine Verdoppelung des Kapitals. Natürlich gibt es keine Garantie, dass nach 3 Jahren, wenn der Wohnwagen gekauft werden will, das Depot im Plus ist. Aber deswegen das Geld ohne nennenswerte Rendite verstauben zu lassen? Was ist Dir wichtiger: Sicher ein kleines Vermögen oder wahrscheinlich ein größeres Vermögen?


    Bei der Direktversicherung musst Du nachrechnen, welche Rendite am Ende herauskommt. Die Steuern in der Anspar- und Auszahlphase spielen mit rein, und auch die Auswirkung auf die Rentenbeiträge (Einkünfte oberhalb Beitragsbemessungsgrenze?). Hast Du eine Prognose der Ablaufleistung erhalten? Auch hier: Bei 13 Jahren Restdauer übertrifft ein ungefördertes ETF-Depot die geförderte Direktversicherung oft unterm Strich. Je nach persönlicher Situation kann es aber auch anders aussehen, und als Stabilitätsanker in der persönlichen Vermögensstruktur kann es auch sinnvoll sein.

    Ja, das kannst Du mit sehr großer Wahrscheinlichkeit machen. Die Ausschüttung gibt es ja nur 2x pro Jahr, aber Du kannst Dir einen Entnahmeplan einrichten und jeden Monat z.B. Anteile im Wert von gut 150 EUR verkaufen. Davon wird noch die Steuer abgezogen (i.d.R. ca. 20% des Zugewinns, aufgrund Kapitalertragsteuer und Solidaritätszuschlag nach Teilfreistellung 30%). Dein Auszahlwunsch von 150 EUR monatlich entspricht 1,80% der Anlagesumme. Die Durchschnittsrendite des Fonds in den letzten Jahren lag mit über 10% pro Jahr weit darüber. Der MSCI World (allgemein) lag bei über 5% im Schnitt der letzten 30 Jahre.


    Wichtig bei einem solchen Entnahmeplan ist, dass die Verkäufe keine hohen Gebühren kosten. Also entweder zu einer günstigen Bank wechseln oder die Entnahmen statt monatlich lieber quartalsweise oder halbjährlich durchführen.