Beiträge von Schlesinger

    Jetzt habe ich die Mandatsvereinbarung bekommen aber noch nicht unterschrieben.
    Darin fordert die Rechtsanwältin jetzt die 1200,-€ Ausgleichszahlung +Reiseminderungsansprüche
    i.H.v. 125,-€ beim Reiseveranstalter .


    Bezüglich der Prüfung, ob Reisepreiseminderungsansprüche gegen den Reiseveranstalteer zustehen, kann doch jeder Laie einen Blick in die Frankfurter (Reisrechtsmängel-)Tabelle oder die Kemptener Reisemängeltabelle werfen und wird feststellen, daß ein Reisepreisminderungsgsanspruch gegen den Reiseveranstaltere erst ab der fünften Verspätungsstunde in der Vergangenheit von Gerichten zuerkannt wurde. Die Minderungsquote belief sich dann auf 5 % des anteiligen Tagesreisepreise pro angefangener Verspätungsstunde. - Und in unserem Sachverhatl haben wir nur 3 1/2 Std. Verspätung.

    Jetzt habe ich die Mandatsvereinbarung bekommen aber noch nicht unterschrieben.
    Darin fordert die Rechtsanwältin jetzt die 1200,-€ Ausgleichszahlung +Reiseminderungsansprüche
    i.H.v. 125,-€ beim Reiseveranstalter .
    Ich habe aber auch das BGH Urteil gelesen Pausschalreisende dürfen nicht doppelt abrechnen.


    Welche Kosten können auf mich zukommen wenn ich den Anwalt wechsel?


    Je nachdem, ob eine Erstberatung stattfand oder nicht, könnte die Anwältin für den Fall, daß diese denn stattgefunden hat die Kosten für die Erstberatung geltend machen. Dies liegen bei roundabout EUR 230,- incl. MWSt.


    Ich würde die Anwältin behalten und ihr erstmal das besagte BGH-Urteil vorhalten, es sei denn man hat absolut kein Vertrauen zu ihr, denn dies sollte gegenüber einem Rechtsanwalt genauso gegeben sein wie gegenüber dem Arzt oder dem Pfarrer.


    Oder für den Fall des Anwaltswechsels: Mit ihr vereinbaren, daß sie keine Kosten für eine evtl. Erstberatung erhebt, da diese ja zur Hälfte falsch war.

    Hierzu zwei Zitate aus der Antwort von KLM:
    "Laut unseren Informationen war die Verspätung des Fluges KL0706 (mit dem wir von Rio nach Amsterdam gelangten) auf das verspätete Eintreffen der Maschine aus Amsterdam aus operationstechnischen Gründen zurückzuführen."
    und
    "Wir ...müssen bestätigen, dass die Umstände, die diese Verspätung verursacht haben, im Sinne der EU-Verordnung als außerordentlich gewertet werden. Folglich müssen wir Ihren Antrag auf Ausgleichszahlung leider ablehnen."


    Hier soll offenbar mal wieder mit hochtrabenden Allgemeinfloskeln ein Passagier um die ihm zustehenden Ausgleichszahlung gebracht werden.


    Die wahre Rechtslange ist er eine ganz andere.


    'Art. 7 der Verordnung (EG) Nr. 261/2004 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 11. Februar 2004 über eine gemeinsame Regelung für Ausgleichs- und Unterstützungsleistungen für Fluggäste im Fall der Nichtbeförderung und bei Annullierung oder großer Verspätung von Flügen und zur Aufhebung der Verordnung (EWG) Nr. 295/91 ist dahin auszulegen, dass auf seiner Grundlage dem Fluggast eines Fluges mit Anschlussflügen, dessen Verspätung zum Zeitpunkt des Abflugs unterhalb der in Art. 6 der Verordnung festgelegten Grenzen lag, der aber sein Endziel mit einer Verspätung von drei Stunden oder mehr gegenüber der planmäßigen Ankunftszeit erreichte, eine Ausgleichszahlung zusteht, da diese Zahlung nicht vom Vorliegen einer Verspätung beim Abflug und somit nicht von der Einhaltung der in Art. 6 aufgeführten Voraussetzungen abhängt.' Leitsatz aus EuGH, Urteil vom 26. 2. 2013 - C-11/11
    Und hier der Volltext des Urteils: http://lexetius.com/2013,314


    Mit leicht verständlichen Worten: Ist der Erstflug nur gering verspätet, wird aber das Endziel mit über drei Stunden erreicht, steht dem Passagier eine Auslgeichszahlung zu.


    Und: 'außergewöhnlich Umstände' sind dem Sachverhalt absolut nicht zu entnehmen.

    Korrketur und Ergänzung um Pkt. 4

    Problematik:
    Aus einem anderen Thread im 'Finanztip' ergab sich eine Fragestellung, wie man sich schützt, mit einem bereits insolventen Vertragsparnter einen Vertrag abzuschliessen. Dies kann bspw. für einen Vermieter interessant sein, der beabsichtigt, mit einem neuen MIeter einen Mietvertrag abzuschliessen, für einen Käufer, der etwas bei einem Internethändler kaufen möchte oder für den Auftraggeber eines Handwerkers, der finanziell in Vorleistung gehen soll. Diese Frage, ob der Vertragspartner insolvent ist, ist auch für diejenigen interessant, die beabsichtigen, ihren Vertragspartner gerichtlich zu verklagen, denn bekanntlich kann man 'keinen nackten Mann in die Tasche fassen'.


    Die Lösung:
    Das Justizministerium des Landes Nordrhein-Westfalen betreibt die für jedermann öffentlich zugängliche Internetseite http://www.insolvenzbekanntmachungen.de. Dort wird bundesweit (also auch aus anderen Bundesländern) jede gerichtliche Entscheidung, ganz gleich ob Privatinsolvenz oder Firmeninsolvenz betreffend, zeitnah öffentlich bekanntgemacht. In jedem Insolvenzverfahren wird veröffentlicht, ob die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt wurde, ob das Insolvenzverfahren gerichtlich zugelassen oder 'mangels Masse' abgelehnt wurde, wer zum vorläufigen oder zum Insolvenzverwalter bestellt ist, ob Restschuldbefreiung erteilt wurde, wie sich Gläubiger zu verhalten haben uvm..
    Vorteil: Die Abfrage ist kostenlos!
    Aber: Die Internetseite gibt natürlich keine Auskunft über Personen oder Firmen, die sich finanziell 'in Schieflage' befinden und das Insolvenzverfahren noch nicht beantragt haben. Über diese müßte man sich bei Wirtschaftauskunfteien, wie z. B. der 'Schufa', informieren.


    Hinweis zur / Gebrauch der Suchefunktion:
    1. Gehe auf die Internetseite ' www.insolvenzbekanntmachungen.de '.


    2. Klicke oben Links auf 'Bekanntmachungen suchen'.


    3. Auf der nun sich öffnenden Sucheseite wähle zwischen der 'uneingeschränkten Suche' und der 'Detail-Suche' aus, indem du auf 'Detail-Suche' klickst.


    5. Wähle bei 'Gericht' im Drop-Down-Menü das Gericht aus, daß dem Firmensitz oder dem Wohnistz der zu überprüfenden Firma / Person am nächsten gelegen ist. Im Zweifelsfall sollte man die Suche nochmal bei örtlich benachbarten Gerichten durchführen! (Und: Ggf. auch wiederholt bzw erneut an früheren Firmen- oder Wohnsitzen suchen).


    6. Gebe bei 'Firma bzw. Famiienname des Schulders' den entsprechenden Namen ein. (Sucht man bspw. nach 'Paul Egon PUMPELMOSER GmbH & Co.KG', reicht es, wenn man 'Pumpelm' eingibt oder im Falle 'Kranich Airlines' reicht auch schon 'Kranich' oder 'Airlines' als Suchbegriff aus. Der Name oder das Namensfragment muß natürlich richtig geschrieben werden!)


    7. Klicke im oberen Bereich der Webseite, dort in der Mitte, auf den Button 'Suche starten'


    8. Im oberen Bereich der Webseite wird dir nun angzeigt, ob und wieviele Treffer es gibt.


    9. Scrawle die ganze Webseite nach unten und klicke den oder die blauen Link(s) an.

    Viel Erfolg!


    P.S.: Wer die Seite öfter nutzt, stellt fest daß es dort auch ein Orts-und Gerichtsverzeichnis gibt, mit welchem man das richtige örtlich zuständige Gericht findet.

    Inamaria schreibt,daß es sich bei Ihr um eine Immobilienfinanzierung handelt, daher gebe ich folgenden Hinweis.In den ARB der Gesellschaften gibt es üblicherweise den
    §3 "Ausgeschlossene Rechtsangelegenheiten" dort geht es u.a.um Kauf/Verkauf von Gebäuden/Grundstücken,
    Planung/Errichtung von Gebäuden pp.Bitte selbst genau lesen.Am Ende des Textes kommt dann der entscheidende
    Satz,daß auch für die Finanzierung der genannten Vorhaben kein Versicherungsschutz besteht.


    Richtig. - Solche inhaltlichen Ausschlüsse gibt es bei Rechtsschutzversicherungstarifen. Hier habe ich mal Musterrechtsschutzversicherungsbedingungen des Gesamtverbrandes der Deutschen Versicherungswirtschaft verlinkt. Siehe dort unter Pkt. 3.2.2: http://www.gdv.de/wp-content/u…12-Stand-Oktober-2014.pdf

    Und bitte gleichzeitig nochmal zusätzlich mit nachposten:
    -Kaufdatum der Tickets und
    -das geplante Veranstaltungsdatum.
    -Datum des ersten Schreibens an 'Eventim',in welche, die Ansprüche wg. der ausgefallenen Veranstaltung geltend gemacht wurden
    -Datum des Antwortschreibens von 'Eventim' mit Hinweis auf eine 'angebliche' Insolvenzverwalterin
    (Hintergrund: Ich will überprüfen, ob dem Endkunden hier evtl. Karten eines Veranstalters 'unterjubelt' worden, der bereits am Kaufdatum der Karten 'Pleite' war. - 'Eventim' scheint nach meinen Recherchen nicht 'insolvent', sondern noch 'leistungsfähig' zu sein und ich versuche hier eine Mitverantwortlichkeit von 'Eventim' zu konstruieren.. Weiter will ich überprüfen, ob durch eine evtl. Zeitliche Verzögerung von 'Eventim' evtl. Ansprüche des Kinden gegen den Veranstalter erschwer oder vereitelt wurden)

    @baerbelp


    In meiner vorhergehenden Antwort hatte ich dazu geraten, eine Rückbuchung des Ticketpreise vorzunehmen. - In dieser Vorantwort kam nicht ganz deutlich zum Ausdruck, daß dies natürlich nur dann gilt, wenn 'Evetim' falsche Auskünfte hinsichtlich einer möglichen Insolvenz (bezüglich sich selbst und/oder des Veranstalters) gemacht hat.


    Bitte hier nochmal ganz genau nachposten,
    -wer insolvent sein soll?
    -wie erfolgte die Zahlung (Zahlungsart//bar/Kreditkarte/Einzusermächtigung o. a.) und an wen ggf. über wen?
    -wer ist der Veranstalter?

    Nach drei Wochen wurde uns von eventim die Insolvenzverwalterin mitgeteilt, bei der wir die Ansprüche geltend machen sollen. Wir haben die Tickets dorthin geschickt, allerdings sind sie diese Woche zurückgekommen mit dem Hinweis, dass das Verfahren erst im März eröffnet wird und wir dann ggf. aufgefordert werden, die Karten erneut zuzusenden-es bleibt also spannend...


    1.
    Ich habe soeben eine Recherche auf einem öffentlich zugänglichen Justizportal der Länder (www.insolvenzbekanntmachungen.de) durchgeführt. Demnach hat zumindest die Fa. 'eventim' keine Insolvenz angemeldet.
    2.
    Dies ist aber auch nicht von Bedeutung, denn die Fa. 'Eventim' beruft sich am Anfang und iin ihren AGB mehrfach klar und deutlich auf eine reine Vermittlerrolle: 'Die CTS EVENTIM AG & Co. KGaA ist nicht selbst Veranstalter der angebotenen Veranstaltungen. Diese werden durch den jeweiligen Veranstalter durchgeführt, der auch Aussteller der Tickets ist. Durch den Erwerb der Eintrittskarte kommen vertragliche Beziehungen im Hinblick auf den Veranstaltungsbesuch ausschließlich zwischen dem Karteninhaber (Kunden) und dem jeweiligen Veranstalter zustande. Möglicherweise gelten für diese rechtlichen Beziehungen eigene Allgemeine Geschäftsbedingungen des Veranstalters. Die CTS EVENTIM AG & Co. KGaA vertreibt die Tickets im Auftrag des jeweiligen Veranstalters als Vermittlerin oder als Kommissionärin, es sei denn, sie ist im Einzelfall ausdrücklich selbst als Veranstalter ausgewiesen. Mit der Bestellung von Tickets beauftragt der Kunde die CTS EVENTIM AG & Co. KGaA mit der Abwicklung des Kartenkaufes einschließlich Versand.'


    Es bestehen also direkt Vertragsbeziehungen zum Veranstalter, welcher auf dem Ticket angegeben ist. - 'Eventim' ist also nur Vermittler, es sei denn, daß sie, wie oben angegeben selbst in die Veranstalterrolle 'schlüpft' und selbst mal im eigenen Namen ein Konzert anbietet.
    3.
    Es ist ausgesagt, es gäbe eine 'Insolvenzverwalterin'(vermutlich des Veranstalters). Ferner ist ausgesagt, die Insolvenz werde erst im März eröffnet. Hier werden offenbar einige Begrifflichkeiten 'durcheinandergewürfelt', denn ein(e) Insolvenzverwalter(in) wird erst mit Eröffnung des Imsolvenzverfahrens durch das Gericht bestellt.


    Evtl. hat der Veranstalter keine Insolvenz angemeldet. Daher bitte umgehend prüfen oder hier mitteilen, wer der Veranstalter war!


    Falls zeitlich noch möglich, würde ich umgehend (!) -entgegen meiner ersten Antwort zu diesem Thema- die Rücklastschrift bei der Bank einreichen, denn 'Eventim' ist nach meinen Recherchen nicht insolvent. Hierbei gehe ich natürlich davon aus, daß die Zahlung des Ticketpreise an den Veranstalter über 'Eventim' floss', da diese Firma vemutlich für den Veranstalter inkassoberechtigt war.


    Basiert die Abbuchung vom eignen Konto Girokonto oder von der Kreditkarte aufgrund einer erteilten Einzugsermächtigung, hat man sechs Wochen Zeit, die Rückforderung bei der eigenen Bank geltend zu machen. Gem. Eingangssachverhalt wurden die Tickets am 08.12'14 erworben. Hierzu: 'Für den Widerspruch gegen eine unrechtmäßige Abbuchung hat man allerdings nicht unbegrenzt Zeit, sondern muss eine vorgegebene Frist eingehalten. Wie lange diese Frist dauert, hängt davon ab, ob eine Einzugsermächtigung vorliegt oder nicht. Wenn man dem Abbuchenden eine Einzugsermächtigung erteilt hat, dieser aber nicht den korrekten Betrag abgebucht hat, spricht man auch von einer fehlerhaften Abbuchung. In diesem Fall beträgt die Frist für den Widerspruch sechs Wochen. Die Frist läuft ab dem Zeitpunkt, an dem dem Kontoinhaber der Rechnungsabschluss zugegangen ist. Je nach Bank erfolgt der Rechnungsabschluss entweder monatlich oder quartalsweise.' Quelle: Ratgeber-Geld.de


    Falls man mit der Suchefunktion bei insolvenzbekannmachungen.de nicht klar kommt, bitte mal hier den Veranstalter nachlösten!


    Ohne jemandem etwas unterstellen zu wollen, sieht es nach allererster Einschätzung hier so aus, als wolle man die Konzert-Kunden zeitlich hinhalten - nach einem mit Gerichtsbeschluss eröffneten Insolvenzverfahren im März geht kaum noch was oder erst kommt nur noch ein Bruchteil des Konzertpreises zurück. Noch sind vermutlich weder bei 'eventim' noch bei einem Veranstalter die Konten gesperrt.

    .
    Von der erhofften Zahlung haben wir bereits den nächsten Urlaub gebucht.


    ...wobei solch ein Verfahren nach Einschaltung eines Rechtsnwalts binnen weniger Wochen vor- bzw. außergerichtlch erledigt werden kann ...oder sich, sollte es zu einem Gerichtsverfahren kommen, ca.ein Jahr hinziehen kann - je nach Auslastung des angerufenen Gerichts.

    Die Mitarbeiter haben sich gerade für die falsche Auskunft entschuldigt.
    Natürlich würde hier die EU Verordung Anwendung find.
    Mal sehen wie es weiter geht.


    Will mich ja nicht selbst loben, aber: 'Hab ich doch gesagt' und in meinen vorhergehenden Antworten zum Thema ausführlich begründet.
    Viel Erfolg!

    .

    Gerade habe ich noch ein Schreiben von Reiseveranstalter bekommen.
    lt. Rechtsanwalt sollte ich diese auch Anschreiben.



    Der Flug wurde hier im Rahmen einer Pauschalreise durchgeführt. Dazu: Der Anspruch nach der 'EU-Fluggastrechte-Verordnung' ist direkt an das Luftfahrtunternehmen zu richten. Hierzu auch: BGH v. 11.03.2008, Az.: X ZR 49/07, veröffentlicht in RRa 2008, 175, besagt: VO (EG) Nr. 261/2004 gewährt Ansprüche ausschließlich gegen das ausführende Luftfahrtunternehmen, nicht gegen den Reiseveranstalter.


    Im vorliegenden Sachverhalt kam es zu einer Verspätung auf dem Urlaubsrückflug von 3,5 Stunden. Nach dem deutschen Reiserecht (§§ 651a ff. BGB, welche die Vertragsbeziehungen zwischen dem Reisenden und dem Reiseveranstalter regeln), könnte eine Minderung vorliegen, die einen ausgleichspflichtigen Mangel darstellt (§ 651d BGB). Aber:
    Hinsichtlich des deutschen Reiserechts sagen jedoch die Gerichte, daß der Reisende erst ab der fünften Verpätungsstunde einen Anspruch auf Minderung des Reisepreises gegen den Reiseveranstalter hat. Hier wurden durch zahlreiche Gerichte erst ab der fünften Verpätungsstunde fünf Prozent pro Stunde des anteiligen Tagesreisepreises als Minderungsquote 'durchgewunken' - darunter gibt es nichts, denn der erste und der letzte Urlaubstag dienen der An- und Abreise. Alles, was unter fünf Stunden Verspätung liegt ist kein ausgleichspflichiger Mangel sondern lediglich eine vom Urlauber hinzunehmende Unannehmlichkeit.


    Dennoch hat der Reisende einen Anspruch gegen die Fluggesellschaft auf eine Ausgleichzahlungen gem. der 'Europ. Fluggastrechteverordnung' - und nicht gegen den Reiseveranstalter (!) - wie bereits dargestellt.



    ich weiß nicht ob das geht aber kann man mir hier einen Anwalt empfehlen?


    Einen speziellen Anwalt möchte ich nicht empfehlen. jedoch einige Punkte aufzeigen, die bei dessen Auswahl hilfreich sind:


    1.
    Zum Sitz des Anwalts: Mögliche Gerichtsstände (alle sind gleichwertig (!) ) sind am Sitz der Beklagten, also der Fluggesellschaft oder am Erfüllungsort. Der 'Erfüllungsort' sind bei einer Flugreise gem. EuGH-Rechtsprechung sowohl der Abflug als auch der Ankunftsort.
    Man sollte sich also einen Anwalt an seinem eigenen Wohnsitz oder an dem Ort wählen, an welchem man beabsichtigt, notfalls zu klagen. - Nimmt man einen Rechtsanwalt an einem anderen Ort, kann es durchaus sein, daß man auf den Fahrkosten des Rechtswanwalts zum Gerichtsort als Kläger 'sitzen bleibt'. Fahrtkosten zum Gerichtsort vom Wohnistz des Klägers müssen, wenn die Airline unterliegt, von dieser auch getragen werden.
    2.
    Der Rechtsanwalt ist zwar gem. § 9 Rechtsanwaltsvergütungsgesetz berechtigt, einen Vorschuß vom Mandanten zu erheben, die meisten Rechtsanwälte verfahren allerdings nicht so. Man sollte einen Rechtsanwalt wählen, der keinen Vorschuß erhebt.
    3.
    Der Rechtsanwalt sollte nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) abrechnen und keine gesonderte Vergütungsvereinbarung mit dem Mandanten treffen. Nimmt man einen anderen Rechtswanwalt, der nicht so verfährt, kann es sein, daß die eigenen Rechtsschutzversicherung die Kosten, die die fiktive Vergütung nach RVG übersteigen, nicht übernimmt. Auch würden diese übersteigenden Kosten nicht dem in der Verhandlung Unterlegenen auferlegt.
    4.
    Zur fachichen Qualifikation des Anwalts: Gem. Fachanwaltsverordnung gibt es ca. 20 Fachanwaltsbezeichnungen: Rechtsanwalt für Erbrecht, ...Strafrecht, ...Familienrecht usw. - Einen Fachanwalt für Reiserecht und/oder (internationales) Beförderungsrecht gibt es nicht. Dennoch werben viele Anwälte mit ihren Interessenschwerpunkten in den 'gelben Seiten' des Telefonbuchs oder in entsprechenden Anzeigen im Internet. Hier sollte man sich einen Rechtsanwalt mit entsprechendem Interessenschwerpunkt suchen. - Ansonsten kann es zu Fehlberatungen, wie bereits im Thread deutlich wurde, kommen.

    Gerade habe ich noch ein Schreiben von Reiseveranstalter bekommen.
    lt. Rechtsanwalt sollte ich diese auch Anschreiben.
    Die möchten jetzt die Unterlagen der Fluggesellschaft haben.
    Frage würde diese evtl. Zahlung von der Ausgleichszahlung die ich evtl. bekomme
    abgezogen?


    Pauschal-Urlauber dürfen nicht doppelt vom Reiseveranstalter und der Fluggesellschaftz kassieren! http://biztravel.fvw.de/bgh-ur…kassieren/393/136182/4070

    Gemäß Webseite von 'Sunexpress' gliedert sich das Unternehmen in zwei Bereiche:
    1.
    SunExpress Deutschland GmbH
    Sitz der Gesellschaft: Frankfurt a.M.


    Gateway Gardens


    De-Saint-Exupéry-Straße 10
    D-60549 Frankfurt am Main


    Amtsgericht Frankfurt
    HRB Frankfurt 90075
    Geschäftsführer: Paul Schwaiger, Server Aydin


    Steuer-Nr.: 0470222054030
    USt-IdNr.: DE 815281747


    Aufsichtsbehörde: LBA Luftfahrt-Bundesamt und


    2.
    SunExpress
    Güneş Ekspress Havacılık A.Ş.
    TR-07230 Antalya
    P.O. Box 28


    Yenigöl Mah. Nergiz Sok. No: 84 PK
    Muratpasa Antalya, Türkiye


    Handelsregister-Nummer / Tic.Sic. No:12563


    Geschäftsführer: Paul Schwaiger, Faruk Çizmeci


    Steuernummer: 434 005 04 85
    Umsatzsteuer ID: 113523639


    Aufsichtsbehörde: DGCA (Direction General Civil Aviation de Turkey)


    Sollte es nicht zu einer Verwechslung durch den Threadeinsteller gekommen sein und tatsächlich mit 'Sunexpress Deutschland GmbH' geflogen worden sein, so findet die VO (EG) 261/2004 unter Hinweis auf meine vorstehende Antwort (Flugverspätung von ca.3:30 Std. - Reise & Urlaub - Finanztip-Community) Anwendung.

    Ich vermutete, bei 'SunExpress' würde es sich um ein türkisches Unternehmen handeln. Aus deren Webseite geht jedoch u. a. hervor, daß 'SunExpress' ein Tochterunternehmen von Turkish Airlines und Lufthansa ist. Ferner steht in deren Impressum: 'SunExpress Deutschland GmbH - Sitz der Gesellschaft: Frankfurt a.M. - Gateway Gardens -
    De-Saint-Exupéry-Straße 10 - D-60549 Frankfurt am Main - Amtsgericht Frankfurt HRB Frankfurt 90075 -Geschäftsführer: Paul Schwaiger, Server Aydin - Steuer-Nr.: 0470222054030 USt-IdNr.: DE 815281747 -
    Aufsichtsbehörde: LBA Luftfahrt-Bundesamt' Somit handelt es sich um ein Luftfahrtunternehmen mit einem Sitz in der EU.


    Klickt man die Seite vom Luftfahrtbundesamt mit dem Titel 'genehmigte deutsche Luftfahrtunternehmen' (http://www.lba.de/SharedDocs/D…aetter_Info/B1_LstLU.html) an, so befindet sich dort ein Link zu einer Liste (http://www.lba.de/SharedDocs/D…blob=publicationFile&v=15), in der auch 'SunExpress Deutschland GmbHDe-Saint-Exupéry-Straße 10 60549 Frankfurt am Main' mit aufgeführt ist.


    Art. 2 Buchstabe c) der VO (EG) 261/2004 -Begriffsbestimmungen- besagt: '"Luftfahrtunternehmen der Gemeinschaft" ein Luftfahrtunternehmen mit einer gültigen Betriebsgenehmigung, die von einem Mitgliedstaat gemäß der Verordnung (EWG) Nr. 2407/92 des Rates vom 23. Juli 1992 über die Erteilung von Betriebsgenehmigungen an Luftfahrtunternehmen(5) erteilt wurde'


    Art. 3 Abs. 1 Buchst. b) VO (EG) 261/2004 -Anwendungsbereich- besagt: 'Diese Verordnung gilt sofern das ausführende Luftfahrtunternehmen ein Luftfahrtunternehmen der Gemeinschaft ist, für Fluggäste, die von einem Flughafen in einem Drittstaat einen Flug zu einem Flughafen im Gebiet eines Mitgliedstaats, das den Bestimmungen des Vertrags unterliegt, antreten,...'


    Im Gegensatz zum mandatierten Rechtsanwalt komme ich weiterhin zu dem Ergebnis: Die VO (EG) 261/2004 findet somit Anwendung.

    So habe jetzt bei meiner Rechtschutzversicherung nachgefragt und eine Deckungszusage für
    o.g. Angelegenheit erhalten und werden diese auch nutzen..


    Dann besteht ja kein Klagerisiko für dich (!) und deine eigene Rechtsschutzvesicherung muß übrigens nur leisten, wenn du unterliegen solltest oder anteilig, wenn es zu einem Vergleich kommen sollte.


    Im übrigen: 'Geschätzt 40.000 Urteile werden in Deutschland jährlich zum Thema Flugverspätung gesprochen. Da die Rechtslage klar ist, gewinnen fast immer die Passagiere!' Quelle: daserste. 'Beim Amtsgericht Rüsselsheim liegen allein gegen Condor 2400 Klagen vor. Richter sind genervt ob der Klagen-Plage, die die systematischen
    Flugverspätungen des Ferienfliegers nach sich ziehen. „Im Normalfall verlieren wir solche Verfahren nicht“, so Rechtsanwalt Hopperdietzel.' Quelle: Wirtschaftswoche



    Sind gespannt was wirklich rauskommt.
    Werde bei Gelegenheit davon berichten.


    Viele Airlines zahlen mitttlerweile schon, wenn nur ein Rechtsanwalt vom Passagier hinzugezogen wird. - Im Rahmen meiner Recherchen zu meinem privat betrieben Blog über die Fluggastrechte habe ich auch schon einge Verfahren begleitet (nicht geführt (!), da ich kein Rechtsanwalt bin).
    Oft versuchen sich die Airlines mit fadenscheinigen Gründen herauszureden oder die Schuld vermeintlichen Dritten in die Schuhe zu schieben (ein Flughafen-Rolltreppen-Gangway-Fahrer hätte bspw. die Flugzeugtür beschädigt). Doch vor Gericht werden für solche oft 'aus der Luft gegriffenen' Behauptungen meist keine Beweise erbracht. Und so kommt es dann, daß die hierfür beweispflichtige Airline unterliegt oder sich in einer Gerichts-Verhnaldungspause mit dem Passagier bzw. dessen Rechtswanwalt buchstäblich in allerletzter Sekunde außergerichtlich einigt bzw. dessen Forderung anerkennt.


    Dies soll für dich heißen, auch wenn wohlformulierte Ablehnungsschrieben von der Airline kommen, sollte man sich davon nicht entmutigen lassen, denn oft entbehren sie jeglicher Grundlage.


    Auch von mir: Viel Glück! (Bitte mal Sachstandsmeldung nachreichen.)

    Ich hatte über Opodo einen Hin- und Rückflug von Stuttgart nach Tel Aviv gebucht. (Hin 10.08.14, Rück: 20.08.14). Die Airline war Türkish airlines.
    Aufgrund der Auseinandersetzungen in Israel in diesem Zeitraum wurden Flüge storniert, so dass ich immer wieder bei Opodo anrufen musste, um zu erfragen, ob die von mir gebuchten Flüge durchgeführt würden.


    Der Passagier bucht im vorliegenden Sachverhalt eine Flugbeförderung über ein (Online-)Reisebüro (= 'opodo') bei der Fluggesellschaft (='Turkish Airlines').
    Somit kommt es zum Abschluß eines Beförderungsvertrages, einem Unterfall des Werkvertrages, und zwar zwischen dem Passagier und der Airline.
    Das (Online-)Reisebüro (= 'opodo') ist hier lediglich Vermittler. Dies geht auch ganz klar an exponierter Stelle aus den AGB von 'opodo' hervor, wo man sich ausdrücklich auf eine reine Vermittlerrolle beruft.
    Das heißt, nach der reinen Vermittlungsleistung, wofür das Reisebüro eine Provision von der Fluggesellschaft erhält, ist es 'außen vor': Nach der Vermittlung hat 'opodo' keine weiteren Rechte und Pflichten und steht in keinen weiteren Vertragsbeziehungen zu dem Passagier.


    So teilt 'opodo' auch ganz richtig in seinen AGB mit, daß es nicht für Änderung der Flugzeiten verantwortlich ist und der Kunde sich diesbezüglich an die Airline, also seinem direkten Vertragspartner halten soll.


    Im vorliegenden Sachverhalt geht der Flug von Deutschland nach Israel. Der Flug unterliegt der VO (EG) 261/2004, der sogen. 'Europ. Fluggastrechteverordnung'.
    Da der Flug aufgrund der Sicherheitslage gecancled wurde, haben wir hier 'höhe Gewalt' vorliegen bzw. einen 'außergewöhnlichen Umstand' im Sinne des Art 5 Abs. 5 der VO (EG) 261/2004, der dazu führt, daß das Luftfahrtunternehmen nicht verpflichtet ist, dem Passagier eine entfernungsabhängige Ausgleichsleisutng als pauschlaen Schadenersatz zu zahlen.
    Allerdings ist das Luftfahrtunternehmen weiterhin gem. Art. 8 VO (EG) 261/2004 verpflichtet, dem Fluggast binnen sieben Tagen den Flugpreis zu erstatten.



    Am 8.8.2014 rief ich bei Opodo an und erfuhr, dass der Rückflug storniert worden war. Eine Alternative innerhalb meines Zeitfensters gab es nicht, so dass ich die komplette Buchung stornierte. Laut Opodo sollte der Flugpreis innerhalb von 4 - 6 Wochen zurückerstattet werden. Bis heute ist diese Erstattung nicht erfolgt.
    Von Opodo werde ich hingehalten.


    Wie bereits oben dargelegt, ist 'opodo' als Vermittler 'außen vor' und hat nichts mehr mit der Erstattung von der Fluggesellschaft an den Kunden zu tun. Bedient man sich dennoch diesbezüglich (für die reine Geldrückzahlung) der Dienste von 'opodo', so ist 'opodo' durchaus berechtigt, für dieses erneute Tätigwerden eine 'Gebühr' oder einen Preis zu erheben.
    Insofern ist es ratsam, sich direkt an die Airline, nämlich seinem direkten Vertragspartner bezüglich der Rückerstattung zu wenden.
    Dies sollte man mit einem klaren und bestimmten Schreiben an die Airline machen, am besten als Einschreiben mit Rückschein und klarer angemessener Fristsetzung (ca. zwei bis drei Wochen sollten hier vollkommen ausreichend sein).
    Zahlt die Airline nicht, ist sie in Verzug und man kann dann gegen sie das gerichtliche Mahnverfahren betreiben oder den Klageweg beschreiten.


    (Ein kostengünstiges Schlichtungsverfahren zur Vermeidung gerichtlicher Schritte vor der Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personen- und Nahverkehr kommt im vorliegenden Sachverhalt nicht in Betracht, da 'Turkisch Airlines' nicht Mitglied im dortigen Trägerverein (https://soep-online.de/der-traegerverein.html) ist.)


    Oft teilen die Airlines ihren Passagieren mit, daß eine Erstattung technisch nur über das Reisebüro möglich sei, über welches gebucht wurde. - Nur ist die Rechtslage, wie bereits dargestellt, eine andere und folgt nicht den 'technischen Gegebenheiten' dieser Airlines. - Im übrigen sei nochmal darauf hingewiesen, daß bei der Rückleistung des Geldes über das Reisebüro immer die Gefahr besteht, daß das Reisebüro für den Rückleitungsdienst wieder einen Extra-Preis vom Kunden verlangt.

    Wofür steht denn dann der Zusatz bei Entfernung für 3500 km und einer Verspätung unter 4 Std.
    kann die Ausgleichszahlung um 50% reduziert werden.


    Dazu habe ich bereits in der vorhergehenden Antwort Stellung bezogen. Dies giltalso nur nach annullierten Flügen und für Fälle der Nichtbeförderungen, wenn ein Alternativflug angeboten wird, der dann innerhalb der entsprechenden Grenzen sein Endziel erreicht - vgl. Art. 7 u. Art. 8 der Europ. Fluggastrechteverordnung.


    Im übrigen stellt 'finanztip.de hier einen kostenlosen Rechner für die Berechnung der Ansprüche zur Verfügung, der zum gleichen Ergebnis kommt (EUR 600,- pro Passagier), wie ich in meinen Vorantworten. Der Rechner ist hier zu finden: Der Rechner ist hier zu finden: http://www.finanztip.de/fluggastrecht/



    Habe ich auch eine Chance ohne Anwalt an die Zahlung zu bekommen?
    Rechtschutzversicherung ist vorhanden.


    Manche Airline zahlen anstandslos nach der rsten schriftlichen Aufforderung durch den Kunden. Andere melden sich gar nicht mehr, versuchen sich herauszureden oder verweigern ihren Kunden die ihnen zustehenden Ausgleichszahlungen.
    Da ich keine Glaskugel habe, kann ich das Verhalten von SunExpress Germany nicht voraussagen.
    Näheres zum Vorgehen gegen eine Airline siehe hier:
    Flugverspätung - Seite 2 - Finanztip-Artikel besprechen - Finanztip-Community