Beiträge von Pantoffelheld

    3.

    Pacta sunt servanda.

    Verträge sind zwar prinzipiell einzuhalten, dass heißt aber nicht, dass nicht mit allen möglichen Tricks versucht wird, aus einer unkomfortablen Vertragssituation herauszukommen.


    Ich habe sowas noch nicht erlebt, aber ich könnte mir vorstellen, dass bösere Kreditgeber anfangen, die Klauseln nach Sonderkündigungsmöglichkeiten durchzuforsten. Möglichweise hat sich die Bonität des Kreditnehmers ein wenig verschlechtert? Oder die Werthaltigkeit der Besicherung hat gelitten, weil jetzt wieder matte Dachziegel angesagt sind statt glänzender?


    Aber das sind hoffentlich nur schlimme Gedanken in meinem Kopf, die nichts mit der Welt da draußen zu tun haben.

    Als Vorschuss zur Senkung der Leasingraten wurde sie bei einem Vertragsschluss vor dem 01.07.2020 mit 19% versteuert. Da die Sonderzahlung jedoch als für den Gesamtzeitraum vereinnahmtes Entgelt angesehen wird, wird sie anteilig auf die Teilleistungszeiträume (i.d.R. die monatlichen Leasingraten) umgelegt.

    Das klingt nach einer passenden Antwort. Aber was bedeutet sie in der Praxis, wenn der Vertrag inklusive der Höhe der Sonderzahlung durch Übernahme des Gebrauchtwagens noch in der 19%-Zeit geschlossen wurde, die Leistung dann aber im 16%-Halbjahr erbracht wurde? Das - z.B. bei 36 Monaten Leasingdauer - die Sonderzahlung durch 36 geteilt wird und in den 6 speziellen Monaten nur mit 116/119 Anteil von der Rate abgezogen wird, die ihrerseits auch auf 116/119 ermäßigt wurde? Wenn ja, wie passt das denn zur Nachforderung des Leasinggebers?

    Interessant. Die argumentieren also, dass sie Dir (angenommen) 10.000 € für den Alten gesagt haben und damit 8.403 € netto + 19 % gemeint haben. Da inzwischen der Steuersatz gesenkt wurde, wurden daraus dann 8.403 + 16 % = 9.748 €. Und die 252 € würden die jetzt gerne zusätzlich abrechnen. Habe ich das richtig verstanden?


    Preise sind gegenüber Endkunden immer incl. MwSt anzugeben, so dass einem als Kunden normalerweise egal sein kann, ob im Supermarkt auf der Käsepackung nun 7 % oder 19 % sind. Es gibt in länger laufenden Verträgen allerdings meist eine (zulässige) MwSt-Anpassungsklausel, so dass sich dann der ursprünglich ausgewiesene Endpreis doch ändern kann.


    In diesem Fall produziert es aber zumindest ein kurioses Ergebnis. Ob das so rechtlich in Ordnung geht, kann ich nicht sagen. Zur Kundenzufriedenheit trägt es jedenfalls nicht bei...

    Unser Produkt, welches wir eigentlich bis zur angedachten "Riester-Reform" weiterlaufen lassen wollten, ist ebenfalls nicht mehr am Markt für Neuabschlüsse.

    Die Meldungen, dass der Vertrieb von Riester-Produkten eingestellt wurde und auch keine Neuabschlüsse mehr möglich sind, häufen sich.


    Ob das eine bewusste Botschaft an die Politik ist - entweder ihr bewegt Euch oder keiner kann mehr Riester abschließen, weil es keine Produkte mehr gibt? Auch die nächste Legislaturperiode wird am ende wieder schneller vorbei sein als man am Anfang gedacht hat.

    Thematik mit den Spread (...)? Mein iShares MSCI World (A0RPWH als Indexfonds) wird in Dollar gehandelt - wo genau „schlägt ebase hier gebührentechnisch zu“?

    Demnächst werden die meisten Anbieter wieder ihre verpflichtende jährliche Kosteninformation versenden. Es lohnt sich, die mal genauer anzusehen und ggf. sogar zu verstehen versuchen. (Vielleicht auch eine Idee für Saidi ?)


    Ich habe vor einem Jahr Bauklötze gestaunt, als mir dadurch in einem kostenlosen Depot mit einem kostenlosen Sparplan auf einen Dollar-ETF gut 100 € Entgelt für Währungsgeschäfte transparent gemacht wurden, die ich sonst wohl unbemerkt noch jahrelang weiter gezahlt hätte. Der Hinweis darauf findet sich als kleine Fußnote im Preis-/Leistungsverzeichnis und die Höhe steht dann nochmal in einem Extradokument (FIL Fondsbank über Fondsdiscount24).


    Wenn man auch so ein Depot hat oder sich nicht sicher ist, ist das denn doch ein Argument für den ETF bzw. die Tranche in Euro statt USD. (Die eigentlich auch korrekte Aussage ist ja hier sonst, dass die Fondswährung für die Performance keine Rolle spielt.)

    Es sieht ganz so aus, als ob die Auszahlung nach Kündigung des Vertrages im 2015 steuerpflichtig gewesen wäre. Wenn Du das in der Steuererklärung 2015 nicht angegeben hast und Dir nun Gedanken machst, was die Konsequenzen sein könnten und was Du tun sollst, solltest Du das mit einem Steuerberater besprechen. Das kann das Forum nicht leisten.


    Zinsen sind generell steuerpflichtig. Bei den derzeit niedrigen Zinssätzen liegt man allerdings bei recht hohen Vermögen oft noch unter den Freibeträgen, so dass häufig am Ende doch keine Steuern gezahlt werden müssen (bei 0,5% auf dem Tagesgeld dürften es bis zu 160.000 sein).

    Der ETF-Buy&Hold-Ansatz ist ein prognosefreier. Man nimmt den Markt wie er kommt, weil man weiß, dass man es sowieso nicht besser hinbekommt und dass der Markt er es schon regeln wird.


    Mit ESG-Kriterien greifst Du in den Ansatz ein und lässt Indexbauer an der Zusammensetzung drehen, basierend auf Entscheidungen, die letztendlich stark auf deren Meinung beruhen (und entsprechend fehlerhaft sein können).


    Wenn unser "ETF-Buy&Hold-Ansatz" funktioniert, werden sich die "guten" Unternehmen besser entwickeln als der Rest, entsprechend gewichtet werden, so dass wir von der positiven Entwicklung auch profitieren. Das geht dann automatisch.


    Aber: Es könnte auch sein, dass man doch über entsprechende Kriterien diese Unternehmen vorzeitig herausfiltern und als ESG-ETF kaufen kann. Es könnte sein, dass man durch eine Übergewichtung diese Unternehmen in ihrer Entwicklung unterstützen kann. Und es könnte sein, dass man von einem folgenden überdurchschnittlichen Erfolg dieser Unternehmen auch selbst überdurchschnittlich profitiert.


    Muss aber nicht.

    Naja, also die Art der Kritik, die auf diese Weise betrieben wird, kann man nicht gerade revolutionär nennen. Das ist denn doch zu nah am System: Wenn's gut geht, hast Du was für die Welt getan und dabei mehr Geld verdient. Wenn's nicht so gut geht, hast Du etwas weniger Geld verdient, aber trotzdem noch viel viel mehr als Dein Nachbar, der auf dem Sparbuch gespart hat.


    Der echte Kapitalismuskritiker würde wohl eher keine Aktienfonds ins Depot nehmen ;-)

    Bei "grünen" ETFs kannst Du nur versuchen, die bessere Hälfte oder das beste Viertel zu bestimmen (und dazu vorher noch die passenden Kriterien zu definieren). Dann hast Du einen Fokus, der etwas besser ist als Wischi-Waschi (wenn auch nicht viel) und gleichzeitig eine Streuung, die noch ganz schön breit ist (wahrscheinlich immer noch breit genug) um das Risiko zu begrenzen.


    Alles fokussiertere läuft auf einen aktiven Ansatz hinaus. Das ist Stock-Picking auf wenige Dutzend Aktien. Das muss (auch für Dich als Anleger) keine schlechten Ergebnisse produzieren, schau Dir z.B. den NAI-30 an, widerspricht aber der breiten Streuung und dem passiven Ansatz, der hier (in weiten Teilen) propagiert wird.


    In den letzten Jahren bist Du mit den ESG-Varianten der Fonds eher besser gefahren als mit den konventionellen. Rein theoretisch sind das auch die Unternehmen, die der Zukunft mehr zugewandt sind und deswegen auch langfristig erfolgreicher sein sollten. Wer sich nicht entscheiden kann, kann ja 50% ESG nehmen und 50% normal und in 10-20 Jahren sehen, was besser war.

    Mit diesem Mix, fährst Du m.E. in Deiner Situation am Besten.

    Das passt so ganz gut und ist einfach umzusetzen. --


    Die etwas fortgeschrittene Variante ist, sich zu überlegen, dass die ETF auch bei schlimmstmöglicher Entwicklung nie ganz ihren Wert verlieren, sondern vielleicht nur ("nur") 50 %. Die andere Hälfte bleibt sicher (nach menschlichen Ermessen und den Erfahrungen der letzten 100 Jahre) übrig.


    Von daher könnte man deutlich mutiger mit 15.000 in ETF gehen, davon sind 7.500 wahrscheinlich-sicher. Und nur 10.000 sicher-sicher anlegen.


    So bleiben im allerschlimmsten Szenario 17.500 plus die Erträge aus der sicheren Anlage. Im normalen oder guten Verlauf hätte man dafür einen ordentlichen Renditevorteil im niedrigen vierstelligen Bereich. Das wäre nicht schlecht, man muss aber der Typ dafür sein.

    Hallo Andrea,


    laut BGB beträgt die Kündigungsfrist durch den Arbeitgeber in Deinem Fall 4 Monate § 622 Abs. 2 Punkt 4 BGB. Der Arbeitgeber darf im Arbeitsvertrag für die Kündigung durch den Arbeitnehmer keine längere Frist als die seitens des Arbeitgebers vorschreiben (§ 622 Abs. 6 BGB). Das tut er nicht, sondern bezieht sich auf die gesetzliche Frist.


    Nach meiner (laienhaften) Einschätzung ist das so in Ordnung und die Kündigungsfrist beträgt auch für Dich 4 Monate. Morgen ist übrigens der 29. ;-)


    Es lohnt sich aber meistens ein Gespräch mit dem Arbeitgeber. Vielleicht ist der sogar ganz froh, schnell und problemlos Personal abbauen zu können? Und selbst wenn nicht, ist ein Arbeitnehmer, der schon gekündigt hat und vielleicht nur noch Dienst nach Vorschrift macht und im schlimmsten Fall in der Pause baldigen Ex-Kollegen ganz begeistert von den viel besseren Konditionen beim neuen Arbeitgeber erzählt, für die wenigsten Arbeitgeber eine gute Sache. Da findet man fast immer einen Kompromiss und Überstunden und Resturlaub wollen ja auch noch abgegolten werden.


    Also wäre meine (wiederum laienhafte, ich bin kein Jurist) Empfehlung: Morgen mit dem Kündigungsschreiben in der Hand mit dem Arbeitgeber sprechen und dann sehen, was geht.


    Viel Erfolg! Guido

    Ich habe keinen Auszahlplan. Warum auch ? Durch den Auszahlplan würde ich nur unnötigerweise Geld von meinen rentierlichen Depot abziehen. Wenn ich wirklich Geld benötige, kann ich ja auch Fondsanteile selbst verkaufen. Dabei verkaufe ich nur so viel, wie ich wirklich benötige.

    Ich glaube, das ist hauptsächlich Psychologie: Wenn ich den ETF-Bestand zur Aufbesserung meines regelmäßigen Einkommens brauche, dann ist es für die meisten wahrscheinlich angenehmer, sich einmal einen Plan zu machen und den laufen zu lassen. Wenn Du z.B. alle paar Monate gesammelt nach aktuellem Bedarf verkaufst, hätten viele andere Angst, den Überblick zu verlieren und zu früh zu viel zu verkaufen.

    Also 18k ins Schließfach und 7k in einen gescheiten, (welt)weit streuenden ETF.

    Hallo Euro66 , wie JDS schon sagt: Das was Du in wenigen Jahren planbar brauchst, müsstest Du sicher weglegen (mit einer Verzinsung von 0-1%; das ist nun einfach so). Den Rest kannst Du investieren z.B. in Aktien-ETF mit einer Renditeerwartung von 5..6..7 % pro Jahr.


    Wenn Dein Einkommen es hergibt, kannst du natürlich auch jetzt schon stärker ins Risiko gehen mit einer entsprechend höheren Renditeerwartung.


    Du kannst nicht erwarten, mit den o.g. Produkten ein besseres Ergebnis zu erzielen, weil die Anbieter genau so kalkulieren müssen wie wir hier, und zusätzlich auch noch Gewinn damit machen wollen/müssen.

    Gibt es den Ex-Ante-Kostenausweis auch bei einem Versicherungsprodukt?


    Und, um auf die Frage von monstermania zurückzukommen, zu welchem Zweck möchtest Du dieses Produkt gerne abschließen?

    Entschuldigung, ich hatte "Die Frage kann ich leider nicht beantworten, da nicht ich die Geldanlage abschließen möchte" nicht gesehen.


    Meine Antwort muss daher lauten:


    Wenn Du nicht weißt, warum Du eine Geldanlage tätigen möchtest -insbesondere auch für andere-, dann lass es bleiben.

    Aber die Leistung wurde schon lange abgerechnet, die Rechnung gestellt und bezahlt.


    Nur weil der Rechnungsteller damals aufgrund des Vertrages berechtigt gewesen wäre, einen höheren Betrag in Rechnung zu stellen, muss das nicht heißen, dass er nach Erkenntnis seines Irrtums das jetzt noch einseitig zu seinen Gunsten einfach so korrigieren könnte.

    Auf welcher Basis möchte der Anbieter eine berechnete und bezahlte Leistung nach 3 Jahren nochmal anders (teurer) abrechnen? Irrtum?? Nicht wirklich, wenn die solche Dinge beruflich tun. "Unverzüglich" heißt hier das Stichwort...