Beiträge von Dr. Schlemann

    @LeoLoewe hier ein paar Anmerkungen:


    Arbeitskollegin: Personalverantwortung macht die BU je nach Anbieter günstiger. Man arbeitet ja weniger selbst, sondern lässt arbeiten - das senkt das Risiko :) .


    Kosten der Beratung: "i.d.R." bezog sich auf den Normalfall, dass ein Kunde sich beraten lässt, um eine BU abzuschließen. Der Abschluss wird mit einer Maklercourtage vergütet. Wenn der Kunde nichts abschließt haben wir Pech gehabt und umsonst gearbeitet - das ist letztlich eine Mischkalkulation und zum Glück kommt das bei unseren Kunden so gut wie nie vor, da wir u.a. die medizinische Versicherbarkeit schon ganz am Anfang abklären. Wenn jemand allerdings von vornherein nur unsere Zeit nutzen möchte, ohne dass ein Abschluss im Raum steht, dann rechnen wir ein Stundenhonorar ab.


    Neutral: Sie haben völlig Recht, etwas Skepsis ist hier durchaus angebracht. Man kann aber auf beiden Seiten vom Pferd fallen :) .


    Heißer Tipp, egal von wem Sie sich beraten lassen: Zögern Sie nicht zu lange!

    Ok, strenggenommen gehört natürlich auch die Mortalität begrifflich zur Demografie. Ich bezog das auf die Bevölkerungsstruktur.


    Vielleicht kann man das so differenzieren:

    • Demografie im Sinn von Bevölkerungsstrukur, hier also die Relation Jüngere vs. Ältere, hat in der GKV aufgrund des Umlagesystems als Finanzierungsmodells (fehlende junge Beitragszahler) stärkere Auswirkungen, als in der PKV.
    • Demografie im Sinn von Langlebigkeit wirkt sich auf beide Systeme aus, da über einen längeren Zeitraum Krankheitskosten entstehen.

    Da sich in der GKV beide Punkte auswirken, in der PKV primär der zweite Punkt, hat Demografie in Summe geringere Auswirkungen auf die PKV. Einverstanden? :)

    @Referat Janders, natürlich freut sich auch eine PKV im Interesse ihrer Profitabilität über neue Versicherte. Dort ist aber jeder Versicherte vom Versicherungsbeginn bis zum statistischen Tod bei durchschnittlichen Krankheitskosten durchkalkuliert und finanziert sich in diesem Zeitraum durch seine Beiträge inkl. Alterungsrückstellungen selbst. In der PKV findet deshalb keine Umverteilung von jungen zu alten Versicherten zu Lasten künftiger Generationen statt wie beim Umlageverfahren der GKV (= Demografieproblem, weil jetzt schon feststeht, dass es zu wenig Nachwuchs gibt). Das Älterwerden finanziert in der PKV jeder mehr oder weniger selbst. Und wenn jemand überdurchschnittlich krank ist wird das von den überdurchschnittlich Gesunden quersubventioniert.


    Lange Oog kann das aber noch viel besser erklären als ich :) .

    Klar, bei der abzusichernden BU Rente sollte man auch die PKV Beiträge einkalkulieren, sofern die BU nicht erst zur Arbeitslosigkeit und damit zur GKV-Pflicht führt. Aber auch eine (dann freiwillige) GKV bei Bezug einer privaten BU-Rente kostet Geld. Auch deshalb empfehlen wir i.d.R. das Nettoeinkommen mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung abzusichern.


    Wenn die Beitragsentwicklung GKV vs. PKV in Zukunft nicht völlig anders verläuft, als in den letzten 50 Jahren (im Zweifel aufgrund Demografie sogar noch ungünstiger für die GKV), sehe ich auch im Alter keine Nachteile der PKV, sofern der PKV Versicherte in der GKV dann auch weiterhin den Höchstbeitrag zahlen würde. Das heißt er sollte ordentlich fürs Alter vorsorgen können und wollen. Und eine bisherige verzinste Ersparnis, angelegt in Beitragsentlastungstarif, Rentenversicherung oder Fondssparplan steht dann ja auch noch zur Verfügung. Auf alle diese Aspekte achten wir natürlich bei unseren Kunden.


    Wir betreuen viele Ärzte als Kunden. Der Anteil von "dringend Geld benötigenden Marodeuren" ist soweit wir das wahrnehmen ausgesprochen gering. Im Gegenteil, darunter sind erstaunlich viele Idealisten, die GKV Patienten mit dem gleichen Engagement behandeln wir Privatpatienten, obwohl sie damit deutlich weniger Geld verdienen. Oder die sich dauerhaft im Krankenhaus schlecht bezahlt Nachtdienste um die Ohren schlagen, weil sie dort größere Probleme lösen. Nach unserer Erfahrung wählen die meisten Menschen den Arztberuf, weil sie ein "Helfer-Gen" haben und das "betriebswirtschaftliche Gen" unterentwickelt ist. Deshalb sind sie auch oft leichte Beute von zwielichtigen Finanzdienstleistern und Strukturvertrieben mit drei oder mehr Buchstaben.


    Beim Fazit sind wir uns ja glaube ich einig: PKV ist nichts für jeden, der Schritt sollte - mit fachkundiger Beratung - sorgfältig überlegt werden. Ich kann jedenfalls mit gewissem Stolz sagen, dass soweit ich weiß keiner der von uns privat Krankenversicherten diesen Schritt bislang bereut hat.

    Hier darf ich den @bAVProfis einmal kurz, aber nicht minder deutlich widersprechen!

    • Eine BUZ über die BAV ist nicht immer die kostengünstigste Absicherung! Aufgrund der üblichen Nivellierung der Prämie über die Belegschaft mag das für die ältere Putzfrau mit Vorerkrankungen so sein, für einen jüngeren gesunden Manager mit akademischem Abschluss eher selten!
    • Man sollte diesen Vorteil schon gar nicht "immer" für sich nutzen, wenn es sich nicht um eine Top Berufsunfähigkeitsversicherung handelt! Schlechtere Bedingungen heißt deutlich reduzierte Leistungswahrscheinlichkeit im Leistungsfall. Da gibt's dann eben Schlupflöcher und weiche Formulierungen in den Bedingungen, bei vorsätzlichen Vergehen im Straßenverkehr wird nicht geleistet etc.. Da kann der Beitrag zur BU vermeintlich noch so viel billiger gewesen sein. Wenn sie dann im Leistungsfall nicht zahlt, hat das wenig genutzt!
    • Natürlich ist es auf den ersten Blick sexy, wenn man den Beitrag zu einer BU von der Steuer absetzen kann und dafür keine Sozialversicherungsbeiträge zahlt. Bitte aber nicht vergessen, dass die BU Rente dann im Leistungsfall auch zu versteuern ist! Bei einer BU über die BAV müssen davon auch noch die vollen Sozialversicherungsbeiträge für die gesetzliche Krankenversicherung und Pflegepflichtversicherung i.H.v. aktuell max. 15,5% plus 2,3% bezahlt werden! Daher müssen bei einer BAV-BU je nach Höhe der BU Rente ungefähr 35-50% mehr BU Rente versichert werden, was den Beitrag wieder deutlich teurer macht. Einfach mal googeln nach "Berufsunfähigkeitsrente Steuer", da findet man einen ganz informativen Artikel zu dem Thema. :)

    Solche Statements halte ich für ziemlich gefährlich, wenn sich jemand auf eine solche pauschale Aussage verlässt und sich dann eine weder günstige, noch leistungsstarke, noch im Leistungsfall nach Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen wirklich ausreichende Berufsunfähigkeitsversicherung zulegt!


    Bitte also immer im Einzelfall alle Aspekte durchdenken und individuell abwägen, am besten mit fachkundiger Beratung. Das Thema BU ist deutlich zu komplex, um es mal eben mit angelesenem Forumswissen selbst zu lösen!

    GKV Umlageverfahren => Problem Demografie, PKV kapitalgedecktes Verfahren => Problem Zins. Beides Probleme, aber andere Schublade. Hauptproblem für beide Systeme: fehlende Glaskugel :) . In Ermangelung einer solchen bleibt nur das Extrapolieren der Vergangenheit unter Berücksichtigung bereits jetzt absehbarer Faktoren. Deshalb fühle ich mich z.B. mit meiner eigenen PKV weiterhin ausgesprochen wohl.

    Ui ui ui, hier geht ja einiges durcheinander!


    @markus592 googeln Sie doch mal nach "Ist eine Private Krankenversicherung im Alter zu teuer?" - da finden sich jede Menge Infos zu der Frage mit entsprechenden Quellen, inkl. konkreten Beiträgen von PKV Rentnern im Alter. :) Die 5,8%, die die GKV seit 1970 teurer geworden ist bei gleichzeitig jeder Menge Leistungskürzungen muss eine PKV erst mal hinbekommen! Ich kenne keine PKV, die das geschafft hat. Und das künftige Demografieproblem hat sich in dem Zeitraum noch gar nicht richtig ausgewirkt.


    Die "Besserleistungen" PKV vs. GKV sind beträchtlich, wenn man einen vernünftigen Tarif wählt. Der ist dann natürlich auch nicht ganz billig und kostet vielleicht nur 100-200 EUR weniger als die GKV. Ja, es gibt auch einfache PKVs, die in verschiedenen Punkten "schlechter" sind als die GKV. Deshalb sollte man sich bei der Tarifauswahl ja auch professionell beraten lassen.


    Und nein, wegen der Beitragshöhe sollte man nicht wechseln, sondern wegen der Mehrleistungen der PKV! Wer sich keine vernünftige PKV leisten kann / möchte, bleibt besser in der GKV. Zum "leisten können" gehört natürlich auch die Betrachtung der Einkünfte als Rentner. Wer im Alter wenig Einkommen hat, bleibt ggf. besser in der GKV. Wenn ich mir die Beiträge der von uns betreuten PKV Rentner anschaue (nachzulesen mit der obigen Google Suche), brauchen die aber nicht diverse Immobilien etc., um sich ihre PKV leisten zu können. Das ist echt grober Unfug, um kleine Kinder zu erschrecken!


    Die Aussage von @MoritzalsNachname finde ich sehr richtig und wichtig: Gerade im Alter profitiert man von den besseren Leistungen der PKV! Das erlebe ich gerade bei meinen beiden ziemlich kranken Eltern sehr anschaulich!

    Es ist zunächst zutreffend, dass ein Mitglied eines Versorgungswerks, das zusätzlich eine gesetzliche Rente bezieht und während 9/10 der zweiten Hälfte seines Berufslebens Mitglied einer gesetzlichen Krankenversicherung war („Vorversicherungszeit“) und keine hauptberufliche Tätigkeit ausübt (i.d.R. mehr als 20 Wochenstunden) Pflichtmitglied der sog. „Krankenversicherung der Rentner“ (KVdR) und in der sozialen Pflegeversicherung der Rentner wird, siehe ausführlich das hier verlinkte Merkblatt Krankenversicherung der Rentner (KVdR) und Pflegeversicherung der Deutschen Rentenversicherung.


    Der große Vorteil als Mitglied der Krankenversicherung der Rentner: Grundlage für die Beitragsbemessung sind nur die Rente der gesetzlichen Rentenversicherung, die Rente des Versorgungswerks, Betriebsrenten und evtl. Einkünfte aus selbständiger Tätigkeit bis zur Beitragsbemessungsgrundlage. Nicht erfasst werden dann Einkünfte aus Kapitalvermögen oder aus Vermietung und Verpachtung. Diese Möglichkeit eröffnet sich z.B. für Rechtsanwältinnen, Ärztinnen etc., die sich wie von uns empfohlen Kindererziehungszeiten anrechnen haben lassen. Sollte die Wartezeit von 60 Monaten dadurch noch nicht erfüllt sein (für jedes ab 1.1.1992 geborene Kind werden 36 Monate angerechnet), empfiehlt sich eine freiwillige Nachzahlung der fehlenden Beiträge. Auch für andere Versorgungswerksmitglieder ohne Anspruch auf gesetzliche Altersrente könnten (geringe) freiwillige Zahlungen an die gesetzliche Rentenversicherung eine sinnvolle Option sein.


    Alles mit entsprechenden Quellen nachzulesen auf unserer Website, einfach googeln nach "Versorgungswerk und Krankenversicherung".


    ABER ACHTUNG yfox: Durch diese Regelung entsteht eine völlig unsachgemäße Bevorzugung von Versorgungsmitgliedern mit minimalen gesetzlichen Rentenversicherungsansprüchen. Angesichts der Finanzierungsprobleme der gesetzlichen Krankenversicherung (Demografie etc.) halte ich es für extrem wahrscheinlich, dass dieses Schlupfloch in den nächsten Jahren geschlossen wird! Bei der Entscheidung GKV vs. PKV und einer langfristigen Planung für die nächsten 50-60 Jahre würde ich mich deshalb nicht darauf verlassen!

    Hallo @LeoLoewe, ich finde es sehr positiv, wenn sich Interessenten vor einer Beratung ausführlich informieren. Dann kann man bei der Beratung gleich tiefer einsteigen und muss nicht erst mal das kleine Einmaleins der BU erklären. Meistens resultiert eine solche Recherche in genau der Erkenntnis, zu der Sie auch gekommen sind: Eine BU sollte man besser mit professioneller Hilfe abschließen! Wieso auch nicht, die BU kostet dadurch ja auch nicht mehr - die Beratung ist i.d.R. kostenlos.


    Natürlich kann man alles anzweifeln. Finanztip hat sich bei der einige Monate dauernden bundesweiten Ausschreibung und Auswahl der empfohlenen BU-Berater aber schon ziemliche Mühe gegeben, um die Spreu vom Weizen zu trennen und nur "gute" Berater zu empfehlen. Alle von Finanztip empfohlenen Berater haben sich in einer freiwilligen Selbstverpflichtung zu einer besonders kundenorientierten Beratung verpflichtet. Einfach mal googeln nach "von Finanztip empfohlene Beratung Berufsunfähigkeit" - da finden sich Quellen, die das genauer beschrieben. Vielleicht hilft ja auch ein Blick in bei Finanztip veröffentlichte Erfahrungen mit Anbietern zu den einzelnen Beratern.


    Wieso meinen Sie, diese Berater wären nur "sog. neutral"? Ein Versicherungsmakler, der mit so ziemlich allen relevanten BU Versicherern zusammenarbeitet, kann sich ganz entspannt gemeinsam mit dem Kunden auf eine qualitativ sinnvolle objektive Auswahl konzentrieren, ohne dass es hier "Fehlanreize" gibt. Da wir außerdem überwiegend intelligente Kunden beraten, würden die irgendwann auch merken, wenn wir Unsinn erzählen und uns dann nicht so aktiv weiterempfehlen und positiv bewerten :) .


    Kurz zu Ihren weiteren Fragen: Steharbeitsplätze und Rückentraining wirken sich leider nicht beitragssenkend aus. Das wäre mal eine sinnvolle Innovation. Wenn Sie aber Nichtraucher sind, macht das den Beitrag bei manchen Anbietern ein Stück billiger.


    Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Recherche und die richtige Balance zwischen umfassender Information und einem zeitnahen Ergebnis mit sinnvollem Aufwand.

    Check24 ist ganz nett zur ersten Orientierung, geht aber qualitativ nicht sehr in die Tiefe. Bitte beim Vergleich der Beiträge darauf achten, dass bei Check24 der garantierte Inflationsausgleich im Leistungsfall und Arbeitsunfähigkeitsklauseln mit entsprechendem Mehrbeitrag fehlen, deshalb können Versicherungen dort fälschlicherweise billiger wirken. Letztlich kostet eine BU überall das Gleiche - mit oder ohne vernünftige Beratung. Zu einer BU, die im Ernstfall auch zahlt, gehört noch einiges mehr wie z.B. das korrekte Beantworten der Gesundheitsfragen. Mich würde auch mal interessieren, wie Check24 jemand, der BU geworden ist, im Leistungsfall unterstützt.


    @madmats, wenn ich mir die Daten aus Ihren weiteren Beiträgen anschaue, dann könnten 2.400 EUR BU Rente knapp werden, da ja auch noch Sparen / Altersvorsorge einkalkuliert werden müssen. Stimmt, eine BU ist nicht billig. Sie nicht zu haben kann aber deutlich teurer werden.

    Gern geschehen @pelz. Einen vertrauenswürdigen Versicherungsmakler zu finden, der auch noch etwas Ahnung hat, scheint nicht so einfach zu sein. Schauen Sie doch einfach mal, wen Finanztip so empfiehlt und wer davon zusätzlich viele gute Bewertungen hat. Es gibt Versicherungsmakler mit über 1.700 echten (!) sehr guten Kundenbewertungen. Das mag ja schon mal ein erster Anhaltspunkt sein :) . Schönen Sonntag!

    @pelz, wieso fragen Sie das denn nicht den Versicherungsmakler, den Sie beauftragen? :)


    Hier in Kurzform:
    1) Jein - wie auf unserer Website ausführlich beschrieben gibt es sinnvolle Methoden, mit solchen Abrechnungsdiagnosen umzugehen. Einfach mal googeln nach Schlemann Abrechnungsdiagnosen - unten auf der Seite steht dazu mehr.
    2) Ja, je nach Anbieter/Tarif bis ca. 80%. Geben Sie sich aber bitte bei der Berechnung der nötigen BU Rente nicht der Illusion hin, dass Sie eine "Luxus-BU" haben, bei der Sie noch fröhlich nebenbei etwas dazu verdienen. Wenn Sie eine Depression erwischt, machen Sie eine ganze Zeit gar nichts mehr. In uns bekannten Fällen war selbst Spazierengehen mit dem Hund nicht mehr möglich.
    3) Der läuft weiter. Bei "guten" Tarifen bleiben Ihnen auch die zwischenzeitlichen Erhöhungen durch eine Leistungsdynamik erhalten.


    Und was machen Sie jetzt mit Ihrem "erweiterten Wissen" @pelz? :)

    Der Makler sollte auch mit einem guten Versicherungsberater vernetzt sein. wenn du mal BU wirst musst du den Leistungsantrag korrekt einreichen. Da kann dir kein Makler wirklich helfen, sondern ein sehr teurer Versicherungsberater. Eine BU Versicherung ist ein teurer Spaß und sollte man BU werden muss man starke Nerven haben für den vorprogrammierten Stress mit der Versicherung. Solltest man Deutschland verlassen, stellt sich auch die Frage wie man bspw. aus Australien/Neuseeland sein Recht durchsetzen soll....Naja, aber dafür fühlt man sich sicher während man die BU Beiträge brav zahlt. :)

    Die von @liki90 empfohlene Vernetzung mit einem guten Versicherungsberater halte ich ebenfalls für sehr sinnvoll. Von "vorprogrammiertem Stress mit der Versicherung" für den man "starke Nerven" braucht, würde ich allerdings nicht sprechen. Wenn bei Antragstellung alles richtig gemacht wurde und jemand dann auch wirklich zu 50% berufsunfähig ist, kommt es nur sehr selten zum Prozess. Der von uns empfohlene Versicherungsberater kommt auf eine Prozessquote von nur einem von 153 Fällen = 0,0065%!


    Fazit: Mit guter Beratung bei Abschluss und im Leistungsfall kann man mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass eine Berufsunfähigkeitsversicherung im Ernstfall auch zahlt!

    Die BU Absicherung über betriebliche Altersvorsorge (z.B. Direktversicherung) kann wg. einer vereinfachten Gesundheitsprüfung Vorteile haben, sofern fast die ganze Belegschaft einen Vertrag abschließt. Teils ist damit auch ein moderater Beitragsrabatt von wenigen Prozent verbunden. Die Nachteile wiegen jedoch i.d.R. schwerer:

    • Der Arbeitgeber wählt den BAV Anbieter aus, d.h. nicht unbedingt die besten BU Bedingungen (wie hier die Ergo, siehe unsere Seite "BesteBerufsunfähigkeitsversicherung: Skoda, VW, Mercedes?").
    • Ein Gruppenvertrag mit einheitlichen Durchschnittsbeiträgen ist von Vorteil für ältere, körperlich tätige Arbeitnehmer in schlechteren Berufsgruppen. Akademiker, besonders jüngere, in der besten und günstigsten Berufsgruppe zahlen dort jedoch i.d.R. mehr als nötig.
    • Versicherungsnehmer ist der Arbeitgeber, der im Leistungsfall die Ansprüche des Arbeitnehmers durchsetzen muss, z.B. auf Beitragsbefreiung und BU-Rente. Und das, nachdem er dem berufsunfähigen Arbeitnehmer vermutlich schon nach Ende der 6-wöchigen Lohnfortzahlung krankheitsbedingt gekündigt hat!
    • Von einer später ausgezahlten betrieblichen Berufsunfähigkeitsrente werden die vollen Sozialversicherungsbeiträge für Kranken- und Pflegeversicherung abgezogen und sie ist voll zu versteuern (siehe „Muss ich für meine Berufsunfähigkeitsrente Steuern zahlen?" auf unserer Website)!
    • Bei einem Arbeitgeberwechsel kann das Guthaben einer Direktversicherung zwar i.d.R. auf einen neuen Anbieter übertragen werden, das gilt jedoch nicht für die BU! Hier ist dann ggf. ein neuer BU-Vertrag mit neuer Gesundheitsprüfung und höherem Eintrittsalter erforderlich.
    • Ein gewisses Risiko, dass Gesundheitsdaten unerwünscht an den Arbeitgeber gelangen.
    • Und für den Arbeitgeber das Risiko, ggf. für die BU einstehen zu müssen, wenn die Versicherung nicht zahlen sollte.

    Zur Kombination BU und BAV siehe auch den hier verlinkten Artikel der FAZ vom 10.5.2012.


    Das Abtrennen der BUZ und deren private Fortführung kann je nach Anbieter möglich sein - dazu sollten Sie mal bei der Ergo nachfragen @sebalang. Mit einem Neuabschluss wäre ich hier zurückhaltend wegen der Hüftdysplasie. Das gibt ziemlich sicher einen Leistungsausschluss. Und nach 10 Jahren Vertragslaufzeit sind neue Verträge aufgrund des höheren Eintrittsalters vermutlich teurer, auch wenn man einen Anbieter mit besserem Preis-/Leistungsverhältnis wählt.

    Schade, mein obiger Beitrag wurde nun von Finanztip editiert weil die (auch vom Fragesteller als nützlich empfundenen!) Links als unerwünschte "Werbung" eingeordnet wurden. Der Beitrag ist damit nun leider sehr allgemein und gehaltlos geworden, der eigentliche Informationsgehalt ging an vielen Stellen verloren und es bleiben Allgemeinplätze bzw. sinnentleerte Passagen:


    Von Finanztip editiert: "Über die Frage ein Vertrag oder zwei Verträge kann man diskutieren." statt
    Original: "Über die Frage ein Vertrag oder zwei Verträge kann man diskutieren, siehe [Link zu unserer Seite "Aufteilung auf zwei Anbieter"]."


    Von Finanztip editiert: "Anonym oder nicht hängt von der Art der Vorerkrankungen ab. Anonym hat Vor- und Nachteile."
    Original: "Anonym oder nicht hängt von der Art der Vorerkrankungen ab. Anonym hat Vor- und Nachteile, siehe [Link zu unserer Seite "Antrag Berufsunfähigkeit: Risikovoranfrage"]"


    Von Finanztip editiert: "Als Anhaltspunkt, wie man die Gesundheitshistorie aufbereiten könnte."
    Original: "Als Anhaltspunkt, wie man die Gesundheitshistorie aufbereiten könnte, hier unser [Link zu unserem Beiblatt für Gesundheitsfragen]." usw..


    Mir ist es echt peinlich, dass es nun so aussieht, als hätte ich jemand mit konkreten Fragen so platte, nichtssagende Antworten gegeben!


    Finanztip hat hier natürlich das "Hausrecht" und ich muss mich dem beugen. Mich würde aber mal interessieren, wie das die Community sieht. Werden solche weiterführenden / erklärenden Links zu unserer "enzyklopädischen" Website als "billige Werbung" wahrgenommen, oder eher als nützlich empfunden? Muss ich künftig Links zu anderen, fremden Seiten einbauen, die eine Fragestellung weniger gut erläutern?


    Danke!

    Gerne @StephanBode. Besonders freut mich, dass Sie die Verlinkung offenkundig so wahrgenommen haben, wie sie gedacht war, nämlich als Hilfestellung durch weitere Quellen und nicht als billige "Werbung".


    Unsere Website hat inzwischen einen auch in Fachkreisen anerkannten "enzyklopädischen Charakter", da ist es m.E. deutlich übersichtlicher und hilfreicher, soweit passend auf einschlägige Passagen daraus zu verweisen, statt die Community mit seitenlangen daraus kopierten Ausführungen zu "verstopfen". Oder wäre Ihnen das lieber gewesen?

    Schon interessant, wie hier Vermutungen zur Qualität von Versicherern und Tarifen eingeworfen werden. "Nicht als besonders gute Versicherung aufgefallen", "Marktführer" oder die Einschätzung als "das etwas modernere Unternehmen" bzw. "dann folgen ..." sind recht dünne Grundlagen für eine Entscheidung für die nächsten 50 - 60 Jahre! Ich wäre auch mal gespannt auf eine Definition, was "flach kalkulierte" und was "steil kalkulierte" Tarife sind.


    @crossrider macht das schon richtig, indem er definiert, was ihm bei seiner Absicherung wichtig ist, dann die bedingungsgemäßen Leistungen von Tarifen vergleicht und sich gleichzeitig auch Gedanken über seine Alterungsrückstellungen und die korrekte Beantwortung von Gesundheitsfragen (wichtig!) macht.


    Letztlich ist die Antwort auf die Frage wie so häufig eine eher mathematische. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass Lücken des alten Tarifs im Fall einer Erkrankung zum Tragen kommen, welche selbst zu tragenden Kosten entstehen dann und wie hoch ist auf der anderen Seite die Beitragsersparnis alter Tarif vs. neuer Tarif.


    Ein anderer Aspekt spielt sich auf der psychologischen Ebene ab: Wie ruhig schlafen Sie mit den dünnen Leistungen Ihres alten Tarifs @crossrider jetzt wo Sie wissen, dass eine deutlich bessere Absicherung möglich ist. Fahren Sie weiterhin guten Gewissens mit einem Dacia über die Autobahn, wenn Sie für 30 EUR mehr einen Mercedes hätten bekommen können, in dem Sie bei einem Unfall deutlich bessere Chancen haben?


    Und mal so ganz nebenbei: Beamte können sich deutlich leichter bessere Qualität leisten, da sie ohnehin nur den halben Beitrag zahlen. Außerdem können Sie (wie alle anderen auch) den Mehrbeitrag zu ca. 80% steuerlich absetzen, damit werden aus einem Beitragsunterschied von 100 EUR nur noch (100 – 100 x 0,8 x 44,31% ohne / 48,09% mit Kirchensteuer) 61,53 EUR.

    Oh, gerade erst gesehen @StephanBode. Ihre Fragen sind etwas komplexer, vieles davon behandeln wir detailliert auf unserer Webseite. Mal sehen, ob das gestrenge Communitymanagement hier ausnahmsweise ein paar weiterführende Links zulässt. Alles im Detail zu schreiben würden den Rahmen hier absolut sprengen.

    Zitat von StephanBode

    #1 Ist die Höhe der BUV (insgesamt 2.500€ bei 3.250€ Nettoeinkommen) und die Strategie, bei einem anderen Unternehmen eine zweite BUV abzuschließen, aus eurer Sicht richtig?

    Zur Höhe der Absicherung siehe unsere Seite Rentenhöhe. Im Regelfall sollte man aus unserer Sicht eindeutig das Nettoeinkommen absichern.


    Über die Frage ein Vertrag oder zwei Verträge kann man diskutieren.

    Zitat von StephanBode

    #2 Welches Vorgehen empfehlt ihr für die Beantwortung der Gesundheitsfragen? Ich würde über eine anonyme Risikoabfrage über einen Makler oder Honorarberater die Gesundheitsfragen mit den konkreten Diagnosen, die ich von meiner GKV erhalten habe, beantworten; natürlich nur für die Bereiche und Jahre, nach denen gefragt wird. Oder ist es unklug, die Diagnosen Eins zu Eins zu übernehmen?

    Anonym oder nicht hängt von der Art der Vorerkrankungen ab. Anonym hat Vor- und Nachteile.


    Makler oder Honorarberater: Gute Idee!


    GKV-Diagnose: Unklug! Natürlich muss alles sorgfältig angegeben werden, aber so, dass ein Risikoprüfer auch etwas damit anfangen kann. Dazu gehört nicht nur die Diagnose, sondern auch die Therapie und das spätere Ergebnis (idealerweise "folgenlos verheilt"), das Arzt bzw. Krankenversicherung i.d.R. gar nicht mehr mitbekommen. Als Anhaltspunkt, wie man die Gesundheitshistorie aufbereiten könnte.

    Zitat von StephanBode

    #3 Mein Vertrag aus dem Jahr 2012 kann nach 10 Jahren nicht mehr wegen fehlender/falscher Gesundheitsangaben angefochten werden; und das Versicherungsunternehmen kann seit 2017 nicht mehr zurücktreten, weil meine Angaben unvollständig waren (5 Jahre Verjährung). Das entnehme ich den Angaben unter finanztip.de/berufsunfaehigkei…sunfaehigkeit-beantragen/, was eine mögliche Anfechtung oder einen Rücktritt angeht. Im Leistungsfall könnte das Versicherungsunternehmen also höchstens wegen Gefahrenerhöhung kündigen oder den Bewilligungsprozess hinziehen. Ist das richtig?

    Es bliebe noch das Instrument der arglistigen Täuschung, siehe § 22 VVG. Aber sorry, so intensiv wie Sie sich mit dem Thema beschäftigen, ist das glaube ich eine SEHR theoretische Frage, oder? :)