Beiträge von Achim Weiss

    Meldung von heute:


    https://de.finance.yahoo.com/n…v-132933121--finance.html


    Trotz der Insolvenz der Bayerischen Energieversorgungsgesellschaft (BEV) haben ehemalige Kunden einen Anspruch auf den einst versprochenen Neukundenbonus. Das Oberlandesgericht (OLG) München entschied am Dienstag, dass der Insolvenzverwalter den Bonus nicht mit der Begründung vorenthalten durfte, dass Kunden eine Mindestbelieferungsdauer nicht eingehalten hätten, wie ein Sprecher des Gerichts mitteilte. Die Musterfeststellungsklage hatte 2019 der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) eingereicht.


    Wenn dieses Urteil so stehenbleibt, hätte es sich also gelohnt, den Neukundenbonus komplett von der Nachforderung des Insolvenzverwalters abzuziehen. Bei mir hätte das seine Nachforderung überstiegen, er hätte also kein Geld von mir bekommen.


    Zurück bekommt man aber aus der Insolvenzmasse voraussichtlich nichts.


    Egal, ich habe auch so ein gutes Geschäft gemacht, dem "Sofortbonus" sei Dank.

    Ich habe mal Dein Zitat etwas zusammengefaßt (und die entsprechenden Stellen markiert). Bitte korrigiere mich, wenn ich da etwas falsch verstanden haben sollte.


    Ich hätte das genauso gemacht wie Du. Du wußtest, daß Du noch die Rechnung der BEV überzahlt hast, hast Dir daher den letzten (oder die letzten beiden) Abschläge zurückgeholt, als das noch möglich war.


    Jetzt ist die Endabrechnung gekommen.


    Ist die Endabrechnung nach Deiner Ansicht nach korrekt?
    Ist der Neukundenbonus korrekt abgerechnet?


    Wenn das beides zutrifft und dann noch eine Differenz übrigbleibt, die BEV (bzw. der Insolvenzverwalter) von Dir zu bekommen hat, dann würde ich diese Differenz an den Insolvenzverwalter bezahlen. Damit wäre für mich die Angelegenheit erledigt. In diesem Falle würde ich mir auch nicht die Mühe machen, mich an der Musterfeststellungsklage zu beteiligen. Wozu auch? Was soll dabei für Dich herauskommen?


    Ich würde mich von dem Musterschreiben des Insolvenzverwalters nicht verrückt machen lassen, der Dir schreibt: Abschläge nachzahlen (das ist echtes Geld) und Deine Forderung auf eine Liste schreiben lassen, aufgrund derer vermutlich nichts herauskommen wird. So blöd müßte man sein! Ich wäre es nicht, Du hoffentliich auch nicht.

    @markee1


    Jeder zahlt seine Rechnungen selbst, jeder entscheidet also selbst, was er macht.


    Ob ein Neukundenbonus fällig ist, wenn ein Anbieter unterjährig insolvent wird, wird just jetzt geklärt, da hat maierhuber recht. Das kostet Dich nichts, beteilige Dich doch einfach an dieser Sammelklage und halte ansonsten die Füße still.


    Meine BEV-Rechnung ist mir im Mai des letzten Jahres ins Haus geflattert (3 Monate nach Insolvenz). Sie war korrekt berechnet, also habe ich sie zeitnah bezahlt und habe für mich damit die Chose abgehakt.


    Ich mag manchmal etwas naiv sein, aber so naiv, daß ich nun dem Insolvenzverwalter echtes Geld bezahle und mich mit meiner eigenen Forderung in die Schlange der Insolvenzgläubiger einreihe (diese Forderung also faktisch abschreibe), bin noch nicht einmal ich.


    Mehr als die Differenz hätte der Insolvenzverwalter von mir im letzten Jahr nicht bekommen -- und ich hätte mich auch von salbungsvollen Worten nicht beeindrucken lassen, die den Insolvenzverwalter nicht mehr als das Papier und das Porto kosten.


    Klar: Man lebt am einfachsten, wenn man immer gleich das zahlt, was andere Leute von einem wollen, und zwar selbst dann, wenn eine Forderung unberechtigt ist.


    Gleich zahlen spart Nerven, kostet aber Geld.


    Wenn Du zu diesen gehörst, muß ich Dich allerdings fragen, warum Du überhaupt einen Vertrag mit einem Energiediscounter abgeschlossen hast, kann man doch schließlich wissen, daß solche Geschäftsbeziehungen gern mal etwas rauh verlaufen. Wer dieses Risiko minimieren möchte, darf keinen Vertrag mit einem Energiediscounter abschließen.


    Gerade gestern ist bei mir ein Schreiben des lokalen Amtsgerichts angelangt: Ein einschlägig bekannter Energiediscounter hat seine Klage gegen mich zurückgezogen. Er hatte nachträglich von mir einen erhöhten Grundpreis haben wollen, dessen Deklaration er in einer Werbe-E-Mail versteckt hatte und die deswegen nicht gültig war. Ich habe mich hartnäckig geweigert zu bezahlen und mich von Mahnungen, Inkassoschreiben und einem gerichtlichen Mahnbescheid nicht ins Bockshorn jagen lassen. Deswegen hat er mich schließlich nach 4 Jahren auf Zahlung verklagt. Die Verjährungsfrist für solche Forderungen beträgt aber nur 3 Jahre ...


    Wer den Dampf fürchtet, darf nicht in die Küche gehen.

    @meierhuber


    Ich schlage vor, Du läßt einfach markee antworten und die Unklarheiten ausräumen. Ich habe ja geschrieben, was noch unklar ist.


    Markee scheint aus der Endabrechnung eine Forderung von 30 Euro zu haben, er hat aber einen Abschlag noch zurückgeholt, damit bleibt nach meiner Rechnung ein Betrag von 40 Euro, den der Insolvenzverwalter noch zu bekommen hat. Ich hätte das (wie geschrieben) längst bezahlt, man kann aber natürlich auch darauf spekulieren, daß der Insolvenzverwalter einen so kleinen Betrag nicht gerichtlich geltend macht.


    Wegen weniger Euros Neukundenbonus würde ich nicht selbst herumklagen. Grundsätzlich steht einem einem der Neukundenbonus erst nach einem vollen Belieferungsjahr zu, und die Bedinungung scheint hier nicht erfüllt zu sein.


    Man könnte andererseits argumentieren, daß der Neukundenbonus Teil der Kalkulation ist, der dem Kunden zeitanteilig zusteht, wenn der Anbieter während des betreffenden Jahres pleite geht. Ob dieser Gedanke aber gerichtsfest ist, weiß ich nicht und habe daher in meinem Fall beschlossen, den entgangenen Neukundenbonus bei der Abschlußzahlung nicht zeitantelig zu berücksichtigen.

    @markee


    Wie jetzt genau?


    Du hast vor einem Jahr eine Schlußrechnung erhalten. Die Gaslieferung war teurer als die Summe Deiner Abschläge, also hätte BEV von Dir prinzipiell Geld zu bekommen. BEV hat Dir aber den Sofortbonus nicht ausbezahlt, sondern erst auf der Rechnung gutgeschrieben, so daß letztlich eine Erstattung von 30 Euro herausgekommen wäre. Die hat man Dir aber nicht geleistet.


    Du hast allerdings einen Abschlag in Höhe von 70 Euro zurückgeholt (sicher ist sicher), der auf der Rechnung noch als "bezahlt" berücksichtigt ist.


    Ist das richtig so?


    Wenn das so stimmt, hätte ich an Deiner Stelle direkt nach Empfang der Schlußrechnung die 40 Euro Differenz überwiesen (und dem Insolvenzverwalter dann die Aufrechnung per Fax oder E-Mail erläutert) und hätte vermutlich dann nie mehr etwas von der Sache gehört.


    Das hast Du aber nicht gemacht, bist momentan also 40 Euro beim Insolvenzverwalter in den Miesen.


    Wenn einer einen kleinen Betrag von einem haben will, muß man sich überlegen, ob man zahlt oder eine Klage gegen sich riskiert. Ein großes Kostenrisiko ist sie nicht, aber sie ist eine Menge Schreiberei, wenn sie einem ins Haus flattert, auch muß man erstmal einen Rechtsanwalt finden, der für einen so kleinen Streitwert überhaupt tätig wird.


    Ich würde die Sache vermutlich aussitzen -- aber bitte nicht zuviel Korrespondenz mit dem Insolvenzverwalter! Damit machst Du Dich schnell angreifbar.

    Bei mir ist auch eine Rechnung gekommen, und zwar in der Höhe, wie ich sie vorher extrapoliert hatte. Ich lasse bei Versorgern immer eine Excel-Rechnung mitlaufen (und bringe die mindestens monatlich auf den aktuellen Stand), die mir zeigt, wie ich dem Lieferanten gegenüber stehe.


    Den Sofortbonus habe ich zur rechten Zeit noch im letzten Jahr bekommen. Wäre er noch offen gewesen, hätte ich die letzte Buchung zurückgeholt, weil die zu erwartende Endrechnung kleiner war als der Sofortbonus. Selbst dann, wenn ich die Endrechnung gegen den Sofortbonus aufgerechnet hätte, hätte das ja nicht gereicht. Aber in die Verlegenheit bin ich ja nicht gekommen.


    Der Neukundenbonus hingegen ist erst nach 12 Monaten fällig. Ich habe erwogen, den Neukundenbonus zeitanteilig von dieser Rechnung abzusetzen, weil ja nicht ich den Vertrag nicht erfüllt habe, sondern der Lieferant. Ich habe das dann aber verworfen, weil es nur ein paar Kröten gewesen wären, um deretwegen ich keinen Streit riskieren wollte.


    Es wäre mir lieber gewesen und ich hätte mich besser gestellt, wenn BEV das Lieferjahr überlebt hätte, aber auch so habe ich insgesamt kein schlechtes Geschäft gemacht. Ein bißchen Zock ist immer.

    Kreuna: Was Deine Bekannte jetzt machen soll?
    a) Ruhig Blut bewahren
    b) Beim neuen Anbieter anrufen und nachhaken.
    Die Insolvenz der BEV ist branchenbekannt, jeder Heißleiner weiß davon. Anrufen, schauen, was beim Anruf herauskommt, ggf. E-Mail nachschieben. Bis zum 1.4.20_19_ ist es ja noch ein Weilchen, ganz davon abgesehen, daß die Abrechnung des Gasverbrauchs ein rein bürokratischer Vorgang ist.


    Mein neuer Anbieter hat mir mitgeteilt, daß ein Wechsel weg von BEV als "Neueinzug" gelte und nicht als "Betreiberwechsel", was bedeutet, daß der Beginn des Vertrages in diesem Fall sogar rückdatiert werden kann (was dem Grundversorger die Berechnung weniger Tage Ersatzversorgung spart.


    Das wird sich schon zurechtziehen, man muß als Kunde allerdings am Ball bleiben.

    Nicht zuviel Zirkus machen. Wer sein Konto regelmäßig prüft, holt eventuelle Lastschriften schnell zurück. Ich halte es für überflüssig, ein Lastschriftmandas zu widerrufen.


    Saidi: Es gilt für den Kontoinhaber die Vereinbarung, daß er Lastschriften bis zu 8 Wochen nach Abbuchung zurückholen kann. Das ist meines Wissens unabhängig davon, ob ein Zielkonto "gesperrt" ist oder nicht. Wäre das nicht so, könnte ein Betrüger von seinem Konto eine Reihe betrügerischer Lastschriften einziehen, das Konto dann schließen und sperren lassen und wäre fein heraus.

    Ich mache mich anderswo regelmäßig unbeliebt mit der Feststellung, daß geschriebenes Recht und gelebtes Recht zwei Paar Stiefel sind.


    Zahlungen aus Verträgen unterliegen dem Zivilrecht. Wenn Du nicht zahlst, obwohl Du mußt, kann man Dich zur Zahlung verurteilen. Ins Loch wirst Du deswegen nicht kommen.


    Wenn ein Geschäftspartner insolvent wird und man hat noch Forderungen gegen ihn, dann gilt das Motto: "Rette sich, wer kann!"


    Das heißt für Dich: Wenn Du noch Geld von BEV zu bekommen hast und andererseits zeitlich noch die Möglichkeit, eine oder gar mehrere Lastschriften zurückzuholen, dann solltest Du ernsthaft erwägen, das zu tun. Dann bucht Deine Bank das Geld erstmal (no questions asked) zurück.


    Es kann schon sein, daß das dem Insolvenzverwalter nicht gefällt, und er Dir deswegen einen bösen Formbrief schreibt. Aber es ist entscheidend besser für Dich, das Geld ist erstmal auf Deinem Konto und der Insolvenzverwalter muß es von Dir anfordern (oder es gar von Dir herausklagen) als das Geld ist auf dem Konto der BEV (und damit in der Insolvenzmasse), wo es für Dich vermutlich verloren ist.


    Wohlgemerkt: Ich fordere Dich nicht auf, über Gebühr Geld zurückzuholen (wenngleich das eventuell möglich ist).


    Ich war auch bei der BEV, die von mir noch Geld zu bekommen hat. Ich werde meine Schuld bezahlen, wenn mir dann in ferner Zukunft mal eine korrekte Endabrechnung auf dem Tisch liegen wird. Ich zahle meine Rechnungen, und zwar auch dann, wenn ich vermuten kann, daß sich das insolvente Gegenüber ob des geringen Betrags den Zirkus einer Klage vermutlich nicht antun wird.


    Mir gegenüber ist BEV nicht unseriös aufgetreten, sie sind nur pleite (kann ja mal vorkommen).