Beiträge von Dr. Schlemann

    Ah, danke fürs Licht am Fahrrad JDS ! ^^ Die KV Tarife der HUK sind so leistungsschwach, dass der Laden eigentlich gar nicht den Namen private Krankenversicherung verdient. Als PKV Versicherter meint man ja meistens, man hätte etwas Besseres als die GKV. Diese Annahme täuscht bei der HUK leider in einigen wichtigen Punkten. Dafür war der Tarif aber schön billig - und ist es vermutlich immer noch.

    Ui ui ui, das ist ja ein sehr pauschaler Rund-um-Schlag R.F. Fangen wir doch mal mit der konkreten Beitragshöhe an. Egal wie hoch prozentuale Steigerungen ausgefallen sind, stellt sich ja erst mal die Frage, wie viel Sie im Vergleich zu den aktuell 930 EUR GKV-Beitrag (inkl. Pflege) zahlen. Abstrakte Größen wie Beitrags-/Schadensverhältnis etc. brauchen Sie ja letztlich nicht zu kümmern, wenn Ihr Beitrag im Rahmen liegt. Und bitte berücksichtigen Sie, dass ca. 40% des Beitrags in Alterungsrückstellungen investiert werden! Darin liegt ein ganz wichtiger Unterschied zu anderen Versicherungsarten mit anderen Quoten..


    Bei welcher Gesellschaft (sorry, bei Oberfranken klingelt bei mir noch nichts) und in welchem Tarif sind Sie denn versichert? Was Ihre PKV leistet haben Sie irgendwann mal unterschrieben - das ist relativ klar in den Bedingungen geregelt. Deshalb predigen wir ja immer, keine Billigtarife zu wählen, um später nicht die Überraschungen zu erleben, die Sie beschreiben. Haben Sie sich damals denn fachkundig beraten lassen und Versicherungsbedingungen im Detail verglichen? Oder haben Sie das auf eigene Faust geregelt und mehr auf den Preis geschaut?

    Vom ollen Marx fand ich leider nichts zum Thema Berufsunfähigkeit. Aber dann nehmen wir doch einfach die völlig unverdächtige Empfehlung von Finanztip. Siehe https://www.finanztip.de/berufsunfaehigkeitsversicherung/ . :)


    Die Frage ist, wer mit seiner Einschätzung näher an der statistischen Realität liegt. Derjenige, der sich hauptberuflich mit einem Thema beschäftigt und die Folgen einer Berufsunfähigkeit öfters erlebt. Oder derjenige, der vielleicht zufällig keinen Menschen kennt, der berufsunfähig wurde.


    Nehmen wir mal an, Sie wären Polizist TamInvest . Dann hätte Sie vermutlich eine andere, m.E. richtigere Einschätzung zur Durchschnittskriminalität in Ihrer Stadt, als jemand, der am Stadtrand in einer heileren Welt wohnt.


    Abgesehen davon soll es übrigens durchaus vorkommen, dass Menschen, die mit dem Verkauf von Dienstleistungen Geld verdienen, dennoch richtig (be-)raten.:)

    NiWe28 , es ist ja völlig legitim, wenn Sie für sich persönlich entscheiden, das nicht unerhebliche finanzielle Risiko einer Berufsunfähigkeit nicht absichern zu wollen. Vielleicht haben Sie reiche Eltern, Erbtanten oder Sie meinen, notfalls langfristig mit der Grundsicherung auszukommen.


    Kritisch wird es, wenn hier durch eine inhaltlich wackelige Argumentation bei anderen, die nicht mit dieser Sorglosigkeit bzw. Risikofreude gesegnet sind, der Eindruck erweckt wird, eine BU wäre nicht so wichtig und man könne sich die Kosten sparen, weil man zur Not mal eben den Arbeitsplatz oder die mobbenden Kollegen austauscht.


    Das ist so das Problem mit Empfehlungen, für die der den Rat Erteilende seinen Kopf nicht hinhält. Ohne Sorge vor "Konsequenzen" kann man entspannter mutige Thesen aufstellen.

    NiWe Vergleiche neigen ja immer dazu, zu hinken. Der Vergleich mit dem Smartphone hinkt besonders deutlich. Zum einen dürfte heutzutage fast jeder über ein Smartphone verfügen. Zum anderen bewegt sich die Relevanz einer Handyversicherung unterhalb des Gefrierpunkts. Die Absicherung des Einkommens spielt da unter den Gesichtspunkten Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenshöhe in einer etwas anderen Liga. :)

    Unsere Kunden versuchen auch öfters, sich Szenarien zu erdenken, weshalb sie vielleicht keine oder weniger BU brauchen. Diese Ausflüchte scheitern regelmäßig an der fehlenden Glaskugel. :) Es hilft individuell ja wenig, dass "man" theoretisch die psychische Belastung in einigen Fällen vielleicht noch rechtzeitig vor der Berufsunfähigkeit per Arbeitgeberwechsel reduzieren kann, wenn man selbst z.B. durch einen Unfall berufsunfähig wird. Wie Pythagoras schon sagte: "Die Wahrscheinlichkeit ist die Wahrscheinlichkeit." :)

    Die wichtigste Information, die noch fehlt, ist Ihr Gesundheitszustand. Sonst haben sich weitere Überlegungen erledigt. Ein Tarifwechsel ist auch bei der gleichen Gesellschaft immer mit der vollständigen Beantwortung von Gesundheitsfragen verbunden.


    Wenn seit Abschluss Ihrer damaligen BU keine relevanten Gesundheitsprobleme dazu gekommen sind, würde ich mich an Ihrer Stelle an einen auf das Thema BU spezialisierten Versicherungsmakler Ihres Vertrauens wenden und mich dort beraten lassen. Er wird für Sie dann vermutlich zunächst einen Vergleich zu aktuellen Tarifen mit den gleichen Parametern Ihrer aktuellen BU (Rente, Endalter, Leistungsdynamik, ggf. AU Klausel) erstellen. Sofern dann ein neuerer Tarif fühlbar besser und / oder günstiger ist, sollten Sie über eine Veränderung nachdenken. Dann bitte auch gleich die BU ans aktuelle Nettoeinkommen anpassen und andere ggf. unzureichende Parameter wie das Endalter (67!) korrigieren. Angesichts der aktuellen Inflationsrate zeigt sich z.B., dass eine Leistungsdynamik von 3%, die wir immer schon empfehlen, sehr sinnvoll ist. Ist die alte BU insoweit zu schwach konfiguriert, wäre das ggf. schon für sich ein Grund zur Veränderung.

    Auf unserer einfach zu ergoogelnden Seite "BU-Check" wird dieses in den letzten Jahren aufgetretene ungewöhnliche Phänomen (früher waren später abgeschlossene BU's aufgrund des höheren Eintrittsalters immer teurer) genauer beschrieben:


    "Das Angebot von Berufsunfähigkeitsversicherungen verändert sich jedoch ständig. Der Wettbewerb schläft nicht, es kommen immer wieder neue Lösungen auf den Markt. Besonders für die begehrte Zielgruppe der Akademiker mit geringerem Berufsunfähigkeitsrisiko wurde eine BU in den letzten Jahren durch eine genauere Differenzierung sogenannter Berufsgruppen immer günstiger. Nichtraucher werden inzwischen auch mit niedrigeren Prämien belohnt."


    Eine Überprüfung älterer Verträge ist also durchaus sinnvoll und kann zu einer Verbilligung bei besseren Leistungen führen. Dabei aber bitte beachten (auch ein Zitat, interne Links habe ich entfernt und durch Unterstreichungen ersetzt - die dann bitte selbst googeln):


    "Eine Veränderung Ihrer Berufsunfähigkeitsversicherung sollten Sie nur mit fachkundiger Begleitung im Rahmen eines professionellen BU-Checks vornehmen! Hier die wichtigsten Fußangeln:

    1. Bei einem Wechsel der BU beginnen die Fristen gem. § 21 VVG i.V.m. § 19 VVG neu zu laufen, d.h. die 5 bzw. 10 Jahre, in denen die Gesellschaft auf Falschangaben in den Gesundheitsfragen reagieren kann. Bei einer alten BU ist ein Teil dieser Fristen schon abgelaufen. Dieser Umstand kann relevant werden, wenn Gesundheitsfragen nicht sorgfältig genug beantwortet werden. Seien Sie hier also besonders genau bei der Beantwortung der Gesundheitsfragen. Ganz auf Nummer sicher gehen Sie mit der Einholung von Auskünften von Krankenkasse bzw. Krankenversicherung und behandelnden Ärzten (Einsichtsrecht nach § 630g BGB), siehe Antrag Berufsunfähigkeit: Gesundheitsfragen.
    2. Vor einer Kündigung Ihrer bestehenden Berufsunfähigkeitsversicherung immer erst einen neuen Vertrag abschließen. Erst wenn Sie die Police in Händen halten, ist Ihr neuer Vertrag in trockenen Tüchern. Bei einer Ablehnung des neuen Versicherers und einer voreiligen Kündigung stehen Sie sonst möglicherweise ganz ohne Versicherungsschutz da! Aufgrund der Kündigungsfristen des alten Vertrags kommt es bei einem Wechsel der BU häufig zu einer Überlappung, in der Sie sowohl den Beitrag für die alte BU wie auch für eine neue BU bezahlen. Mit einer Vordatierung der neuen BU (meistens bis 6 Monate) lässt sich das optimieren.
    3. Bedingungswerke haben sich in den letzten Jahren häufig verbessert, manche Regelungen wurden dabei aber auch still und leise verschlechtert. Deshalb sollten Sie sich die Unterschiede der Bedingungen Ihrer alten BU und der neuen Berufsunfähigkeitsversicherung im Detail erklären lassen und abwägen."

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    Hier gehen glaube ich die Begriffe etwas durcheinander. Versicherungsberater ist etwas anderes. Die Bösen mit den Provisionen heißen Versicherungsvermittler bzw. Versicherungsmakler. :)


    Wer sagt denn, dass wir zu einer Kombination raten würden? Es gibt m.E. keine (!!!) Seite, auf der alle Nachteile einer Kombination von BU und AV so ausführlich beschrieben sind wie auf unserer. Die konkrete Empfehlung hängt letztlich von einer Reihe individueller Umstände ab.


    "Meinung" trifft die Qualität der Empfehlung der Verbraucherzentrale ganz gut. Welche fachliche Qualifikation hatte Ihr Sachbearbeiter? Sofern Sie weiterhin gesund sind zahlen Sie bei der DÄV auch nach Umwandlung der BUZ in eine SBU völlig unnötigerweise deutlich mehr Beitrag für schlechtere Qualität als bei Abschluss einer anderen leistungsstärkeren SBU. Bitte achten Sie dabei auch auf Bruttobeitrag und Verteuerungsrisiko.


    Möglicherweise haben Sie inzwischen aber auch Gefallen an dem Beratungs- und Entscheidungsprozess gefunden? :) Immerhin haben Sie jetzt schon Verbraucherzentrale, Versicherungsberater und Versicherungsvermittler - beide im Plural - konsultiert und wollen hier in der Community jetzt noch einen bunten Strauß weiterer Ideen sammeln. Die Freude an diesem neuen Hobby möchte ich Ihnen durch eine verdächtig einfache Empfehlung nicht nehmen, auch wenn diese aus einigen hundert vergleichbaren Beratungssituationen gewonnen wurde. :)


    Sie würden einem nach Diagnosen und Therapien googelnden Patienten ja vermutlich auch nicht im Weg stehen wollen? :)

    In Kurzform auf Kölsch: Fott damit. Aber erst mal eine neue, bessere Absicherung eintüten!


    Es gibt eine Finanzberatung aus Köln, die u.a. auf die Beratung von Ärzten spezialisiert ist. Auf deren Website werden extrem viele Informationen zur Thematik Berufsunfähigkeit der Deutsche Ärzteversicherung, Altersvorsorge der DÄV und Kombination BU mit Altersvorsorge geboten. Einfach mal googeln, die sind nicht so schwer zu finden. Meines Wissens bieten die sogar eine kostenlose Beratung. Ich würde dort einfach mal nachfragen. :)

    Ich hätte es kaum schöner schreiben können als Referat Janders . Eine zu geringe BU, die außer den Lebenshaltungskosten die weiterhin notwendigen Beiträge für Krankenversicherung und Altersvorsorge nicht berücksichtigt, verlagert das Problem nur nach hinten. Deshalb sind pauschale Empfehlungen wie "80% des Nettoeinkommens absichern" i.d.R. ziemlich Banane. Dafür reicht selbst das volle Nettoeinkommen nur selten.


    Die "böse" Kombination von BU und Basisrente reduziert im BU Fall das Altersvorsorgeproblem dank 10%-iger Passivdynamik der Altersvorsorge (BU bezahlt nicht nur die BU Rente, sondern auch den AV Beitrag mit 10% jährlicher Steigerung - vulgo "Airbag") übrigens deutlich.

    Sorry für die Verspätung Hans Wurst , hier ist angesichts des nahenden Jahresendes nach wie vor sehr viel zu tun. Nachfolgend ein paar kurze Gedanken zu Ihren Ausführungen (ok, am Ende ist es doch wieder etwas länger geworden ^^) :

    Die Kombination Versicherungsberater und Versicherungsmakler im Rahmen eines PKV-Abschlusses ergibt meiner Meinung nach schon einen Mehrwert. Es gibt sicherlich Makler die Ihre Sache sehr gut machen aber leider auch einige die das nicht tun. Bei einer häufig lebenslangen „Ehe“ mit einem privaten Krankenversicherer sollte es einem das zusätzliche Honorar wert sein. Wer sich ernsthaft mit dem Abschluss einer PKV befasst, sollte schnell zu der Einsicht kommen, über den Versicherungsberater nichts „sparen“ zu können. Der anfängliche „Sparfaktor“ beim Vergleich PKV vs. GKV sollte ohnehin kein Grund sein in die PKV zu wechseln.

    Wie geschrieben spricht aus meiner Sicht überhaupt nichts dagegen. Wenn man einen Versicherungsmakler findet, der seine Sache gut macht, sind die zusätzlichen Kosten aber unnötig. :) Und völlig richtig, sparen ist ein willkommener Nebeneffekt, sollte aber nicht die Hauptmotivation für einen Wechsel in die private Krankenversicherung sein. Primär geht es um die im Vergleich zur GKV deutlich besseren Leistungen.


    Die „Honorierung“ des Maklers durch die Gesellschaften würde ich vollkommen unkritisch sehen, wenn die Provisionen jeder Gesellschaft gleich hoch wären.

    Die Courtagen unterscheiden sich bei den meisten Gesellschaften wirklich nur marginal. Ganz offen gesagt gibt es eine Handvoll Gesellschaften, die nicht mit Maklern zusammenarbeiten, darunter z.B. die Debeka. Weshalb das die Unabhängigkeit der Beratung eines "guten" Versicherungsmaklers trotzdem nicht beeinträchtigt erkläre ich auf unserer Website sehr ausführlich unter dem Stichwort "Debeka und Versicherungsmakler". Um hier nicht seitenweise zu zitieren sei der Hinweis erlaubt, dass unsere Debeka-Seite per Google einfach zu finden ist. Ich darf hier leider nicht darauf verlinken - andere schon. :)

    In einem vollkommen unabhängigen Vermittler – Versicherer-Verhältnis müsste nach meinem Verständnis das qualitativ hochwertigste Gesamtpakt (in diesem Fall die Alte Oldenburger) auch am häufigsten vermittelt werden.

    Um auch das ganz offen zu sagen: Die Alte Oldenburger liegt bei der Vergütung etwas unter dem Durchschnitt. Wir beziehen sie in Vergleiche trotzdem gerne ein. Dass die AO das "qualitativ hochwertigste Gesamtpaket" bietet ist allerdings eine absolute Fehleinschätzung. Bei einer detaillierten Analyse sind die Tarife vom Beitragsverlauf her zwar solide, liegen leistungsmäßig aber am unteren Ende der Skala. Von den 23 aus unserer Sicht besonders wichtigen Leistungen einer privaten Krankenversicherung erfüllt die Alte Oldenburger nur 18, sehr gute Tarife erfüllen alle 23. Von allen aus unserer Sicht relevanten Leistungskriterien erfüllt die AO 70%, sehr gute Tarife liegen bei einem Erfüllungsgrad von 97%. Mehr zu den Kriterien steht auf unserer Website unter "Auswahlkriterien Krankenversicherung". Es würde den Rahmen sprengen, hier alle Einzelheiten zu erörtern. Unsere Kunden erhalten im Zuge der Beratung einen 160-seitigen Bedingungsvergleich, in dem sie die für sie individuell wichtigen Leistungen auswählen, priorisieren und dann alle Leistungsunterschiede detailliert nachvollziehen können.

    Was ist Ihre generelle Erfahrung mit der BBKK als Versicherer?

    Die "Nichtbeamtentarife" der BBKK bieten sehr gute Leistungen (21 von 23 der besonders wichtigen Kriterien, 91% Gesamtzielerreichung). Die Beiträge sind im Verhältnis dazu wie Sie richtig schreiben fast schon etwas zu günstig.


    Wenn ich das richtig erkenne sind Ihre Fragen nur interessehalber, kein akutes Problem. Ich bitte deshalb um Verständnis, dass ich derzeit aus zeitlichen Gründen nicht weiter ins Detail gehen kann.


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