Beiträge von Andreas

    Was ich letztlich sagen will: Als Laie sollte man nicht glauben man könne durch geschickte Auswahl des besten ETF auf den xy Index was gewinnen. Letztlich hilft nur eine maximale Sparrate und konsequentes dranbleiben.

    So ist es. Ein Index ist ein Index ist ein Index.


    DEN besten ETF gibt es nicht. Hier muss letztlich - nach Auswahl des richtigen Index - jeder den ETF finden, der am besten zu einem passt. Der eine mag z.B. Thesaurierer, der andere lieber Ausschüttungen...


    Jeder legt halt andere Kriterien und Gewichtung für diese an. Mir ist z.B. wichtig:


    geringer TER
    kleiner Tracking Error
    vollständige physische Replikation
    keine Wertpapierleihe
    Fondsvolumen > 100 Mio.
    steuereinfach
    sparplanfähig
    ausschüttend


    Die Liste lässt sich erweitern. Meist scheitert das Ganze am Angebot, d.h. für bestimmte Indizes finde ich einfach keinen ETF. Hier heißt es Kompromisse machen, so dass wir bei deinem letzten Satz wären: Index auswählen; sich für einen ETF entscheiden; Sparrate nach oben schrauben; das Zeug nicht anfassen [Blockierte Grafik: http://www.finanztip.de/community/wcf/images/smilies/smile.png].


    Der Effekt zwischen ETF110 und IMI geht gegen null.

    Nicht ganz. Nominell natürlich schon, aber risikoadjustiert nicht. Der MSCI ACWI IMI bildet aktuell 8668 Unternehmen ab, der MSCI World TRN 1656. Das sind weniger als 20% vom IMI. Bei gleicher Zielrendite ist die Streuung beim IMI deutlich besser, d.h. das Chance-Risiko-Profil ist vorteilhafter.


    Aber zugegeben: Wir reden über Nuancen. Die Gewichtung der Small Caps im IMI ist sehr klein, die Indexentwicklung in der Rückschau daher nahezu identisch. Wie wird sich das mit den aufstrebenden Volkswirtschaften in den nächsten 30 Jahren entwickeln? Ich weiß es schlicht nicht. Ich weiß nur, dass ich mit dem IMI nahezu den kompletten Markt abdecken kann. Warum sollte ich mich mit weniger zufrieden geben?




    Es lässt sich aber hier ein von mir oben beschriebener Effekt beobachten. Vergleicht man den IMI mit einem "normalen" World, zb von Comstage der ETF110, hat der IMI ein TER von 0,4%, der ETF110 von 0,2%. Über 5 Jahre hat der IMI trotz höherem TER eine bessere Performance.... Allerdings nur +0,34% ( nicht p.a. sondern über 5Jahre!).

    Gut beobachtet. Diesen Effekt finde ich ganz interessant. Ich muss auch zugeben, bisher ist mir das nicht aufgefallen. Hast du da noch mehr Zahlen? Gibt es wirklich eine Korrelation zwischen "hoher" TER und kleinem Tracking Error?

    Hallo @ChefCurry,


    die comdirect kann man - wie @chris2702 schon bestätigt hat - empfehlen, wenn es um das Sparplanangebot an ETF geht. Ich rate von der Zwei-Fond-Lösung ab, weil es eben operativen Aufwand bedeutet, mehrere Sparpläne zu betreuen und Rebalancing zu machen. Du schreibst ja selber, dass du eine "unaufwändige Lösung" suchst.


    Daumenregal: Je kleiner Sparrate und Vermögen, desto weniger macht eine Produktsteuung und Auftreilung auf x ETF, Sinn, um z.B. den Markt Vietnam mit einem Anteil von 2% an der Gesamtvermögensallokation zu halten. Für den langfristigen Erfolg ist das vollkommen irrelevant. Zudem verhageln dir die operativen Kosten beim Rebalancing die Rendite.


    Um es klar zu sagen: Entscheidend sind nur drei Punkte. (1) Wirklich Sparen!, am besten automatisiert, (2) einen kostengünstigen ETF suchen (TER <0,5% p.a.), (3) Augen zu und durch, also dabeibleiben und liegen lassen.


    Was heißt das konkret für dich? Ich würde mir den MSCI ACWI IMI (IMI=Investable Market Index) anschauen. Das ist ein marktbreiter Index >8600 Unternehmen. Er deckt >99% des weltweiten Aktienmarkts ab und enthält Large Caps, Mid Caps und Small Caps. Außerdem deckt er 23 Industrieländer und 24 Emerging Markets ab (Anteil ~11%). Die ganze Welt in einem Index. Einfacher geht es nicht. Mehr Details dazu hier.


    Bei der comdirect gibt es auf den ACWI IMI z.B. den sparplanfähigen Fond "SPDR MSCI ACWI IMI UCITS ETF - USD ACC" (WKN: A1JJTD). Kosten 0,4% p.a. überschaubar, physische (sampling) Replikation, keine Wertpapierleihe und thesauriend, damit du dich nicht um die Wiederanlage kümmern musst. Einen Nachteil will ich nicht verschweigen: Der Fond ist mit knapp >50 Mio USD nicht sonderlich groß. Hier besteht also die Gefahr der Schließung und eines ggf. steuerlich sehr hässlichen Zwangsverkaufs. Hier kommt es auf deine steuerliche Situation an. Das musst du für dich abwägen. Falls dir diese Gefahr zu groß ist, kann man auch auf einen ACWI ETF ausweichen, der Unterschied zum ACWI IMI ist nicht gigantisch.


    Ach ja, falls du unbedingt einen sehr hohen EM Anteil haben willst, wirst du um die Zwei-Fond-Lösung nicht vorbeikommen...


    Ich hoffe, die Gedanken helfen dir ein bisschen weiter.

    Meine Erfahrung ist, dass gerade bei kleinen Kindern und bei Geburt von Geschwistern die Kosten in den ersten Jahren gar nicht so sehr steigen.


    Einmal eine kleine Liste mit Gedanken, die man sich machen und abwägen kann, falls Kind 2 oder 3 ansteht (anstehen soll):


    • Elterngeld - zumindest Sockelbetrag kommt zusätzl. rein + Geschwisterbonus (bei Streckung auf 24 Monate, ein nettes Zusatzeinkommen)
    • Kindergeld - zusätzl. 200 EUR pro Monat mehr
    • Kinderbetreuung - ja nach Region/Kreis/Stadt unterschiedlich. Bei uns gibt es z.B. einen Discount für Familien mit mehreren Kindern, abhängig von der Kinderzahl --> sofort weniger Ausgaben für Geschwisterkinder. Weiterer Discount möglich, wenn mehrere Kinder parallel KIGA oder KITA besuchen.
    • Wohnkosten - Platz ist in der kleinsten Hütte. Müssen (Klein-)Kinder ein eigenes Zimmer haben? Zu Beginn sicher nicht --> Umzug kann hinausgezögert werden
    • Spielsachen - bei uns bekommen die Kleinen so viel von der Verwandtschaft, dass wir selbst gar nichts mehr kaufen müssen. Spielsachen können von jedem weiteren Kind mitbespielt werden --> Keine Mehrkosten
    • Nebenkosten - Müllgebühren steigen minimal. Heizkosten bleiben in etwa gleich. Ich heize die Wohnung so oder so, ob ein Kind mehr oder weniger da ist. Warmwasserkosten steigen vielleicht minimal in den ersten Wochen, danach eher gleich. Wenn gebadet wird, ist es der Wanne egal, ob 1,2 oder 3 Kinder drinsitzen. Kaltwasser steigt leicht. Stromkosten bleiben konstant. Licht brennt für alle. Auch der Kühlschrank läuft für alle. Beim Kochen ist auch egal, ob für 3 oder 5 gekocht wird.
    • Essen - klar mehr Leute essen mehr. Bei kleinen Kindern ist das aber überschaubar.
    • Gesundheitsausgaben - gerade am Anfang wird bei gesetzl. Versicherten ziemlich viel von der KK bezahlt. Zahnarzt könnte später ein Kostenpunkt werden.
    • Urlaub - wird teurer, vor allem weil man in der Ferienzeit fahren muss. Der Effekt ist wahrscheinlich stärker als ein weiteres Kind. Fahrtkosten in den Urlaub bleiben gleich. Unterkunftskosten steigen wegen größerer FeWo leicht. Ausflüge (Seilbahn, Eintritte etc.) hauen richtig rein. Verpflegungskosten kann man minimieren durch selbstkochen. Wer geht mit 3 Kindern täglich essen? Klar macht man zu fünft anders als ein Pärchen Urlaub. Ist er deshalb schlechter? Nein, er ist anders und macht mit Kindern auch Spaß!
    • Auto - leicht höhere Kosten wegen vermehrten Arztbesuchen und Kinderveranstaltungen. Drittes Kind führt zu der unweigerlichen Erkenntnis, dass man einen Van braucht, in den drei Kindersitze nebeneinander passen. Das sind zunächst mal Einmalkosten, aber das alte Auto hätte sowieso irgendwann mal ersetzt werden müssen. Das muss man halt vorziehen.
    • Bildung - ja, Kosten für die Schule, Klassenfahrten werden immer mehr je älter die Kinder werden. Das dicke Ende kommt wie immer zum Schluss [Blockierte Grafik: http://www.finanztip.de/community/wcf/images/smilies/biggrin.png] , wenn z.B. alle Kinder parallel studieren wollen.


    Ich glaube, dass man auch gut mit 2 oder 3 Kindern zurechtkommt. Man sollte es sich aber nicht so schwer machen und glauben, den gleichen Konsum- und Lebensstandard in allen Lebensbereichen fahren zu können und zu müssen wie das Doppelverdienerpärchen tun. Das werden nur die wenigsten schaffen...


    Aber: Kinder brauchen in den ersten Jahren kein Geld, sondern ganz viel Zuneigung, Liebe, Zeit und Aufmerksamkeit!

    Hallo @dududave,


    für die Altersvorsorgeplanung empfiehlt es sich immer, nicht nur die Bruttowerte zu betrachten, sondern auch die Abgaben und Steuern mit einzubeziehen, um Alterseinkünfte bedarfsgerecht zu strukturieren. Aktuell verhält es sich vereinfacht so:


    • Gesetzliche Rente:
      Prinzipiell steuerpflichtig (Rentenbeginn ab 2040 zu 100%, vorher anteilig). Bei Pflichtversicherung in der Krankenversicherung der Renter (KVdR) fallen 7,3% KV, 2,55% PV (Kinderlose 2,8%) + ggf. Zusatzbeiträge der individuellen Krankenkasse an, also in Summe 9,85% + x. Dieser Betrag wird von der DRV von der Bruttorente direkt einbehalten und an die KK abgeführt. Privatversicherte zahlen weiterhin ihre vertraglich festgelegte individuelle Prämie. Arbeitslosenversicherungs- und Rentenbeiträge fallen nicht mehr an, weil man ja jetzt in Rente ist.
    • Riester:
      Riesterrenten sind prinzipiell zu 100% steuerpflichtig. Sozialabgaben falllen (bisher! -> nachträgliche Gesetzesänderung bei Betriebsrenten lässt grüßen) nicht an.
    • Betriebliche Altersvorsorge:
      Steuerpflicht gilt analog zur GRV. Pflichtversicherte in der KVdR müssen auf Auszahlungen aus Betriebsrenten die vollen Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge entrichten, also aktuell 2,55% PV (Kinderlose 2,8%) und 14,6% KV (ja, auch den Arbeitgeberanteil!). Privatversicherte zahlen analog zur GRV ihre eigene Prämie.
    • Kapitaleinkünfte:
      Kapitaleinkünfte sind dem Grunde nach steuerpflichtig. Oberhalb des Freibetrags von 801 EUR fallen die Abgeltungssteuer von 25% + Soli + ggf. Kirchensteuer an. Sozialabgabenpflicht besteht für Pflichtversichte in der KVdR nicht, bei freiwillig gesetzl. Krankenversicherten fallen auf das Kaptialeinkommen ggf. KV+PV Beiträgen an. Hier kommt es darauf an, ob die Gesamteinkünfte mit den Kapitaleinkünften unterhalb oder oberhalb der SV-Beitragsbemessungsgrenze liegen.


    Dies ist nur ein grober Überblick. Im Detail ergeben sich zahlreiche Ausnahmen. Wichtig ist, das zwischen freiwillig Krankenversicherten, Pflichtversicherten und Privatversicherten erhebliche Unterschiede bestehen. Das sollte bei den Planungen berücksichtigen.

    Die Begrifflichkeiten sind beim Thema Riester etwas verwirrend. Insofern ist es schön, dass @schmidt und @chris2702 diese sinnvolle Diskussion angestoßen haben, weil man die Erkenntnisse daraus auf seinen eigenen Vertrag übertragen kann.


    Wir nehmen also noch einmal das Beispiel von test.de: "Bei unserem Sparer mit dem 20 000-Euro-Einkommen und zwei Kindern müssten 800 Euro im Jahr in den Riester-Vertrag fließen. Seine Zulagen betragen 754 Euro im Jahr (1 x Grund­zulage von 154 Euro + 2 x Kinder­zulage von je 300 Euro)." Prinzipiell betrachtet test.de in seiner Rechnung nur die Ansparphase, d.h. der steuerliche Nachteil in der Auszahlungsphase wird zunächst nicht betrachtet.


    Der besagte Sparer muss 800 EUR (4% seinen versicherungspflichtigen Vorjahreseinkommens von 20kEUR) in seinen Vertrag einzahlen, darf aber die erhaltenen Zulagen gegenrechnen, sprich abziehen. D.h. es bleibt ein Eigenbetrag von 800 EUR - 754 EUR = 46 EUR. Mindesteigenbeitrag für die Zulageberechtigung ist aber 60 EUR, so dass 814 EUR in seinen Vertrag fließen.


    Mit diesen Zahlen kann man nun rechnen:

    • Vater Staat hat am Gesamtbeitrag einen Anteil von 92,6% (= 754 EUR / 814 EUR). Das ist die staatliche Förderquote.
    • Aus Sicht des Altersvorsorgesparers sieht die Sache aber anders aus. Er wendet ja nur 60 EUR jährlich auf, bekommt 754 EUR on top, so dass jedes Jahr 814 EUR bereit stehen. Er hat eine individuelle Förderquote von 1256% (= 754 EUR / 60 EUR). Für jeden Euro, den der Sparer in seinen Riestervertrag überweist, bekommt er 12,57 EUR oben drauf. Das ist - mit Verlaub - kein so schlechtes Geschäft, auch wenn am Ende noch Steuern anfallen.
    • Die Zulagerendite, die test.de errechnet hat, ist im Grunde eine fiktive Betrachtung. Dreh- und Angelpunkt hier sind die Zulagen und die Beiträge, die unabhängig vom spezifischen Vertrag am Ende der Einzahlungsphase vom Anbieter garantiert werden müssen. Grundfrage bei der Zulagerendite ist also: Welche Rendite hätte ich, wenn mein Produkt 0% nom. p.a. abwirft und mir am Ende nur der Garantiebetrag aus Zulagen/Eigenbeitrag bleibt?


      Zum Verständnis wandele ich das Beispiel aus test.de etwas ab: 20kEUR Einkommen konst. über 20 Jahre. Den Kindern steht für die gesamte Zeit das Kindergeld zu, sprich es besteht ein Recht auf Kinderzulagen. Damit setzt sich der Garantiebetrag wie folgt zusammen:


      Eigenbeitrag: 60 EUR/a * 20a = 1200 EUR
      Grundzulage: 154 EUR/a * 20a = 3080 EUR
      Kinderzulagen: 2 * 300 EUR/a * 20a = 12000 EUR
      Summe garantiert: 16280 EUR


      Der Rest ist Finanzmathematik. Bei jährlichen selbst getragenen Einzahlungen von 60 EUR und einem Endwert von 16280 EUR nach 20 Jahren beträgt die Rendite 21,48% p.a..


      test.de gibt 8,5% p.a. an, was darauf zurückzuführen ist, dass der Betrachtungszeitraum 30 Jahre umfasst und die Kinderzulage logischerweise nicht für die vollen 30 Jahre gewährt wird. Womit test.de genau gerechnet hat, geht aus dem Artikel nicht hervor. Das Prinzip dahinter ist aber klar. Werden die Kinderzulagen z.B. nur 20 Jahre gewährt, heißt das, dass der besagte Sparer nun die restlichen 10 Jahre statt nur 60 EUR Mindestbeitrag deutlich mehr, nämlich 800 EUR - 154 EUR = 646 EUR selber aufbringen muss. Das Garantiekapital am Ende bleibt bis auf die 14 EUR oberhalb der 800 EUR Grenze für die ersten 20 Jahre in etwa gleich, aber der Anteil selbst aufgewendeter Beiträge am Garantiekapital ist stark gestiegen, so dass die Rendite deutlich fällt - im Beispiel auf 8,5% p.a.. Hier kommt es eben auf die Annahmen, die man dem Beispiel zu Grund legt, an.

    Die Gesamtaussage aus dem test.de Beispiel ist aber deutlich. Wer wenig Einkommen und viele Kinder hat, muss 5 EUR im Monat aufwenden und bekommt tolle Förderquoten. Steuern mal außen vorgelassen.

    Die Diskussion von @aartemis und @mpollers ist ganz und gar kein Schmarren. Hier sind auf beiden Seiten richtige Aspekte, aber wie so oft steckt der Teufel im Detail. Per se zu sagen, Riester ist super oder Unsinn greift zu kurz. Es kommt eben darauf an. Allerdings gehört diese Diskussion in einen Thread "Systemkritik Riester - Vor und Nachteile" oder "Riester - In welchen Fällen es sich lohnt oder auch nicht".


    Zur Eingangsfrage von @Christian_1983.


    Prinzipiell müssen Kinderlose 4% des Vorjahresbruttoeinkommens, max. 2100 EUR abzgl. der persönlicher Zulage von 154 EUR, also 1946 EUR jährlich bzw. 162,17 EUR monatlich, einzahlen. Kindergeldberechtige Kinder reduzieren den Eigenbeitrag weiter. Bei Eheleuten spielt die Förderberechtigung noch eine Rolle. Ist z.B. die Ehefrau nicht berufstätig und mittelbar förderberechtigt, muss der Ehemann als unmittelbar Förderberechtigter in seinen Vertrag 4% seines Vorjahresbruttoeinkommens einzahlen, damit auch die Frau die volle Zulage erhält (60 EUR Mindestbeitrag von ihr vorausgesetzt).


    Müssen jedes Jahr Anpassung erfolgen, wenn sich das EInkommen (Elternzeit, Teilzeit, etc.) ändert? Nun, es muss gar nichts, aber es ist sinnvoll, wenn man die Förderung im Sinne "Verhältnis angelegtes Geld zu Nettoeigenbeitrag" optimieren will. Entscheidend für die Optimierung ist auch, ob ein Sonderausgabenabzug in Frage kommt und wie hoch (bei Eheleuten der gemeinsame) Grenzsteuersatz ist.


    In @Christian_1983 Fall hat die Ehefrau im Jahr der Elternzeit kein Einkommen, so dass kein Sonderausgabenabzug möglich ist. Sie würde also für dieses Jahr mit 60 EUR Mindestbeitrag 154 EUR + 300 EUR Zulagen bekommen. Höhere Einzahlungen mindern die Förderquote. Das Problem bei dieser Betrachtung ist der zeitliche Versatz. Erst im Jahr nach der Elternzeit müsste sie 60 EUR leisten, hat aber dann ggf. schon wieder Einkommen, so dass sich immer die Frage nach dem Grenzsteuersatz (bei Eheleuten und gemeinsamer Veranlagung Splittingtabelle beachten) stellt. Erst wenn die Steuerersparnis aufgrund des Sonderausgabenabzugs die Zulagen übersteigt, macht eine Mehreinzahlung bis 2100 minus Zulagen Sinn. Dazwischen senkt man künstlich die Förderquote.


    Der Hinweis von @chris2702, man erhalte bei dauerhafter Überzahlung auch einen höheren Rentenanspruch, ist so logisch wie richtig. Den erhalte ich aber auch, wenn ich den Überzahlbetrag in eine alternative private Lösung einzahle. Der Unterschied liegt in der Besteuerung. Riesterrenten sind voll steuerplichtig, Privatrenten nur mit dem Ertragsteil. Heißt: Wenn ich dauerhaft über 4% einzahle und der Sonderausgabenabzug nicht zu einer Steuerersparnis führt, trage ich in der Auszahlungsphase einen Steuernachteil, obwohl ich in der Einzahlungsphase nicht von den Vorteilen profitiere.

    Ich kann bestätigen, dass es recht praktisch ist, verschiedene Kontozugänge zusammenzuführen. Ich nutze das seit kurzem für mehrere Konten bei der comdirect.


    Mir ist allerdings nicht so klar, wie das Einbinden institutsfremder Konten rechtlich geregelt ist. So untersagt nämlich die comdirect in ihren AGBs für das Online Banking im Punkt "Geheimhaltung der personalisierten Sicherheitsmerkmale und sichere Aufbewahrung der Authentifizierungsinstrumente" die Weitergabe des PINs. Genau die müsste man aber angeben, um diesen Multibanking Service nutzen zu können. Ohne jetzt alle möglichen AGBs gelesen zu haben, vermute ich, dass andere Institute das genauso handhaben. Ich bin also erstmal skeptisch.


    Was sagen die Rechtsexperten?

    Dies bedeutet, Sie dürfen ihr testamentarisch nicht weniger als die Hälfte des Nachlasses zuwenden.

    @muc hat die Möglichkeiten gut zusammengefasst. Eine Schönheitskorrektur sei noch angebracht. Natürlich "dürfen" Sie ein Testament auflegen und ihre Lebenspartnerin zur Alleinerbin erklären. Zunächst einmal haben Sie ganz allein das Recht, eine Willensbekundung abzugeben. Das Recht Ihrer Tochter auf Ihren Pflichtteil, der wie @muc richtig sagt, 50% beträgt, bleibt davon unberührt. Das heißt, wenn Ihre Tochter es darauf anlegt, kann sie immer 1/2 bekommen, Sie muss es allerdings dann auch einklagen. Das ist ein kleiner, aber feiner Unterschied.


    Ich empfehle für das weitere Ausloten von Gestaltungsmöglichkeiten anwaltlichen Rat einzuholen, da bei Ihnen auch Themen wie die Erbschaftssteuer und die steuerliche Gestaltung eine Rolle spielen werden. Ggf. können Sie auch über Schenkungen zu Lebzeiten nachdenken, um einerseits jährliche Steuerfreibeträge Ihrer Lebenspartnerin auszunutzen und um andererseits - sofern Sie das in Erwägung ziehen - die Erbmasse für Ihre Tochter zu schmälern. Ihr Plichtteil bleibt dann zwar bei 50%, aber die Bemessungsbasis ist geringer. Eine Hochzeit würde in jedem Fall vieles vereinfachen, insb. die Steuerthematik.

    Bei mir ist ähnlich wie bei @Monika Reich. Ich habe 2009 kurz vor der Bundestageswahl in RWE investiert. Prämisse damals: Wenn schon schwarz-gelb gewinnt und den Atomausstieg verzögert/rückgängig macht, dann will ich wenigstens mitverdienen. Na ja, es ist es anders gekommen.


    Und dann kam schon der zweite Fehler hinterher: Statt die Reißleine zu ziehen, habe ich die Aktie gehalten und immer noch im Depot. 80% Verlust, Schaden 2 Riesen. Verkauf ist jetzt aber auch egal...


    Was habe ich gelernt? Politische Börsen haben kurze Beine! Ich investiere nur noch in wenig regulierte Branchen/Geschäftsmodelle und richte die Kaufentscheidung nach fundamentalen Kriterien abseits von kurzfristigen Schwankungen, Börsenstimmungen, Trends und politischen Entscheidungen aus. Was zählt sind langfristig rentable Geschäftsmodelle, ordentliche Bilanzen, Profitabilität. Alle Positionen prüfe ich regelmäßig. Gibt es fundamental negative Änderungen, fliegen sie gnadenlos aus dem Depot.


    Ansonsten halte ich es wie @muc: Zwei Riesen sind gut investiertes Lerngeld verglichen mit dem Lebenseinkommen/-vermögen!

    Hallo @razer,


    seit 2013 sind alle mit einem Minijob automatisch in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert. Sofern Sie sich nicht haben befreien lassen, sind Sie damit auch automatisch förderberechtigt. Um den vollen Zulageanspruch zu haben, sollten Sie daran denken, 4% des Vorjahreseinkommens abzüglich Zulagen einzuzahlen.


    Beispiel:
    Verdienst 12*450 EUR, keine Kinder --> Jahresbeitrag: (450*12*0,04-154) EUR = 62 EUR.
    Bei geringerem Verdienst müssen Sie dennoch den Sockelbetrag von 60 EUR leisten, um den vollen Zulageanspruch zu haben.

    Ich würde @muc nur teilweise Recht geben. Ja, die Standardabweichung als "Risikomaß" heranzuziehen ist Quatsch. Ähnlich wie @muc musste ich ein politisches Risiko bei RWE tragen. Die Empfehlung "Gold als Beimischung" kommt aus der Erkenntnis, dass gegenläufigen Entwicklungen die Portfolio-Schwankungen reduzieren. Es mindert nicht das Portfolio-Risiko. Geringere Portfolio-Schwankungen lassen aber die ein oder andere nervöse Natur, doch zu Aktien o.Ä. greifen, weil zumindest das Gefühl da ist, jeden Tag ohne große Verluste alles liquidieren zu können.


    Die Frage nach der Sinnhaftigkeit nach Gold wurde ja schon hinreichend diskutiert. Gold ist seit Jahrtausenden Zahlungsmittel und damit weit älter als alle Papiergeldwährungen. Natürlich ist Gold zunächst mal nur ein Metall, es erhält seinen Wert nur aus dem Umstand, dass die Leute es für wertvoll halten. Warum genau das, jetzt und in naher Zukunft nicht mehr so sein sollte, erschließt sich mir nicht. Bisher hat Gold immer als Infaltionsausgleich gedient - nicht mehr und nicht weniger.


    Die große Stärke von Gold in diesen Zeiten ist aber das fehlende Gegenparteirisiko. Und das spielen Sie nur mit physischem Gold aus. Also, @OnkelOtto, Finger weg von irgendwelchen Papiergoldsparplänen. Kaufen Sie sich hin und wieder so eine Unze. Falls Sie unbedingt ein Sparplan haben wollen, dann würde ich am ehesten noch zum XETRA-Gold greifen. Hier ist der Anspruch auf Auslieferug des Goldes verbrieft. Was dieser Anspruch im Fall des Zusammenbruchs des Weltwährungssystems Wert ist, muss dann allerdings jeder für sich beurteilen. Ich rate zu physischem Gold.

    @chris2702:
    Ich find es super, dass ich mit Anfang 30 nicht der einzige bin, der sich mit dem Thema Testament beschäftigt :thumbsup: . Im Freundes- und Bekanntenkreis wird man zwar schon etwas schief angeschaut, aber Ihr Beispiel zeigt, wie schnell es gehen kann. Vorsorge ist eben besser als Nachsorge. Allerdings komme ich mit jeder weiteren Rechereche mehr zur Einsicht, bei diesem Thema doch besser anwaltlichen Rat in Anspruch zu nehmen. Ich finde es als juristischer Laie äußerst schwierig, die Konsequenzen von vielleicht gut gemeinten Formulierungen einzuschätzen. Schließlich will man ja gerade, dass sein Wille auch umgesetzt wird. Das kostet zwar Geld, ist aber im Zweifel wahrscheinlich gut angelegtes Geld.


    @muc:
    Der Gedanke mit der Revision gefällt mir. Hier verhält es sich wie mit allen Finanzdingen. Regelmäßige Überprüfungen, ob z.B. Versicherungen und Geldanlagen noch zu seinem Leben, seinen Bedürfnissen und Zielen passen, sind immer zu empfehlen.

    Hallo zusammen!


    Dass Teilzeitarbeit in Elternzeit oder auch die Entgeltumwandlung zur bAV genutzt werden, um Einkünfte zu reduzieren und damit von der PKV wieder in die gesetzliche Pflichtversicherung zu wechseln, ist ja mittlerweile kalter Kaffee. Doch gibt es nicht Möglichkeiten, die Entgeltumwandlung zu nutzen, um das Elterngeld zu optimieren?


    Prinzipiell werden Beiträge zur bAV bei der Einkommensermittlung im Bemessungszeitraum nicht berücksichtigt, d.h. das Elterngeld wird wegen geringerer steuerpflichtiger Einkünfte kleiner ausfallen. Viele mussten diese leidvolle Erfahrung machen. Diese Praxis wurde aber vom Bundessozialgericht für rechtmäßig erklärt (B 10 EG 9/08 R). Konsequenz daraus ist der Tipp, dass Arbeitnehmer im Jahr vor der Geburt die Entgeltwandlung zur bAV einstellen sollten, um ihr Bemessungsbruttoeinkommen zu erhöhen.


    Ich frage mich jetzt, ob man dieses Prinzip auch zum Vorteil als Gestaltungsmöglichkeit nutzen kann? Nämlich genau dann, wenn man einen Elterngeldbezug in Teilzeitarbeit hat. Dann würde mit Elterngeld (Plus) die Differenz der durchschnittlichen Nettoeinkommen im Sinne des BEEG zu 65% ersetzt. Um diese Differenz zu erhöhen müsste man 1. die Entgeltumwandlung, wie oben geschrieben, im Bemessungszeitraum einstellen und 2. im Bezugszeitraum den Jahres-bAV-Beitrag (bis zu 4% der Beitragsbemessungsgrenze/DRV, also 2976 EUR in 2016) auf die Teilzeitmonate verteilen. Damit würde man das Teilzeitbruttoeinkommen drücken und die Differenz zu seinem vorherigen EInkommen erhöhen. Nachteil an diesem Modell ist ggf. ein Liquiditätsproblem in den Teilzeitmonaten.


    Hat jemand dieses Modell schon einmal angedacht und oder sogar schon Erfahrungen damit? Funktioniert das so wie oben dargestellt? Was sagen die Juristen? Ist diese Gestaltung sauber?

    Kater.Ka:
    Man sollte sich beim Thema Geld natürlich immer im Klaren sein, was man tut :thumbsup: .


    "Risiko Doppelbesteuerung":
    Ich glaube, wir müssen hier zwischen der Besteuerung von ausschüttungsgleichen Beträgen bei Thesaurierung und Besteuerung bei Verkauf unterscheiden. Eine Doppelbesteuerung kommt immer nur dann in Betracht, wenn man bei Verkauf von Fondanteilen die bereits schon versteuerten Thesaurierungen in der Anlage KAP nicht gegenrechnet. Dann würde man nämlich auf diese Teile noch einmal Abgeltungssteuer bezahlen. Sicher, ich kenne auch Teilthesaurierungen, die nicht einmal im Promille-Bereiche der Ausschüttung liegen, dennoch müssen diese in der Steuererklärung angegeben werden, weil es steuerpflichtige Einkünfte sind.


    Insofern habe ich die Geschichte "Risiko Doppelbesteuerung" nicht richtig verstanden. Es ist eben gerade keine Alternative, diese Kleckerbeträge unter den Tisch fallen zu lassen und sich dann erst bei Verkauf besteuern zu lassen. Dieser Punkt ist das Herzstück der Abgeltungssteuer. Der Anlegeer soll eben keinen Liquiditätsvorteil haben, sondern Ertäge, auch ausschüttungsgleiche, sofort versteuern. Ansonsten wäre dein Vorschlag auf die Spitze getrieben ja der absolute Steuerspartipp. Einfach Vollthesaurierer kaufen, keine Erträge melden und am Ende 25% KESt zahlen. Schön wärs... ;)

    Bisher bin ich davon ausgegangen, dass man jede Thesaurierung von ausländischen Fonds in der Anlage KAP in der Steuererklärung angeben muss, weil dieser Betrag ja als zugeflossen zu versteuern ist - und zwar sofort und nicht erst bei Verkauf. Von daher ist dann wohl auch die Alternative, auf ausschüttende Tranchen umzusteigen, nicht unbedingt besser, weil man eben Teilthesaurierungen nicht ausschließen kann. Diese müsste dann, sofern das Fonddomizil nicht Deutschland ist, eben auch in der Steuererklärung angeben werden, so dass man nicht weniger Arbeit hat.


    Eine Frage, die ich auch hier "ETF's als Geldanlage für Kinder - Geldanlage - Finanztip-Community" gestellt habe, ist, ob auch bei einer vorliegenden NV-Bescheinigung eine Steuererklärung wegen Teilthesaurierungen abzugeben ist. Weiß da jemand Bescheid?

    Hallo zusammen,


    sehr gute und wichtige Diskussion hier. Ich habe mich vor einiger Zeit schon mal mit ETFs für Kinder beschäftigt und tue das gerade aus gegebenem Anlass noch einmal. Dank dieser Diskussionen hier lerne ich immer noch dazu! Ein großes Lob an alle Diskutanten!


    Für mich ist die Steuerproblematik zur Zeit der Knackpunkt, weil ich gerade an einem Tradeoff verzweifele. Wahrscheinlich wie alle hier, will ich es as simple as possible, also keine Steuererklärung machen. Da man letztlich aber Teilthesaurierungen weder vorhersagen noch ausschließen kann, bleiben einem eigentlich nur ETFs mit Domizil Deutschland oder Swapper. Swapper will ich nicht, weil ich reinrassige, einfache Investments in Produktivvermögen bevorzuge. Diese Einschränkung ist aber so hart, dass ich physisch replizierende ETFs OHNE (!) Wertpapierleihe, die auch noch steuereinfach sind, nicht finde.


    Ich stehe also vor der Frage: Will ich möglichst eine gute Stategie umsetzen oder Arbeit sparen? Oder gibt es doch einen Kompromiss? Und wieder kommt mein alter Spruch: Die Einführung der Abgeltungssteuer hat es nur für Leute mit dickem Festgeldkonto einfacher gemacht. Für alle anderen ist es komplizierter. Weiß jemand hier, ob bei einer NV-Bescheinigung wegen Teilthesaurierungen eine Steuererklärung gemacht werden muss? Meist geht es da laut Bundesanzeigen nur um Cent-Beträge.


    Noch ein paar Anmerkungen zum ausführlichen Kommentar von elijah2807:

    • Indexauswahl sehe ich ähnlich. World und Euro Stoxx 600 überschneiden sich. Ich würde eine breitere Streuung bevorzugen. Wer nicht mit mehreren ETFs spielen will, kann sich mal den MSCI ACWI anschauen. Ansonsten würde ich breiter diversifizieren über die Anlageklassen - wenn es die Höhe der Erbschaft hergibt und die Transaktionskosten den Vorteil nicht wieder auffressen -> lieber Direktbank als Sparkasse!
    • Das Thema, ob Geld lieber auf den Namen der Eltern angelegt werden soll oder direkt auf den Namen des Kindes, scheint gesellschaftlich kontrovers zu sein. Ich gebe in diesem Fall aber @muc Recht. Eine Erbschaft ist Vermögen des Kindes und kann diesem nicht vorenthalten werden - unabhängig davon, ob es sich "richtig" oder "falsch" benimmt. Das gleiche gilt für Geldgeschenke von z.B. den Großeltern. Auch das ist Vermögen des Kindes und darf nur von den Eltern verwaltet werden. Außerdem ergeben sich weiterhin sozialrechtliche Probleme, falls Vermögen aufgebraucht werden muss. Nur getrennte Depots/Konten schaffen Überblick und Klarheit. Und hinzu kommt noch ein steuerlicher Vorteil, weil auch hohe Erträge für Kinder in der Regel steuerfrei sind - im Ggs. zur Anlage bei den Eltern wegen Überschreitung des Sparerfreibetrags. Mich würde interessieren, ob nach § 1642 BGB das Geld des Kindes nach den Grundsätzen einer wirtschaftlichen Vermögensverwaltung anzulegen, damit schon verletzt ist und dem Kind Schadensersatzansprüche zustehen, weil es unsinnigerweise ja mit seinem Vermögen im Namen der Eltern Steuern bezahlt hat? Unabhängig davon gefällt mir der Gedanke von @Raven, als Eltern im Fall der Fälle eines Drogenjunkies kurz vor dem 18. Geburtstag in langfristig feste und illiquide Anlagen umzuschichten. :D



    Ich nutze justETF nur als Datenbank, so dass ich über das Premium-Angebot nichts sagen kann.


    Aus meiner Sicht, DIE Seite, wenn es um das gezielte Suchen nach bestimmten ETFs geht. Besonders die Filterfunktionen nach Anlageklassen, Replikationsmethoden und Ausschüttungsmodi lassen einen ziemlich schnell eine Auswahl der gewünschten ETFs finden - wenngleich auch häufiger gar keiner mit meinem Anforderungsprofil existiert oder zumindest nicht bei justETF gelistet ist. Gleichzeitig bekommt man auch die Info, ob der gefundene ETF dann auch wirklich bei meiner Depotbank handelbar und oder sparplanfähig ist.


    Nachteil an dieser Seite ist sicherlich, dass sie nur Leute anspricht, die schon eine Vorbildung in Sachen ETF mitbringen und wissen, was sie wollen. Alles andere kostet dann halt Geld und das ist es, wie sich die Seite finanziert (was aber ja durchaus legitim ist).

    @Henning zu Looman:
    Danke für die Info, dass Looman jetzt für die Bild schreibt. Bisher hatte ich eine relativ hohe Meinung von ihm :-). Dass er bei Twitter unterwegs war, überrascht mich jetzt doch ein wenig. Meines Wissens hat er bei der FAZ nicht einen Kommentar kommentiert, geschweige denn einen Dialog gesucht.


    @chris2702 zum Vergleich Vermögensfrage vs. Tenhagen Kolumne:
    Ich finde, Tenhagens Kolumne ist provinzieller Einheitsbrei. Egal wie das Problem aussieht, es wird mit 3 Standardlösungen zugekleistert. Die Artikel sind alle nach dem Schema geschrieben: Bürger fragt "Und was soll ich jetzt mit meinem Geld machen?", Tenhagen schreibt Standardantworten, Bürger macht und muss nicht weiter denken... Langfristige Planung? Strategie? Ganzheitliches Denken? Fehlanzeige! Das klingt jetzt vielleicht hart, aber leider sind das nur finanzielle Küchentipps für Muttchen. Ich würde mir mehr ausdifferenzierte Artikel wünschen. Genau die hat man nämlich bei Looman gefunden, der versucht hat mit etwas Witz kompliziertere Finanzfragen anschaulich und vor allem praktisch mit Zahlen darzustellen. Sicher, seine Zahlen scheinen in vielen Fällen von einem anderen Planeten, aber darum geht es ja nicht. Die Zahlen kann man auf seinen eignen Fall skalieren und wer in der 7. Klasse in Mathematik aufgepasst, kann die Beispiele nutzen und auf seine eigene Situation übertragen bzw. mit seinen Zahlen rechnen. Bei Loomans Artikeln kam intellektuell wenigstens etwas rum.



    Wer das Thema Geldanlage mal etwas anders beleuchtet sehen will, dem kann ich den Blog http://zendepot.de/ von Holger Grethe empfehlen.

    HeikoW: Verstehe ich nicht, warum das nicht stimmen soll. Netto 2770 EUR, also Brutto minus Sozialabgaben minus Steuern, bedeutet ein Elterngeld von 1800 EUR - also ungefähr wegen der Rundungen bei der SV. Höhere Nettoeinkommen wirken sich also nicht mehr aus. Es gibt nur max. 1800 EUR. Insofern stimmt das schon mit der Deckelung.


    Sicher, das Ganze muss noch durch den Progessionsvorbehalt, was das Netto-Elterngeld noch einmal drückt. Im Übrigen sind hier Geringverdiener besonders betroffen. Ich habe einige im Bekanntenkreis, bei denen es das böse Erwachen in der Steuererklärung gab und eine Nachzahlung ins Haus flatterte. Der Grund liegt darin - und das kann man in Deutschland nicht oft genug sagen, weil es immer noch Leute gibt, die das Gegenteil behaupten - dass die Steuerprogression am unteren Ende der Einkommensskala am größten ist. Diese Leute "kommen in die Progression" und nicht die auf der Sonnenseite.


    Bzgl. deinem letzten Punkt möchte ich noch zu bedenken geben, dass die Deckelung insbesondere gut verdienende Männer systematisch davon abhält, Elternzeit zu nehmen. Warum? Weil es in den meisten Familien wirtschaftlich schlicht nicht geht, mal eben auf 1000 EUR netto und mehr zu verzichten.