Beiträge von Andreas

    VL kann man in jeden Sparvertrag einfließen lassen, allerdings gibt es die staatliche Förderung namens Arbeitnehmersparzulage nur bei zwei Spararten und nur für zertifizierte Verträge. Die staatliche Förderung wurde eingeführt, um Leuten mit kleinen und mittleren Einkommen beim Aufbau von Vermögen zu helfen. Sollte man ein hohes Einkommen haben, ist es zwar schön VL vom Arbeitgeber zu bekommen, mehr aber auch nicht. Die zwei Durchführungswege sind:

    • Der Bausparvertag: Hier sind VL von max. 470 EUR förderberechtig. Die Zulage beträgt 9% der Einzahlungen, wenn das zu versteuernde Einkommen (zvE) 17,9 kEUR (35,8 kEUR bei Zusammenveranlagung von Ehepaaren) nicht überschreitet. Diese Variante ist der Klassiker. Es gilt eine Sperrfrist von 7 Jahren.
    • Der Fondsparplan: Ja, auch eine Anlage in Produktivvermögen wird gefördert. Hier sind max. 400 EUR förderberechtigt. Die Förderung beträgt 20% der Einzahlungen, wenn das zvE nicht 20 kEUR (40 kEUR bei Zusammenveranlagung) nicht überschreitet. Sperrfrist 6 Jahre. Der Fondverband BVI hat eine Liste mit förderfähigen Fonds zusammengestellt: http://www.bvi.de/kapitalanlag…egenswirksame-leistungen/

    Was viele nicht wissen: Es sind auch mehrer VL Arten parallel durchführbar, so dass beide Förderungen vereinnahmt weden können, solange die Einkommensgrenzen nicht überschritten werden. Es bietet sich also u.U, an, die VL vom Arbeitgeber um eigene Beiträge aufzustocken. Dafür muss man dem AG mitteilen, in welchen Vertrag Beiträge aus dem Nettoeinkommen als VL deklariert abgeführt werden sollen. Bei kleinen Einkommen, kann man hier einiges optimieren.

    Henning: Die letzten Urteile diesbezüglich haben ja gezeigt, dass der Staat das Geschäftsgeheimnis eines einzelnen Unternehmens (namentlich: die Schufa) höher gewichtet, als das Transparenzinteresse des Verbauchers. Die Schufa darf also die Berechnung des Score-Wertes geheim halten (AZ: VI ZR 156/13) In der Urteilsbergündung heißt es:


    "Die Auskunftsverpflichtung soll vielmehr dazu dienen, dass der Betroffene den in die Bewertung eingeflossenen Lebenssachverhalt erkennen und darauf reagieren kann. Hierzu bedarf es keiner Angaben zu Vergleichsgruppen und zur Gewichtung einzelner Elemente (vgl. LG Wiesbaden, aaO, 283 f.). Das gesetzgeberische Ziel eines transparenten Verfahrens wird demgegenüber gerade dadurch erreicht, dass für den Betroffenen ersichtlich ist, welche konkreten Umstände als Berechnungsgrundlage in die Ermittlung des Wahrscheinlichkeitswerts eingeflossen sind."


    Das sind warme Worte, die aus meiner Sicht nicht stimmen. Ich weiß eben nicht, was genau einfließt und schon gar nicht, welches Merkmal die Scoreberechnung dominiert bzw. welche Merkmale konkret welchen Einfluss haben. Und weil das nicht erfüllt ist, kann ich eben auch nicht adequat darauf reagieren. Ich tappe im Dunklen. Vielleicht gibt es hier und da ein paar Tipps, aber eigentlich bin ich zur stümperhaften Heuristik verdammt... Von mir aus muss die Schufa (ich nenne sie hier stellvertretend für alle Auskunfteien) auch nicht den gesamten Algorithmus offenlegen, aber zumindest eine qualitative Aussage machen, welches Merkmal sich positiv oder negativ auswirkt.


    Prinzipiell halte ich das ganze für sehr bedenklich, insbesondere vor dem Hintergrund, welche Macht damit ein Unternehmen aufgrund seiner Marktstellung bis weit in den privaten Bereich hinein, erhält und nun auch höchstrichterlich abgesegnet behalten darf. Ich halte diesen konzentrierten Einfluss eines privatwirtschaftlichen Instituts in die Lebensgestaltung einzelner für zu weitreichend.


    Vor kurzem gab es zum Thema noch eine sehr interessante Reportage im ZDF, die ich jedem sehr ans Herz legen würde. Mir lief es kalt den Rücken runter.


    http://www.zdf.de/zdfzoom/http…991578.html-34159242.html

    Ich stimme @Henning zu, was die Verbraucherzentralen betrifft. Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass diese, aber auch z.B. Finanztest, häufig zur Sim­p­li­fi­zie­rung neigen. Dann kommt natürlich so etwas raus, wie "alle Zertifikate sind Teufelszeug".


    Auf der anderen Seite muss man ihnen zu Gute halten, dass sie eine Breite Kundenschaft abdecken müssen und deswegen nicht immer bis ins letzte Detail gehen können. Wenn der Kunde wenig Finanzbildung mitbringt, ist es halt einfacher zu sagen, Zertifikate seien Teufelszeug als bei Adam und Eva anzufangen und die Funktionsweisen zu erkären. Und letztlich will sich der Verbraucher auch nicht bis ins Detail damit beschätigen.


    Wir wissen natürlich, dass Zertifikate nicht a priori böse sind und dass es vereinzelt sinnvolle Absicherungstechniken gibt, aber für die breite Masse eignen sie sich nicht, weil sie Chancen und Risiken überhaupt nicht einschätzen können. Auch ich halte es dann mit meinem Motto: Was ich nicht verstehe, kaufe ich nicht, und sei es angeblich noch so sinnvoll...


    Und wenn wir ehrlich sind, die meisten Zertifikate sind dermaßen komplex, dass sie noch nicht mal ihre Schöpfer verstehen. Eine große Spielwiese für Finanzmathematiker...

    Eigentlich gibt es schon eine Finanzmarktaufsicht: die heißt BaFin! Da diese in vielen Fällen überfordert ist, begrüße ich die Initative der Verbraucherzentralen. Missstände aufzudecken und "sanften Druck" auf die BaFin auszuüben ist sicherlich im Sinne der Verbraucher.


    Wobei ich dazu sagen muss, dass diese Aktion mal wieder eine Bekämpfung von Symptomen ist. Eigentlich wäre an dieser Stelle der Gesetzgeber mit stärkerer Regulierung gefordert. Da von dieser Seite aber aufgrund von Lobbyinteressen und mangelnden politischen Willen wenig bis nichts zu erwarten ist, bleibt es dabei, dass man sich selbst mit den Dingen auseinandersetzen muss.


    Ich plädiere für stärkere finanzielle Bildung schon in der Schule. Finanzbasiswissen und gesunder Menschenverstand sind das beste Mittel gegen Abzocke und Falschberatung!


    Allerdings sei auch hier angemerkt, dass der Verbraucher nicht ganz unschuldig am bestehenden System ist. Wer kein Interesse an seinen Finanzen zeigt und nicht bereit ist, für qualifizierte Beratung offen zu bezahlen, darf sich nicht ganz wundern, wenn ihm versteckt in die Tasche gegriffen wird. Das wäre dann aber ein neuer Thread über "Honorarberatung in Deutschland"...

    Hallo zusammen,


    Aktien gehören aus meiner Sicht in jedes ausgewogene Vermögensportfolio. Die Aktie ist ein klassischer Sachwert und stellt eine Beteilung am Produktivkapital dar. Der Aktionär nimmt also direkt an der Wertschöpfung einer Gesellschaft teil. Er trägt natürlich auch das Risiko schlechter Geschäftsmodelle und macht Konjunkturzyklen mit. Daraus ergibt sich, dass Zukunftsaussichten von Unternehmen im Zeitverlauf immer anders bewertet werden, d.h. der Kurs einer Aktie schwankt. Das ist nicht per se etwas schlechtes, sondern zeigt, dass sie sich nur für langfristige Zeithorizonte eignet. Mir ist schleierhaft, warum nicht mehr Leute einen Teil ihres Ersparten in Aktien anlegen.


    Entgegen der Behauptung von @Grautnix, Aktiengeschäfte seien nur etwas für Leute mit viel Geld, ist die Anlage schon in Kleinstbeträgen möglich und absolut "volkstauglich"! Natürlich nicht in einen einzelnen Wert, das wäre tatsächlich mit horrenden Kosten verbunden. @Finti sei gesagt: Man muss nicht erst etwas ansparen, bevor man etwas risikofreudiger anlegen kann. Es gibt auch Fondsparpläne, die mit monatlichen Minimalbeiträgen (ca. 25 EUR) gefüttert werden können.


    Für die Starter unter den Aktionären, empfehle ich nicht zuviel Angst vor fehlenden Informationen und dem "sich nicht auskennen" zu haben. Mit der Einsicht, dass man mit Einzelinvestments (also das direkte Akiteninvestment) den Markt langfristig nicht schlagen wird und dass das auch ein gut bezahlter Fondmanager mit extrem hoher Wahrscheinlichkeit nicht kann, hat man das wesentliche schon begriffen. Es ist also unnötig, sich über eine einzelne Aktien zu informieren. Für den Anfang reicht es vollkommen aus, sich über sogenannte ETF-Fonds zu informieren. Dann braucht man noch ein kostenloses Depot und die Möglichkeit, ETF Fondsparpläne kostenfrei ausführen zu lassen. Man sucht sich einen ETF auf den MSCI All Country World Index und fertig ist die Laube. Damit ist man ab der ersten Sparplanausführung an tausenden Unternehmen weltweit investiert - man kann auch sagen, man hat "den Markt" gekauft.


    Vorab allerdings sollte eine langfristige Finanzplanung gemacht werden, damit man nicht ziellos "einfach Aktien kauft". Es sollten also zunächst die klassischen Fragen beantwortet werden. Was will ich? Was habe ich für finanzielle Ziele? Sind das kurz-, mittel- oder langfristige Ziele? Habe ich ausreichend liquide Rücklagen für Notfälle? Auf welches Geld kann ich in den nächsten x Jahren verzichten? Soll für die Altersvorsorge gespart werden? Oder für ein Haus? Oder das nächste Auto? Oder nur für Konsum? Der Aktienanteil sollte sich dann in das Konzept einfügen. Je langfristiger die Ziele, desto eher ist eine Aktienanlage sinnvoll. Aber hier ist eben jeder Mensch in seinen Wünschen und Zielen verschieden, weshalb vor dem Produkt ein Finanzkonzept stehen sollte...

    Aus aktuellem Anlass möchte ich darauf hinweisen, dass die FMH Finanzberatung, die ich für ihre Unabhängigkeit und Seriösität sehr schätze, jetzt Bausparverträge auch aktiv vermittelt und die Hälfte der Provision erstattet


    Die Abschlussgebühr bei einem Bausparvertrag besteht ganz überwiegend aus der Vermittlungsprovision. Das Ganze muss zwar noch von der Bafin genehmigt werden, aber im Grunde kommt man mit diesem Modell günstiger an einen Bausparer. Dieser wird durch den effektiv höher gewordenen Guthabenzins in der Ansparphase attraktiver im Vergleich zu z.B. Banksparplänen.


    Für alle Interessierten: http://www.meinbausparvertrag.de/

    Ich schließe mich Henning an. Die Agentur für Arbeit kann da weiterhelfen. Unter Umständen tragen die auch die Kosten für berufliche Weiterbildung. Das kann man aber nicht pauschal beantworten. Ich würde ein Beratungsgespräch vereinbaren.

    Noch was Generelles: Das Modell mit der gekoppelten BU hat natürlich schon seine Berechtigung. Tritt der Leistungsfall ein, so springt die BasisRente nach der BU-Rente, die in der Regel höchstens bis zum regulären Renteneintrittsalter zahlt, ein und ermöglicht so auch im Rentenalter ein auskömmliches Leben. Bei einer eigenständigen BU ist nach 67 Schluss und die Grundsicherung lässt grüßen. Wenn man auf die Kopplung wegen der fehlenden Flexibiltät verzichten will, kann man sich behelfen, indem man eine eigenständige BU und separat dazu eine Rentenversicherung mit Beitragsbefreiung im BU-Fall abschließt. Die sind dann zwar steuerlich (zur Zeit) beide nicht wirksam, in Notlagen kann man aber zumindest die Rentenversicherung stilllegen, ohne direkt den BU-Schutz zu verlieren. Im Leistungsfall ist dieses Modell dann auch steuerlich günstiger.


    Insofern stimmt der Hinweis von Saidi: Die gekoppelte Lösung ist eher etwas für konstant gut verdienende Männer (oder Frauen ohne Kinderwunsch :-)).

    Hallo zusammen,


    ich stimme zu, dass die BU mit BasisRente eine klassische Fehlberatung war. Ich denke man kann darüber nachdenken, neue Angebote für eigenständige BU-Versicherungen (evtl. Nettotarife bei Honorarberatern?) einzuholen, falls die Partnerin noch nicht zu alt ist und keine schlechten Risiken dazugekommen sind. Klappt das, kann man den alten Vertrag beitragsfrei stellen und darauf hoffen, dass statt einer Verrentung des bis dahin aufgelaufenen Kapitals eine Einmalzahlung wegen Bagatellbeträgen vorgenommen wird. Einmalzahlungen sind zwar nicht vorgesehen bei einer BasisRente, allerdings hab ich schon identische Klauseln in Riester-Renten entdeckt, die auch nur zu 30% ein Kapitalwahlrecht vorsehen. Das ist aus meiner Sicht die eleganteste Möglichkeit ohne große Schmerzen rauszukommen. Ich bin mir nicht sicher, ob man den Vertrag ganz auflösen und die Steuervorteile zurückzahlen kann. Ein großer Nachteil bei der Kopplung ist halt, dass man den BU-Schutz verliert, sobald die Rente nicht mehr haben will bzw. beitragsfrei stellen will.


    Die steuerliche Rechnung von Henning ist jedenfalls so korrekt. Der Einwand von Nordlicht


    In der Gehaltsklasse, in der ich eine Kinderkrankenschwester (vermutlich angestellt) sehe, bleibt die steuerliche Absetzbarkeit der Beiträge wirkungslos, weil von den gezahlten Beiträgen die Arbeitgeberanteile zur GRV abgezogen werden.


    trifft hier nicht zu, weil die BasisRente mit der BU in den Altersvorsorgeaufwendungen untergebracht werden kann und das bis zu 20kEUR (Ehepaare 40kEUR). Ich glaube, er meint aber das Richtige. Das allerdings für ein anderes Produkt, nämlich der eigenständigen BU-Versicherung ohne alles. Die ist im Prinzip im Topf "Sonstige Vorsorgeaufwendungen" anzusetzen, in dem auch die gesetzliche Krankenversicherung Platz findet. Nur leider ist dieser Topf auf die Höhe von 1900 EUR begrenzt, so dass sich die Beiträge bei einem gesetzlich versicherten Normalverdiener nicht mehr auswirken. Insofern hat Nordlicht Recht. Auch hier ist die Vermittler-Floskel "Könnse Steuern sparen" falsch, weil sich die meisten Risikoversicherungen, die alle unter die "Sonstigen Vorsorgeaufwendungen" fallen, eben nicht auswirken (§ 10 Abs. 1 Nr. 3a EStG).


    Einen Lichtblick gibt es allerdings: Es ist ein Musterverfahren gegen die begrenzte Absetzbarkeit anhängig, so dass seit 2010 sämtliche Steuerbescheide in diesem Punkt offen geblieben sind. (vgl. http://www.bundesfinanzministe…_blob=publicationFile&v=2)


    Mein Tipp an dieser Stelle: Alle, die eine eigenständige BU-Versicherung, Risikolebensversicherung, Unfallversicherung, Zahnzusatzsgedöns etc. haben, sollten alle Prämien unter "Sonstige Vorsorgeaufwendungen" ansetzen, auch wenn das Programm sagt, der Topf sei voll. Nur wenn man das konsequent macht, bekommt man im positiven Rechtsspruch Geld zurück. Das Gleiche gilt im Übrigen auch für Krankheitskosten, die über der Zumutbarkeitsgrenze liegen, aber das ist wieder ein anderes Thema :-)

    In der Theorie holt sich der Gesetzgeber die Steuern in der Auszahlphase wieder, zumindest in einer gewissen Größenordnung.


    Das ist der Punkt, auf den ich hinaus wollte. Aus der gesamtwirtschaftlichen Betrachtung folgt, dass sich auch die steuerliche Förderung für den einzelnen im Schnitt nicht lohnen kann - außer man man verschiebt wieder neue Lasten auf die dann folgenden Generationen. Wie lange dieses Spiel funktioniert, steht aber auf einem anderen Blatt...


    Was bedeutet das jetzt für den einzelnen?

    • Die GRV ist unverzichtbar. Sie übersteht Kriege, schwerste Krisen, Währungsreformen etc. Die verbleibende Kaufkraft danach ist eine andere Frage, aber im Prinzip erwirtschaften meine Kinder immer irgendetwas, von dem ich versorgt werden kann.
    • Riester ist praktisch ein Muss, weil ich die Kürzung der gesetzlichen Rente durch den Riesterfaktor ausgleichen muss. De facto beträgt damit der Rentenversicherungsbeitrag schon heute 22,9% (18,9% GRV + 4% Riester). Die Steuerersparnis zahle ich in der Rente wieder zurück. Die Frage von oben bleibt auch hier: Warum sind die 4% privat besser aufgehoben als in der GRV?
    • Alle anderen geförderten Systeme verhalten sich ähnlich wie Riester. Meist ist die Steuerersparnis Augenwischerei, ich verwiese auf den langsamen Anstieg der Absetzbarkeit von Rürup Beiträgen (2014: 78%, bis 2025: 100%), so dass der richtige "Steuerspareffekt" erst in Zukunft richtig zum Tragen kommt. Die Jungen, die diese Phase mitmachen, müssen dennoch die Rente voll versteuern. Das gleiche gilt auch für die GRV. Das trifft im wesentlichen die 60er, 70er und 80er Jahrgänge.
    • Die bAV sehe ich kritisch, weil die Leute nur mit dem Argument "Sie sparen Steuern und Abgaben" geködert werden. Wenn der Deutsche "sparen" hört, bleibt der Verstand auf der Strecke. Wie schon richtig angemerkt wurde, senkt die Abgabenersparnis die Ansprüche in der GRV. Schlimmer noch für sehr gut verdienende Leute: Sie sparen gar keine Abgaben, weil sie längst über den Beitragsbemessungsgrenzen liegen. Achtung Ironie: Als "Ausgleich" dafür ist die Rente dann voll steuerpflichtig (ok, das kennen wir ja nun) aber auch voll sozialversicherungspflichtig. Es fallen also Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge an (zumindest für die gesetzlich versicherten Normalos) und zwar nicht nur die eigenen, sondern auch der fiktive hälftige Arbeitgeberanteil. Das Problem: Bei den meisten liegt die Rente nicht wie das frühere Einkommen über der Beitragsbemessungsgrenze, so dass diese Leute in der Ansparphase nicht an allen Vorteilen teilhaben können, die Nachteile in der Auszahlungsphase aber voll tragen müssen. Hier muss man mit ganz spitzem Bleistift rechnen! Für weniger gut verdienende Leute ist die Sozialversicherung in der Rentenphase in vielen Fällen ebenfalls ein Verlustgeschäft, und zwar dann, wenn der Arbeitgeber sich nicht an der bAV beteiligt. Dann hilft der vorbildlich fürs Alter sparende Arbeitnehmer, nicht nur sich selbst, sonder auch dem Arbeitgeber die Sozialversicherung in der Ansparphase zu senken. Als Dank darf dann der Arbeitnehmer in der Rente auch noch die Abgaben des Arbeitgebers tragen. Ist dann noch ein renditeschwaches Produkt gewählt worden, sind negative Renditen der Normalfall und der AN subventioniert den AG, anstatt seine Rente so gut wie möglich aufzubessern. In der bAV lauern einige Fallstricke, die enormen Einfluss auf die Rendite haben. Es muss praktisch individuell nachgerechnet werden, ob sich das Konzept im Einzelfall lohnt. Wer macht das schon? Hauptsache man hängt "Steuern und Abgaben sparen" ins Schaufenster - und der Michel ist begeistert...
    • Ganz prinzipiell für den privaten Teil der Altersvorsorgestrategie: Sachwerte kaufen. Deren Wert in der Zukunft ist zwar ungewiss, aber die Vergangenheit lehrt, dass zumindest ein Teil der Kaufkraft auch nach Kriegen und Systemkrisen gerettet werden kann. Nominelle Versprechen sind in vielen Fällen nichts mehr Wert gewesen. Ich bin 29 und habe schon drei Währungsreformen mitgemacht. Glaubt im Ernst jemand, dass das die letzte gewesen sein wird?

    Bevor die Diskussion im Renditevergleich "gesetzlich vs. privat" ausartet, möchte ich doch noch einen neuen Gedanken einbringen.


    Ganz prinzipiell sollte man sich man sich klar machen, dass in einer Gesellschaft die Arbeitsfähigen für die Versorgung der Nichtarbeitsfähigen, also Kinder, Kranke und Alte einstehen. Das war immer so und wird auch in Zukunft so sein. Das ist übrigens auch ganz unabhängig davon, ob wir in Euro, D-Mark oder Kieselsteinen bezahlen. Es wäre auch in Gesellschaften so, die keinerlei Finanzsystem haben. Die gesetzliche Rentenversicherung bildet dieses Modell mit dem Umlageverfahren ab. Eine private Vorsorge soll ja, wenn sie nicht nur Geldwechsel sein soll, wachsen, damit im Alter Kapital zur Verfügung steht. Wer erwirtschaftet diese Renditen? Wer erfüllt die nominellen Versprechen? Es sind auch die Jungen. Die Rendite der der gesetzliche Rente ensteht ebenso durch Produktivitätsgewinne. Gesamtwirtschaftlich ist es relativ egal, wie man die Rente finanziert. Es ist letztlich eine politische Verteilungsfrage. Mir konnte bisher niemand glaubhaft erklären, warum die Beiträge in einer privaten Zusatzvorsorge besser aufgehoben sein sollen als in der Rentenversicherung.


    Aus meiner Sicht ist der schlechte Ruf der gesetzlichen Rente darauf zurückzuführen, dass aus kurzfristigem Opportunismus und zu Gunsten einzelner Gruppen ständig neu am System herumgedoktert wird ohne das Gesamtsystem im Auge zu haben. Darüber hinaus muss die GRV immer mehr Leistungen erbringen, die eigentlich gesamtgesellschaftliche Aufgaben wären und deswegen aus Steuermitteln finanziert werden müssten: Stichwort Müttterrente, Lebensleistungsrente etc.


    Am Ende noch eine Frage zum Thema Steuern sparen. Für jeden, der mit den geförderten Verträgen vorsorgt und "Steuern spart", nimmt der Staat Geld in die Hand. Es muss also ein anderer Steuerzahler bluten. Wenn sich nun jeder daran beteiligt, wie werden die Steuermindereinahmen gedeckt?

    Finnie hat ganz Recht: Unbedingt die Abrechnung in Landeswährung wählen! Manchmal ist die Menü-Führung auch ziemlich verwirrend. Wenn man nicht aufpasst, ist man unter Umständen schnell 10 EUR ärmer.


    Ansonsten kann ich die Erfahrung von Richie bestätigen. Neben der DKB bietet die comdirect auch eine Kreditkarte, mit der man im Ausland an allen VISA Automaten kostenlos Bares bekommt. Seitdem ich die Karte habe, steige ich ins Flugzeug und hole direkt am Ankunftsflughafen die Landeswährung. Klappt wunderbar - ich habe das sowohl im Nicht-EUR-Ausland als auch in Japan und Korea gemacht. Ich hatte noch nie Probleme! Es fallen tatsächlich keine Bearbeitungsgebühren an. Die Abhebungsgebühr ist in der Umrechnung mit enthalten. Da ich, was diese Dinge angeht, immer sehr neugierig bin, habe ich zu Hause dann auch die tatsächlichen Wechselkurse mit der Abrechnung verglichen. Der Aufschlag ist marginal.


    Im Vergleich zu früher ist das echt ein Gewinn. Damals mussten wir das Geld in der Bank vorbestellen, mussten dann auch noch eine Mindestsumme umtauschen, damit die Bank das Geld überhaupt besorgt. Mussten dann noch Gebühren bezahlen und hatten unter Umständen soviel umgetauscht, dass man es entweder wieder mitgebracht hat oder für Unsinn im Duty Free Shop rausgehauen hat. Jetzt kann man, falls das Geld nicht reicht auch noch mal schnell was nachholen - ohne ein Vermögen an Gebühren zahlen zu müssen!

    Hallo Henning,


    danke für den juristischen Einschub.


    Allerdings sehe ich das nicht als Steuergestaltung. Sonst müsste ich in meinem Depot ja auch jedesmal Angst haben, Steuern nachzahlen zu müssen. Wenn ich eine Aktie verkaufe und morgen wieder kaufe, ist die Buchung im System, Gewinne/Verluste sind realisiert. Entsprechend wird das im entsprechenden Steuerjahr verbucht. Das mache ich so, wenn ich steuerlich Gewinne und Verluste gegenrechnen will und somit steuerlich optimiere. Wie soll mir das Finanzamt "Gestaltung" nachweisen? Vielleicht habe ich auch einfach Angst gehabt, verkauft und halt morgen, nachdem ich durch den Verzehr einer Flasche Chantré wieder ruhig geworden bin, wieder gekauft. Mit anderen Worten: Darf ich nicht kaufen und verkaufen, was ich will? Aus meiner Sicht, ist es nur billig, im Rahmen der gesetzlichen Regelung Steueroptimierung zu betreiben.


    Und falls es wirklich so wäre: Man könnte, um im obigen Beispiel zu bleiben, auch einen comstage durch einen identischen db-X trackers ersetzten. Auch Gestaltung?


    Gruß, Andreas

    Hallo Piet,


    du hast einige richtige Punkte genannt, dennoch ist mir die Aussage zu pauschal. Insofern hat Henning natürlich Recht, wenn er sagt "Jedes Produkt hat seine Berechtigung, wenn es sinnvoll eingesetzt wird."


    Letztlich ist es nur eine Rechenaufgabe: Stichwort Zinswaage! Und das gilt für alle Bausparverträge, egal ob mit oder ohne Riester! Du hast Recht, dass es sich die Kombilösung in den meisten Fällen nur für die Vermittler lohnt. Auch ist das Verschweigen des Gesamt-Effektivzinses eine riesige Sauerei (politisch aber gewollt!). Aber auch hier gilt: Keine Regel ohne Ausnahme. Nämlich genau die Riester-Kombilösungen operieren mit sehr günstigen tilgungsfreien Vorausdarlehen von teilweise nur 0,5% p.a. Sollzins. In einzelnen Fällen kann sich das lohnen. Auch darf man nicht übersehen, dass man mit der Kombilösung Zinssicherheit für bis zu 30 Jahre genießt. Wenn man also vergleicht, sollte man auch 30-jährige Annuitätendarlehen gegenüberstellen. Und der Punkt mit dem Zinsnachteil in der Ansparphase hat auch nur noch bedingt seine Berechtigung, weil etwas Vergleichbares mit viel höheren Zinsen am Markt einfach nicht zu finden ist. Auch ein Riester-Banksparplan bringt zur Zeit nicht mehr als ein Riester-Bausparvertrag in der Ansparphase. Im Übrigen kann durchaus ein Bausparvertrag sinnvoll sein, wenn man z.B. die Beleihungslücke von 60 zu 80% bei der Immobilienfinanzierung stopfen muss, die Bank auch das Darlehen als Eigenkapital anerkennt und deswegen ein günstigeren Zinssatz bieten kann.


    Als das muss aber in einem guten Finanzierungsplan mitbedacht werden. Also ganz so einfach ist es dann doch nicht mit der pauschalen Aussage: Finger weg! Sicher hast du, Piet, in vielen Punkten Recht, aber ich würde eher sagen:
    Es kommt drauf an!


    Gruß, Andreas

    Hallo zusammen,


    als ich das erste mal eine Selbstauskunft beantragt habe, habe ich falsche Daten vorgefunden - falsche Adressdaten und Verträge, die schon längst nicht mehr bestanden. Fehlerhafte Daten sind in diversen Stichproben von Finanztest und anderen Magazinen ja auch schon mehrfach bemängelt worden. Ich habe dann die Schufa aufgefordert, die Daten zu korrigieren bzw. zu löschen, was in meinem Fall auch kein Problem war. Die Selbstauskunft habe ich bis jetzt jährlich angefordert und bisher auch keine Schwierigkeiten dabei gehabt. Danke auch für den Tipp, das ganze per Mail durchführen zu können - das spart Porto!


    Seit letztem Jahr habe ich auch einen ständigen Online-Zugang, den ich für einmalig 18,50 EUR gekauft habe (Produktname: SCHUFA-Auskunft online inkl. SCHUFA-UpdateService). Jede Änderung des Scores oder eine Abfrage wird mir per Mail mitgeteilt. Ich bin also immer zeitnah informiert und muss nicht jedes Jahr die Anfrage machen. Online können alle Daten eingesehen und der dreimonatlich neuberechnete Score abgefragt werden. Leider hat man keinen Zugriff auf die Branchen-Scores. Dafür müsste man wieder die jährliche Auskunft anfordern, was wiederrum Kosten erzeugt. Hier könnte die Schufa nachbessern!


    Die Einsicht in die dreimonatliche Neuberechnung des Basis-Scores gibt u.a. die Möglichkeit, zu sehen, welche Aktionen den Score beeinflussen. So kann ich berichten, dass unmittelbar nach der Eröffnung eines Gemeinschaftsgirokontos mit meiner Frau inkl. Dispo und Debitkarte (zur Info: mein zweites Girokonto inkl. Dispo und Debitkarte) der Basis-Score um fast 100 Basispunkte abgestürzt ist. Seitdem erholt er sich in kleinen Schritten wieder, ist aber noch lange nicht auf dem Ausgangsniveau angekommen. An dem Finanztip-Tipp aus dem Artikel scheint also etwas dran zu sein. Viele Kreditkarten und Girokonten verhageln den Score. Aber schon bei zwei? Ich würde zugern wissen, wie der Algorithmus arbeitet. Der Frage, ob ein hoher Dispo gut für die Bonität ist, werde ich demnächst nachgehen... :-)


    Gruß, Andreas

    Hallo zusammen,


    Manuel hat Recht, was den steuerlichen Aspekt eines Kinderkontos betrifft. Ich möchte aber anmerken, dass in vielen Fällen nicht die Steuern das Problem sind, sondern die Krankenversicherungspflicht. Ist das Kind bei den Eltern in der beitragsfreien Familienversicherung (GKV) mitversichert, darf das Einkommen des Kindes 395 EUR pro Monat (4740 EUR jährlich zzgl. Sparerpauschbetrag 801 EUR = 5541 EUR) nicht überschreiten, sonst muss es sich selbst krankenversichern - und das wird das richtig teuer. Das gleiche Problem hat im übrigen auch ein nicht berufstätiger Ehepartner mit Vermögen. Sicher, der Betrag sieht zunächst ziemlich groß aus. Kommt das Kind aber z.B. in der Oberstufe auf die Idee, jobben zu gehen, ist die Diskussion mit den Eltern vorprogrammiert.


    Wichtig in diesem Zusammenhang ist auch, dass die Eltern über das Geld, welches dem Kind übertragen oder für das Kind angespart wird, nicht nach Belieben verfügen können. Es kann nur im Sinne der elterlichen Fürsorgepflicht verwendet werden, also z.B. für die Kleidung, Ausbildung oder das Studium. Damit das Kind das Geld vorher nicht ausgibt, kann man das ganze notariell absichern. Das Vermögen zwischen Kinder- und Elternkonten aus Steuerspargründen beliebig hin- und herzuschieben empfiehlt sich auf keinen Fall. Damit macht man sich strafbar und fliegt auf, falls die Finanzämter genauer hinsehen.


    Die Frage, wie man für sein Kind anlegen sollte, hängt natürlich von den Zielen ab. Da gebe ich Henning Recht. Die meisten Eltern wollen wahrscheinlich für die Ausbildung sparen, so dass sich bei einem Sparhorizont von ca. 20 Jahren insbesondere ETF-Fondsparpläne eignen. Ein passendes Ablaufmanagament müsste man sich allerdings selbst basteln. Fallstricke lauern insbesondere auch am Ende der Sparzeit, wenn Kursgewinne realisiert werden. Hier wird die o.g. Grenze bzgl. der Krankenversicherungspflicht sehr leicht gerissen, so dass es sich anbietet, den jährlichen Freibetrag durch Verkauf und direktem Zurückkauf auszunutzen. Die anfallenden Nebenkosten sind zwar unschön, aber immer noch besser als Steuern und Krankenversicherung zu zahlen.


    Insgesamt ist das Thema Kindervorsorge also etwas breiter als der bloße Steuerfreibetrag. Sollte man größere Summen sparen, ist regelmäßige Beschäftigung mit den Anlagen unverzichtbar!


    Viele Grüße,
    Andreas


    ps: Die NV-Bescheinigung muss übrigens auch alle drei Jahre neu beantragt werden.