Beiträge von Dr. Schlemann

    Bei der Planung meines Ruhestands hatte ich jetzt nicht unbedingt an mit goldenen Löffeln rektal applizierten Kaviar gedacht. Aber vielleicht findet man so was in dem Alter dann ja gut. :D (diese Bilder im Kopf 🙈).


    Ich persönlich gehe lieber auf Nummer sicher und kalkuliere den finanziellen "worst case" (= langes Leben) in drei Varianten ein:

    1. Konsumfähigkeit besteht fort - dann lasse ich es so gut es geht krachen bzw. knacken.
    2. Erhöhter Betreuungsbedarf - dann möchte ich mir ein liebreizendes fürsorgliches Mägdelein aus einem Richtung Sonnenaufgang gelegenen Land finanzieren können wollen, das sich 24/7 liebevoll um mein Wohl kümmert.
    3. Kombination aus 1. und 2.

    Sollte es früher als geplant vorbei sein, finden sich für übriges Geld bestimmt Abnehmer. :)

    Die Debeka schlägt nun folgendes vor:

    "Aufgrund der uns vorliegenden Angaben gehen wir davon aus, dass Sie von dieser Beihilfeänderung betroffen sind. Sie können Ihren Versicherungsschutz jetzt ganz unkompliziert an den neuen Bedarf anpassen und in die Tarifstufe BE/S1 wechseln - selbstverständlich ohne Gesundheitsprüfung und Wartezeit.

    Als Kunde würde ich mir etwas verschaukelt vorkommen, wenn die Debeka hier suggeriert, dass eine Reduzierung des Versicherungsschutzes aufgrund von Beihilfeänderungen entgegenkommenderweise ohne Gesundheitsprüfung und Wartezeit möglich wäre. Gesundheitsprüfung und Wartezeiten können allenfalls relevant sein, wenn in einen Tarif mit mehr Leistungen gewechselt wird, nicht bei einer Reduzierung von Leistungen.

    Dass bei allen Privatversicherten im Alter das Einkommen drastisch sinkt und die KV- und PPV- Beiträge steigen, ist Fakt.

    Ich würde mal sagen, dass das Einkommen der meisten Rentner geringer ausfällt, als während ihrer aktiven Arbeitszeit, unabhängig davon, ob sie privat oder gesetzlich versichert sind. :)


    Die KV und PPV Beiträge steigen ebenfalls in beiden Systemen. Der Anstieg des Höchstbeitrags in der GKV fiel jedoch in den letzten 52 Jahren mit 5,66% p.a. deutlich höher aus, als in den mir bekannten privaten Krankenversicherungen.


    Was führte denn dazu, dass Sie jetzt so wenig Geld zur Verfügung haben Teetsch ? War das mit 54 noch nicht absehbar? Und wie viel haben Sie bisher in der PKV gegenüber dem ansonsten zu zahlenden GKV Beitrag gespart und wie haben Sie die Ersparnis angelegt?


    In welchem PKV Tarif sind Sie versichert, dass die Transportkosten im Krankenwagen vom Krankenhaus in die Reha nicht erstattet wurden? Comfort klingt nach Continentale? Und wie hoch waren die Kosten?

    Mal wieder zurück zu den eigentlichen Fragen von Ducati_Muc . :)


    Die neuen Tarife der Arag sind qualitativ recht ordentlich, meines Erachtens aber zu knapp kalkuliert = unterkalkuliert. Das wird insbesondere im Vergleich zu den seit vielen Jahren bestehenden älteren Bausteintarifen der Arag deutlich. Ich könnte ja verstehen, wenn neue Tarife zum gleichen Preis besser sind und mehr Leistungen bieten. Oder wenn sie bei gleichen Leistungen günstiger sind. Mysteriös finde ich es, wenn es einer Gesellschaft gelingt, neue Tarife gleichzeitig besser und günstiger zu gestalten. Das ist mir zu nah an der Quadratur des Kreises. Bei der Arag würde ich deshalb im Vergleich zu anderen Tarifen vorsorglich einen Aufschlag für stärkere Beitragsanpassungen einkalkulieren.


    Bezüglich späterem Entfall eines Risikozuschlags würde ich mich auch wohler fühlen, wenn mir die Gesellschaft eine entsprechende "Nachschauklausel" anbietet, in der genauer beschrieben ist, was zum Entfall des RZ erforderlich ist. Nach dem geschilderten Sachverhalt sehe ich aber durchaus Chancen, woanders einen Vertrag ohne Risikozuschlag zu bekommen. Bei der früheren Allergie finde ich die Entscheidung der Arag gar nicht nachvollziehbar. Das versichern andere Anbieter klar ohne Einschränkung.

    Bei fast 9 Millionen privat Krankenversicherten ist es naheliegend, dass es darunter auch eine Reihe von Einzelschicksalen gibt, bei denen die völlig transparenten Mechanismen von GKV und PKV (z.B. einkommensabhängige Beiträge in der GKV oder keine Familienversicherung in der PKV) zu unglücklichen Ergebnissen führen. Deshalb verallgemeinernd vor der PKV zu warnen, ist m.E. etwas zu kurz gesprungen. Solche Schicksale bestätigen aber die Notwendigkeit einer genau durchdachten Entscheidung, die zukünftige Szenarien so gut wie möglich abwägt. Sinnvollerweise sucht man sich dazu professionellen Rat.


    Kurz zu den einzelnen "Erfahrungsberichten":


    5551008

    Ein Ehepartner ohne eigenes Einkommen ist doch ebenfalls beihilfefähig und zahlt in einer privaten Krankenversicherung nur 30% Beitrag? Das wäre so ruinös? Oder kommen hier mehrere ungünstige Umstände zusammen, dass der Wechsel des Ehepartners in die PKV gesundheitlich nicht möglich war und zusätzlich die sog. "Öffnungsaktion" nicht zum Tragen kam, weil die Hochzeit erst kurz nach der Verbeamtung erfolgte? Das hätte man doch vermutlich steuern können?


    Weshalb trauern Sie einer einzigen kostenloser PZR pro Jahr nach bzw. beklagen sich über Arztrechnungen? Eine "gute" PKV übernimmt sämtliche Kosten, egal wie oft Sie im Jahr eine PZR beanspruchen (empfohlen werden i.d.R. 2 PZR pro Jahr) oder wie hoch eine Arztrechnung ausfällt. Eine Beitragsrückerstattung von 1-6 Monatsbeiträgen ist eine nette Sache (gibt's in der GKV übrigens nicht), aber dann verrechnen Sie diese Einnahmen doch bitte mit Kosten, die Sie aus kaufmännischen Überlegungen lieber selbst tragen bzw. verzichten Sie auf die BRE.


    pmeinl

    Entkräftet m.E. einige Vorurteile zur PKV. Die "Streitereien" sind schwer einzuschätzen. So etwas ist nach meiner Erfahrung die absolute Ausnahme - kein einziger unserer Kunden prozessiert mit seiner PKV.


    Teetsch

    Ein PKV Beitrag als Rentner von 608 EUR ist wie JDS schon schreibt grundsätzlich sehr moderat verglichen mit dem GKV Höchstbeitrag von rund 930 EUR und ein deutlicher Beleg gegen Horrorszenarien von ausufernden PKV Beiträgen im Alter. Bei einem Gesamteinkommen von weniger als 130 EUR im Monat scheint hier ziemlich viel schiefgelaufen zu sein, was man vermutlich nicht alleine der PKV anlasten kann.


    Die Empfehlung, man solle sich zur PKV von "Honorarberatern" beraten lassen, geistert hier ja immer mal wieder herum. Wie hier schon mehrfach geschrieben und auf unserer Website, die ich hier leider nicht verlinken darf, unter dem Stichwort "Krankenversicherung: Beratung zu Honorartarifen oder Nettotarifen" ausführlich behandelt (Zitat daraus):


    Verbraucherschützer empfehlen zum Abschluss einer privaten Krankenversicherung öfters eine Honorarberatung. Bei manchen Themen ist eine Honorarberatung durchaus sinnvoll. Der Abschluss einer privaten Krankenversicherung ist für eine Honorarberatung jedoch leider ungeeignet.

    Es gibt keine echten PKV Nettotarife – jedenfalls kennen wir keine. Wer der Problematik genauer auf den Grund gehen möchte, möge § 48c VAG zusammen mit § 204 VVG lesen. Diese Vorschriften schließen eine echte Honorarberatung in der PKV aus!


    Versicherungsberater, mit denen wir kooperieren, weisen darauf hin, dass so gut wie kein Versicherungsunternehmen mit Versicherungsberatern zusammenarbeitet, da das sog. „Durchleitungsgebot“ wirtschaftlich kaum sinnvoll umsetzbar ist. Bei richtigen Nettotarifen könnten Kunden außerdem über § 204 VVG zunächst ohne Honorar einen Bruttotarif abschließen und dann direkt in einen entsprechend günstiger kalkulierten Nettotarif wechseln.


    Für den Kunden bleibt also allenfalls der Weg, doppelt zu zahlen: Zunächst das Honorar für die Beratung und im Anschluss die im Vertrag einkalkulierte Courtage. Das wäre nicht wirklich im Sinn des Erfinders.


    Bei aller Existenzberechtigung für kompetente Versicherungsberater, die ich sehr schätze: Der Abschluss einer privaten Krankenversicherung ist für eine Honorarberatung deshalb wenig geeignet. Das sagen übrigens selbst Versicherungsberater – jedenfalls diejenigen, die ausreichend zu tun haben. Hier wäre auch die Unabhängigkeit eines Versicherungsberaters in Frage gestellt, denn man könnte vermuten, dass er primär die wenigen Gesellschaften empfiehlt, die seinen Kunden eine Rückvergütung der Courtage anbieten.

    Natürlich können Sie sich erst einmal bei einem (guten!) Versicherungsberater gegen Honorar Rat zu grundsätzlicher Orientierung PKV vs. GKV, Anforderungen an eine gute PKV, Tarifauswahl, medizinischer Versicherbarkeit inkl. diversen Risikovoranfragen etc. einholen. Da spricht überhaupt nichts dagegen, im Gegenteil, das kann eine gute Idee sein. Wenn Sie das wünschen empfehlen wir Ihnen hierzu gerne kompetente Versicherungsberater. Bei einem Stundensatz von 150 EUR (eher niedrig angesetzt, kostet häufig mehr, teils wird auch mit Pauschalen gearbeitet) plus 19% USt. = 178,50 EUR und einem Zeitaufwand von locker 6 Stunden (diese Zeit investieren wir i.d.R. mindestens in die PKV-Beratung, oft deutlich mehr) kommt man da schnell auf über 1.000 EUR.


    Diese Fragen besprechen wir mit Ihnen bei unserer Beratung Krankenversicherung jedoch genauso, nur ohne zusätzliches Honorar. Das muss dann jeder für sich selbst entscheiden, ob ihm Restzweifel an der Objektivität des Versicherungsmaklers, dessen Arbeit von den Gesellschaften per Courtage honoriert wird, diese zusätzliche Kosten wert sind.


    Spätestens bei der Umsetzung der passenden PKV ist dann ohnehin wieder ein Versicherungsmakler gefragt, der nicht nur beim Abschluss die Interessen des Kunden als dessen Sachwalter „gegen“ die Gesellschaft wahrnimmt, sondern sich auch danach (i.d.R. ohne zusätzliche Vergütung) um die langfristige weitere Betreuung des Kunden kümmert, z.B. wenn im Leistungsfall mal etwas haken sollte, siehe als Beispiel „ein Leistungsfall mit Happy (B)E(r)nd(t)".


    Fazit: Wenn man (Zeit-)Aufwand/Kosten und Ergebnis vergleicht könnte es sinnvoll sein, sich direkt von einem auf das Thema private Krankenversicherung spezialisierten Versicherungsmakler beraten zu lassen, der die passende PKV dann im nächsten Schritt (mit Vergütung durch die Gesellschaft, die auch die weitere langfristige Betreuung finanziert) auch umsetzen kann. Wir sind aber auch nicht traurig, wenn das jemand anders handhabt. Wir haben mehr als genügend zu tun und die Vorarbeit durch den Versicherungsberater reduziert unseren Zeitaufwand.

    Ich sehe das ähnlich wie JDS . Zum Berufsstart meinen fast alle unsere Kunden, dass eine inflationsbereinigte Altersrente von 2.500 EUR (fast jeder nennt spontan exakt diese Zahl 🙂) ihnen ein Leben in Saus und Braus ermöglicht. Mit jeder mehr als inflationsausgleichenden Gehaltserhöhung steigen dann fast automatisch die Ansprüche und das Altersvorsorgeziel. Meine typischen Fragen an der Stelle:

    1. Welchen Job haben Sie einen Tag vor der Rente? Den von Ihrem Chef, von Ihrem Chef Chef oder von Ihrem Chef Chef Chef?
    2. Was verdient Ihr Chef ... Chef? (sollte man immer wissen)
    3. Von welchem Lebensstandard gehen Sie bei diesem Einkommen aus?
    4. Wie viel hätten Sie gerne einen Tag später wenn einerseits manche Ausgaben wegfallen (Anzug, Sprit für die Fahrt ins Büro, Immobilienfinanzierung, Sparen für die Rente - hoffentlich), Sie andererseits aber mehr Zeit zum Geldausgeben haben?

    Als Single sollte man wie chris2702 schreibt natürlich auch das (wahrscheinliche) Szenario einer Familiengründung einkalkulieren - oder ggf. auch das einer möglichen späteren Trennung.


    Zunächst macht es keinen großen Unterschied, ob man erst mal mit einem kleineren Ziel startet und klein spart oder sich direkt ein höheres Ziel setzt und trotzdem klein spart, weil nicht mehr zur Verfügung steht. Ich persönlich bin ein Freund des zweiten Ansatzes, weil man sich nicht in falscher Sicherheit wiegt und bei der nächsten Gehaltserhöhung direkt weiß, dass man besser nicht die Ausgaben erhöht und fröhlich konsumiert, sondern die Sparquote. Letztlich muss das jeder für sich selbst entscheiden.


    Anbei mal ein möglicher Rechenweg mit einem "einfacheren" Tool, in dem variable / mir unbekannte Größen gelb markiert sind - die kann ich gerne noch mal anpassen. Als Inflationsrate würde ich mindestens 2,5% annehmen. Wichtig ist auch die Frage, wie alt StefanFinanz werden möchte? Nach dieser Kalkulation sollte er pünktlich mit 85 sterben bzw. sich finanziell einschränken, sofern die Altersvorsorge nicht (teilweise) über das Langlebigkeitsrisiko absichernde Rentenlösungen geregelt ist. Bei der gesetzlichen Rente wäre ich bezüglich künftiger Steigerungen angesichts dicker demografischer Probleme sehr zurückhaltend. Bei Riester / privater Rentenversicherung würde ich - sofern es sich nicht wie bei monstermania um ein klassisches Produkt mit Garantiezins handelt - nicht vom worst case ausgehen und nur garantierte Leistungen als Grundlage nehmen (z.B. nach 37 Jahren nur das eingezahlte Kapital), aber vorsichtshalber nur mit moderater Rendite kalkulieren.


    Fazit: Eine Sparrate von 100 EUR mag zu knapp sein. Ich würde ohnehin lieber etwas sportlicher sparen und schlimmstenfalls als Rentner etwas mehr zur Verfügung haben ... oder länger leben können ... oder meinen Kindern etwas vererben.


    War meine Antwort hilfreich? Dann freue ich mich über eine positive Rückmeldung über den Smiley Button unten recht. :)

    Hallo JuleWill , "lukrativ" ist die frühe Absicherung von Kindern vor allem, wenn das Kind gesundheitliche Probleme bekommt - was keiner weiß. "Später ohne Probleme abschließen" geht auch nur, solange das Kind noch gesund ist.


    Es gibt inzwischen neue Lösungen, die Kinder ohne Koppelung mit einem Sparprodukt sinnvoll absichern:

    • Ab 6 Monaten gegen Schwere Krankheiten
    • Mit 3 Jahren wird daraus ohne Risikoprüfung eine Grundfähigkeitsversicherung
    • Mit 10 Jahren lässt sich diese beim Wechsel in die weiterführende Schule ohne Risikoprüfung in 1.500 EUR BU-Rente umwandeln.

    Am besten lassen Sie sich das mal in einem Beratungsgespräch von jemand genauer erklären, der sich hauptberuflich mit solchen Fragen beschäftigt. :)

    Das Pseudonym volleyballer76 klingt schon mal sympathisch - ich fröne diesem Hobby ebenfalls. :)


    Als Lehrer mit deutlich überdurchschnittlichem BU-Risiko eine bestehende Berufsunfähigkeitsversicherung komplett aufgeben zu wollen finde ich ebenfalls sehr mutig, auch wenn die Versorgungslücke mit Verbeamtung auf Lebenszeit kleiner wird. Sie müssten ziemlich lange ziemlich viel mit ziemlich hoher Rendite in Ihren ETF einzahlen, um daraus längerfristig fehlendes Arbeitseinkommen finanzieren zu können. Einfach mal nachrechnen, dann hat sich die Frage vermutlich erledigt. :)

    Das klingt so, als wäre der Wechsel in den etwas leistungsstärkeren HUK Unisex Tarif für Sie - nach abschließender Klärung durch einen Versicherungsberater - vermutlich die richtige Entscheidung MoritzalsNachname . Wenn man diesen Post noch mal liest könnte man fast meinen, dass jemand das schon ganz am Anfang so formuliert hatte. :)