Beiträge von sweetbear

    Hallo Zusammen,


    da meine Frage eher genereller Natur ist und sich dennoch um den §489 Abs.1 Nr. 2 BGB mit 10-jährigem Sonderkündigungsrecht dreht schreibe ich (effizienter weise) unter diesem Beitrag und freue mich über weitere fachliche Informationen bzw. "Gedankenhilfe" bei folgender Situation:


    * Immobilienkreditvertrag am 30.05.2016 unterzeichnet
    * Sollzins bis zum 30.04.2026 gebunden, danach: "...wird bis zum Ablauf der Zinsbindungsfrist keine neue Zinsvereinbarung getroffen, so läuft das Darlehen zu veränderlichen Konditionen weiter. Der veränderliche Sollzinssatz beträgt derzeit x %. Die Anpassung des Sollzinssatzes richtet sich nach einer Veränderung des folgenden Referenzzinssatzes: 3-Monats-Euribor. Sinkt der Referenzzinssatz unter Null, wird er in Bezug auf die Zinsanpassung so behandelt, als betrage er Null."
    * vollständige Auszahlung des Darlehens erfolgte (durch Verzögerungen am Bau) am 04.04.2019.


    Meine Fragen nun:


    * kann/muss der Vertrag nach §489 (ohne Vorfälligkeitsentschädigung) gekündigt werden?
    (Info hier auf FT: "Nach zehn Jahren - Selbst wenn Sie ein Baufinanzierungsdarlehen mit einer 15- oder 20-jährigen Zinsbindung abgeschlossen haben, können Sie nach zehn Jahren Ihren Vertrag kündigen. Und zwar ohne Vorfälligkeitsentschädigung (§ 489 Abs. 1 Nr. 2 BGB). Stichtag für die Zehn-Jahres-Frist ist dabei das Datum, an dem Sie das Darlehen vollständig ausgezahlt bekommen haben. Anschließend müssen Sie noch eine Kündigungsfrist von sechs Monaten einhalten. Sie können also in jedem Fall Ihr Darlehen nach zehn Jahren und sechs Monaten ablösen.")


    * wie verhält es sich dann mit der Höhe der Zinsen, wenn diese jetzt im Moment "erst bis 30.04.2026 festgeschrieben" sind, aber in meiner Annahme die 10-Jahresfrist nach §489 erst am 03.04.2029 endet?


    *Kann ich dann ggf. schon früher aus dem Kreditvertrag und z.B. Umschulden bzw. ein Vorward-Darlehen organisieren? Die verschiedenen Fristen/Daten verwirren mich.


    Vielen Dank für die Hilfe,
    Sweetbear

    Kurze Info zur DSL-Bank:
    Kreditgebühren hatten wir im Anfang November zurück gefordert - als Antwort kam 3 Wochen später "Arbeitsüberlastung" mit der Bitte um Geduld - von da an habe ich mich noch 3 x telefonisch gemeldet und beim letzten Gespräch den dezenten Hinweis wg. Vertragsverlängerung gegeben - 2 Tage vor Weihnachten waren die Gebühren mit richtig berechneten Zinsen auf dem Konto (65o,-€).


    Ganz anders die Kreissparkasse:
    Kreditgebühren für Existenzgründerkredit (unter 75.ooo,-€) auch Anfang November zurück gefordert (wg. § 512 BGB) - seitdem herrscht großes "Schweigen im Walde" - keine Empfangsbestätigung meiner Forderung (außer dem rosa Rückschein der freundlichen & schnellen Dt. Post AG ;-), Fristen wurden nicht eingehalten - sonst keine Info's bis jetzt außer von meinem Bankberater:
    intern existiert wohl ein 4-Seitiges Schreiben mit dem Tenor, dass solche Gebühren (für Existenzgründer!?) "unter keinen Umständen" zu erstatten seien und ich von dieser Seite nicht viel zu erwarten hätte...
    Die Sache ging jetzt an den Ombudsmann (eigentlich an insgesamt 3, weil Sparkasse, LfA Bayern und die BayernLB involviert sind) - bei dem Sparkassen-Ombudsmann hat es (trotz oder auch wegen Existenzgründerdarlehen und § 512 BGB) geklappt und ich warte nun auf die Stellungnahme...

    Da habe ich doch auch gleich ein offizielles Statement der BaFin gefunden:
    http://www.bafin.de/SharedDocs…gung_darlehensnehmer.html , 3. Fallgruppe....


    Wenn man weiß, wonach man suchen muss ^^


    Der Gedanke war zunächst, dass man ja bei anderen Verträgen (Handy, etc.) auf den Ablauftag des Vertrags genau kündigen muss. Hier kam mir das nun komisch vor, weshalb man zuerst die 1o Jahre voll machen muss und dann noch weitere 6 Monate bei der Bank ist.
    Ich werde mich nochmal mit der Bank in Verbindung setzen, mir den genauen Grund sowie Ablauf erläutern lassen und hier die Erfahrung schildern.
    Bis dahin,
    sweetbear

    Hallo Franziska,


    vielen Dank für das Thema "Umschuldung" - tatsächlich bin ich aufgrund der Ratgeberseite von Finanztip dabei, meinen Immobilien-Kreditvertrag nach § 489 BGB zu kündigen.
    Meine Bank hat jetzt auch schon schriftlich die Kündigungsmöglichkeit nach 1o Jahren bestätigt (der Vertrag läuft eigentlich mit 15-jähriger Zinsbindung) - hier allerdings sogleich die genauen Daten der Kündigungsfrist (6 Monate) aufgezeigt und genau da stellt sich jetzt meine Frage:
    - die Vollauszahlung war am 30.01.2008
    - schriftliche Kündigung soll der Bank spätestens am 31.01.2018 vorliegen
    - Kündigung zum frühesten Termin lt. Auskunft der Bank zum 31.07.2018?
    Bin ich dann mit der Kündigung nicht "ein halbes Jahr" drüber und sollte der genaue Kündigungstermin nicht der 31.07.2017 sein, sodass dann die 1o Jahre quasi voll sind?


    Vielen Dank für Ihre einschätzung und schöne Grüße,
    sweetbear

    Hallo zusammen,


    ich habe zu obigen Thema nun die Frage, ob man ggf. direkt einen Mahnbescheid beantragen soll, wenn unklar ist, welcher Ombudsmann nun zuständig ist (in meinem Fall: Existenzgründerdarlehen unter 75.000,- € für die Aufnahme einer Selbstständigen Tätigkeit aufgenommen - Hausbank ist die Sparkasse, aber das Darlehen wurde von der LfA Bayern "durchgereicht"). Die BayernLB ist auch noch involviert...


    Bis jetzt hat sich weder die LfA noch die Sparkasse trotz Fristsetzung bzgl. meiner Aufforderungen zur Rückerstattung der Bearbeitungsgebühren gemeldet; vorsorglich habe ich den Ombudsmann der Sparkasse sowie den der öffentlichen Banken (LfA) um die Aufnahme eines Schlichtungsverfahrens gebeten. Da aber der Ombudsmann der öffentlichen Banken nicht für Gewerbetreibende zuständig ist (lt. Ihrem Newsletter/Facebookeintrag gestern), bin ich nicht sicher, das alles seine Richtigkeit hat bzw. ob ich eben den Mahnbescheid beantragen soll (obgleich ich nach §512 BGB einem Verbraucher gleichgestellt bin).


    Vielen Dank für eine Einschätzung!