Beiträge von schwabenzorro

    Also das mit den 3 % versteh ich nicht, die werden nach den ABB eigentlich nur fällig, wenn man eine vorzeitige Rückzahlung der Bausparsumme wünscht. Bei einer "normalen" Kündigung fallen die nicht an. Vorstellbar wäre eventuell, dass man die vorzeitige Rückzahlung dann beantragt, wenn die Rückzahlung sonst erst nach dem Kündigungstermin der BSQ liegen würde. Richtig Sinn macht das aber für mich auch nicht.


    Und die Geschichte mit der Vollbesparung (kein oder zu geringer Darlehensanspruch) wurde ja bereits unter dem Gesichtpunkt "Vollbesparung unter Hinzurechnung der Bonuszinsen" diskutiert, wo das OLG Celle in mehreren Urteilen dazu feststellte, dass es nur dem Bausparer zustehe zu entscheiden, ob er auch ein wirtschaftlich sinnloses Darlehen unter Verzicht auf die Bonuszinsen beantragen will oder nicht. Den Bausparkassen stehe eine solche Entscheidung nicht zu.

    Das Verfahren ging dann wie ich oben schon erwähnt habe an den BGH, wurde dort aber wegen einem Vergleich kurz vor der Urteilsverkündung nicht entschieden. Ich denke, sonst hätten wir bereits eine höchstrichterliche Entscheidung, dass die Bonuszinsen nicht zur Berechnung der Vollbesparung hinzugerechnet werden dürfen.


    Obwohl dies jetzt leider nicht der Fall ist, erscheint mir eine eigene Kündigung kurz vor Erreichen der Vollbesparung (ohne Bonuszinsen) und/oder kurz vor Erreichen der 10-Jahres-Grenze eine sinnvolle und einigermaßen sichere Variante zu sein.

    Ich stimme Dir in allen Punkten vorbehaltlos zu. Natürlich hat das Kalkül, sich so zu verhalten und natürlich sollten alle möglichst alle Rechtsmittel ausschöpfen.


    Aber genau das wird nie passieren, das werden die Bausparkassen auch in Zukunft zu verhindern wissen. Warum sonst kam es kurz vor Urteilsverkündung vor dem BGH zu einem Vergleich als sich abzeichnete, dass die kundenfreundlichen Urteile des OLG Celle Bestand haben würden? Weil die Bausparkassen kein höchstrichterliches Urteile gegen sich haben wollten um ihr schäbiges Spiel weiter treiben zu können. Da macht man dann halt einen Vergleich über den Stillschweigen vereinbart wird und den Kläger ruhig stellt.


    Also muss jeder für sich entscheiden, ob ihm das den ganzen Ärger und Aufwand wert ist, zumal mit ungewissem Ausgang. Denn die Urteile der Gerichte dazu sind, ganz ganz vorsichtig ausgedrückt, nicht immer plausibel.


    Und die Frage von sparfuchs war ja, wie wir uns verhalten würden. Und das hab ich ihm aus meiner Sicht beantwortet, denn ich hätte auch keine Lust auf einen jahrelangen Rechtsstreit.

    Wenn sie mich dazu zwingen und es sich lohnt, ja, wenn ich es aber ohne große Verluste vermeiden kann, nein.


    Ich hatte ja die Hoffnung, dass mit dem neuen Instrument der Sammelklage etwas bewirkt werden könnte. Aber bisher tut sich da ja leider nichts.

    WARUM das dann aber selbst tun??
    Nur wer von der BSQ Bausparkasse eine Vertragskündigung gemäß § 489 Abs. 1 Nr. 2 BGB (mindestens zehn Jahre nach Erreichen der Zuteilungsreife mit einer Kündigungsfrist von 6 Monaten) oder gemäß § 488 Abs. 3 BGB (wegen Vollansparung der Bausparsumme mit einer Kündigungsfrist von 3 Monaten) erhält, sollte den Verzicht auf das zugeteilte Bauspardarlehen schriftlich erklären.


    Im Falle einer Vollansparung der Bausparsumme sollte der Bausparer zusätzlich selbst nach § 15 kündigen, was bis zum mitgeteilten Kündigungstermin möglich ist.

    Rechtlich seh ich das genauso wie du, aber die BSQ ist halt unberechenbar und hat ja auch schon, wie bei amende wohl der Fall, Kündigungen nach ihrer Kündigung nicht mehr akzeptiert. Und da bei sparfuchs die 10-Jahresfrist eh abläuft halte ich eine eigene Kündigung vor diesem Zeitpunkt für die sicherste Variante.


    Ob die drei Monate mehr Zinsen dann das Risiko wert sind in einen Rechtsstreit eintreten zu müssen, muss jeder für sich selbst entscheiden.


    Und auf die Möglichkeit auch über die 10 Jahre hinaus bis zur Vollbesparung den letzten Euro herauszuholen würde ich persönlich jetzt nicht setzen.


    Aber wie schon oben erwähnt, das ist nur meine ganz persönliche Meinung und keine Rechtsberatung.

    Ich nehme an, Du hast die Beiträge etwa ab Nr. 130 gelesen? Da haben wir über die Vorgehensweise, die auch Dich betrifft, bereits diskutiert. Eine 100 % wasserdichte Empfehlung wird Dir wohl niemand hier geben können, zumal wir alle "nur" Betroffene, aber keine Juristen sind und die BSQ vollkommen unberechenbar ist.


    Also nochmal ganz deutlich, ohne dass das hier in irgendeiner Form eine Rechtsberatung darstellt, ich sag Dir nur, wie ich vorgehen würde wenn es mein Vertrag wäre:


    Kündigen bevor die BSQ es macht und gleichzeitg den Verzicht auf das Darlehen erklären.


    Dann müsstest Du sicher sein, hast aber halt nicht den letzten Euro herausgeholt.

    Also für mich wäre die 10-Jahres-Frist nach Zuteilungsreife die absolute Dead-Line. Klar hat der BGH in seiner Urteilsbegründung Ausnahmen zugelassen (wurde hier schon ausgiebig diskutiert), aber so wie ich die BSQ einschätze wirst du dir das vor Gericht erstreiten müssen. Ob es Dir das wert ist kann keiner für Dich entscheiden.

    Also mein Q8 enthält auf jeden Fall die Option zur Erstattung der Abschlussgebühr:

    Die Abschlussgebühr nach Absatz 2 wird dem Bausparer jedoch

    zurückerstattet, wenn er auf das zugeteilte Bauspardarlehen verzichtet, seit Vertragsabschluss mindestens 7 Jahre vergangen sind und

    vorher keine Änderungen des Bausparvertrages gemäß § 13 durchgeführt wurden.

    Im Moment scheint es tatsächlich so zu sein, dass sie keine Versuche mehr unternehmen um Verträge zu kündigen, die nur unter Einbeziehung der Bonuszinsen voll bespart sind. Zumindest wurde in letzter Zeit nichts mehr darüber publik.


    Die Berechnung von Kulla75 kann ich natürlich nicht bewerten, dazu fehlen die notwendigen Zahlen. Da sein Vertrag zum jetzigen Zeitpunkt nur unter Einbeziehung des Bonus voll bespart ist muss das Angebot aber schon richtig gut sein um tatsächlich nur 400 Euro weniger zu bekommen als wenn man es weiterlaufen lässt.


    Das mit dem Verzicht auf die 400 Euro kann ich nachvollziehen, wenn man das Geld eh gut brauchen kann.


    Aber ich glaube mich zur erinnern, dass irgendwann mal die Rede davon war, dass in einem solchen Fall die Abschlussgebühr nicht zurückgezahlt wird oder wurde, weil der Vertrag ja aufgrund einer Sondervereinbarung beendet wird und somit die Bedingungen für eine Rückzahlung der Abschlussgebühr nicht vorliegen würden. Allerdings weiß ich gar nicht, ob der Q12 überhaupt eine Rückzahlungsoption vorsieht.


    Insofern würde ich ein Schreiben aufsetzen mit allen relevanten Zahlen, also jetzige Bausparsumme + Bonuszinsen + noch anfallenden Zinsen + Abschlussgebühr + Sonderzinsbonus = Gesamtsumme und mir diesen Auszahlungsbetrag bestätigen lassen. Wenn sie das machen kannst ja immer noch entscheiden, ob dir diese Lösung die 400 Euro wert ist.

    Bis zur Vollbesparung würden noch ein paar Tausend Euro Zinsen hinzukommen (Bonus + "normaler" Zins). Und die werde ich denen sicher nicht schenken, zumal es ja auch keinerlei vergleichbare Alternativen für eine sichere Geldanlage gibt.


    Sollte der Bonus dann verweigert werden und man müsste drum prozessieren ginge es um eine fünfstellige Summe.


    Bezüglich der Bafin werde ich im Moment sicher keine schlafenden Hunde wecken, ich hab ja immer noch die Hoffnung, dass die BSQ aus den Urteilen wenigstens etwas gelernt hat und eben nicht mehr unter Einbeziehung der Bonuszinsen wegen Vollbesparung kündigt. Aber falls doch will ich gewappnet sein und werde mit Sicherheit vor Gericht ziehen.


    Jedes für uns Bausparer negative Urteil schürt halt die Befürchtung, dass die noch frecher werden, auch wenn es, wie im jetzt vorliegenden Fall, meinen Vertrag wohl nicht direkt betrifft.

    Mir ist schon klar wie sich die BSQ entwickelt hat und wozu sie gegründet wurde, ganz sicher nicht um den ehemaligen Quelle-Bausparern ein fairer Partner zu sein. Deshalb wäre es ja so wichtig eine Strategie zu haben wie man bei noch bestehenden Verträgen vorgehen muss ohne denen möglichst wenig zu schenken.
    Klar wäre es das einfachste den Vertrag zu kündigen oder ein Sonderzinsangebot anzunehmen, aber mir widerstrebt das total, da ich eigentlich im Recht bin und nix Unredliches fordere, sondern nur Vertragstreue.
    Aber ich weiß auch, das Recht haben und Recht bekommen in diesem unserem so hochgelobten Rechtsstaat leider oft genug grundverschiedene Dinge sind.


    Manchmal fragt man sich schon auch wie es zu manchen Urteilen kommt!

    Danke für Deine Antwort.


    Siehst Du und natürlich auch die anderen hier das auch so, dass es in dem vorliegenden Fall genügt hätte, wenn der Bausparer den von der BSQ bereits gekündigten Vertrag noch kurz vor dem 30.09.2017 selbst gekündigt und zur Sicherheit nochmal ausdrücklich auf das Darlehen verzichtet hätte? Eigentlich lief der Vertrag ja trotz der Kündigung bis zum 30.09.2017 und bis zu diesem Zeitpunkt habe ich doch noch alle rechtlichen Möglichkeiten, also auch selbst zu kündigen.
    Immerhin ging es in dem Fall ja dann wohl um ca. 2.000 Euro Bonuszins für das letzte halbe Jahr.


    Oder ist diese Vorgehensweise doch zu gefährlich und sollte man besser bereits vor Erreichen der 10-Jahresfrist selbst kündigen? Das hätte aber dann wohl schon im Februar 2017 geschehen müssen um der Kündigung der BSQ zuvorzukommen.


    Oder wäre die beste Lösung gewesen im Februar 2017 nur den ausdrücklichen Verzicht auf das Darlehen zu erklären und dann auf die Kündigung zu warten? Dies auch unter dem Gesichtspunkt, dass die Rückerstattung der Abschlussgebühr den Darlehensverzicht verlangt, die Kündigung aber nicht aufgeführt ist?


    Und zum Schluss: Nachdem die Zuteilung in dem Fall ja der 31.03.2007 war, warum ist dann eine Kündigung mit Schreiben vom 07.03.2017 rechtens, obwohl zu diesem Zeitpunkt die 10 Jahresfrist noch gar nicht abgelaufen ist? Klar, die Kündigung trat hier erst zum 30.09.2017 in Kraft, aber ich ging davon aus, dass die Kündigung (vielleicht besser formuliert die Kündigungserklärung) selbst auch erst nach Ablauf der 10 Jahre möglich ist.

    Sehe ich das richtig, dass es nur um Fälle geht in denen die 10-Jahresfrist nach Zuteilung erreicht war und deshalb gekündigt wurde UND der Bausparer keinen förmlichen Verzicht erklärt hat?


    Wenn ja, hätte das Urteil ja nur Auswirkung auf bereits gekündigte Verträge bei denen dann keine Bonuszinsen ausbezahlt wurden und keine weiteren negativen Auswirkungen für alle noch laufenden Bausparverträge, man muss nur die 10 Jahres-Frist und die Vollbesparung noch besser im Blick haben als bisher.

    Es ging mir aktuell (noch) nicht darum, ob die den Bonus auszahlen oder nicht.


    Das wäre erst der nächste Schritt. Meine Frage war, ob aktuell noch eine Kündigung nach § 488 Abs. 3 BGB zu befürchten ist, also eine angebliche Vollbesparung, die aber nur unter Einbeziehung der Bonuszinsen erreicht wäre.


    Mir ist klar, dass nach den Urteilen des OLG Celle und OLG Nürnberg die Chancen gut stehen sich dagegen zu wehren, was Bonnie29 ja auch bereits bestätigt hat. Dann würde mein Vertrag nämlich noch ein paar Jahre weiterlaufen bis zum Erreichen der 10-Jahres-Frist nach Zuteilung und bis dahin noch ganz ordentlich Zinsen bringen. Und so dürfte es anderen Bausparern sicher auch gehen.


    Das weiß wohl auch die BSQ, sonst würde sie keine Sonderzinsangebote unterbreiten.


    Aber je deutlicher es hier im Forum wird, dass das nur ein weiterer, rechtlich allerdings zulässiger Versuch der BSQ ist um Altverträge los zu werden und Geld zu sparen, um so mehr Leute werden sich hoffentlich dagegen wehren und sich eben nicht auf diesen, vorsichtig ausgedrückt, fragwürdigen Kompromiss einlassen.

    @'Rheingold


    Die Terminsetzung der BSQ für eine vorzeitige Vertragsauflösung ist ziemlich knapp bemessen und Nachfragen werden erfahrungsgemäß nicht gerade schnell beantwortet. Insofern wird eine Nachfrage wohl eher nicht zielführend sein.


    Die entscheidende Frage dürfte also sein, wie groß sind die Aussichten sich erfolgreich gegen eine mögliche Kündigung nach § 488 Abs. 3 BGB zu wehren (Vollbesparung nur unter Einbeziehung der Bonuszinsen) und eine Weiterführung des Bausparvertrages zu erreichen.