Beiträge von Dr. Schlemann

    In den letzten Monaten bekommen wir verstärkt Anfragen zur Überprüfung bestehender Berufsunfähigkeitsversicherungen. Dazu als Denkanstoß ein Praxis-Tipp für alle, die schon seit ein paar Jahren eine Berufsunfähigkeitsversicherung haben: Lassen Sie Ihre BU bei einem BU-Check professionell überprüfen!


    Insbesondere für Akademiker wurde eine BU in den letzten Jahren durch eine genauere Differenzierung der Berufsgruppen deutlich günstiger. Nichtraucher werden inzwischen auch mit niedrigeren Beiträgen belohnt. Gleichzeitig wurden die Bedingungen verbessert, das Preis-/Leistungsverhältnis ist für viele aktuell deshalb deutlich vorteilhafter geworden. Wer noch gesund genug für einen Wechsel ist, kann teilweise sogar bei derselben Gesellschaft mit besseren BU-Bedingungen bis zu 30% sparen. Dabei kann man dann auch gleich schauen, ob die Konfiguration der BU stimmt (Rentenhöhe - i.d.R. das Nettoeinkommen, Laufzeit - i.d.R. bis 67, Leistungsdynamik - am besten 3%, AU-Klausel, etc.).


    WICHTIG, bitte beachten:

    1. Bei einem evtl. Wechsel der BU beginnen die Fristen gem. § 21 VVG i.V.m. § 19 VVG neu zu laufen, d.h. die 5 bzw. 10 Jahre, in denen die Gesellschaft auf Falschangaben in den Gesundheitsfragen reagieren kann (sog. "vorvertragliche Anzeigepflichtverletzung"). Bei einer bestehenden BU ist ein Teil dieser Fristen schon abgelaufen. Dieser Umstand kann relevant werden, wenn Gesundheitsfragen nicht sorgfältig genug beantwortet werden. Bei einem evtl. Wechsel muss man also besonders genau auf die korrekte Beantwortung der Gesundheitsfragen achten. Ganz auf Nummer sicher geht man mit der Einholung von Auskünften von Krankenversicherung und behandelnden Ärzten (Einsichtsrecht nach § 630g BGB).
    2. Vor einer Kündigung der bestehenden Berufsunfähigkeitsversicherung bitte immer erst einen neuen Vertrag abschließen. Erst mit der Police in Händen ist der neue Vertrag in trockenen Tüchern. Bei einer Ablehnung des neuen Versicherers und einer voreiligen Kündigung steht man sonst möglicherweise ganz ohne Versicherungsschutz da!
    3. Bedingungswerke haben sich in den letzten Jahren häufig verbessert, manche Regelungen wurden dabei aber auch still und leise verschlechtert. Deshalb sollte man sich die Unterschiede der Bedingungen alte BU vs. neue Berufsunfähigkeitsversicherung im Detail erklären lassen und abwägen.

    Bei einem Überprüfung von Berufsunfähigkeitsversicherungen, die schon älter als ca. 5 Jahre sind, überwiegt häufig der Vorteil des günstigeren Eintrittsalters die Ersparnis der aktuellen Tarife. In diesen Fällen steht bei einem BU-Check die qualitative Verbesserung bzw. die Anpassung der Absicherung an den aktuellen Bedarf (z.B. Aufstockung) im Vordergrund.


    Ansprechpartner für einen solchen Check einer Berufsunfähigkeitsversicherung kann z.B. der Versicherungsmakler sein, bei dem Sie Ihre BU damals abgeschlossen haben oder einer der von Finanztip empfohlenen BU-Spezialisten. Das müssen nicht unbedingt wir sein :).


    Wer hat mit einem Check bestehender Berufsunfähigkeitsversicherungen schon Erfahrungen gemacht? Sprechen Ihre Vermittler / Makler / Berater das von sich aus aktiv an? Wenn nein, sollten Sie selbst aktiv werden - es geht um Ihr Geld und um optimalen Versicherungsschutz.

    Hallo puetzfu , bei der Einführung bin ich mir nicht ganz sicher, ob Sie Ihre Frage gerne von mir beantwortet hätten oder lieber von der Community? :)


    JDS hat schon richtig beschrieben, dass sich BU Leistungen und Krankengeld begrifflich ausschließen, das Krankengeld ersetzt also nicht die BU, geht dieser aber häufig voraus.


    Sobald Sie "Ihr Schäfchen im Trockenen" haben und ein Unfall oder eine längere Erkrankung Sie finanziell nicht mehr ins Schleudern bringen, könnten Sie Ihre BU eigentlich kündigen. Das mag bei Ihnen der Fall sein.


    Für „kaufmännisch Denkende“ mag noch die höhere Wahrscheinlichkeit eine Rolle spielen, von einer BU-Rente im höheren Alter zu „profitieren“. Der BU Beitrag ist ähnlich kalkuliert wie der Beitrag in der privaten Krankenversicherung , d.h. in jungen Jahren zahlen Sie einen Beitrag, der über Ihrer individuellen BU-Wahrscheinlichkeit liegt und im Alter ist Ihr Risiko höher, als Ihr Beitrag. Mit der Ersparnis aus den jüngeren Jahren wird die Beitragsstabilisierung im Alter bezahlt, so dass der Beitrag konstant bleibt. Das heißt letztlich, dass die Jahre ab 60, für die Sie in jüngeren Jahren bereits einen höheren Beitrag bezahlt haben, für Sie rechnerisch die „lohnendsten“ sind.


    Bei Ihrer individuellen Wahrscheinlichkeitsrechnung spielt natürlich auch noch eine Rolle, wie fit Sie noch sind und ob Sie gefährlichen Tätigkeiten / Hobbies nachgehen. Hier mal ein Rechenbeispiel, das Sie auf https://www.wie-ist-mein-bu-risiko.de/#risiko individualisieren können :)



    Hilft das bei Ihren Überlegungen?

    Das Liebesleben von Ärzten und Landmaschinenschlossern unterscheidet sich vermutlich nur unwesentlich Referat Janders . ;) Bei finanziellen Themen sind die Bedürfnisse aber schon recht unterschiedlich. Fünf kurze Stichworte dazu:

    • Infektionsklausel bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung
    • Spezielle Ärztetarife in der privaten Krankenversicherung (sofern Landmaschinenschlosser überhaupt die Wahl zwischen GKV und PKV haben)
    • Versorgungswerk statt Rentenversicherung
    • Ein größeres "Geldanlageproblem" aufgrund höheren Einkommens und höherer Steuerlast
    • Notwendigkeit einer Berufshaftpflichtversicherung
    • usw.

    Generell ist es bei der Beratung schon sehr hilfreich, wenn der Berater die beruflichen und finanziellen Rahmenbedingungen seiner Zielgruppe aus dem Effeff kennt und weiß, wann welche Weichen zu stellen sind. Da ist es ganz praktisch, seit 30 Jahren mit einer Ärztin verheiratet zu sein, die für uns auch als Gesellschaftsärztin komplexere medizinische Fragen bei Antragstellung, Risikoprüfung und Leistungsprüfung klärt bzw. bei Bedarf auch mal mit Risikoprüfern und Versicherungsärzten auf Augenhöhe kundenfreundliche Lösungen verhandelt. Das ist einer der Gründe, weshalb Ärzte seit Jahren einen sehr großen Teil unserer Mandantschaft bilden. :)

    Das ist jetzt aber zu viel der Ehre mocky , dass diese beiden Threads das "halbe Forum" ausmachen :). Den von uns beratenen Kunden können und wollen wir nicht vorschreiben, wo sie was posten wenn sie von uns zu beiden Themen beraten wurden. Ich werde Ihrer Anregung folgend aber meine Reaktionen darauf gerne mehr individualisieren, damit das Lesen für Sie abwechslungsreicher bleibt. :)

    Altsachse , angesichts des von Ihnen gewählten Pseudonyms vermute ich, dass Sie weder eine Berufsunfähigkeitsversicherung noch eine private Krankenversicherung benötigen. Insofern sind Sie wohl nicht Zielgruppe dieses Threads. Für andere Ratsuchende dürfte es aber hilfreich sein, jeweils aktuelle Rückmeldungen von unterschiedlichen Personen mit unterschiedlichem beruflichen Hintergrund zu lesen. Oben hat Xenia Ihnen ja beschrieben, wie Sie vorgehen können, damit Sie die positiven Erfahrungen nicht mehr zu lesen brauchen. :)

    mocky es ist glaube ich deutlich erkennbar, dass wir uns hier nicht "selbst beweihräuchern", sondern dass - genau im Sinn des Threads - unsere Kunden über ihre Erfahrungen mit unserer Beratung berichten. Wenn wie hier jemand sowohl zu BU als auch PKV beraten wurde, finde ich es nachvollziehbar, dass derjenige diese Erfahrung dann auch parallel im jeweiligen Thread teilt. Ratsuchende zum Thema PKV schauen ja nicht unbedingt in den BU Thread und umgekehrt.

    Erst überlegte ich kurz, wer sich hinter FPLE verbirgt. Beim Lesen des Textes wurde mir das dann aber schnell klar :). Gerade nach einer wirklich sehr intensiven, in die Tiefe gehenden "wissenschaftlichen" Beratung über einen längeren Zeitraum freue ich mich besonders über eine so nette positive Rückmeldung. Ihr Ringen um die "richtige" Lösung war immer sehr charmant und authentisch und wir haben ja auch zwei wichtige Themen - Berufsunfähigkeit und private Krankenversicherung - besprochen, die gut durchdacht sein wollen. Endlich werde ich auch mal wieder selbst gelobt, nicht nur meine Kollegen ;). Vielen Dank!! :thumbsup:

    Erst überlegte ich kurz, wer sich hinter FPLE verbirgt. Beim Lesen des Textes wurde mir das dann aber schnell klar :). Gerade nach einer wirklich sehr intensiven, in die Tiefe gehenden "wissenschaftlichen" Beratung über einen längeren Zeitraum freue ich mich besonders über eine so nette positive Rückmeldung. Ihr Ringen um die "richtige" Lösung war immer sehr charmant und authentisch und wir haben ja auch zwei wichtige Themen - Berufsunfähigkeit und private Krankenversicherung - besprochen, die gut durchdacht sein wollen. Endlich werde ich auch mal wieder selbst gelobt, nicht nur meine Kollegen ;). Vielen Dank!! :thumbsup:

    TT1807 , mit diesen Vorerkrankungen gehe ich davon aus, dass Sie sich leider keine Sorgen um Qualität und Preis-/Leistungsverhältnis einer BU zu machen brauchen. Diabetes ist für die meisten BUs schon ein klares KO Kriterium. Mit dem zusätzlichen GdB von 60% dürfte auch die myLife Diabetes-BU nicht klar kommen. Sorry!

    Hm, wie lange verfolgen denn jemand, der jetzt mit 28 Jahren über die Wahl des "richtigen" Krankenversicherungssystems nachdenkt, die Folgen seiner Entscheidung? Könnte da der Eindruck entstehen, dass es um die nächsten 50, 60 oder sogar 70 Jahre geht? Könnte es dann legitim sein, genau so lange in die Vergangenheit zu schauen, um die Zukunft zu prognostizieren? ;) Wenn die Inflation wieder anzieht (erste Zeichen dafür gibt es ja schon und über 60 Jahre wird das mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit immer mal wieder passieren), kann es durchaus wieder "Lohnrunden wie in den 70ern" geben. :)

    Auf der einen Seite Ausgaben pro Patient durch Leistungskürzungen und Zuzahlungen verringern und auf der anderen Seite Beiträge erhöhen macht die GKV ja schon seit Jahren. Durchschnittliche Erhöhung des Höchstbeitrags von 1970 bis 2021: 5,77% pro Jahr! Bürokratieabbau wäre mal etwas Neues. Wozu über 100 gesetzlichen Krankenversicherungen, die alle zu 98% die gleichen Leistungen bieten? Dann würden aber die Kleinfürsten im Vorstand der jeweiligen GKVs ihre Jobs verlieren, also nimmt das keiner in Angriff.

    Die Debeka scheint diese Masche häufiger zu versuchen, um mit der Auszahlung von nur noch 0,9% statt 2,25% Garantiezins (genau gesprochen Höchstrechnungszins) Geld zu sparen, siehe z.B. diesen Artikel in procontra aus 2020. Beschwerden bei Versicherungsombudsmann und BaFin sind durchaus einen (kostenlosen) Versuch wert, beide kennen die Debeka schon gut. Die Chancen einer Klage könnten aber auch gut stehen - meint jedenfalls das Amtsgericht Bamberg (Az.: 0103 C 1015/17 – rechtskräftig). Spätestens an dieser Stelle sollte aber ein entsprechend spezialisierter Rechtsanwalt ran.