Beiträge von Dr. Schlemann

    @Referat Janders: Gehen Sie davon aus, dass das Schlupfloch "eingeschränkte GKV Beitragspflicht für Versorgungswerksmitglieder mit zusätzlichen GRV Ansprüchen" in 60 Jahren noch besteht? Hier ein Auszug aus meiner Seite Versorgungswerk und Krankenversicherung:


    "Achtung: Durch diese Regelung entsteht eine völlig unsachgemäße Bevorzugung von Versorgungsmitgliedern mit minimalen gesetzlichen Rentenversicherungsansprüchen. Angesichts der Finanzierungsprobleme der gesetzlichen Krankenversicherung (Demografie etc.) halte ich es für extrem wahrscheinlich, dass dieses Schlupfloch in den nächsten Jahren geschlossen wird! Bei der Entscheidung GKV vs. PKV und einer langfristigen Planung für die nächsten z.B. 60 Jahre würde ich mich deshalb nicht darauf verlassen."

    @Stabilo, vielen Dank für Ihre netten Worte - freut mich sehr! :) Gerne übrigens auch per Like bei den für Sie hilfreichen Beiträgen oder noch besser mit schönen Bewertungen, siehe https://schlemann.com/jetzt-bewerten :)


    Was mich sehr interessieren würde:

    • a) Wie viel Zeit hat Sie diese Übung gekostet und b) wie hoch ist Ihr kalkulatorischer Stundenlohn = c) wie "teuer" war die ganze Recherche für Sie?


    • Was hat Sie davon abgehalten, sich einem unabhängigen Berater / Versicherungsmakler anzuvertrauen? Möglicherweise hätte das Ihren Zeitaufwand ja deutlich reduziert? Bei allem Respekt vor Ihren analytischen Fähigkeiten dürfte es rein statistisch nahe liegen, dass ein Profi, der sich seit Jahren täglich hauptberuflich mit diesen Themen beschäftigt, zu einem fundierteren Ergebnis kommt, als ein (kluger, intensiv recherchierender etc.) "Amateur". Natürlich vorausgesetzt dieser Berater ist neben einem hohen Maß an Fachkompetenz auch vertrauenswürdig und nicht aus ökonomischen Gründen "fehlmotiviert".


    • Was war das Ergebnis Ihrer Analyse - wofür haben Sie sich entschieden und warum, was waren Ihre genauen Kriterien? Vermutlich gibt's dazu eine Excel-Tabelle? Wollen Sie mir diese einmal zur Verfügung stellen, inkl. den Klarstellungen seitens der Versicherungsgesellschaften? Dann könnte ich diese Aspekte einmal genauer aufbereiten und andere Interessenten / Kunden / Forumsmitglieder würden davon auch profitieren.

    Vielen Dank!!

    @topgun: Danke für die nette Rückmeldung. Da freue ich mich dann auch über einen Like beim Beitrag :)


    @Lange Oog: Stimmt wenn man es ganz genau nimmt, siehe https://www.versicherungsmagaz…aussendienst-1944621.html. Letztlich vertritt sie halt die Debeka. Auch Medien wie das Handelsblatt sprechen vereinfachend von Debeka-Vertretern, siehe https://www.handelsblatt.com/f…-vertreter/9041692-4.html. Macht hier aber letztlich auch keinen Unterschied für @topgun. :)

    @topgun, lassen Sie sich von der Debeka Vertreterin (Beraterin passt da nicht ganz, da sie sie ja nicht unabhängig beraten kann und qua Arbeitsvertrag verpflichtet ist, die Interessen der Debeka in den Vordergrund zu stellen) doch einmal die bisherigen Beitragsverläufe von Bisex vs. Unisex vorlegen. Das mag helfen, diese Fragen zu klären. Wobei das natürlich auch keine Garantie für die Zukunft ist. 18 EUR ist angesichts der Mehrleistungen m.E. wirklich sehr überschaubar. Da kann ich auch keinen "Fehlanreiz" für die Debeka Vertreterin erkennen, Ihnen etwas zu "verkaufen".

    § 204 VVG beantwortet diese Frage @Yonada:


    Zitat


    soweit die Leistungen in dem Tarif, in den der Versicherungsnehmer wechseln will, höher oder umfassender sind als in dem bisherigen Tarif, kann der Versicherer für die Mehrleistung einen Leistungsausschluss oder einen angemessenen Risikozuschlag und insoweit auch eine Wartezeit verlangen; der Versicherungsnehmer kann die Vereinbarung eines Risikozuschlages und einer Wartezeit dadurch abwenden, dass er hinsichtlich der Mehrleistung einen Leistungsausschluss vereinbart;

    Vielen Dank für diese sehr detaillierten und differenzierten Bewertungen!! :)


    Eine sehr gute Idee finde ich die gegebenen Anhaltspunkte zur Authentizität der Bewertung, nachdem es dazu am Anfang dieses Threads Diskussionen gab. Dazu möchte ich betonen, dass das nicht von uns angeregt wurde, sondern aus eigener Initiative der Bewertenden erfolgte. So bleiben den Autoren merkwürdige Kommentare hoffentlich erspart.


    Und so langsam mag sich der Gesamteindruck verdichten, dass wir vielleicht doch ganz vernünftig beraten und angesichts von aktuell rund 1.700 Top Bewertungen auf verschiedenen Bewertungsplattformen keine Fake Bewertungen nötig haben.

    Auf unserer Seite kann man einige Unterschiede zwischen den alten Bisex und den neuen Unisex Tarifen der Debeka herauslesen. Die Unisex Tarife der Debeka gehören bei genauer Analyse der Leistungen nicht zu den leistungsstärksten, die Bisex Tarife der Debeka liegen aufgrund diverser gravierender Einschränkungen jedoch aus meiner Sicht am unteren Ende der Leistungsskala. Hier einige Beispiele der Nachteile gegenüber den Unisex-Tarifen:

    • geschlossener Hilfsmittelkatalog (bei den neuen Tarifen kann man darüber auch diskutieren)
    • keine Logopädie und Ergotherapie (z.B. für Kinder oder nach Schlaganfall)
    • Vorsorge nur wie in der GKV (z.B. Darmspiegelung nur ab 55 und nur 2x)
    • nur 20 Sitzungen Psychotherapie pro Jahr
    • keine Erstattung von Entziehungsmaßnahmen (z.B. nach einer Schmerztherapie)
    • keine Übernahme Kosten Blindenhund (ca. 25.000 EUR)
    • Krankenfahrstuhl ("Rollstuhl") nur bis 620 EUR
    • keine Übernahme der Kosten lebenserhaltender Kontroll- und Behandlungsgeräte
    • kein Verzicht auf Genehmigung bei Behandlung in "gemischten Anstalten"
    • Meldepflicht bei Krankenhausaufenthalt innerhalb von 10 Tagen - sonst keine Kostenerstattung! (im KH hat man meistens andere Sorgen)
    • Krankenfahrten, z.B. zu Dialyse oder Chemotherapie werden nur bei ärztlich bescheinigter Gehunfähigkeit erstattet
    • keine Kostenübernahme für Kur-/Sanatoriumsbehandlung und für Rehabilitationsmaßnahmen (Anschlussheilbehandlung/ Anschlussgesundheitsmaßnahmen)
    • Geringere Kostenübernahme für Zahnbehandlung und Zahnersatz
    • Kein Umwandlungsrecht in eine Zusatzversicherung bei Rückkehr in GKV
    • etc.

    Unter Leistungsgesichtspunkten liegt Unisex also klar vorne. In Zeiten steigenden Kostendrucks im Gesundheitswesen würde ich mich nicht für den Rest meines Lebens auf Kulanz verlassen wollen. Dafür fällt natürlich auch der Beitrag etwas höher aus, besonders für Männer, die bei den Bisex Tarifen noch günstiger kalkuliert wurden.


    Berücksichtigen muss man, dass bei einem Wechsel in Unisex bei späteren Tarifwechseln gem. § 204 VVG Flexibilität verloren geht. Zurück in die Bisex Welt kann man dann nämlich nicht mehr - das gilt auch für Familienangehörige. Und ggf. verliert man den Anspruch auf den in Notlagen günstigeren Standardtarif, der dann durch den Basistarif ersetzt wird.


    Letztlich sollte man sich dazu besser fachkundig beraten lassen. Wir bieten diese Dienstleistung nicht an, empfehlen bei Bedarf aber gerne einen kompetenten Versicherungsberater.

    @Beesybaer, richtig, eine sehr kleine BU ist im Ernstfall wenig sinnvoll, da die Leistungen auf Hartz IV angerechnet werden. Dennoch würde ich den Stiefsohn jetzt für kleines Geld mit einer geringen BU Rente absichern. Primär geht es darum, dass er diese BU Rente später wenn er studiert oder mehr Geld verdient ohne erneute Gesundheitsprüfung aufstocken kann. Das geht häufig bis zu einem Betrag von 2.500 EUR, teilweise auch mehr. Später kann er bei "guten" Tarifen dann auch ohne erneute Gesundheitsprüfung in eine bessere Berufsgruppe wechseln (z.B. als Student oder nach Abschluss des Studiums) , was den Beitrag wieder günstiger macht.


    Meine eigenen Söhne sind seit Ende Schulzeit / Anfang Studium maximal möglich gegen BU abgesichert. Natürlich zahle ich erst mal die Beiträge bis sie eigenes Geld verdienen.


    Eine Rechtsschutzversicherung im Zusammenhang mit der BU kann beruhigen, für absolut zwingend halte ich den Abschluss nicht. Gerichtskosten sind zum einen selten "existenzbedrohend", zum anderen ist bei einem vernünftigen BU-Anbieter die Quote von Gerichtsverfahren recht niedrig.

    1970 war die Welt noch in Ordnung :-) . Mehmet Göker fehlt allerdings nicht wirklich - der hat genau solche zu knapp kalkulierten Billigtarife vertickt an Leute, die in der PKV eigentlich nichts verloren hatten wie Kleingewerbetreibende etc..


    Danke für den Hinweis auf § 204 VVG - darüber sollten PKV-Versicherte, die sich über gestiegene Beiträge beklagen, durchaus öfters mal nachdenken, statt bei jeder Beitragsanpassung zu überlegen, zu einem anderen Versicherer zu wechseln. "Hin und Her macht Taschen leer" - diese Volksweisheit gilt oft gerade bei Finanzthemen.


    Ihnen ist sicher bekannt, dass ca. 40% des Beitrags (30% tariflich, 10% GZ) in die Alterungsrückstellungen investiert werden. Einer der Gründe, weshalb eine PKV nicht zu billig sein darf, wenn sie im Alter nicht stärker steigen soll. "Billiger als GKV" ist auch deshalb ein falscher Maßstab. Ein Mercedes darf ja auch mit gutem Grund mehr kosten als ein Dacia - wenn man ihn sich (langfristig) leisten kann bzw. möchte.

    Kann man so nicht stehen lassen, weil 1970 lange her ist? Wie soll jemand, der sich über seine Krankenversicherung der nächsten 50-60 Jahre Gedanken macht sonst zu einem Ergebnis kommen, als einen möglichst langen Betrachtungszeitraum in der Vergangenheit (= 50 Jahre) als Grundlage für eine Prognose zu nehmen?


    Bei der Steigerung rechne ich vom 1.1. (1996: 466,30) bis 31.12. (2020: 890,63) und komme auf eine GKV Steigerung von 191,00 Prozent :-) . Jetzt müsste man sich mal genauer ansehen, was sich bei Ihrer PKV in dem Zeitraum geändert hat, ggf. ist ein KTG erhöht oder ein SB reduziert worden oder ein Beitragsentlastungstarif dazu gekommen oder eine Tarifumstellung (Bisex / Unisex?) erfolgt? Kann aber auch sein, dass es ein Tarif ist, der anfangs nicht auskömmlich, d.h. zu billig kalkuliert war und deshalb einen höheren Anpassungsbedarf hatte. Dafür spricht einiges, wenn er trotz stärkerem Anstieg immer noch deutlich günstiger als die GKV ist. Diese Faktoren bilden ein magisches Dreieck - gut, billig und beitragsstabil geht nicht gleichzeitig.


    Nicht zutreffend ist, dass eine PKV nicht teurer werden kann, als der GKV Höchstsatz. Eigentlich darf sie ja auch fairerweise mehr kosten, da sie mehr leistet. Auf Seiten der GKV müsste man ja auch noch die ganzen Eigenanteile, Zuzahlungen, Selbstbehalte und Beiträge für Zusatzversicherungen einkalkulieren, um Leistungsunterschiede einigermaßen auszugleichen. Aber stimmt, PKV Beitrag > GKV Höchstbeitrag kommt eher selten vor.


    Solidargemeinschaft gibt's in der PKV auch - die Gesunden finanzieren hier ebenso die Kranken mit, unabhängig von der Beitragshöhe. Allerdings kann die PKV besser kalkulieren, weil sie zum einen nur anfangs "Gesunde" versichert und zum anderen jeder seinen eigenen Beitrag zahlt.

    Endlich mal eine etwas differenziertere Sicht der Dinge - danke @Comandante!


    Die Frage von Beitragssteigerungen und Beiträgen im Alter beschäftigt ja viele Ratsuchende, die sich mit dem Theme PKV vs. GKV auseinandersetzen. Hier eine etwas analytischere Aufbereitung des Themas mit aktuelleren Daten: Ist eine Private Krankenversicherung im Alter zu teuer?.


    Was in der emotionalen Diskussion gerne übersehen wird: Der GKV-Höchstbeitrag (und nur wer genug verdient, um den Höchstbeitrag zu zahlen, sollte m.E. in die PKV wechseln) inkl. Pflege ist seit 1970 mit 50,31 EUR auf derzeit (2020) 890,63 EUR angestiegen, also um 1.770 (!) Prozent bzw. im Schnitt 5,80 Prozent pro Jahr - also jedes Jahr! Dennoch erfolgen immer große Aufschreie, wenn PKV-Beiträge vielleicht alle 3-4 Jahre um 10-15% erhöht werden. Diese sprunghaften Erhöhungen sind unglücklich, aber letztlich gesetzlich vorgegeben, wie auf der o.g. Seite erläutert.


    Zusätzlich reduziert die GKV ständig ihre Leistungen und dort steht das Demografieproblem ungelöst vor der Tür mit vorprogrammiert stark steigenden Beitragssätzen. Die GKV ist also weder der Hort der Beitragsstabilität noch bietet sie verlässlich planbare Gesundheitsleistungen. Wer sich mit der Wahl des für ihn richtigen KV-Systems beschäftigt möge auch mal § 12 SGB 5 lesen zum besseren Verständnis der Limitierungen der medizinischen Leistungen der GKV.

    Vielen Dank für Ihre sensationelle Bewertung - das ist mit Abstand das umfassendste und durchdachteste Feedback, das ich je erhalten habe! Für die sichere Übermittlung von Daten bieten wir derzeit zwei Optionen:

    • Signierte Email Verschlüsselung mit Microsoft Information Protection (SHA1 und AES 256-bit) aus Outlook 2016, Details siehe https://aka.ms/protectedmessage.
    • Übermittlung von Dateien per https via Dropbox Link für eine ”Dateianfrage” (geht auch ohne eigenes Dropbox Konto)

    Wir arbeiten noch an weiteren Möglichkeiten. Häufig wird der email Austausch dadurch nur erheblich umständlicher.


    Herzliche Grüße,
    Berndt Schlemann

    Einer der großen Vorteile der GKV ist die einkommensabhängige Beitragszahlung - sowohl vor wie auch in der Rente. Ohne Einkommen bzw. mit einem Einkommen deutlich unterhalb der Jahresarbeitentgeltgrenze von aktuell 62.550 EUR brutto p.a. würde ich im Zweifel immer dazu raten, in der GKV zu bleiben, auch wenn (was ich hier auch nicht erkennen kann) eine PKV theoretisch möglich sein sollte.

    @Vers.BeraterGamper, schön dass wir Ihre Fragen telefonisch klären konnten - der kurze kollegiale Draht ist da manchmal doch die bessere Lösung. Ich hoffe dabei ist deutlich geworden, dass unsere Bewertungen - so wie Ihre auch - durch eingehende Beratung hart erarbeitet sind. Natürlich fragen wir unsere Kunden am Anfang der Beratung, wie sie uns gefunden haben. Und wenn jemand dann hier den Beratungsverlauf detailliert beschreibt, können wir diese Bewertung meistens auch bei Verwendung eines Pseudonyms zuordnen. Dazu brauchen wir keine "Bewegungsprofile" o.ä. :) . Schönes Wochenende!

    @Saidi, das kann ich leider auch nicht so stehen lassen :-). Sie schrieben "Bei der Altersvorsorge geht es um langfristige Ansparvorgänge, bei denen trotz aller Bemühungen des Gesetzgebers der letzten Jahre die Höhe und Auswirkungen der Kosten für den Kunden nach wie vor schwierig zu verstehen und intransparent bleiben." Das habe ich übersetzt mit "das Thema Altersvorsorge ist kein so ganz einfaches" - m.E. eine durchaus legitime Vereinfachung.


    Wenn ich das richtig verstehe, empfiehlt Finanztip zur „Altersvorsorge“ auch einem sehr vorsichtigen, verlust-aversen Anleger oder einem Rentner ganz pauschal einen ETF-Sparplan unabhängig von der Laufzeit? Merkwürdig, dass der Gesetzgeber Anlageberater erst einmal zu einer umfassenden Risikoprofilierung nach § 64 Abs. 3 WpHG verpflichtet, wenn das eigentlich so einfach ist. Dazu dann Tages- und Festgeld als langfristige (!) Geldanlage mit einem nach Inflation deutlich negativen Realzins? Wäre das nicht Geldvernichtung? Würde ein Versicherungsmakler oder Anlageberater Kunden so beraten, hätte er vermutlich ein Haftungsproblem. Beim Thema Steuervorteile würde ich mir ebenfalls etwas mehr Differenzierung wünschen und z.B. auch Riester und Rürup in den Vergleich einbeziehen. Leider pauschalisieren Sie auch beim Thema „Provisionen“ (wie wäre es, wenn wir nun doch einmal korrekt von Courtagen sprechen?). Wir empfehlen unseren Kunden als Teil der gemeinsam erarbeiteten Anlagestrategie z.B. häufig eine mit ETFs kombinierte Investition.


    In einem Punkt gebe ich Ihnen völlig Recht: Es würde den Deutschen gut tun, sich mehr mit ihrem Geld auseinanderzusetzen. Ob man das als Amateur zeitaufwendig alleine macht, so wie Sie das empfehlen, oder sich dabei gegen Entgelt fachkundig beraten lässt, muss jeder für sich selbst entscheiden. Vor der gleichen Frage steht man ja auch bei anderen Themen wie z.B. der Autoreparatur – auch das kann man sich mit YouTube Videos selbst aneignen. Wie man sicherer ans Ziel kommt, wird sich dann zeigen.


    Vielleicht können wir uns ja darauf einigen, dass wir bezüglich Altersvorsorge teilweise unterschiedlicher Meinung sind und das Thema nun beenden? Dann könnte dieser Thread endlich zu seinem eigentlichen Thema „Erfahrungen mit Dr. Schlemann (Berufsunfähigkeitsversicherung)“ zurückkehren, nachdem Sie diesen kleinen Exkurs gestartet haben, weil einer unserer Kunden in einem Nebensatz auch über andere Beratungsinhalte berichtet hat.


    Amen :)

    @Vers.BeraterGamper, um Bewertungen möglichst aussagekräftig zu gestalten gibt es sicher verschiedene Wege. Unsere uns hier bewertenden Kunden haben uns über Finanztip gefunden, wurden von uns beraten und haben hier anschließend ihr Feedback hinterlassen. Wie Sie richtig bemerken sind die meisten davon hier in der Community nicht sehr aktiv, sondern nutzen Finanztip wie es scheint überwiegend passiv / lesend - so wie die ganz große Mehrheit der Community Mitglieder. Aus meiner Sicht ist das völlig in Ordnung - solange die Bewertungen auch echt sind. Alle Ideen, die Echtheit von Bewertungen sicherzustellen, finde ich klasse - nur so sind sie für die Leser nützlich und wir sparen uns unnötige Diskussionen zu der Frage. Beim Bewertungsportal Whofinance wird z.B. die IP Adresse gecheckt und noch mal eine sehr detallierte Rückfrage an den Bewertenden gestellt. Das "Bewertendürfen" an einen besonders hohen Aktivitätsgrad in der Community zu knüpfen fände ich kontraproduktiv - da würde viel authentisches Feedback auf der Strecke bleiben. Da Fake Bewertungen wie Sie richtig schreiben kein uns betreffendes Thema sind, möchte ich aber bitten, diese Diskussion an anderer Stelle zu führen - bestimmt gibt es einen Bereich in der Community für Verbesserungsvorschläge o.ä.. Danke!

    Schön dass Sie mir nun doch beipflichten, dass das Thema Altersvorsorge kein so ganz einfaches ist. :) Nicht nur die Kosten, auch Anlagekonzepte (statische Zwei-Topf-Hybride, dynamische Drei-Topf-Hybride, Individual Constant Proportion Portfolio Insurance, Variable Annuities, etc.), und Bedingungsdetails (Rechnungszins, garantierter / harter oder weicher Rentenfaktor, Sterbetafeln, Rentengarantiezeiten, Todesfallleistung, etc.) sind schwierig zu verstehen und zu vergleichen. Ich habe nie geschrieben, dass man "immer und unbedingt" einen Berater benötigt, bitte argumentieren Sie fair @Saidi! Aber die von Ihnen selbst beschriebene Komplexität ist doch ein deutliches Argument dafür, sich unabhängig beraten zu lassen, sofern jemand kein Profi auf dem Gebiet ist oder sich wochenlang einarbeiten möchte bzw. kann. Immerhin schätzen 89% der Bundesbürger ihr Wissen bezüglich Altersvorsorge als unzulänglich ein, bei Zinsen und Sparen sind es 76 Prozent, siehe https://www.versicherungsbote.…ung-Geld-Finanzen-Aktien/. Dass die sich nun alle im Do-it-yourself Verfahren selbstständig zu Investment-Experten weiterbilden, halte ich für eine unrealistische Annahme.


    Ob dann eine Honorarberatung oder eine Vermittlung gegen Courtage (nur bei Versicherungsvertretern spricht man von Provisionen) der für den Kunden sinnvollere Weg ist, hängt von einer Reihe von Parametern ab und lässt sich m.E. nicht pauschal beantworten. In UK hat das seit 2013 geltende Courtageverbot letztlich zu einer "advice gap" geführt - die wenigsten können und wollen sich Honorarberatung leisten, siehe FT 22.5.2019: Financial advice gap has widened since 2015, says report. Wir bieten unseren Kunden beide Modelle an, siehe https://schlemann.com/beratung/honorarberatung/. Eine Courtage könnte nur dann zu theoretischen Fehlanreizen führen, wenn die Vergütungsmodelle bzw. -höhe der einzelnen (Service-)Anbieter sich wesentlich unterscheiden würden. Dies ist jedoch nicht der Fall, das nivelliert der Markt.


    "Einfache und transparente selbst gebaute Altersvorsorge" kann ein Weg zum sinnvollen Sparen sein, z.B. als ETF-/Fondssparplan. Dann muss der Sparer, der sich alleine auf eine solche Empfehlung verlässt, aber auch verstehen, wie viel mehr Steuern er zahlt und was passiert, wenn die Märkte vor Rentenbeginn einbrechen oder wenn er länger lebt als geplant und das Geld aufgebraucht ist. Und er muss sich um sein Investment intensiver kümmern. Steuervorteile, Garantien und die Absicherung des "Langlebigkeitsrisikos" sind durchaus Argumente für "richtige" Altersvorsorge. Letztlich gilt aber auch hier: Die passende Lösung ergibt sich aus den individuellen Anforderungen des Kunden, es gibt nicht das "one-size-fits-all" Modell für alle. Mancher fährt gut mit ETF Sparen, ein anderer wünscht sich mehr Sicherheit, der dritte möchte Zulagen und Steuervorteile nutzen etc.. Unsere Kunden investieren zur Risikostreuung i.d.R. parallel in mehrere Sparformen. Auch bei dieser Klärung hilft fachkundige Beratung!


    So, jetzt aber genug zum Thema Altersvorsorge mit oder ohne Beratung. Wir freuen uns über weiteres Feedback zu unserer BU-Beratung :)

    @Stabilo: Bitte auch beachten, dass für gesetzlich krankenversicherte Mitglieder eines Versorgungswerks, die keine GRV-Ansprüche haben, im Alter bei der Bemessung des vom Versicherten selbst zu zahlenden Beitrags nicht nur Rentenleistungen des VSW zu Grunde gelegt werden, sondern (bis zur Beitragsbemessungsgrenze) die gesamte „wirtschaftliche Leistungsfähigkeit“. Somit werden auch alle Einkünfte aus Kapitalvermögen oder aus Vermietung und Verpachtung einberechnet! Ausführlich dazu siehe https://schlemann.com/krankenv…-und-krankenversicherung/. Sie werden also mit hoher Wahrscheinlichkeit auch im Alter den Höchstbeitrag in der GKV zahlen - ohne Zuschuss durch das VSW.


    In welchem Versorgungswerk sind Sie? Eventuell Arzt oder mit einer Ärztin verheiratet? Das würde die Entscheidung noch einmal vereinfachen.


    Das Kostenerstattungsprinzip ist aus meiner Sicht sozusagen das "Fegefeuer" für jemand, der sich noch etwas vor der finalen Entscheidung pro PKV drücken möchte. Letztlich viel Komplexität, höhere Kosten und immer noch nicht richtig Privatpatient.


    Interessant, dass Menschen immer mehr Sorge vor der Beitragsentwicklung in der PKV haben. Haben Sie sich die Beitragsentwicklung in der GKV einmal genauer angesehen? Von 1970 bis 2020 jedes Jahr im Schnitt plus 5,8%! (detailliert nachzulesen auf unserer Website, ich möchte nicht öfters verlinken). Ich kenne keine PKV mit dieser durchschnittlichen Steigerungsrate. Und bislang wirkt sich das demographische Problem der GKV noch gar nicht richtig aus, das kommt erst noch, spätestens wenn die "Baby Boomer" in Rente gehen!


    Bei Bedarf stehe ich gerne direkt für weitere Fragen zur Verfügung, das Thema ist m.E. deutlich zu komplex, um es schreibend zu klären.

    Saidi, dass man seine Altersvorsorge am besten selbst ohne professionelle Beratung regeln soll finde ich eine ziemlich sportliche und sehr pauschale, ja fast schon gefährliche These! Vermutlich kann man mit Studium von Ratgebern und/oder Videos und einfachen Hilfsmitteln aus dem Baumarkt auch selbst Zähne ziehen . Ich persönlich würde das trotzdem lieber einem ausgebildeten Fachmann mit langjähriger Erfahrung überlassen!


    Bei der Altersvorsorge geht es um ziemlich viel Geld. Die Anlage in einer unpassenden Schicht nach Alterseinkünftegesetz, bei einem kostenintensiven (einfach mal nach Heidelberger Leben googeln) oder finanziell instabilen Anbieter (gerade bei schicken "Newcomern"), in der falschen Risikoklasse oder in schwach performende Fonds / ETFs, kostet letztlich deutlich mehr, als eine fachkundige Beratung, die viele Versicherungsmakler so wie wir auch gegen Honorar anbieten.


    Wenn ein Interessent dann noch seinen eigenen Stundenlohn einkalkuliert (Jahresverdienst z.B. 70.000 EUR durch 220 Arbeitstage x 8 h = 1.760 Arbeitsstunden = rund 40 EUR pro Stunde), dann ist eine Do-it-yourself-Beratung gar nicht mehr lohnend. Unsere besonders analytischen Kunden haben bevor sie sich unserer Beratung anvertrauen häufig 20, 30 und mehr Stunden in eigene Recherche investiert – das ist schnell ein Gegenwert für eigene Rechercheversuche als Amateur von mehr als 1.000 EUR!


    Ein kompetenter Versicherungsberater ist hier sicher auch eine Alternative. Aber weshalb sollte eine Verbraucherzentrale mit mäßig ausgebildeten Mitarbeitern, die für ihre Empfehlungen weder haften noch die anschließende Umsetzung begleiten können, besser beraten, als ein Versicherungsmakler, der laut BGH als "treuhänderischer Sachwalter" unabhängig auf Seite des Kunden tätig ist!? Auf der Seite https://www.finanztip.de/sinnv…gen/versicherungsberater/ schreibt Finanztip richtigerweise selbst: "Der Gang zum Versicherungsberater lohnt sich ... gerade bei langfristigen Verträgen mit Absicherungsgedanken (Berufsunfähigkeit, Altersvorsorge)" und: "Seit Februar 2018 dürfen Versicherungsberater auch Versicherungen vermitteln. Zuvor durften sie nur beraten, aber keine Verträge abschließen. Weil im Gegenzug Versicherungsmakler auch gegen Honorar beraten dürfen, schwindet der Unterschied zwischen beiden Vermittlertypen immer mehr.".


    Die Altersvorsorge-Seiten von Finanztip halte ich im übrigen in einigen Punkten für dringend überarbeitungsbedürftig, z.B. die pauschale Empfehlung von Riester-Fondssparplänen. Aber das wäre eine anderes / neues Diskussionsthema, und hier soll es ja um unsere BU Beratung gehen.