Beiträge von Schlesinger

    Wofür steht denn dann der Zusatz bei Entfernung für 3500 km und einer Verspätung unter 4 Std.
    kann die Ausgleichszahlung um 50% reduziert werden.


    Das steht dafür, wenn im Falle einer
    -Nichtbeförderung bzw. Beförderungsverweigerung oder einer
    -Annullierung des ursprünglich gebuchten Fluges
    ein Alternativflug im Rahmen der Betreuungs- und Unterstützungsleistungen von der Airline angeboten wird und dieser ineue Flug m Rahmen der entfernungsabhängigen Schranken (hier: vier Stunden) sein Ziel erreicht.
    Da hier aber kein Alternativvflug angeboten wurde, kommt diese Vorschrift -Art. 7 und Art. 8 der VO (EG) 261/2004- nicht zur Anwendung.


    Die 3:30 Std. Verspätung bezieht sich auf die Abflug u. Ankunftszeit.


    Gemäß EuGH-Rechtspechung kommt es hier einzig und alleine auf die Ankunft am endziel an.



    Wir haben auch von SunExpress am Flughafen in Marsa Alam ein Zettel
    bekommen mit dem Hinweis technische Probleme, ...


    Immer wieder berufen sich Airlines auf 'technische Defekte' um so gegenüber dem Passagier einen vermeintlichen
    'außergewöhnlichen Umstand' zu begründen. - 'Technische Defekte, wie sie beim Betrieb eines Flugzeugs gelegentlich auftreten können, begründen für sich gesehen keine außergewöhnlichen Umstände, die das
    Luftfahrtunternehmen von der Verpflichtung befreien können, die nach Art. 7 der Verordnung vorgesehene Ausgleichszahlung zu leisten. Dies gilt auch dann, wenn das Luftfahrtunternehmen alle vorgeschriebenen oder
    sonst bei Beachtung der erforderlichen Sorgfalt gebotenen Wartungsarbeiten frist- und ordnungsgemäß ausgeführt hat. Als außergewöhnlicher Umstand kann ein technisches Problem nach der Rechtsprechung des Europäischens Gerichtshofs (Rs. C 549/07 – Wallentin-Hermann gegen Alitalia, RRa 2009, 35) nur dann angesehen
    werden, wenn es seine Ursache in einem der in Erwägungsgrund 14 der Verordnung genannten Umstände hat, beispielsweise auf versteckten Fabrikationsfehlern, Sabotageakten oder terroristischen Angriffen
    beruht' (BGH, Urteil vom 18. Januar 2011 - X ZR 71/10).


    Ganz gleich ob geplatzte Reifen (AG Königs Wusterhausen, Urt. v. 31.05.2011, Az.: 20 C 84/11) oder eine defekte Benzinpumpe (AG Frankfurt/M. Urt. v. 27.6.2013, Az. 30 C 1055/13 – 25) - es gibt heute kaum mehr ein
    Flugzeugteil über welches nicht schon vor Gericht gestritten wurde und stets wurde zu Gunsten der Fluggäste entschieden.


    Wer ist in der Nachweispflicht für 'außergewöhnliche Umstände'? - Im Zivilrecht gibt es den Grundsatz: 'Wer etwas behauptet, der muß es auch beweisen.' Das heißt, wenn sich die Airline auf außergewöhnliche Umstände beruft und somit von der Zahlung einer Ausgleichsleistung befreien möchte, dann muß sie dies auch glaubhaft darlegen.

    In meiner vorstehenden Antwort hatte ich ja geschrieben, daß das AG Charlottenburg bezüglich der 'Ankunft am Endziel'' darauf abstellte, wenn das Flugzeug seine endgültige Parkpostion erreicht.
    Der EuGH kam jedoch in der Rechtssache C‑452/13 am 4. September 2014 zu dem Schluss, dass die Ankunft jener Zeitpunkt ist, zu dem mindestens eine Flugzeugtür geöffnet wird und die Passagiere das Flugzeug verlassen können. Damit wurde zugunsten der europäischen Fluggäste entschieden. Bei dem EuGH-Urteil handelt es sich um höherwertiges Recht.
    Meine Anmerkung: Also noch einige Minuten später als das Erreichen der endgülitgen Parkposition.

    Die Airline war SunExpress Germany mit Sitz in Frankfurt.
    Gebucht wurde 1 Woche Marsa Alam als Pauschalreise für 2 Personen.


    1.
    Die VO (EG) 261/2004 gilt für alle Arten von Flügen, d. h., sowohl für Linienflüge, als auch für Billigflüge oder Charterflüge im Rahmen eines Pauschalreisearrangements.
    2.
    Ich vermutete, bei 'SunExpress' würde es sich um ein türkisches Unternehmen handeln. Aus deren Webseite geht jedoch u. a. hervor, daß 'SunExpress' ein Tochterunternehmen von Turkish Airlines und Lufthansa ist. Ferner steht in deren Impressum: 'SunExpress Deutschland GmbH - Sitz der Gesellschaft: Frankfurt a.M. - Gateway Gardens -
    De-Saint-Exupéry-Straße 10 - D-60549 Frankfurt am Main - Amtsgericht Frankfurt HRB Frankfurt 90075 -Geschäftsführer: Paul Schwaiger, Server Aydin - Steuer-Nr.: 0470222054030 USt-IdNr.: DE 815281747 -
    Aufsichtsbehörde: LBA Luftfahrt-Bundesamt' Somit handelt es sich um ein Luftfahrtunternehmen mit einem Sitz in der EU.


    Zwischenergebnis: Die VO (EG) 261/2004 findet somit Anwendung.


    3.
    Die VO (EG) Nr. 261/2004 sieht in ihrem Gesetzestext keine Ausgleichsleistungen vor, wenn es sich 'lediglich' um eine 'große' Verspätung handelt. Nach dem reinen Gesetzestext gäbe es Ausgleichsleistungen nur im Falle von Annullierungen oder Nichtbeförderungen.
    Aber: Gemäß höchstrichterlichen Urteilen des EuGH, Az.: 402/07 und 432/07, bestätigt durch EuGH, Az.: C-581/10 und C-629/10, steht Fluggästen eine Ausgleichsleistung im Falle einer 'großen' Verspätung von über drei Stunden zu, denn sie befinden sich in einer ähnlich prekären Situation und dürfen daher nicht schlechter behandelt werden als Fluggäste, deren Flüge ganz gestrichen oder annuliert wurde. - Als höchstrichterliche Urteile haben diese EuGH-Entscheidungen Gesetzescharakter, d. h., sie sind gleichwertig wie ein Gesetz, aus welchem man einen Rechtsanspruch ableiten kann. - Hierbei kommt es immer auf die Verspätung am Endziel an.


    4.
    Die entfernungsabhängige Ausgleichsleistung beträgt hier (über 3500 km) EUR 600,- pro Passagier.


    5.
    Der Flug wurde hier im Rahmen einer Pauschalreise durchgeführt. Dazu: Der Anspruch nach der 'EU-Fluggastrechte-Verordnung' ist direkt an das Luftfahrtunternehmen zu richten. Hierzu auch: BGH v. 11.03.2008, Az.: X ZR 49/07, veröffentlicht in RRa 2008, 175, besagt: VO (EG) Nr. 261/2004 gewährt Ansprüche ausschließlich gegen das ausführende Luftfahrtunternehmen, nicht gegen den Reiseveranstalter.


    6.
    Aus dem Eingangssachverhalt geht hervor, daß der Flug sich um 'ca. 3:30 Std' verspätete. Wie oben bereits dargestellt, kommt es hier immer auf die Ankunft am Endziel an. Die weitere Frage wäre, was die 'Verspätung am Endziel' bedeutet:.
    Der Begriff Verspätung 'am Ankunftsort' oder 'am Endziel' ist in der VO (EG) 261/2004 nicht näher definiert. Damit kann also alles gemeint sein, bspw.: -Aufsetzen auf der Landebahn, -Beendigung des Landevorgangs auf der Landebahn, -Erreichen der endgültigen Parkposition, -Anbringen der Gangway am Flugzeug, -Verlassen der Passagiere über die Gangway usw. Das AG Charlottenburg, 234 C 260/13, Urteil vom 12.02.2014 hatte sich in einem ähnlichen Fall mit einer solchen Frage zu befassen. Es entschied sich für das Erreichen der Parkposition des Flugzeugs. Dies ist also der
    maßgebliche Zeitpunkt für die 'Ankunft am Endziel'. Im dortigen Fall hatte die Klage der Passagiere nämlich keinen Erfolg, da es sich 'nur' um eine Verspätung über 2 Stunden und 57 Minuten handelte.


    Ergebnis: Aufgrund der Verspätung steht hier jedem Passagier eine entfernungsabhängige Ausgleichleistung über EUR 600,- zu. Dies trifft dann nur dann nicht zu, wenn sich das Flugunternehmen auf 'außergewöhnliche Umstände' (also: 'höhere Gewalt' berufen kann. Dafür wäre die Airline allerdings beweis- und darlegungspflichtig. Oft berufen sich Airlines zu Unrecht auf 'außergewöhnliche Umstände', indem sie pauschal 'technische Defekte' oder das 'Wetter' angeben. In den meisten Fällen liegt kein 'außergewöhnlicher Umstand vor. Sollte sich das Flugunternehmen hierauf berufen bitte notfalls hier nochmal nachfragen.


    wir sind am 15.12.2014 mit ca. 3:30 Std Verspätung aus
    Marsa Alam in Köln gelandet.


    Zunächst einmal ist zu prüfen, ob die 'Europ. Fluggastrechte-Verordnung', die VO (EG) 261/2004, überhaupt Anwendung findet. Daher die Frage an den Fragesteller:
    Handelt es sich um eine Airline mit Sitz in der EU oder um eine Airline mit Sitz außerhalb der EU?

    Der 'Veranstaltungsbesuchsvertrag' (diesen Begriff gibt es im Bürgerlichen Gesetzbuch gar nicht) ist ein gemischter Vertrag aus Werkvertrag und elementen des Mietvertrages. Demnach schuldet der Veranstalter dem Kunden die Darbietung der Veranstaltung (werkvertragliches Element) und die Zurverfügungstellung des gebuchten Sitz-/Stehplatzes (mietvertragliches Eelement). Im Gegenzug schuldet der Kunde die vereinbarte Bezahlung. Wenn 'Bezahlung im voraus' vereinbart wurde, dann schuldet der Kunde eben genau diese Bezahlung im voraus.


    Fällt die Veranstaltung aus, hat der Kunde das Recht auf Rückzahlung des Ticketpreises.


    Genauso sieht es auch der Tickethändler im Eingangssachverhalt, denn dieser schreibt dem Kunden: "Zum Vorgehen bei der Rückabwicklung des Kartenkaufpreises werden wir Sie in den nächsten Tagen weiter informieren."


    Daraus geht hervor, daß der Tickethändler gewillt ist, den Ticketpreis für das ausgefallene Konzert an die Kunden zurück zu zahlen. - Anhaltspunkte, daß es sich um einen betrügerischen Tickethändler handeln könnte, so haben Internet-Recherchen ergeben, liegen nicht vor.


    Insofern ist der Kunde nicht berechtigt, die Lastschrift der Kartenbezahlung bei seiner Bank zu stornieren, denn durch dieses Verfahren entstehen dem Tickethändler zusätzliche Kosten, für welche der Kunde haftbar gemachen werden könnte.


    Dauert dem Kunden die Rückzahlung zu lange, so muß er seinen Vertragsparnter, den Tickethändler, unter Beachtung einer angemessenen Frist zunächst formlos anmahnen und später ggf. gerichtlich anmahnen. Als angemesse Fristsetzung gilt bei Firmen ein Zeitraum von zwei bis vier Wochen.


    Sollte nach dem gerichtlichen Mahnverfahren immer noch nicht gezahlt werden, bliebe nur noch die gerichtliche Klageerhebung.

    Ich habe eine Kreuzfahrt bei Reederei X gebucht und zusätzlich über die Reederei einen Flug mit Lufthansa. Vier Tage nach Reiseantritt musste ich die Reise abbrechen und vorzeitig zurückfliegen (dieses Ticket musste ich extra zahlen). Ich habe dann telefonisch den planmäßigen Rückflug bei Lufthansa storniert. Lufthansa hat den Flugpreis an die Reederei ausgezahlt, weil diese meinen ursprünglichen Flugpreis ja an LH überwiesen hatte.
    Wem steht der von Lufthansa zurückgezahlte Flugpreis zu?


    Auf alle Fälle steht der Reederei der Kreuzfahrtpreis zu, abzüglich der ersparten Aufwendungen (z. B.: Reinigung der Kabine, eingespartes Essen usw.).


    Hinichtlich des Fluges gibt es zwei Möglichkeiten:
    -Die Reederei trat lediglich als Flugvermittler auf, ähnlich einem Reisebüro. Indiz dafür wäre z. B., ob hier eine gesonderte Rechnung für den Flug erstellt wurde. In diesem Fall stünde, falls der Flug stornierbar bzw. umbuchbar (!) war, dem Kunden die Rückzahlung für den verfallenen Flug zu.
    -Die Reederei hat den Flug im Rahmen eines Pauschalreisearrangements (Reiseleistungen im Namen der Reederei: Kreuzfahrt plus Flug) zur Verfügung gestellt. Indiz hierfür wäre z. B.: eine einzige Rechnung mit einem einzigen Gesamtpreis. In diesem Fall stünde der Reederei die Rückzahlung für den gebuchten Flug zu, abzüglich der ersparten Aufwendung (z. B. Steuern und Gebühren für Dritte, Luftsicherheitsgebühren, Flughafengebühren usw.).
    -Die

    Ich war mir nicht 100% sicher, ob das auch gilt, wenn der erste Flug unter 3h Verspätung hat. Oder denke ich da zu kleinteilig?


    Das ist nicht zu kleinteilig 'gedacht', denn nach veralteter Rechtsprechung war es so, daß der Zubingerflug gesondert beurteilt wurde! Und wenn dieser sich in den von der Europ. Fluggastrechteverordnung gesetzten Grenzen bewegte, führte dies nicht zu einem Ausgleichsanspruch des Passagiers.
    Später wurden diese Urteile durch die EuGH-Rechtsprechung 'kassiert', wonach es einzig und alleine auf die Verspätung am Endziel ankommt.
    Und im zuletzt von mir verlinkten BGH-Urteil liegt ein Sachverhalt zu Grunde, in dem sich der Zubringerflug 'nur' um 1,5 Stunden verspätete - das Eintreffen am Endziel jedoch weit über drei Stunden.


    Bin von FRA mit Umstieg in Doha nach Asien geflogen. Der Flieger von Deutschland nach FRA hatte 2,5h Verspätung. Meinen Anschluss in Doha habe ich verpasst und wurde auf die nächste Verbindung umgebucht. Unterm Strich waren es am Zielort dann 7h Verspätung.


    Ich hatte den Eingangssachverhalt etwas zu schnell überlesen und dabei fälschlicherweise so verstanden, daß erst der Anschlußflug sich verspätete. - Dabei war es jedoch schon der Zubringerflug, der sich verspätete.


    Meinen Widerspruch gegen Franziskas Antwort ziehe ich daher zurück!!!


    Richtig ist: Franziska hatte mit ihrer ersten Antwort recht!
    'Der Bundesgerichtshof hat mit Urteil vom 7. Mai 2013 (Az.: X ZR 127/11) entschieden, dass den Fluggästen eines verspäteten, nach Art. 3 Abs. 1 in den Anwendungsbereich der Fluggastrechteverordnung fallenden Flugs ein Ausgleichsanspruch nach Art. 7 auch zusteht, wenn sie infolge der Verspätung ihr individuelles Endziel mit einer Verspätung von mindestens drei Stunden erreichen. Dies gelte nach Ansicht des BGH auch, wenn die verspätete Ankunft am Endziel darauf beruht, dass infolge der Flugverspätung ein selbst nicht in den Anwendungsbereich der Verordnungfallender oder selbst nicht verspäteter Anschlussflug verpasst wird.' Quelle: http://www.blum-hanke.de/aktue…g_ausserhalb_europas.html


    Und hier das Urteil verlinkt: http://juris.bundesgerichtshof…t=en&nr=64558&pos=0&anz=1


    Fazit: Eine Ausgleichsleistung über EUR 600,- steht dem Passagier zu.
    Nochmal: Franziska hatte Recht!


    ja, wenn die Distanz ...


    Widerspruch!!!


    'Der X. Zivilsenat des BGH entschied, dass die Ausgleichsansprüche nicht bestehen, da die Verspätung bei einem Anschlussflug eingetreten ist, den die jeweiligen Kläger außerhalb der Europäischen Union angetreten haben. Das Gericht stellte klar, dass die Anwendbarkeit der EU-Fluggastverordnung für jeden Flug gesondert zu prüfen ist, wenn eine Flugreise aus zwei oder mehr Flügen besteht, selbst wenn die Reise als einheitlicher Flug jeweils von einer Fluggesellschaft unter einer bestimmten Flugnummer angeboten wird (BGH, Urteile vom 13.11.2012, Az.: X ZR 12/12 und X ZR 14/12).' Quelle: http://www.blum-hanke.de/aktue…g_ausserhalb_europas.html


    Und hier das Urteil verlinkt: http://juris.bundesgerichtshof…t=en&nr=62681&pos=0&anz=1

    Alle gängigen Luftlinienberechnungen (auch: luftlinie.org) greifen auf das Datenmaterial von google zurück, was schon sehr genau ist. Für die Luflinie vom Flughafen Leipzig (LEJ) zum Flughafen Marsa Alam (RMF) erhalten wir, wenn wir die Flughafenkürzel eingeben die Entfernung von 3.442,46 km.


    Gehen wir nun auf die Suchmaschine 'bing.com' und geben dort wieder die Flughafenkürzel 'LEJ' und 'RMF' ein, so erhalten wir das Ergebnis 3442.88 km, als genau 420 Meter mehr, quasi: 'eine Sportplatzrunde'.


    Geben wird die Ortsnamen bei 'google' ein, so erhalten wir von 'Leipzig' nach 'Marsa Alam' das Ergebnis von 3490,44 km und bei 'bing': 3489.81, also hier vom/zum jeweiligen Stadtzentrum 630 m Unterschied (diesmal bei bing: weniger!).


    Beide Systeme greifen auf GPS-Daten zurück, die eine genauere Berechnung auf einen Meter ermöglichen.


    Doch wie erklären sich die Unterscheide von 'google' und 'bing'? - Hier habe ich bei beiden den Zielflughafen herangezoomt. Beide setzen die Zielmarke an einem anderen Punkt des Flughafens. Setzt man diese Zielmarken mit der Maustaste um, also von Startbahn LEJ zu Startbahn RMF, so gleichen sich die Ergebnisse von 'google' und 'bing' an - was ja auch logischerweise so sein muß, denn es kann ja nicht zwei Entfernungen zwischen zwei Orten geben.

    Hallo Franziska,
    ich kenne den Großkreisrechner. Wenn ich die Ortsnamen ('Leipzig' und 'Marsa Alam') ausgeschrieben eingebe, komme ich auf das gleiche Ergebnis wie du (3490,44 km). Wenn man den Start und das Ziel heranzoomt, erkennt man, daß dieses jeweils das Ortszentrum der jeweiligen Stadt ist.
    Gebe ich jedoch die Flughafenkürzel ('LEJ' für Leipzig und 'RMF' für Marsa Alam) ein, komme ich auf die Entfernung von 3.442,46 km. Wenn ich nun Start und Ziel heranzoome, komme ich genau auf die Flughäfen dieser beiden Städte.
    Im vorliegenden Sachverhalt haben wir sogar noch ca. 50 km weniger, was allerdings nicht 'kriesgentscheidend' ist.
    In anderen Ausnahme- bzw. Einzelfällen kann es schon einmal eine Rolle spielen, ob ich das Stadtzentrum durch Eingabe des Ortsnamens oder den Airport durch Eingabe des Flughafenkürzels wähle.
    Meine Erachtens müßte zur Ermittlung einer Flugstrecke daher immer das Flughafenkürzrel eingegeben werden, denn hier erfolgen der tatsächliche Start und die tatsächliche Langdung, so daß wir dann die tatsächliche Luftlinie erhalten.


    Ihre Ansprüche können Sie bei einer Pauschalreise beim Veranstalter geltend machen. Dann muss die Forderung aber innerhalb von einer Woche gestellt werden. Besser ist es, gleich an die Airline heranzutreten - damit haben Sie wegen der Verjährungsfrist bis zu 3 Jahre Zeit.


    1.
    Evtl. Minderungsanprüche nach deuschem Reiserecht gegen den Reiseveranstalter gem. § 651d BGB gem. § 651g BGB 'innerhalb eines Monats nach der vertraglich vorgesehenen Beendigung der Reise gegenüber dem Reiseveranstalter geltend zu machen'.
    2.
    Der Anspruch nach der 'EU-Fluggastrechte-Verordnung' bei Annullierungen, Nichtbeförderungen oder sogen.'großen Verspätungen' von über drei Stunden ist direkt an das Luftfahrtunternehmen zu richten. Hierzu auch: BGH v. 11.03.2008, Az.: X ZR 49/07, veröffentlicht in RRa 2008, 175, besagt: Die VO (EG) Nr. 261/2004, die sogen. 'Europ. Fluggastrechteverordnung' gewährt Ansprüche ausschließlich gegen das ausführende Luftfahrtunternehmen, nicht gegen den Reiseveranstalter.

    Flüge.de ist aus meiner Sicht ein normales Portal, bei dem Flüge gebucht werden können. Kein Luftfahrtsunternehmen, daher fällt aus meiner Sicht die Luftfahrtsbehörde raus.


    Genau! Richtig!



    Ich persönlich würde den ersten Kontakt mal mit der Verbraucherzentrale aufnehmen und ggfs. das Ministerium für Verbraucherschutz einbeziehen.


    Auf Bundesebene ist der Verbraucherschutz beim 'Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz' angesiedelt, auf Länderebene ist der Verbraucherschutz bei unterscheidlichen Ministerien angesiedelt, Bsp. NRW: 'Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen'. Die Ministerien haben mit Beschwerden von Bürger kaum etwas zu tun, denn sie erlassen Gesetze und Anrodnungen für die Verwaltung.


    Richtiger Ansprechpartner für Beschwerden von Verbrauchern sind die Verbraucherschutzzentalen, die es in jedem Bundeland gibt. Unter anderem haben diese die Aufgabe der 'Verfolgung von Rechtsverstößen (etwa durch irreführende Werbung oder unzulässige Vertragsklauseln) durch Abmahnungen und Klagen'. Näheres siehe hier.

    Einige Tipps zur Vorgehensweise gibt es hier.
    1.
    Zunächst richtet man seinen Anspruch erstmal direkt gegen die Airline. Wenn diese ablehnend reagiert, kann man die Schritte gehen, die hier beschrieben sind: Flugverspätung - Seite 2 - Finanztip-Artikel besprechen - Finanztip Community
    In dem dortigen Artikel sind u. a. drei Firmen aufgeführt, die als sogen. Prozeßkostenfinanzierer fungieren: flightright, euclaim, fairplane. Außerdem gibt es noch refund.me. Die Gebürhensätze dieser Firmen sollte man vergleichen, falls man eine dieser Firmen beauftragt.
    2.
    Sollte die Airline auf das Anspruchsschreiben gar nicht reagieren empfiehtl sich noch eine außerordentliches oder ein gerichtliches Mahnverfahren.

    1.
    Antwort: EUR 250,- Ausgleichsleistung, es sei denn der technische Defekt ist auf 'außergewöhnliche Umstände' (='höhere Gewalt') zurückzuführen.


    Als außergewöhnlicher Umstand kann ein technisches Problem nach der Rechtsprechung des Europäischens Gerichtshofs (Rs. C 549/07 – Wallentin-Hermann gegen Alitalia, RRa 2009, 35) nur dann angesehen werden, wenn es seine Ursache in einem der in Erwägungsgrund 14 der Verordnung genannten Umstände hat, beispielsweise auf versteckten Fabrikationsfehlern, Sabotageakten oder terroristischen Angriffen beruht' (BGH, Urteil vom 18. Januar 2011 - X ZR 71/10).


    Ganz gleich ob geplatzte Reifen (AG Königs Wusterhausen, Urt. v. 31.05.2011, Az.: 20 C 84/11) oder eine defekte Benzinpumpe (AG Frankfurt/M. Urt. v. 27.6.2013, Az. 30 C 1055/13 – 25) - es gibt heute kaum mehr ein Flugzeugteil über welches nicht schon vor Gericht gestritten wurde und stets wurde zu Gunsten der Fluggäste entschieden.


    Aber: Wird der technsiche Defekt von außern verursacht, auf welchen die Airline keine Einflußmöglichkeit hat (Bsp.: starker Vorgelschlang, Biene im Staurohr oder Maus in der Flugzeugkabine / gibt es jeweils entsprechende Gerichtsurteile), so zählt dies als 'außergewöhnlicher Umstand', der die Airline von der Zahlung einer Ausgleichsleisutng befreit.


    2.
    Eine Ausgleichsleistung, die dem Passagier entfernungsabhänging im Falle einer Nichtbeförderung, Annulierung oder 'Großen' Verspätung zusteht, ist ein pauschaler Schadenersatz. Dies bedeutet, die Ausgleichszahlung steht jedem Passagier zu, ohne daß er seinen ihm entstandenen Schaden konkret beziffern oder darlegen muß.


    Hat man jedoch infolge der Verspätung einen weitergehenden Schaden (z. B.: Verdienstausfall, bezahltes/n aber nicht nutzbares/n Hotelzimmer/Mietwagen o. ä.), so muß man diesen Schaden gegenüber der Airline darlegen und konkret beziffern. Hierzu lautet Art. 12 Abs. 1 der VO (EG) 261/2004: Diese Verordnung gilt unbeschadet eines weitergehenden Schadenersatzanspruchs des Fluggastes. Die nach dieser Verordnung gewährte Auslgeichsleistung kann auf einen solchen Schadensersatzanspruch angerechnet werden.

    Im vorliegenden Sachverhalt soll eine Immobilie verkauft werden. Die Immobilie wird lediglich beworben. Direkte Vertragsbeziehungen zwischen Interessenten und Verkäufer bzw. Makler bestehen nicht.


    Es soll lediglich in der Zukunft ein Geschäft, hier: Immobilienkaufvertrag, geschlossen werden


    Verträge sind zwei übereinstimmende Weillenserklärungen Diese Willenserklärungen können auf verschiedene Arten emacht werden
    -schlüssiges Handeln (Bsp.: Käufer legt im Kiosk einen Euro auf den Tresen und nimmt sich eine Zeitung wortlos mit)
    -mündlich,
    -fernmündlich,
    -Textform,
    -Schriftform (eigenhändig unterschrieben),
    -handschriftlich (Bsp.: einseitige Willenserklärung 'Testament') oder
    -notariell beurkundet.


    Teilweise schreibt das Gesetz keine der o. a. Formen vor (formlos). - Teilweise werden gewisse Formen vorgeschrieben, so beim Immobilienkauf: notarielle Beurkundung. Dies hat der Gesetzgeber extra gemacht, um dem Bürger ausreichend Bedenkzeit zu geben, bevor er einen Vertrag voreilig schließt, an den er auf lange Zeit, vermutlich ein ganzes Leben, gebunden ist und ggf. auch noch eine Finanzierung aufnehmen muß, um den Kaufpreis zahlen zu können oder als Verkäufer seine Behausung/seine Existenz verkauft.


    Wenn hier von Verkäuferseite schon bei den Verkaufs(vor)verhandlungen über den Makler Abstand vom Verkauf genommen wird, weil man anderswo einen besseren Kaufpreis erzielen kann, dann ist dies zwar ärgerlich für den überbotenen potentiellen Käufer, jedoch rechtens, da noch keine Vertragsbeziehungen zwischen Kaufinterresssent und Verkäuferseite existieren.


    Der Immobilienkaufvertrag kommt immer erst nach der letzten beurkundeten Unterschriftsleitung im Notarzimmer zu Stande. Eher nicht.


    Die zur Zeit bestehende Nachfrage nach Immobilien ('Betongold') fördert, daß immer mehr Verkäufer von Vertragsverhandlungen Abstand nehmen und an Höherbietene verkaufen.


    Ärgerlich ist dies schon, aber rechtens.


    Noch ärgerlicher, wenn der potenteille Käufer einer Immobilie schon einen Notar beauftragt hat und der Verkäufer erst danach abspringt. Auch dies ist rechtens, nur hier bleibt der potentielle Käufer bleibt auch noch auf seinen Notarosten sitzen! So entschieden durch AG Hamburg-Barmbek, Urt. vom 21.11.2008 - 821 C 157/0 (Leitsatz: Jeder Verhandlungspartner hat bis zum Vertragsabschluss grundsätzlich das Recht, von dem in Aussicht genommenen Vertragsschluss Abstand zu nehmen; aus diesem Grunde erfolgen Aufwendungen, die in Erwartung des Vertragsschlusses gemacht werden, auf eigene Gefahr.) und OLG Koblenz Urt. vom 25.02.1996 - 3 U 477/96 (Leitsatz: Wer über einen Grundstückskauf verhandelt und in Erwartung dessen Aufwendungen macht, tut dies grundsätzlich auf eigene Gefahr. Der Grundstückseigentümer darf, selbst wenn er den Vertragsabschluß mündlich schon als sicher hingestellt hat, diesen auch ohne triftigen Grund ablehnen)


    Ich sehe ein das der geplante Flug von Dortmund nach Alghero gestrichen worden ist und daraus wahrscheinlich keine Ansprüche geltend gemacht werden können. Die Aussage das ab Köln, der geplante Transport erfolgen wird, wurde über die Lautsprecher mitgeteilt. Dadurch ist ja wenn ich hier alles Förmlich sehe, noch keine Umbuchung getätigt?!
    Der geplante Flug kann dann Rechtlich nicht so gewertet werden, wenn er nicht zu stände kommt?


    Ich würde ganz einfach erstmal davon ausgehen, daß eine Umbuchung auf einen Ersatzflug erfolgte und meinen Anspruch auf Ausgleichszahlung bei der 'Ryanair schriftlich anmelden. Das kostet ja zunächst nichts und man kann darauf weitere Schritte (Schlichtungsstelle, Mahnverfahren, Gerichtsverahren) aufbauen bzw. nachfolgen lassen.


    Parallel dazu: Darüber hinaus rate ich an, sich das Urteil Amtsgericht Frankfurt am Main (Az.: 31 C 3349/12 [78]), beim Amtsgericht Frankfurt am Main, Gerichtsstraße 2, 60313 Frankfurt am Main, Gerichtsstraße 2, im 'Volltext mit Schwärzung der personengebundenen Daten' anzufordern, um zu ersehen, welche Anforderungen ein Gericht an eine wirksame Umbuchung von einem Ursprungsflug auf einen Ersatzflug stellt um dann prüfen zu können, ob das Urteil auf Ihren eigenen erlebten Sachverhalt auch zutrifft, bevor man kostenpflichtige Schritte (Mahnverfahren oder
    Zivilklage) durchführt. (Man kann ein Gerichtsurteil bei Vorliegen eines berechtigten Interesses gegen eine geringe Gebühr zugesandt bekommen)



    Es wurde für die 6 Fluggäste vor uns (Namentlich bekannt) Hotelzimmer mit lecker Frühstück gebucht und Bezahlt.
    Ich bin ehrlich und habe den Bedarf verneint, ...


    Aus Art. 8 und 9 VO (EG) 261/2004 ergeben sich die Betreuungs- und Unterstützungsleistungen. Diese sind von der Airline auf geden Fall zu erbringen, auch wenn 'außergewöhnliche Umstände' oder 'höhere' Gewalt' vorliegen. Näheres zu den Betreuungs- und Unterstützungsleistungen klicke hier! Dazu gehört also auch die Hotelunterbringung, wenn sie erfoderlich wird. Wenn man diese jedoch ablehnt, dann darf man sich diesbezüglich nicht hinterher beklagen.